Gemmelaincourt

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Gemmelaincourt
Gemmelaincourt (Frankreich)
Gemmelaincourt
Region Grand Est
Département Vosges
Arrondissement Neufchâteau
Kanton Vittel
Gemeindeverband Terre d’Eau
Koordinaten 48° 17′ N, 5° 58′ OKoordinaten: 48° 17′ N, 5° 58′ O
Höhe 328–430 m
Fläche 7,42 km2
Einwohner 155 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km2
Postleitzahl 88170
INSEE-Code

Mairie und Schulgebäude

Gemmelaincourt ist eine französische Gemeinde mit 155 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Vosges in Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Neufchâteau und zum 2017 gegründeten Gemeindeverband Terre d’Eau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Gemmelaincourt liegt am Südrand der Landschaft Xaintois, etwa zwölf Kilometer nördlich von Vittel. Das Gelände um ist durch Hügel und die Flussaue der Vraine, einem linken Nebenfluss des Vair, geprägt. Im Westen und Osten hat die Gemeinde Anteile an größeren Waldgebieten (Le Haut du Voie, Bois du Gingre, Bois Dessous Haye). Im Bois du Gingre an der Grenze zur Gemeinde Parey-sous-Montfort liegt mit (430 m) auch die höchste Erhebung in der Gemeinde, während das Dorf Gemmelaincourt auf (335 m) Meereshöhe liegt.

Nachbargemeinden von Gemmelaincourt sind Saint-Menge im Norden, Ménil-en-Xaintois und Offroicourt im Nordosten, Viviers-lès-Offroicourt im Osten, Domjulien im Südosten sowie Parey-sous-Montfort und Belmont-sur-Vair im Südwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortsnamens waren Gemnaincourt, Gemenaincourt bzw. Gemelaincourt. Erst 1857 erhielt die Gemeinde ihren heutigen Namen. Während des Ancien régime gehörte das Dorf zur Vogtei Mirecourt.

Vor dem Bau der Kirche St. Maurus im Jahr 1730 gehörte Gemmelaincourt kirchlich als Anhang zur Pfarrei von Saint-Menge. Die spätere eigene Pfarrei gehörte zur Diözese Toul und zum Dekanat Porsas. Auch das Kapitel Remiremont bekam einen Anteil am Zehnten.[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2008 2013
Einwohner 235 223 191 180 155 138 158 160

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte Gemmelaincourt noch über 400 Einwohner.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche St. Maurus
  • zwei Lavoirs
  • ehemaliges Schloss
  • Landhotel Le Jardin des Lys
Kirche St. Maurus

Das Schloss Gemmelaincourt – ein dreistöckiger einfacher Bau auf rechteckigem Grundriss mit der Hauptfassade in Richtung Westen – war zum Zeitpunkt des Beginns der Französischen Revolution Eigentum des Leopold Marquis de Hennezel Francogney, der aus einer Familie von Glasmachern aus den Wäldern rund um Darney stammte 1793 wurde der Schlossherr verhaftet und in Mirecourt eingesperrt. Kurz vor dem Schafott gelang ihm die Flucht in die Schweiz. Er beteiligte sich an Kämpfen zur Restauration und wurde später sogar Bürgermeister von Gemmelaincourt.[3] Im 19. Jahrhundert bis zur Mitte der 1980er Jahre diente das Schloss als Pfarrhaus. Die Gemeinde übernahm das Gebäude, konnte aber die Beseitigung der Schäden nicht finanzieren. Ein neuer Besitzer war weniger an der Erhaltung des Schlosses interessiert, sondern verkaufte die Kamine, die Bodenbeläge und Holzbalken separat. Der nächste Besitzer, der Maler und Graveur Franck Hommage aus Nancy, begann mit der Renovierung des Hauses, das aber bei einem Brand am 25. Januar 2015 teilweise zerstört wurde. Gegenwärtig wird geprüft, ob die Reste des Schlosses als Monument historique geführt werden können.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben lokalem Kleingewerbe und -handel spielt die Landwirtschaft in Gemmelaincourt und Umgebung nach wie vor eine wichtige Rolle. Einige Einwohner sind Pendler in die Gewerbegebiete von Gironcourt-sur-Vraine, Vittel und Mirecourt. Die teilweise zweistreifig ausgebaute Schnellstraße (D 166) von Épinal über Mirecourt nach Neufchâteau verläuft fünf Kilometer nördlich von Gemmelaincourt. Straßenverbindungen bestehen auch in die Nachbargemeinden Saint-Menge, Domjulien und Parey-sous-Montfort.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemmelaincourt auf vosges-archives.com. (pdf;) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 3. März 2016; abgerufen am 15. August 2016 (französisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vosges-archives.com
  2. Statistik auf cassini.ehess.fr
  3. Geschichte der Familie Hennezel, Zweig Gemmelaincourt (französisch)
  4. Online-Artikel der Tageszeitung L’Est républicain (französisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gemmelaincourt – Sammlung von Bildern