Tom Boonen

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Tom Boonen bei der Katar-Rundfahrt 2012
Tom Boonen während der Tour de France 2005

Tom Boonen (* 15. Oktober 1980 in Mol) ist ein belgischer Radrennfahrer. Er gilt mit zahlreichen Etappensiegen bei Rundfahrten und Erfolgen bei Eintagesrennen als einer der besten Sprinter und Klassikerfahrer der 2000er Jahre. 2009 sorgte Boonen durch eine "Kokain-Affäre" für Aufsehen.

Laufbahn[Bearbeiten]

Pflasterstein für Tom Boonen als Sieger von Paris-Roubaix

2001–2003[Bearbeiten]

Boonen wurde im Jahr 2001 Profi beim Team US Postal Service. Seinen Durchbruch erlebte der Belgier, der gleichermaßen als Klassikerjäger und Sprint-Spezialist überzeugt, bei Paris-Roubaix 2002, wo der erst 21-Jährige den hervorragenden dritten Platz errang. Seitdem galt Boonen in seiner Heimat als designierter Nachfolger von Johan Museeuw, dem vielleicht erfolgreichsten Klassikerjäger der 1990er Jahre. Zur Saison 2003 wechselte er zum Team Quick Step-Davitamon, wo er u.a. eine Etappe der Belgien-Rundfahrt für sich entschied.

2004[Bearbeiten]

Im Jahr 2004 konnte sich Boonen endgültig in der absoluten Weltspitze des Radsports etablieren: Im Frühjahr gewann er eine Reihe wichtiger flämischer Eintagesrennen meist im Massensprint, darunter das ProTour-Rennen Gent-Wevelgem sowie die Halbklassiker E3-Preis Harelbeke und Scheldepreis. Bei der Deutschland Tour und der Tour de France 2004 konnte er jeweils zwei Etappen im Massensprint für sich entscheiden. Mit insgesamt 20 Tageserfolgen war Boonen nach Siegen der zweiterfolgreichste Radrennfahrer der Saison 2004 (hinter Alessandro Petacchi mit 21 Siegen).

2005[Bearbeiten]

Am 2. April 2005 gewann Boonen schließlich mit der Flandern-Rundfahrt zum ersten Mal ein Monument des Radsports, nachdem er sich wenige Kilometer vor dem Ziel aus der sechsköpfigen Spitzengruppe gelöst hatte. Ein Woche später konnte sich Boonen dann auch den Sieg bei der nordfranzösischen "Königin der Klassiker" Paris-Roubaix sichern. Dadurch erreichte er mit nur 24 Jahren als jüngster Fahrer seit 1923 das prestigeträchtige Kopfsteinpflaster-Double, das zuletzt Peter Van Petegem 2003, Roger De Vlaeminck 1977 und Rik Van Looy 1962 gewonnen hatten.

Bei der Tour de France 2005 konnte er die zweite und dritte Etappe im Massensprint für sich entscheiden. Als Krönung der Saison 2005 wurde er schließlich in Madrid Straßenweltmeister.

2006[Bearbeiten]

2006 konnte Boonen seinen Erfolg bei der Flandern-Rundfahrt wiederholen. Bei der Tour de France 2006 eroberte er auf der dritten Etappe das gelbe Trikot des Führenden in der Gesamtwertung und trug es vier Tage, bevor er während der 15. Etappe nach L'Alpe d'Huez entkräftet auf Grund von Magenbeschwerden aufgab.

2007[Bearbeiten]

2007 konnte Tom Boonen zum Saisonauftakt vier Etappen der Katar-Rundfahrt und die Punktewertung gewinnen. Außerdem gewann er erstmals die beiden Halbklassiker Kuurne - Brüssel - Kuurne sowie Dwars door Vlaanderen, zudem verteidigte er seinen Titel beim E3-Preis Harelbeke, den er zum vierten Mal in Folge für sich entscheiden konnte. Bei der Tour de France im Juli trug er sich mit zwei Etappenerfolgen in die Siegerliste ein und konnte zum ersten Mal in seiner Karriere das Grüne Trikot gewinnen.

2008[Bearbeiten]

2008 konnte er seinen ersten Saisonsieg beim Rennen Paris-Roubaix feiern. Im Juni wurde bekannt, dass Boonen vor der Belgien-Rundfahrt positiv auf Kokain getestet wurde. Da der positive Test mehr als drei Tage vor Beginn der Rundfahrt genommen wurde, handelte es sich nicht um Doping. Allerdings drohten Boonen strafrechtliche Konsequenzen.[1]. Daraufhin luden die Ausrichter der Tour de Suisse 2008 und der Tour de France 2008 Boonen aus[2]. Obgleich Boonen sich für ein Fehlverhalten entschuldigte, bestritt er einen bewussten Konsum von Kokain; bei einem Besuch in einer Bar sei ihm die Droge heimlich in seinen Drink gemischt worden.[3]

2009[Bearbeiten]

Boonen gewann zum dritten Mal die Katar-Rundfahrt, zum zweiten Mal Kuurne–Brüssel–Kuurne und zum dritten Mal Paris-Roubaix. Nur wenige Tage nach dem Gewinn des Klassikers Paris-Roubaix wurde Boonen abermals positiv auf Kokain getestet und am 9. Mai 2009 von seinem Team Quick Step suspendiert. [4] Am 18. Juni wurde bekannt, dass nach Meinung unabhängiger Experten der Belgier Tom Boonen die Droge nicht geschnupft habe. Eine Haaranalyse in der Universität Löwen ergab, dass die Menge zu gering war und sich Boonen das Kokain folglich nicht durch die Nase zugeführt habe. Nach Ansicht der Fachleute sei es lediglich zum "indirekten Kontakt" mit der Droge gekommen.

2010[Bearbeiten]

Das Jahr 2010 begann für Tom Boonen sehr gut, er konnte zwei Etappensiege bei der Katar-Rundfahrt einfahren. Ebenfalls gewann er eine Etappe bei der Tour of Oman. Sein Highlight im Jahr 2010 war ein Etappensieg bei Tirreno–Adriatico. Zur Tour de France 2010 konnte er aufgrund von Knieproblemen nicht antreten.

2011[Bearbeiten]

2011 konnte er erneut eine Etappe bei der Katar-Rundfahrt gewinnen, zudem konnte er auch zum zweiten Mal das Gent–Wevelgem-Rennen gewinnen. Bei der Tour de France 2011 musste er nach einem Sturz auf der 5. Etappe während der 7. Etappe aufgeben.

2012[Bearbeiten]

Boonen startete stärker in die Saison als die Jahre zuvor und galt deswegen als Topfavorit für die Frühjahrsklassiker. Dieser Favoritenrolle konnte er eindrucksvoll gerecht werden und eine ganze Reihe Rekorde auf- und einstellen. Als erster Fahrer überhaupt konnte er E3-Preis Harelbeke, Gent-Wevelgem, Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix in einer Saison gewinnen, letzteres nach einer 52 km langen Solofahrt.[5] Als erstem Fahrer gelang es ihm, das Double Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix zu wiederholen. Bei allen vier Rennen schloss er nach Anzahl Siegen jeweils zum Rekordhalter auf bzw. beim E3-Preis Harelbeke ist er nun alleiniger Rekordgewinner.

2013[Bearbeiten]

Nach einer verpatzten Saisonvorbereitung entschloss sich Boonen, Mailand–Sanremo nach der wetterbedingten Rennunterbrechung nicht zu Ende zu fahren. Bei Gent–Wevelgem kam er kurz vor dem Kemmelberg zu Fall und zog sich eine leichte Knieverletzung zu. Bei der Flandern-Rundfahrt stürzte Boonen erneut und verletzte sich, so dass er bei Paris-Roubaix nicht starten konnte.[6]

Erfolge[Bearbeiten]

Tom Boonen beim Criterium Herentals, 2006
Tom Bonnen gewinnt Paris-Roubaix 2012
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Teams[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tom Boonen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. rad-net.de: Topsprinter Tom Boonen positiv auf Kokain getestet abgerufen am 10. Juni 2008
  2. rad-net.de: Kokainaffäre: Boonen von Tour de France ausgeschlossen abgerufen am 11. Juni 2008
  3. rad-net.de: Boonen: Kokain wurde in Drink gemischt abgerufen am 16. Juni 2008
  4. Quick Step suspendiert Tom Boonen
  5. UCI WorldTour: Boonen confirms his superiority www.uci.ch abgerufen am 8. April 2012
  6. Flandern-Runde: Boonen muss abbrechen., Internetangebot der VRT, abgerufen am 5. Mai 2013