Alessandro Petacchi

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Alessandro Petacchi
Alessandro Petacchi bei Mailand-San Remo 2005
Alessandro Petacchi bei Mailand-San Remo 2005
zur Person
Geburtsdatum 3. Januar 1974
Nation Italien
zum Team
Aktuelles Team Karriereende
Disziplin Straße
Funktion Fahrer
Fahrertyp Sprinter
Team(s)
1996–1999
2000–2005
2006–2008
2008–2009
2010–2013
Scrigno-Blue Storm
Fassa Bortolo
Team Milram
LPR Brakes-Ballan
Lampre-Farnese Vini
Infobox zuletzt aktualisiert: : 23. April 2013
Alessandro Petacchi beim Training für den Prolog der Tour de France 2010 in Rotterdam

Alessandro Petacchi (* 3. Januar 1974 in La Spezia) ist ein ehemaliger italienischer Radrennfahrer. Zu den wichtigsten Erfolgen des erfolgreichen Sprinters im Straßenradrennsport zählen der Gewinn des Grünen Trikots der Tour de France 2010, insgesamt 48 Etappensiege bei den drei großen Landesrundfahrten (Tour de France 6, Giro d'Italia 22, Vuelta a España 20) sowie der Sieg bei Mailand-San Remo 2005. Im April 2013 verkündete er sein sofortiges Karriereende.[1]

Inhaltsverzeichnis

Karriere [Bearbeiten]

1996–2003 [Bearbeiten]

Petacchi ist seit 1996 Profi. Nachdem er in den Anfangsjahren seiner Karriere nur bei kleineren Radrennen zu Sprinterfolgen kam, erlebte er im Jahr 2003 seinen phänomenalen Durchbruch: Nach zahlreichen Erfolgen im Frühjahr konnte er als erster Fahrer überhaupt bei allen drei großen Rundfahrten des Jahres Etappen gewinnen: Zunächst holte er beim Giro d’Italia sechs Etappen und löste damit den alternden Mario Cipollini symbolisch als den Sprinterstar des Radsports ab. Danach siegte er viermal bei der Tour de France sowie sechsmal bei der Vuelta a España. Diese einzigartige Erfolgsserie von insgesamt 16 Etappenerfolgen bei den großen Rundfahrten brachte ihm den Spitznamen Ale-Jet ein.

2004–2005 [Bearbeiten]

Im Jahr 2004 konnte er seinen Siegeszug zunächst fortsetzen: Beim Giro d’Italia gewann er neun Etappen und stellte damit einen Rekord für die Nachkriegszeit auf. Im Juni übernahm er sogar kurzzeitig die Führung in der Radsport-Weltrangliste. Bei der Tour de France 2004 kam er aber überraschend nicht in Tritt und gab nach einem Sturz auf, ohne eine einzige Etappe gewonnen zu haben. Für diese Schlappe rehabilitierte er sich bei der Vuelta a España mit vier Sprintsiegen.

Petacchis Erfolge beruhten nicht zuletzt auf der Strategie seines Teams Fassa Bortolo, bei dem er von 2000 bis 2005 fuhr, einen für Petacchi maßgeschneiderten Sprinterzug (ital. treno) mit mehreren, fest positionierten Anfahrern zusammenzustellen.

2006 [Bearbeiten]

Ab 2006 fuhr Petacchi für das aus Domina Vacanze hervorgegangene Team Milram, wohin er vier Profis von Fassa Bortolo mitnahm. Er konnte auch bereits einige Siege feiern (darunter die einmalige Leistung bei der Niedersachsen-Rundfahrt 2006 eine längere Rundfahrt einschließlich aller Etappen zu gewinnen) und seine großen Ziele lauteten Giro d’Italia und Tour de France. Allerdings brach er sich auf der 3. Etappe des Giro die linke Kniescheibe, wodurch auch die Teilnahme an der Tour nicht möglich war.

Bei der Vuelta a España fuhr er zum ersten Mal nach der Verletzung ein hochklassiges Rennen. Allerdings war er noch nicht fit genug um auf den ersten Flachetappen im Massensprint mitzumischen, weshalb er seinem Teamkamerad Erik Zabel bei der Sprintvorbereitung half, was auch zu einem Etappensieg führte. Auf der 15. Etappe wurde erstmals wieder für Petacchi der Sprint angefahren. Er war in einer guten Position im Massensprint, wurde dann jedoch von Danilo Napolitano behindert und beendete die Etappe nur als zwölfter. Er beschwerte sich bei der Rennjury, die aber keinen Verstoß sah. Aus Wut schlug Petacchi gegen die Tür des Mannschaftbusses, wobei er sich einen Finger brach. Dies bedeutete sowohl das Ende bei der Vuelta, als auch das Ende der Saison.

2007–2008 [Bearbeiten]

Anfang 2007 konnte Petacchi noch immer nicht ganz an seine Leistung vor der Knieverletzung anknüpfen. Auf der 3. Etappe des Giro d’Italia gelang ihm dann wieder ein Sieg in einem wichtigen Zielsprint. Unter anderem wurden ihm dieser Erfolg beim Giro im Rahmen des Urteils des CAS aberkannt. Seine zwei Etappensiege bei der Spanienrundfahrt und vor allem sein Sieg beim Klassiker Paris-Tours hingegen wurden ihm nicht aberkannt.

Das Jahr 2008 verlief für ihn nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. Er gewann lediglich drei Etappen der Tour of Britain, sowie den Memorial Viviana Manservisi und den Gran Premio Beghelli.

2009 [Bearbeiten]

Alessandro Petacchi fuhr in diesem Jahr für das Continental-Team L.P.R. Brakes. Beim Giro konnte er immerhin zwei Etappensiege feiern. Mit seinem Sprintsieg beim Grand Prix Scheldeprijs gelang ihm zum ersten Mal ein unerwarteter Erfolg auf belgischem Boden. Ende Jahr gab er seinen Wechsel zum Team Lampre-Farnese Vini bekannt, da es sich dabei um ein Pro Tour Team handelt.

2010 [Bearbeiten]

Anfangs der Saison konnte er das Eintagesrennen Gran Premio della Costa Etruschi zum sechsten Mal in Folge gewinnen. Wegen Krankheit verpasste er den Giro d'Italia und bereitete sich auf die Tour de France vor. Dort konnte er in der ersten Woche zwei Etappensiege feiern und gewann dank weiteren Podestplätzen die Punkte-Gesamtwertung. Somit gelang es ihm bei allen drei großen Landesrundfahrten (Giro, Tour und Vuelta) das Gesamtklassement nach Punkten zu gewinnen. Bei der Spanienrundfahrt konnte er einen Etappensieg feiern, es war sein insgesamt 20. Etappensieg bei dieser Grand Tour.

Dopingvergehen [Bearbeiten]

Nach dem Giro 2007 wurde bekannt, dass Alessandro Petacchi während der elften Etappe positiv auf Salbutamol getestet wurde.[2] Zwar konnte er eine Ausnahmegenehmigung vorlegen, die ihm die Einnahme dieser Substanz bis zu einem bestimmten Grenzwert gestattet, jedoch wurde bei den Kontrollen eine Überschreitung dieses Wertes festgestellt.[3] Nachdem das Olympische Komitee Italiens Ermittlungen gegen Petacchi aufgenommen und eine Anhörung angesetzt hat, wurde Petacchi vom Team Milram Ende Juni suspendiert.[4] Nach dem Freispruch durch den Italienischen Radsportverband legte das Italienische Olympische Komitee Einspruch beim CAS ein.[5][6] Am 5. Mai 2008 wurde er vom CAS rückwirkend für zehn Monate bis zum 31. August 2008 gesperrt, nachdem die Ermittlungszeit von zwei Monaten, während der er nicht gefahren war, auf die eigentlich zu verhängende Jahressperre angerechnet wurde. Zusätzlich wurden seine Giro-Erfolge von 2007 (fünf Etappensiege und Punktewertung) sowie alle Ergebnisse seit dem 1. November 2007 annulliert.[7] Dabei unterstellte das Gericht Petacchi keine Doping-Betrugsabsicht, sondern sprach die Sperre aufgrund der Missachtung der UCI-Regularien sowie der Sondergenehmigung zur Verwendung von Salbutamol aus.[8] In der Folge wurde der Vertrag zwischen Alessandro Petacchi und dem Team Milram am 16. Mai 2008 in „beiderseitigem Einvernehmen“ aufgelöst.[9] Nach Ablauf der Dopingsperre fuhr Petacchi ab 2008 für das italienische Professional Continental Team L.P.R. Brakes, ab dem 1. September 2009 für das ebenfalls italienische Team Lampre-Farnese Vini. Seit Juli 2010 steht Petacchi wieder unter Doping-Verdacht.[10]

Siege (Auszug) [Bearbeiten]

1998
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
Etappensiege bei großen Rundfahrten (Gesamt)

Teams [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Sprinter hört mit 39 Jahren auf. orf.at, 23. April 2013, abgerufen am 23. April 2013.
  2. rad-net.de: Drei Radprofis nach Giro unter Dopingverdacht abgerufen am 18. Mai 2008
  3. rad-net.de Petacchi bestreitet Doping mit Asthma-Mittel abgerufen am 18. Mai 2008
  4. rad-net.de Petacchi vom Milram-Team vorläufig suspendiert abgerufen am 18. Mai 2008
  5. rad-net.de: Petacchi vom Dopingverdacht freigesprochen abgerufen am 18. Mai 2008
  6. rad-net.de: Einspruch gegen Petacchis Doping-Freispruch abgerufen am 18. Mai 2008
  7. rad-net.de: Petacchi von Milram-Team fristlos entlassen abgerufen am 18. Mai 2008
  8. rad-net.de: Milram nach Petacchi: Neu-Orientierung abgerufen am 18. Mai 2008
  9. rad-net.de: Doping: CAS sperrt Petacchi bis August abgerufen am 18. Mai 2008
  10. sueddeutsche.de: Doping im Radsport: Giftige Post für Petacchi