Vicherey

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Vicherey
Wappen von Vicherey
Vicherey (Frankreich)
Vicherey
Region Grand Est
Département Vosges
Arrondissement Neufchâteau
Kanton Mirecourt
Gemeindeverband Pays de Colombey et Sud Toulois
Koordinaten 48° 23′ N, 5° 56′ OKoordinaten: 48° 23′ N, 5° 56′ O
Höhe 356–463 m
Fläche 5,88 km2
Einwohner 187 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 32 Einw./km2
Postleitzahl 88170
INSEE-Code

Kirche Saint-Remy

Vicherey ist eine französische Gemeinde im Département Vosges in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen) Sie gehört zum Arrondissement Neufchâteau und zum départementübergreifenden Gemeindeverband Pays de Colombey et Sud Toulois. Die Bewohner nennen sich Viscariens.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 187 Einwohner (1. Januar 2016) zählende Gemeinde Vicherey im Westen der Landschaft Xaintois liegt im Norden des Départements Vosges an der Grenze zum Département Meurthe-et-Moselle, 30 Kilometer südlich von Toul und 55 Kilometer nordwestlich von Épinal.

Durch Vicherey fließt der Jord, ein schmaler Zufluss des Aroffe im Einzugsgebiet der Maas.

Nachbargemeinden von Vicherey sind Tramont-Saint-André und Tramont-Émy im Norden, Tramont-Lassus im Nordosten, Beuvezin im Osten, Maconcourt im Süden, Rainville im Südwesten, Pleuvezain im Westen sowie Soncourt im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in gallorömischer Zeit tauchten die Ortsnamen Viskerium bzw. Viskeriacum für das Dorf Vicherey auf. Die Buchstabenfolge sk lässt die Vermutung zu, dass hier schon eine Siedlung der keltischen Leuker bestand. Das ehemalige Schloss über dem Dorf gehörte vermutlich dem Merowingerkönig Dagobert II., der es im Jahr 651 dem Bischof von Toul Theofred schenkte, was zur Folge hatte, dass hier eine Propstei in Abhängigkeit vom Domkapitel in Toul entstand, die bis zur Französischen Revolution bestand. Das Domkapitel errichtete auf dem Schlossgelände eine Burg, auf der mehrere Herrschaften residierten – unter anderem Karl der Kühne im Jahr 1475. Die Burg wurde schließlich während des Dreißigjährigen Krieges von den Franzosen und den verbündeten Schweden zerstört. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Ruinen-Reste dem Erdboden gleichgemacht und das Verlies zugemauert. Die ehemalige Schlosskapelle wurde daraufhin zur heutigen Pfarrkirche Saint-Remy umgebaut. Dabei wurden die Grundmauern der Kirche verstärkt und der Turm erhöht.[1]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei silbernen Steine auf rotem Grund als Symbole des Domkapitels von Toul verweisen auf Vicherey als langjährigem Sitz einer Propstei des Bistums Toul.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013
Einwohner 185 204 205 228 213 176 181 156

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Saint-Remy (St. Remigius), Monument historique[3], entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts aus einer alten Schlosskapelle; Apsis, Chor und Teile des Glockenturms sind romanischen Ursprungs und stammen aus dem 12. Jahrhundert; bemerkenswert auch die externe Apsis und die doppelt gewölbte Archivolte sowie im Inneren der Kirche Reliefs von monsträsen menschlichen Figuren, einem Bestiarium und 16 Gemälde der Apokalypse
  • Überreste der alten mittelalterlichen Burg (Gräben, ein Stück Mauer, Teile eines Burgturms)
  • Mairie-Lavoir mit darunter liegenden Holzhallen aus dem späten 16. Jahrhundert (einzigartig im Nordosten Frankreichs), Monument historique[4]
  • mehrere Brunnen
  • Wegkreuz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der geringen Einwohnerzahl ist Vicherey ein lokales Zentrum für die noch kleineren Gemeinden der Umgebung. In der Gemeinde gibt es eine Grundschule, ein Ärztehaus, ein Rettungszentrum und eine kleine Feuerwehrstation, zwei Tierärzte, kleinere Handwerksbetriebe (Autoreparatur, Tischler, Baugewerbe) und einen kleinen Supermarkt. Schließen mussten dagegen zwei Cafés, eine Bäckerei, eine Metzgerei, ein Lebensmittelgeschäft und ein Fahrschulgeschäft.

Vicherey liegt an der Fernstraße von Colombey-les-Belles nach Mirecourt (D29). Die Autoroute A31 führt westlich an Vicherey vorbei (Anschluss im 17 Kilometer entfernten Châtenois).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vicherey auf vosges-archives.com/@1@2Vorlage:Toter Link/www.vosges-archives.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (französisch, pdf-Datei; 39 kB), abgerufen am 29. August 2016; seit November 2016 nicht mehr permanent abrufbar
  2. Wappenbeschreibung auf www.genealogie-lorraine.fr (französisch)
  3. Eintrag in der Base Mérimée des Kulturministeriums. Abgerufen am 2. Dezember 2016 (französisch).
  4. Eintrag in der Base Mérimée des Kulturministeriums. Abgerufen am 2. Dezember 2016 (französisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vicherey – Sammlung von Bildern