Ronnie O’Sullivan

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Ronnie O’Sullivan
Ronnie O’Sullivan
Geburtstag 5. Dezember 1975[1]
Geburtsort Wordsley
Nationalität EnglandEngland England
Spitzname(n) The Rocket[1],
Mr. 147,
The Chigwell Champion,
The Essex Exocet
Profi seit 1992[2]
Preisgeld 8,432,884 £[2]
Höchstes Break 147 (13×)[3]
Century Breaks 824[3]
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften 5
Ranglistenturniersiege 28
Minor-Turniersiege 3
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 1 (02/03, 04/0505/06, 08/0909/10)[4]
Aktueller WRL-Platz 10 (Stand: 11. Juli 2016)
O’Sullivan 2012 im Finale des German Masters

Ronnie O’Sullivan OBE (* 5. Dezember 1975 als Ronald Antonio O’Sullivan in Wordsley, West Midlands, Großbritannien) ist ein englischer Snookerspieler. Er gilt als einer der besten Spieler in der Geschichte des Sports. O’Sullivan hat fünfmal (2001, 2004, 2008, 2012, 2013) die Snookerweltmeisterschaft gewonnen und war über mehrere Spielzeiten hinweg die Nummer eins der Weltrangliste. Auf der Snooker Main Tour hat er mehr Maximum Breaks und mehr Century Breaks erzielt als jeder andere Teilnehmer.

Seinen Spitznamen The Rocket erhielt er aufgrund seines schnellen Spiels.[5] Neben anderen Geschwindigkeitsrekorden gelang ihm 1997 das schnellste Maximum Break aller Zeiten. O’Sullivan war außerdem einer der ersten Spieler, der den Spielball sowohl mit Rechts als auch mit Links anspielte, um den Einsatz eines Hilfsqueues zu vermeiden. Neben seinen großen sportlichen Erfolgen sorgte O’Sullivan immer wieder für Skandale, wobei sein problematisches Verhalten in vielen Fällen mit einer depressiven Erkrankung zusammenhängen soll.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufstieg in die Weltspitze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O’Sullivan war bereits im Junioren- und Amateurbereich erfolgreich und erzielte sein erstes Maximum Break im Alter von 15 Jahren bei den English Amateur Championship. 1992 wurde er professioneller Snookerspieler. Er gewann seine ersten 38 Partien (ein bis heute gültiger Rekord)[6] und qualifizierte sich bereits 1993 als drittjüngster Spieler aller Zeiten für die Weltmeisterschaft. Dort unterlag er in Runde eins zwar Alan McManus, doch bereits einige Monate später, eine Woche vor seinem 18. Geburtstag, gewann er mit der UK Championship das zweitwichtigste Turnier des Snooker-Kalenders. Bis heute hält er damit den Rekord als jüngster Sieger eines Ranglistenturniers.[6] In derselben Saison gewann er noch die British Open und zog außerdem ins Finale der European Open ein, womit er am Saisonende bereits zu den Top 16 der Weltrangliste zählte und als zukünftiger Weltmeister gehandelt wurde.

Aufkommende Suchtprobleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den beiden folgenden Spielzeiten (1994/95 und 1995/96) gewann er kein Ranglistenturnier – 1995 allerdings das prestigeträchtige Masters – und fiel in der Weltrangliste vom 3. auf den 8. Platz zurück. Zwischen den Turnieren konsumierte er zunehmend Alkohol und Cannabis und hatte Phasen, in denen er exzessiv aß. Phasenweise wog er bis zu 25 Kilogramm mehr, die er sich mit ebenso exzessiven Fitnessübungen wieder abtrainierte.[7]

1996 folgten zwei weitere Turniersiege, beim Asian Classic und den German Open. Allerdings machte er auch negative Schlagzeilen, als er bei der Weltmeisterschaft gegenüber Pressevertreter Mike Ganley handgreiflich wurde und eine Strafe von 20.000 £ erhielt (zuzüglich einer 10.000-£-Spende an eine wohltätige Organisation).[8] Zu einer weiteren Kontroverse kam es, als O’Sullivan während der WM erstmals in der Öffentlichkeit einen ganzen Frame mit Links spielte und sein Gegner, der Kanadier Alain Robidoux, dies als Beleidigung auffasste und ihm nach dem Match den üblichen Handschlag verweigerte.[9]

1997 stellte er bei der Weltmeisterschaft im Crucible Theatre einen weiteren, bis heute gültigen Rekord auf. Ihm gelang in 5:20 Minuten das schnellste Maximum Break, das je bei einem offiziellen Turnier gespielt wurde.[6] Dennoch schied er im Achtelfinale aus. Wenige Monate später gewann er durch einen 10:6-Finalerfolg über Stephen Hendry zum zweiten Mal die UK Championship. 1998 gewann er auch das Finale beim Irish Masters mit 9:3 gegen Ken Doherty, er wurde jedoch nach einer positiven Dopingprobe (Cannabis) disqualifiziert. Zwischen 1999 und 2000 gelangen O’Sullivan drei weitere Maximum Breaks.

Nachdem er schon mit verschiedenen Sportpsychologen an seinen Suchtproblemen gearbeitet hatte, begab er sich im Jahr 2000 zu einer einmonatigen Drogenentwöhnung in das Londoner Priory Hospital.

Erster Weltmeistertitel (2001)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Klinikaufenthalt nahm er zwar keine Rauschmittel mehr, hatte jedoch weiterhin mit Depressionen, Panikattacken und Angstzuständen zu kämpfen. Trotzdem spielte er in der Saison 2000/01 die bis dahin erfolgreichste seiner Karriere. Er gewann eine Reihe von Turnieren, darunter den Grand Prix, die China Open, das Scottish Masters und das Irish Masters. Zum Ende der Saison gelang ihm sogar erstmals der Einzug ins Finale der Snookerweltmeisterschaft. In einer umkämpften Partie besiegte er John Higgins mit 18:14.

Nach der Saison 2001/02 stand O’Sullivan zum ersten Mal auf Platz 1 der Weltrangliste. Zwar verpasste er die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft (er unterlag Stephen Hendry im Halbfinale), gewann jedoch mit der UK Championship ein großes Ranglistenturnier. Nachdem er bei der Snookerweltmeisterschaft 2003 nach einem Maximum Break in der ersten Runde gegen Marco Fu ausgeschieden war, fiel er in der Weltrangliste auf Platz drei zurück. Zuvor konnte er seiner Titelsammlung mit dem Irish Masters und dem Malta Cup zwei weitere Ranglistenturniersiege hinzufügen.

Zweiter Weltmeistertitel (2004)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O’Sullivan gelang nach Ende der Saison 2003/04 die Rückkehr auf Platz 1 der Weltrangliste. Erstmals gewann er die Welsh Open, bei den British Open unterlag er Stephen Hendry erst im Finale. Beim Masters sah er bereits wie der sichere Sieger aus, doch Paul Hunter gelang trotz Rückständen von 1:6 und 7:9 eine Aufholjagd zum 10:9-Finalsieg. Zum Ende der Saison gewann The Rocket dann in überzeugender Manier die Weltmeisterschaft 2004. Im Viertelfinale bezwang er Anthony Hamilton mit 13:3, im Halbfinale Hendry mit 17:4 und im Finale Graeme Dott mit 18:8.

2005 verpasste er bei der WM die Titelverteidigung, als er Peter Ebdon im Viertelfinale unterlag. Mit Siegen beim Grand Prix (2004), den Welsh Open (2005) und dem Irish Masters (2005) verteidigte er allerdings seine Führung in der Weltrangliste. Hinzu kamen sein zweiter Erfolg beim Masters und sein dritter in der Premier League Snooker.

Dritter Weltmeistertitel (2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Verwirrung sorgte er, als er bei der UK Championship 2006 die Viertelfinalpartie gegen Stephen Hendry beim Stand von 1:4 vorzeitig aufgab und die Arena verließ. Der Verband reagierte mit einer Geldstrafe und dem Abzug von Ranglistenpunkten. Seinen einzigen Turniersieg auf der Main Tour in der Saison 2006/07 erzielte er beim Masters 2007. Er gewann das Finale überlegen mit 10:3 gegen den Mitfavoriten Ding Junhui, dem im Turnierverlauf ein Maximum Break gelungen war. Damit konnte sich O’Sullivan für die Finalniederlage bei der Northern Ireland Trophy zu Beginn der Saison revanchieren. Im Jahr 2007 waren dies seine einzigen beiden Finalteilnahmen. Darüber hinaus gewann er mit dem Kilkenny Masters ein Einladungsturnier, wo ihm erneut ein 147er-Break gelang. Zwei weitere spielte er im Rahmen der Snooker Legends Challenge Series 2007 gegen Stephen Hendry; damit gelangen ihm innerhalb einer Woche drei inoffizielle Maximum Breaks. Am Ende der Saison stand O’Sullivan auf Platz 5 der Weltrangliste.

Die Saison 2007/08 verlief für den Engländer sportlich äußerst erfolgreich, er stand vier Mal im Finale eines Ranglistenturniers der Main Tour. Beim Grand Prix in Schottland und bei den Welsh Open wurde er jeweils Zweiter, bei den beiden wichtigsten Turnieren, der UK Championship und der abschließenden Weltmeisterschaft, gewann er 2008 den Titel. Beim letzten Turnier gelang ihm zudem sein neuntes Maximum Break auf der Tour; damit hatte er mehr als jeder andere Spieler vorzuweisen. Allerdings musste er sich die Prämie (147.000 Pfund) mit seinem Finalgegner Ali Carter teilen. Zum ersten Mal war bei einem Turnier zwei Spielern ein Break mit 147 Punkten gelungen. Nach der Saison übernahm O’Sullivan wieder die Führung in der Weltrangliste. Auf einer Pressekonferenz 2008 während der China Open unmittelbar vor der WM machte O’Sullivan dann gleich mehrere anzügliche Bemerkungen, wofür er abermals eine Strafe erhielt.[10]

Höhepunkte der Saison 2008/09 waren die Siege bei der Northern Ireland Trophy und beim Masters. Bei der Weltmeisterschaft 2009 gewann er in der ersten Runde gegen Stuart Bingham, schied dann jedoch im Achtelfinale mit 11:13 gegen Mark Allen aus. Dennoch führte O’Sullivan nach der Saison 2008/09 zum fünften Mal die Weltrangliste an. Zum Auftakt der Saison 2009/10 gewann er das Shanghai Masters mit einem 10:5-Finalsieg über Liang Wenbo. Beim Masters in London stand er zum sechsten Mal innerhalb von sieben Jahren im Endspiel, das er gegen Mark Selby jedoch nach einer Führung noch knapp mit 9:10 verlor. Bei der WM unterlag er Selby erneut, diesmal schon im Viertelfinale, mit 11:13.

Am 19. November 2010 wurde O’Sullivans Vater aus der Haft entlassen.[11]

Die Saison 2010/11 verlief weniger erfolgreich. Bei den World Open erreichte O’Sullivan wieder mal ein Finale, das er gegen Neil Robertson verlor. Bei der WM schied er erneut im Viertelfinale aus, diesmal gegen den späteren Weltmeister John Higgins. Am 18. April 2011 erreichte er mit einem 113er-Break als dritter Spieler die Marke von 100 Centuries bei Weltmeisterschaften.[12]

Vierter Weltmeistertitel (2012)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O’Sullivan mit dem Pokal des German Masters

In der Saison 2011/12 konnte er nicht nur den 10. Premier-League-Titel seiner Karriere gewinnen, er gewann danach auch noch das German Masters 2012. Bei der WM in Sheffield dominierte er dann von der ersten Runde an, gewann auch das Finale mit 18:11 deutlich gegen Allister Carter und sicherte sich damit seinen vierten WM-Titel.[13] Im Interview bei der anschließenden Siegerehrung dementierte er Rücktrittsgerüchte, die nach dem Rückzug von Stephen Hendry vermehrt aufgekommen waren. Er kündigte aber eine sechsmonatige Pause an.

Nach der Saison wurde er in die Snooker Hall of Fame aufgenommen und von den Snooker Writers als „Spieler des Jahres“ ausgezeichnet. Zusätzlich wurde er für sein Maximum Break in den „Club 147“ der Saison aufgenommen.

Auszeit (2012/13) und fünfter Weltmeistertitel (2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn der Saison 2012/13 war O’Sullivan der einzige Spieler, der seinen Vertrag mit World Snooker nicht unterschrieben hatte. Somit konnte er nicht an der Main Tour teilnehmen. Die in diesem Zusammenhang (z.B. auch vom Daily Star) erhobenen Vorwürfe, O’Sullivan würde es bloß ums Geld gehen, wies dieser als unwahr zurück. Vielmehr hätten ihm die Modalitäten Kopfschmerzen bereitet. So habe der Vertrag unter anderem vorgesehen, dass O’Sullivan jeweils vier Tage vor Turnierbeginn hätte erscheinen oder stundenlang Autogramme geben müssen.[14]

Am 7. August 2012 gab O’Sullivan bekannt, dass er den Vertrag nun unterschrieben habe und an der Saison teilnehmen werde. Sein erstes Turnier werde er Ende Oktober bei der International Championship in China spielen. Er erklärte: „Ich habe wie angekündigt eine Pause von sechs Monaten genommen und freue mich darauf, wieder zu spielen. Ich bin glücklich, wieder zurück zu sein und meine Fans bald zu treffen.“[15][16]

Nach den Shanghai Masters fiel O’Sullivan erstmals seit seinem Eintritt in der Saison 1994/95[17][18] aus den Top 16 heraus.[19] Das Abrutschen auf Platz 17 war eine Folge seiner Weigerung, den Spielervertrag zu unterzeichnen; denn er verpasste Turniere (Wuxi Classic, Australian Goldfields Open, Shanghai Masters und einige PTC-Turniere) und konnte daher auch nicht punkten. Sein erstes Spiel nach der Pause bestritt er beim dritten PTC-Event in Gloucester. Er unterlag Simon Bedford in Runde 1 mit 3:4.

Am 26. Oktober erklärte O’Sullivan auf seiner Homepage, dass er aus gesundheitlichen Gründen und auf Anraten seines Arztes nun doch nicht an der International Championship in Chengdu teilnehmen könne.[20] Am 6. November sagte er dem Veranstalter gegenüber die komplette Main Tour 2012/2013 aus privaten Gründen ab.[21] Auf einer weiteren Pressekonferenz am 26. Februar 2013 in London sagte er schließlich seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu, er werde dort seinen Titel verteidigen.[22]

Während der WM gab O’Sullivan am 1. Mai eine Erklärung für sein „Sabbatjahr“ und die Rückkehr zur WM kurz vor Meldeschluss ab. Er benötige Geld, um für die letzten „zwei oder drei“ Semester das Schulgeld für seine Kinder bezahlen zu können. Grundsätzlich würde ihm der Snookersport nichts mehr geben, er habe schon genug Herzblut und Seele in den Sport gesteckt. Er ließ verlauten, sich nach der WM erneut zurückzuziehen.[23] Bei der WM selbst stand er dann (als erster Titelverteidiger seit Ken Doherty 1998) wieder im Finale, nachdem er Judd Trump im Halbfinale mit 17:11 besiegt hatte. Im 23. Frame der Partie wurde O’Sullivan von Schiedsrichterin Michaela Tabb wegen einer obszönen Geste verwarnt.[24]

Im 7. Frame der 2. Session im Endspiel gegen Barry Hawkins gelang O’Sullivan mit 103 Punkten sein 128. Century; er brach damit den Crucible-Rekord von Stephen Hendry mit 127 Centuries. Einen Frame später erhöhte er mit 106 Punkten auf 129;[25] durch zwei weitere Centuries in der dritten Session (133 und 124 Punkte) liegt die Rekordmarke nun bei 131 Centuries. Als erster Spieler nach Stephen Hendry (1996) und als dritter insgesamt (auch Steve Davis schaffte dies) gelang ihm die erfolgreiche Titelverteidigung. O’Sullivan ist auch der erste Spieler, dem in einem Finale sechs Centuries gelangen. Er spielte mit 13 Centuries bei der WM so viele wie kein anderer Spieler. Im Interview bei der Siegerehrung hielt er die Frage nach seiner Zukunft im Snooker offen. Er werde auf jeden Fall einige kleinere Turniere spielen, wisse aber noch nicht, ob er bei der nächsten WM dabei sein werde.

Saison 2013/14[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er zu Beginn der Saison 2013/14 erneut einige Turniere ausgelassen hatte, gewann er im August mit dem Paul Hunter Classic 2013 seinen dritten Titel bei einem PTC-Turnier. Im November gewann er auch das neue Einladungsturnier Champion of Champions, das die Premier League Snooker in dieser Saison ersetzte. Im Finale setzte er sich gegen den letztjährigen Sieger der Premier League, Stuart Bingham, mit 10:8 durch.

Die UK-Championships 2013 beendete Ronnie O'Sullivan im Viertelfinale.

O’Sullivan bei seiner Signierstunde 2014 im Berliner Tempodrom

Im Finale des Masters besiegte O’Sullivan am 19. Januar 2014 Mark Selby mit 10:4. Bereits im Viertelfinale gelang ihm bei seinem 6:0-Sieg ein neuer Weltrekord von 556 unbeantworteten Punkten (die alte Bestmarke lag bei 495 Punkten). Am 1. März 2014 zog er bei den Welsh Open mit einem spektakulären 6:2-Sieg (er erzielte drei Centuries) über Barry Hawkins ins Finale ein. Dort besiegte er Ding Junhui mit 9:3. Im letzten Frame des Turniers spielte er sein zwölftes offizielles Maximum Break und übernahm damit die alleinige Führung in der Liste der Spieler mit den meisten Maximum Breaks.[26] Bei der Weltmeisterschaft erreichte der Titelverteidiger zum dritten Mal in Folge das Finale, verlor jedoch mit 14:18 gegen Mark Selby.

Saison 2014/15[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 2014 verteidigte er seinen Titel beim Champion of Champions, als er im Finale seinen Landsmann Judd Trump mit 10:7 besiegte. Bei der UK Championship gelang ihm Anfang Dezember in seiner Achtelfinalpartie gegen Matthew Selt das 13. Maximum Break seiner Karriere. Er gewann auch das Turnier mit einem knappen 10:9-Finalsieg über Judd Trump.

Beim Masters im Januar 2015 spielte er im 6. und 10. Frame in der ersten Runde gegen Ricky Walden, mit 100 und 121 Punkten sein 774. und 775. Century. Damit stellte er den Rekord von Stephen Hendry ein.[27][28] Im Viertelfinale gelang ihm dann im ersten Frame gegen Marco Fu mit 101 Punkten das 776. und im 4. Frame der Halbfinalpartie gegen Neil Robertson mit 101 Punkten sein 777. Century; damit wurde er alleiniger Rekordhalter in dieser Statistik. Im Halbfinale schied er mit 1:6 gegen Neil Robertson aus.[29] Im März erreichte er beim World Grand Prix 2015 zum dritten Mal ein Turnierfinale und zum dritten Mal war Judd Trump der Gegner. Diesmal verlor er mit 7:10.

Saison 2015/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuerst sagte er alle Turniere in Asien am Anfang der Saison ab, später völlig überraschend auch die UK Championship. Im Dezember 2015 kündigte er jedoch an, beim Masters und beim German Masters antreten zu wollen. In der Qualifikation zum German Masters scheiterte er jedoch in der zweiten Runde. Beim Masters in London wirkte er am Anfang unsicher und gewann sein Achtelfinale knapp mit 6:5 gegen Mark Williams. Danach wurde er jedoch besser und bezwang im Viertelfinale Mark Selby mit 6:3. Das anschließende Halbfinale gewann er wenig spektakulär mit 6:4 gegen Stuart Bingham. Im Finale bezwang er einen schlecht spielenden Barry Hawkins mit 10:1, wobei ihm das Kunststück gelang 10 Frames in Folge zu gewinnen. Sein nächstes Turnier waren die Welsh Open. Hier spielte er von Anfang an gut, wobei er im ersten Spiel für Kontroverse sorgte, als er ein mögliches Maximum Break absichtlich nicht spielte. Angeblich tat er dies, weil ihm das Preisgeld zu niedrig war. Er spielte sich mit viel Spektakel ins Finale, wo er sich am Anfang gegen Neil Robertson aber schwer tat. Nach der ersten Session lag er mit 3:5 hinten. In der zweiten Session explodierte er jedoch und gewann 6 Frames in Folge, womit er aus dem 3:5 ein 9:5 machte. Bei der Weltmeisterschaft scheiterte er in der zweiten Runde an Barry Hawkins mit 12:13.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater Ronnie Sr. wurde wegen des Verdachts auf Totschlag verhaftet und im September 1992 zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Die Haftstrafe endete nach 18 Jahren im November 2010.[30] Der Snookerprofi meint in seiner Autobiografie, es habe sich um Notwehr gehandelt. Das Urteil sei seiner Meinung nach so hoch ausgefallen, weil sein Vater die Aussage verweigert habe; außerdem bezweifle er den vom Gericht konstatierten rassistischen Hintergrund der Tat. 1994 wurde Ronnie O’Sullivans Mutter wegen Steuerhinterziehung festgenommen und später zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt (sie kam nach sieben Monaten wieder frei).[7]

Ronnie O’Sullivan trennte sich im Juni 2008 nach acht Jahren von seiner Lebensgefährtin Jo Langley, mit der er eine Tochter und einen Sohn (Ronnie jr.) hat. Aus einer früheren Beziehung stammt eine weitere Tochter. O’Sullivan hat eine sieben Jahre jüngere Schwester. Derzeit ist er mit der Schauspielerin Laila Rouass liiert.[31]

O’Sullivan ist eng mit dem britischen Musiker Ron Wood und dem britischen Künstler Damien Hirst befreundet, die regelmäßig bei Spielen im Publikum sitzen.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O’Sullivan trat früher auch im Poolbillard an. Er vertrat Europa 1996 und 1997 beim 9-Ball-Turnier Mosconi Cup.

Daneben ist er ein passionierter Läufer,[32] der für den Londoner Leichtathletikverein Woodford Green with Essex Ladies startet. 2008 stellte er über die 10-Kilometer-Distanz die persönliche Bestzeit von 34:54 Min. auf, er gehörte damit zu den 1.500 schnellsten Läufern Großbritanniens auf dieser Strecke.[33]

Als wesentlichen Grund für sein intensives Laufen (mehr als 80 Kilometer pro Woche) nennt O'Sullivan die positiven Auswirkungen auf seine Depressionen. Es helfe dabei, diese unter Kontrolle zu halten, und sei die „beste Therapie“, die er „jemals hatte“.[34]

Ende 2015 wurde O’Sullivan von Queen Elizabeth II zum Officer of the British Empire (OBE) ernannt. Vor ihm waren nur Steve Davis und Terry Griffiths als Snookerspieler mit der zweiten Stufe des britischen Nationalordens ausgezeichnet worden.[35]

Siegstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ranglistenturniersiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Minor-Ranglistenturniersiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einladungsturniersiege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Team-Wettbewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amateur-Turniere (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saisonübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(die Tabelle wird nach dem Ende eines Turniers aktualisiert)

  93/94 94/95 95/96 96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12 12/13 13/14 14/15 15/16
Ranglistenposition[n 1] 57 9 3 8 7 3 4 4 2 1 3 1 1 3 5 1 1 3 11 9 19 4 5
Ranglistenturniere                                              
Shanghai Masters - - - - - - - - - - - - - - N F S 1R 2R N N 1R N
Northern Ireland Trophy - - - - - - - - - - - - 1R F VF S - - - - - - -
Grand Prix / World Open N VF 1R 2R 3R 3R VF F VF VF 2R S F VF F VF 2R F N N N - -
UK Championship S VF VF 1R S 1R VF HF S VF HF 2R 1R VF S 2R HF 1R 2R - VF S N
European Open / Malta Cup F HF 1R 1R - - - - VF S VF 2R N 1R - - - - - - - - -
German Masters - - 1R S HF - - - - - - - - - - - - N S N N VF
Welsh Open N VF 2R 2R 4R HF 3R 2R 2R VF S S 1R VF F 2R HF 1R HF N S 3R S
China Open - - 2R S - 1R S S - - - N 1R HF 1R VF 1R 1R VF N N N
World Championship 1R VF HF 2R HF HF 1R S HF 1R S VF HF VF S 2R VF VF S S F VF 2R
Einladungsturniere                                              
Masters 1R S F F VF VF VF 2R VF VF F S F S 1R S F 1R VF N S HF S
Malta Cup - - - - - - - - - - - - - - - N - - - - - - -
Champion of Champions - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - S S N
World Grand Prix - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - F
  1. ab der Saison 2010/11 wird die Ranglistenposition zu Beginn der Saison angezeigt

Legende:

  • - = nicht ausgetragen
  • xR = Niederlage in der x. Runde
  • VF = Viertelfinalist
  • HF = Halbfinalist
  • F = Finalist
  • S = Sieger
  • N = nicht angetreten

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ronnie O’Sullivan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ronnie O’Sullivan. In: worldsnooker.com. World Professional Billiards & Snooker Association, 11. Januar 2015, abgerufen am 9. August 2015 (englisch).
  2. a b Profil von Ronnie O’Sullivan bei CueTracker (Stand: 5. Januar 2016)
  3. a b 100+ Centuries - Snooker Info (Stand 28. April 2016)
  4. Ranking Records: Number One. Number One Players (updated 04/05/2015):. In: Pro Snooker Blog. Abgerufen am 9. August 2015 (englisch).
  5. http://www.dailyrecord.co.uk/sport/other-sports/snooker/rocket-ronnie-osullivan-refused-sink-1070538
  6. a b c Various Snooker Records Chris Turners Snooker Archive
  7. a b Ronnie O’Sullivan, Simon Hattenstone: Ronnie. Die Autobiographie von Ronnie O’Sullivan. Dragonstars Eventmanagement 2008, ISBN 978-3-00-025561-8 (deutsch, Taschenbuch)
  8. Top five controversial incidents (Memento vom 1. Dezember 2010 auf WebCite)
  9. Bad Boys: Ronnie O’Sullivan bbc.co.uk
  10. http://www.guardian.co.uk/sport/2008/mar/27/snooker.davidhendon
  11. Ronnie O’Sullivan Sr. freed after 18 years in prison auf BBC – online (abgerufen am 19. November 2012)
  12. Calendar of events in the history of English Billiards and Snooker auf Snookergames.co.uk (abgerufen am 23. Mai 2012)
  13. Ronnie O’Sullivan ist zum vierten Mal Snooker-Weltmeister Nachricht vom 8. Mai 2012 auf Wiener Zeitung – online, abgerufen am 8. Mai 2012
  14. Ronnie O’Sullivan wehrt sich gegen Vorwürfe. Sportal.de. 1. Juli 2012. Archiviert vom Original am 25. August 2012. Abgerufen am 6. Juli 2012.
  15. Ronnie O’Sullivan kehrt zurück auf Eurosport.com (abgerufen am 25. August 2012)
  16. Ronnie O’Sullivan wieder dabei. snookernachrichten.blogspot.de. 7. August 2012. Archiviert vom Original am 25. August 2012. Abgerufen am 25. August 2012.
  17. Ranking History auf Snooker.org (abgerufen am 5. Oktober 2012)
  18. Ronnie O’Sullivan drops out of snooker top 16 for first time. 26. September 2012. Archiviert vom Original am 5. Oktober 2012. Abgerufen am 5. Oktober 2012.
  19. Rangliste nach Shanghai Masters 2012 (PDF; 114 kB) 24. September 2012. Archiviert vom Original am 26. September 2012. Abgerufen am 5. Oktober 2012.
  20. Ronnie withdraws from the International Championship (englisch) In: ronnieosullivan.tv. 26. Oktober 2012. Abgerufen am 26. Oktober 2012.
  21. World Snooker Statement – Ronnie O’Sullivan (englisch) In: worldsnooker.com. World Professional Billiards and Snooker Association. 6. November 2012. Abgerufen am 6. November 2012.
  22. Ronnie will defend his World Title come April 2013 (englisch) In: ronnieosullivan.tv. 26. Februar 2013. Abgerufen am 26. Februar 2013.
  23. Ronnie O’Sullivan reaches Crucible semis – and issues another quit threat in: TheGuardian.co.uk (abgerufen am 5. Mai 2013)
  24. Ronnie O’Sullivan is warned over 'obscene' gesture in: TheGuardian.co.uk (abgerufen am 5. Mai 2013)
  25. Knappe Führung für „The Rocket“ auf Eurosport.com (abgerufen am 6. Mai 2013)
  26. http://de.eurosport.yahoo.com/news/welsh-open-o-sullivan-maximum-titel-211219993--spt.html
  27. 775. Century Break seiner Karriere: O'Sullivan stellt Hendrys Rekord ein. Spox.com. 13. Januar 2015. Abgerufen am 15. Januar 2015.
  28. Adam Shergold: Ronnie O'Sullivan equals Stephen Hendry's record of 775 centuries as 'Rocket' defeats Ricky Walden at the Masters. Daily Mail Online. 13. Januar 2015. Abgerufen am 15. Januar 2015.
  29. http://livescores.worldsnookerdata.com/RoundList/Tournament/13788
  30. Ronnie O'Sullivan Sr freed after 18 years in prison (englisch) BBC. 19. November 2010. Abgerufen am 28. November 2014.
  31. Ronnie O’Sullivan gets engaged to Holby City actress Laila Rouass (englisch) The Sun. 3. Februar 2013. Abgerufen am 21. April 2013.
  32. Ronnie O'Sullivan: Running is a good addiction for me (englisch) BBC Sport. 18. April 2013. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  33. Athlete Profile: Ronnie O'Sullivan (englisch) Power of 10. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  34. Why does running help relieve depression? (englisch) BBC News. 12. Februar 2008. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  35. O’Sullivan Awarded OBE, World Snooker, 30. Dezember 2015