Betting

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Betting
Betting (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Moselle (57)
Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle
Kanton Freyming-Merlebach
Gemeindeverband Freyming-Merlebach
Koordinaten 49° 5′ N, 6° 49′ OKoordinaten: 49° 5′ N, 6° 49′ O
Höhe 204–360 m
Fläche 4,45 km²
Einwohner 863 (1. Januar 2020)
Bevölkerungsdichte 194 Einw./km²
Postleitzahl 57800
INSEE-Code

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Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus

Betting (bis 2005 Betting-lès-Saint-Avold, deutsch Bettingen) ist eine französische Gemeinde mit 863 Einwohnern (Stand 1. Januar 2020) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2016 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Forbach-Boulay-Moselle und zum Gemeindeverband Freyming-Merlebach.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Betting liegt in Lothringen am Südostrand des Warndt, 47 Kilometer östlich von Metz, zehn Kilometer südwestlich von Forbach und neun Kilometer nordöstlich von Saint-Avold (Sankt Avold), zwischen den Städten Saint-Avold und Forbach, etwa vier Kilometer südlich der Grenze zum Saarland.

Der Dorfkern Bettings erstreckt sich im Tal des Dotelbaches, der in die Rossel mündet. Der dörfliche Charakter von Betting unterscheidet sich stark vom breiten Rosseltal im Norden der Gemeinde, das von Verkehrs- und Gewerbeflächen geprägt ist.

Nachbargemeinden von Betting sind Freyming-Merlebach im Norden, Cocheren (Kochern) im Nordosten, Béning-lès-Saint-Avold (Beningen (bei Sankt Avold)) im Osten, Seingbouse (Sengbusch) im Südosten, Guenviller (Genweiler) im Südwesten sowie Hombourg-Haut (Oberhomburg) im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältere Ortsbezeichnungen sind Bettinga (1278), Betting by Homburg (15. Jh.), Bettinghen (1455) und Bettingen (1606).[1] Die Ortschaft gehörte früher zum Bistum Metz.[2] 1552 wurde dieses Fürstbistum zusammen mit den beiden Fürstbistümern Toul und Verdun, den Trois-Évêchés in der Kirchenprovinz Trier, unter König Heinrich II. durch Frankreich besetzt und annektiert, das sich den Besitz ein Jahrhundert später im Westfälischen Frieden 1648 bestätigen lassen konnte.

Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam die Region an das deutsche Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Forbach im Bezirk Lothringen zugeordnet. Die Dorfbewohner betrieben Ackerbau und Viehzucht.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war der Ort zusammen mit dem Département Moselle von der deutschen Wehrmacht besetzt und stand unter deutscher Verwaltung. Im Jahr 1944 wurde die Ortschaft von westalliierten Streitkräften eingenommen.

Der Gemeindename Betting-lès-Saint-Avold, der zur Unterscheidung vom kleinen Weiler Betting in der nordwestlich gelegenen Gemeinde Waldwisse diente und noch in vielen Kartenwerken zu finden ist, wurde am 12. September 2005 per Dekret zu Betting ohne den Namenszusatz, veröffentlicht im Journal officiel de la République française.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1910 hatte Bettingen 343 meist römisch-katholische Einwohner.

Anzahl Einwohner seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019
Einwohner 687 729 791 758 808 902 889 870

Im Jahr 1999 wurde mit 902 Bewohnern die bisher höchste Einwohnerzahl ermittelt. Die Zahlen basieren auf den Daten von annuaire-mairie[3] und INSEE[4].

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orthodoxe Kapelle St. Prince-Lazare
  • Pfarrkirche St. Bartholomäus (Église Paroissiale Saint-Barthélemy) mit Bausubstanz aus dem 13. Jahrhundert,[1] rekonstruiert 1875
  • Orthodoxe Kapelle St. Prince-Lazare
  • Wegekreuz, 1848 errichtet[5]
  • Calvaire, 1826 errichtet[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betting ist heute eine Wohngemeinde für Beschäftigte umliegender Gewerbegebiete. In der Gemeinde sind noch fünf Landwirtschaftsbetriebe ansässig (hauptsächlich Milchwirtschaft).[6] Im Gewerbegebiet Zone de Betting-Les-Saint-Avold im Norden des Gemeindegebietes haben sich zahlreiche Unternehmen aus dem Handels- und Transportbereich niedergelassen, unter anderem ein E.Leclerc-Supermarkt. Das Gewerbegebiet liegt an einem der wichtigsten Verkehrsknoten im Nordosten Frankreichs. Hier zweigt von der A 4 (Paris-Metz-Straßburg) die A 320 nach Saarbrücken ab.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bettingen, Kreis Forbach, Elsass-Lothringen, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Bettingen (meyersgaz.org).
  • Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 397–398 (google.books.de).
  • Georg Lang: Der Regierungs-Bezirk Lothringen. Statistisch-topographisches Handbuch, Verwaltungs-Schematismus und Adressbuch, Metz 1874, S. 133 (books.google.de).
  • Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 37–39 (books-google.com).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Betting (Moselle) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band III: Kunst und Althertum in Lothringen, Friedrich Bull, Straßburg 1886, S. 37–39 (books-google.com).
  2. a b Eugen H. Th. Huhn: Deutsch-Lothringen. Landes-, Volks- und Ortskunde, Stuttgart 1875, S. 397–398 (google.books.de).
  3. Betting auf annuaire-mairie
  4. Betting auf INSEE
  5. a b Eintrag auf culture.gouv.fr
  6. Landwirtschaftsbetriebe auf annuaire-mairie.fr (französisch)