Klimaskeptizismus

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Klimaskeptizismus (eigentlich Klimawandelskeptizismus) bezeichnet eine ablehnende oder zweifelnde Haltung bezüglich der gegenwärtig zu beobachtenden menschengemachten globalen Erwärmung. Es existiert ein fließender Übergang zur expliziten Leugnung der globalen Erwärmung, wobei Klimaskeptiker für rationale Argumente offen sind, während sich Klimawandelleugner Argumenten verschließen.[1] Unterschieden werden kann zudem zwischen „naiver Leugnung“ von Laien, die auf Unkenntnis der wissenschaftlichen Literatur beruht, und „motivierter Leugnung“ durch Personen und Organisationen, die Zugang zu den relevanten Informationen besitzen.[2] Obwohl innerhalb der Wissenschaft seit spätestens Anfang der 1990er Jahre[3] ein starker Konsens hinsichtlich der menschengemachten globalen Erwärmung herrscht, lehnen Teile der Öffentlichkeit bis heute weiterhin deren Existenz ab, insbesondere in manchen angelsächsischen Staaten. Deutlich ausgeprägt ist die Ablehnung in Staaten, in denen mit großem finanziellen Einsatz durch Unternehmen, vor allem aus dem Bereich der fossilen Energien, eine einflussreiche Gegenbewegung geschaffen wurde, deren Ziel es ist, die Existenz des wissenschaftlichen Konsenses durch bewusstes Säen von Zweifeln zu untergraben.[4]

Klimaskeptizismus ist kein Skeptizismus im wissenschaftlichen Sinn, sondern vielmehr eine (zum Teil organisierte) Leugnung der menschengemachten globalen Erwärmung. Aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen geht hervor, dass der Klimaschutz häufig aus politischen und ideologischen Motiven bekämpft wird.[5] Bei der Leugnung des menschengemachten Klimawandels handelt es sich um eine Form von Pseudowissenschaft, die Ähnlichkeiten aufweist mit weiteren Formen des Denialismus wie beispielsweise dem Bestreiten der Evolutionstheorie oder der gesundheitsschädlichen Auswirkungen des Rauchens. Zum Teil bestehen zwischen diesen genannten Formen der Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse personelle, organisatorische und ökonomische Verbindungen. Ein zentrales Verbindungsmuster ist unter anderem die beständige Fabrizierung künstlicher Kontroversen wie z. B. der vermeintlichen Kontroverse um die globale Erwärmung[6], bei der es sich nicht entgegen der Annahme in der Öffentlichkeit nicht um eine wissenschaftliche Diskussion handelt, sondern vielmehr um die bewusste Verbreitung von Falschbehauptungen durch Klimaleugner.[7] Die Verleugnung der Klimaforschung gilt als die „mit Abstand am stärksten koordinierte und finanzierte Form der Wissenschaftsleugnung“ und stellt zugleich das Rückgrat der Anti-Umweltbewegung und ihrer Gegnerschaft gegen die Umweltforschung dar.[8]

Die hinter diesem Vorgehen stehende „organisierte Klimaleugnerszene“ setzt sich unter anderem aus konservativen Think Tanks, verschiedenen politischen Frontgruppierungen sowie einer Vielzahl von Laienbloggern zusammen, hinzu kommen selbsternannte Experten, einige Wissenschaftler, PR-Unternehmen, Astroturfing-Gruppierungen, konservative Medien und Politiker. Gemeinsam ist ihnen vor allem die Ablehnung von staatlicher Regulierung durch Klimaschutzmaßnahmen.[9] Sie spielte eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung von Skepsis bezüglich der menschengemachten globalen Erwärmung in der Öffentlichkeit und unter Politikern.[10] Seit etwa 1990 ging diese Klimaleugnerszene mit immer weiter ansteigenden Vehemenz sowohl gegen die Klimaforschung als auch gegen Klimawissenschaftler vor. Inzwischen greift sie auch direkt wissenschaftliche Kernprinzipien, Institutionen und Kenntnisse an, um wissenschaftliche Beweisführungen für die menschengemachte globale Erwärmung und ihre negativen Folgen zu untergraben.[11]

Besonders erfolgreich waren derartige Aktionen unter konservativen Bevölkerungsteilen in den USA.[4] Während 1989 die große Mehrheit der Amerikaner den wissenschaftlichen Forschungsstand zur globalen Erwärmung kannte und akzeptierte, glaubte 2010 – nach zwei Jahrzehnten der Desinformationskampagnen durch Klimaleugner – mehr als ein Drittel der Amerikaner fälschlicherweise, dass sich die meisten Wissenschaftler nicht sicher seien, ob es die globale Erwärmung gibt.[12] Diese Kampagnen entfalteten auch Auswirkungen auf die Klimapolitik: 2005 ergab eine Umfrage in den USA, dass eine deutliche Mehrheit der US-Bevölkerung auch teure Klimaschutzmaßnahmen unterstützen würde, wenn nur ein wissenschaftlicher Konsens über die Gefahren der globalen Erwärmung herrschen würde. Allerdings wusste nur die Hälfte der Bevölkerung, dass dieser wissenschaftliche Konsens zu diesem Zeitpunkt bereits seit langem bestand.[13]

Inhaltsverzeichnis

Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die einen menschlichen Einfluss auf den Klimawandel bestreiten, diesen nicht für relevant halten oder die Folgen als irrelevant erachten, bzw. (insbesondere bis in die 1990er Jahre) einen Klimawandel überhaupt bestreiten, werden als Klima(wandel)skeptiker, Klima(wandel)leugner und Klimawandelcontrarian bezeichnet. Die Begriffe werden in der Forschung häufig synonym verwendet, wobei intensiv debattiert wird, welcher der Begriffe Personen am treffendsten beschreibt, die den wissenschaftlichen Konsens bezüglich des menschengemachten Klimawandels ablehnen.[14] Viele Forscher finden es wichtig, klar zwischen echtem Skeptizismus und weltanschaulich bedingter Leugnung zu unterscheiden.[15] Demnach ist z. B. der Begriff Klimawandelskeptiker problematisch für Personen, die einen weithin anerkannten wissenschaftlichen Konsens bezweifeln, da echter Skeptizismus ein Kernbestandteil wissenschaftlichen Arbeitens ist. Hingegen sei er für das ungerechtfertigte pseudoskeptische Bezweifeln von Aussagen aus jedem beliebigen Grund unangebracht, da er zur Verwirrung der Öffentlichkeit beitrage.[16]

Zum gleichen Ergebnis kam eine 2017 publizierten Review-Studie, die 161 zwischen 1990 und 2015 publizierte peer-reviewte Fachartikel auswertete. Demnach existiere in der Wissenschaft zwar noch eine Debatte darüber, welcher Begriff für Menschen am angebrachtesten ist, die wissenschaftliche Erkenntnisse bestreiten. Zugleich betonen die Autoren jedoch, dass eine scharfe Grenze zwischen vernünftigem (wissenschaftlichem) Skeptizismus und klarer Leugnung gezogen werden müsse, weshalb das Wort Leugnung (denial) der angemessenste Begriff sei. Der Begriff „Skeptizismus“ sei hingegen ein eine „offensichtliche Fehlbenennung“ und sollte daher nicht für Leugner wissenschaftlicher Erkenntnisse benutzt werden.[17]

Klimaskeptiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort Skepsis stammt aus dem Griechischen und bedeutet „ich untersuche“. In seiner ursprünglichen Bedeutung suggeriert das Wort Skeptiker damit, dass die jeweilige Person noch nicht zu einem endgültigen Entschluss gekommen ist, sondern vielmehr weiterhin unentschieden ist.[18] Beispielsweise definiert das Oxford English Dictionary einen Skeptiker als „einen Sucher nach der Wahrheit; ein Fragesteller, der noch nicht bei definitiven Schlussfolgerungen angekommen ist“.[19] Ehrlichen Skeptikern kommt in der Wissenschaft eine unverzichtbare Rolle zu, da Wissenschaftler vorsichtig und zurückhaltend an neue Erkenntnisse herangehen müssen und erst dann eine Schlussfolgerung ziehen dürfen, wenn neue Behauptung vollständig erhärtet wurden. Wenn aber die Beweiselage gut genug ist, dann muss ein echter Skeptiker die Beweise akzeptieren.[20] Dies ist bei Klimaskeptikern jedoch nicht der Fall: Z. B. halten Soentgen und Bilandzic fest, dass die von ihnen untersuchen „Klimaskeptiker“ üblicherweise nicht unentschieden seien, sondern vielmehr Dogmatiker, die sich längst eine Meinung gebildet hätten und entschlossen seien, für diese zu kämpfen.[18]

Betont wird auch, dass der Begriff Skeptiker passend sei für Teile der Öffentlichkeit, die an der Schwere der Folgen der globalen Erwärmung zweifeln. Diejenigen aber, die aktive Kampagnen zur Leugnung des menschengemachten Klimawandels betreiben und für keine Argumente (mehr) zugänglich sind, seien mit Skeptiker falsch beschrieben. Dies träfe insbesondere auf den Kern der organisierten Leugnerindustrie zu, die aus den Vertretern konservativer Think Tanks, konträren Wissenschaftler, Bloggern und vielen ihrer Anhängern besteht.[21] In diesem Kontext wird teilweise auch von „Klimaskeptikern“ in Anführungszeichen gesprochen.[22] Während hingegen der Begriff des Klimawandelleugners in der wissenschaftlichen Literatur verbreitet ist, ziehen es Klimawandelleugner üblicherweise vor, sich selbst als für Argumente aufgeschlossene Skeptiker darzustellen, einige lehnen zudem den Begriff Leugner als abwertend ab.[23]

Klimaleugner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Washington und Cook definieren Leugnung als „Weigerung, etwas zu glauben, egal welche Beweise vorgebracht werden“. Leugner legten eine „vorsätzliche Ignoranz“ an den Tag und führten logische Fehlschlüsse an, um ihre unerschütterlichen persönlichen Überzeugungen zu untermauern. Leugnung sei keine Suche nach der Wahrheit, sondern vielmehr das Bestreiten einer Wahrheit, die man nicht akzeptieren wolle. Damit sei diese Weigerung, eine überwältigende Beweislage zu akzeptieren, kein Skeptizismus, sondern vielmehr das genaue Gegenteil: eine Form von Leugnung, die explizit so genannt werden sollte.[24] Ähnlich argumentiert Powell: Klimaleugner, die sich schlichtweg weigerten, die inzwischen angesammelten Belege für die globale Erwärmung zu akzeptieren, als Klimaskeptiker zu bezeichnen, hieße „einen ehrenvollen Begriff zu besudeln“ und ihnen zu erlauben sich „in den Mantel der Wissenschaft zu hüllen, auch wenn sie entscheidende Teile der Klimawissenschaft leugneten“. Es gäbe einen grundlegenden Unterschied zwischen „ehrlichem und ehrenvollem Skeptizismus“ und „irrationaler, eigennütziger Leugnung“.[20]

Catriona McKinnon definiert „Klimawandelleugnung“ bzw. die davon abgeleitete Kurzform „Klimaleugnung“ als „die vorsätzliche und täuschende Falschdarstellung der wissenschaftlichen Realitäten des Klimawandels“. Zu diesen wissenschaftlichen Realitäten zählt sie z. B. „den Fakt, dass der Klimawandel stattfindet, seine menschengemachten Ursachen und seine schädliche Folgen“. Keine Klimaleugnung seien dagegen „Minderheiten- oder Außenseiterpositionen zu Aspekten der Klimaforschung innerhalb der Bandbreite normaler und gesunder disziplinärer Meinungsverschiedenheiten“.[25]

Eine weitere Definition für die explizite Leugnung wissenschaftlicher Sachverhalte liefern Pascal Diethelm und Martin McKee. Für sie ist die gezielte Leugnung des wissenschaftlichen Konsenses in einem bestimmten Feld „ein Prozess, der manche oder alle der folgenden fünf Elemente auf miteinander abgestimmte Art und Weise nutzt“:[26]

  1. Das Vertreten von Verschwörungstheorien
  2. Das Nutzen falscher Experten, die eine quer zum Stand der Forschung liegende Meinung vertreten
  3. Selektivität bzw. Rosinenpicken bei der Datenauswahl
  4. Das Stellen unerfüllbarer Anforderungen an wissenschaftliche Forschung
  5. Der Rückgriff auf Falschdarstellungen und logische Fehlschlüsse

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte: Die Etablierung des wissenschaftlichen Konsenses bezüglich der globalen Erwärmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klimaforschung blickt auf mehr als 150 Jahre Geschichte zurück. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts hatte John Tyndall die Treibhausgaswirkung von Kohlenstoffdioxid erkannt. Anfang des 20. Jahrhunderts fand Svante Arrhenius heraus, dass Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energieträger eine Veränderung des Erdklimas bewirken könnte. Guy Stewart Callendar treib die Forschungen weiter und sammelte anschließend empirische Daten für den Beweis des daraus resultierenden Treibhauseffektes. 1965 wandte sich schließlich das wissenschaftliche Beratergremium von US-Präsident Lyndon B. Johnson an Roger Revelle, um die möglichen Wirkungen einer durch Kohlendioxid verursachten Erderwärmung zu erhalten.[27]

In den 1970er Jahren kamen die ersten nutzbaren Computermodelle in Gebrauch, die wie frühere Vorhersagen ebenfalls zu dem Ergebnis kamen, dass einen Erhöhung des Kohlendioxidanteils in der Erdatmosphäre zu einer Erderwärmung führen würde. 1979 bestätigte auch ein Bericht der National Academy of Sciences, die als sehr konservatives wissenschaftliches Gremium gilt, dass sich die Erde bei der Verdoppelung der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre um ein bis mehrere Grad Celsius erwärmen würde.[28] Als wahrscheinlichsten Wert gab der Bericht, der unter Federführung von Jule Charney erstellt wurde, diese sog. Klimasensitivität mit nahe 3 °C an, mit einer wahrscheinlichen Fehlerspanne von ±1,5 °C. Zugleich hielt er fest, dass es „keinen Grund zu der Annahme [gäbe], dass diese [klimatischen] Änderungen zu vernachlässigen sein werden“.[29]

Nach 1980 kam zudem eine dritte Beweiskette hinzu. Analysen von Eiskernbohrungen aus Grönland und der Antarktis ermöglichten nun einen Blick in die Klimageschichte, die bis ins vergangene Eiszeitalter zurückreichte. Die Messungen zeigten, dass niedrige CO2-Werte immer mit niedrigen Erdtemperaturen korrelierten, was nicht nur eine dramatische Bestätigung sowohl der physikalischen Theorie als auch der Computermodelle war, sondern auch völlig unabhängig von diesen gewonnen wurde.[28] In den 1980er Jahren nahmen sich schließlich weitere Wissenschaftler der Klimaforscher an, wobei sich innerhalb dieser damals noch kleinen Community von einigen Hundert beteiligten Klimawissenschaftler erstmals eine Art Konsens ausbildete. Auch wenn die Erwärmung mittlerweile messbar war, die Art der Erwärmung auf Treibhausgase hindeutete und sich fast alle Klimawissenschaftler einig waren, dass die menschengemachte Erderwärmung eine erste Gefahr sei, waren sich die meisten dieser Forscher jedoch im Klaren, dass die menschengemachte Erderwärmung zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig bewiesen war. Dies änderte sich dann Ende der 1980er Jahre. 1989 existierte in der Wissenschaft bereits ein grober Konsens über die menschengemachte Erderwärmung, dem nur weniger Forscher widersprachen[30]. Spätestens Anfang der 1990er Jahre hatte sich dieser Konsens vollständig ausgebildet[3][31] und wurde seit dem durch eine Reihe von Studien immer wieder bestätigt.[32][33][34][35]

In den 1990er Jahren wurden die obigen Beweisketten schließlich um den Beweis durch Fingerabdruckmethoden („fingerprints“) ergänzt. Fingerabdruckmethoden basieren auf dem Umstand, dass eine durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung sich anders verhält als eine durch natürliche Faktoren hervorgerufene Erwärmung. Wäre die gemessene Erwärmung auf eine stärkere Sonnenaktivität zurückzuführen, dann müssten sich nach den Gesetzen der Physik sowohl die Troposphäre als auch die Stratosphäre erwärmen. Bei einer Erwärmung durch Treibhausgase, die die Wärmeabstrahlung ins Weltall durch Reflexion in der unteren Erdatmosphäre (d. h. der Troposphäre) behindern, müsste sich vor allem diese Troposphäre erwärmen, während sich hingegen die Stratosphäre abkühlen müsste. Der Nachweis, dass sich tatsächlich nur die Troposphäre erwärmt, während sich die Stratosphäre abkühlt, wurde in den 1990er Jahren erbracht, wodurch nachgewiesen wurde, dass die beobachtete Erderwärmung nicht alleine auf die Sonne zurückgeführt werden kann.[36] Wäre eine erhöhte Sonnenaktivität für die Erwärmung verantwortlich, müsste sich die Erwärmung zudem vor allem im Sommer und tagsüber zeigen. Tatsächlich finden die stärksten Erwärmungseffekte jedoch im Winter und nachts statt, so wie es für eine treibhausgasbedingte Erwärmung zu erwarten ist.[37]

Mitte der 1990er Jahre gab es damit keinen vernünftigen Grund mehr für eine echte wissenschaftliche Debatte über die Aussage, dass der Mensch das Klima verändert hatte und die Erde zu diesem Zeitpunkt bereits durch menschliche Handlungen erwärmt worden war. Diese Schlussfolgerung wurde bereits damals von den Arbeiten tausender Wissenschaftlern weltweit abgesichert.[38] Mit der Keeling-Kurve, weiteren atmosphärischen CO2 Messungen war bewiesen, dass der CO2-Anteil in der Atmosphäre stieg, und Isotopenuntersuchung bestätigten, dass dies durch die Verbrennung fossiler Energieträger geschah; zudem lieferten Eisbohrkerne historische Daten über Hunderttausende von Jahren. Es war seit dem 19. Jahrhundert bekannt, dass der Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre aus physikalischen Gründen zu einer Erderwärmung führen musste. Konkrete Temperaturmessungen belegten einen Anstieg der Erdtemperatur um ca. 0,6 °C von Beginn der Industrialisierung bis Mitte der 1990er Jahre. Zudem waren Klimamodelle zu diesem Zeitpunkt ausgefeilt genug, um erfolgreiche Zukunftsprognosen zu liefern und dabei auch vorübergehenden Störungen korrekt mit einzuberechnen, wie z. B. die kurzfristige Abkühlung nach dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo 1991. Zudem zeigten Fingerabdruckmethoden als Kernelement der Beweisketten eindeutig, dass die bis zu diesem Zeitpunkt gemessene Erwärmung nicht ohne menschliches Zutun erklärbar war, womit nun auch der „rauchende Colt“ als Beweismittel vorhanden war.[39]

Trotz dieser verschiedenen Beweisketten für die menschengemachte globale Erwärmung blieb kleine Zahl von Wissenschaftlern wie beispielsweise Fred Singer bei ihrer Ablehnung. Dabei gingen sie jedoch nicht mehr wissenschaftlich vor, sondern vielmehr wie Anwälte. Anstelle immer wieder die eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen, in ihren Überlegungen die Argumente und Beweise für die menschengemachte Erwärmung mit einzubeziehen und anschließend in peer-reviewten Fachzeitschriften zu publizieren, gingen diese selbsternannten Skeptiker hochgradig selektiv vor und präsentierten nur noch Argumente, die gegen den menschengemachten Klimawandel sprachen, während sie alles ignorierten, was dafür sprach. Auch publizierten sie mit sehr wenigen Ausnahmen nicht mehr in wissenschaftlichen Zeitschriften, wo sie durch das Peer-Review-Verfahren einer Qualitätsprüfung ausgesetzt gewesen wären, sondern wiederholten in Pamphleten, (nicht-begutachteten) Büchern und konservativen Zeitungen immer wieder Argumente, die in der wissenschaftlichen Literatur zu diesem Zeitpunkt längst widerlegt worden waren. Damit wurden sie zu Leugnern, deren Interesse nur noch darin bestand, Zweifel am Stand der Wissenschaft zu säen.[40]

Kulturelle und historische Wurzeln der Klimawandelleugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die historischen und kulturellen Wurzeln der Klimawandelskepsis bzw. -leugnung reichen bis in die Zeit vor Bekanntwerden des menschengemachten Klimawandels zurück. Ab den 1960er Jahren wurde in den USA durch die Umweltbewegung zunehmend auf die negativen Folgen von unbegrenztem Wirtschaftswachstum aufmerksam gemacht. Die immer größere Sichtbarkeit von Umweltschäden führte zu Forderungen, Umweltschutzgesetze zu erlassen und Umweltzerstörungen zu begrenzen. In den 1960er und frühen 1970er Jahren wurde daraufhin einige Umweltschutzbestimmungen erlassen und auch die Umweltschutzbehörde EPA gegründet. Von der Industrie wurden diese Entwicklungen mit Sorgen betrachtet, sodass schnell eine Gegenbewegung entwickelt wurde, die später zu einem Bestandteil der konservativen Gegenbewegung wurde.[41]

Diese war eine Reaktion auf das Aufkommen von progressiven sozialen Bewegungen in den USA in den 1960er Jahren. Konservative Kreise, die die Schaffung eines von ihnen abgelehnten Sozialstaates fürchteten, reagierten mit der Finanzierung einer Gegenbewegung, die konservative bzw. neoliberale Ansichten verbreiten sollte. Hierfür wurde eine Reihe von Think Tanks wie die Heritage Foundation gegründet, die neoliberale Ideen in der Gesellschaft verankern sollte und rasch zu einer einflussreichen politischen Kraft wurden. Diese Think Tanks verbreiteten eine besonders radikale, oft als Marktfundamentalismus bezeichnete Version der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, die sich an den Ideen von Friedrich August von Hayek und Ludwig von Mises orientierte und die Erkenntnis ablehnte, dass ein starker Staat für die Regulierung des Marktes einer erfolgreichen Marktwirtschaft notwendig sei. Parallel lehnten sie staatliche Regulierungen generell ab und plädierten für unregulierte Märkte.[42]

Aufkommen der Klimawandelleugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere während der Regierungszeit von Ronald Reagan (1981–1989) wurde im Rahmen einer neoliberalen Umgestaltung der Gesellschaft staatliche Regulierungsmaßnahmen stark bekämpft, ganz besonders im Umweltbereich. Unter anderem besetzten überzeugte Anti-Umwelt-Politiker Schlüsselpositionen im Kabinett, darunter u. a. die EPA und das Innenministerium. Deren unverblümte Attacken auf Umweltschutz führten jedoch zu einer Gegenreaktion durch die Umweltbewegung und die Bevölkerung, die mehrheitlich pro Umweltschutz gestimmt war, durch die die Anit-Umwelt-Initiativen der Regierung Reagan abgeschwächt werden konnten.[43]

1989 stoppte eine Broschüre des George C. Marshall Institutes die Klimaschutzbemühungen der Regierung George H. W. Bush. Dieser Think Tank, der zunächst zur Verteidigung des Strategic Defense Initiative gegründet war und mit Zusammenbruch des Ostblockes zum Kampf gegen Umwelt- und Klimaschutz ansetzte, präsentierte im Weißen Haus einen Vortrag, bei dem die Autoren Robert Jastrow, William Nierenberg und Frederick Seitz behaupteten, dass die Sonne für die Erwärmung verantwortlich sei. Hierbei beriefen sie sich auf wissenschaftliche Literatur, gaben diese aber falsch wieder. Die Originalstudie, auf die sich die Autoren bezogen, gab verschiedene Ursachen für die Klimaentwicklung des 20. Jahrhunderts wieder. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Erderwärmung vor 1940 wahrscheinlich auf einen Anstieg der Sonnenaktivität zurückzuführen sei, für die Erwärmung nach 1975 aber nur der Kohlendioxidausstoß in Frage käme, da es nach der Jahrhundertwende keine verstärkte Sonnenaktivität gab. Diese Ergebnisse wurden in sechs verschiedenen Grafiken festgehalten. Jastrow, Nierenberg und Seitz präsentierte von den sechs Grafiken in der Originalstudie jedoch nur die obere Hälfte einer einzigen dieser sechs Grafiken, wodurch sie fälschlich suggerierten, dass nur die Sonnenaktivität für den Klimawandel verantwortlich sei. Dieser Bericht entfaltete im Weißen Haus eine große Wirkung und gilt als entscheidende Ursache für die Untätigkeit der Regierung Bush Senior in Sachen Klimaschutz.[44] Von wissenschaftlicher Seite wurden die Behauptungen des Marshall-Institutes zurückgewiesen; unter anderem hielt der IPCC fest, dass die Rolle der Sonnenaktivität klein sei verglichen mit der Wirkung der Treibhausgase. Vom Marshall-Institute sowie den Autoren des Berichtes wurde jedoch weiterhin die falsche Version verbreitet, obwohl von Seiten der Wissenschaft mit großen Bemühungen auf die Tatsachen hingewiesen wurden. Derweil begann auch das Cato Institute, ein weiterer konservativer Think Tank, die manipulierte Grafik aus dem Bericht des Marshall-Institutes zu verbreiten.[45]

Als Anfang der 1990er Jahre globale Umweltprobleme wie die globale Erwärmung oder der Verlust der Biodiversität zu einem wichtigen Thema der internationalen Politik wurden, wurde Umweltschutz zu einer deutlich größeren Bedrohung für die konservative Bewegung und die Industrie sowie ihre politischen Ziele, insbesondere unregulierte Märkte. Mit dem Zusammenbruch des Kommunismus ging ihnen zudem das langjährige ideologische Feindbild verloren, woraufhin die konservative Bewegung dazu überging, die „rote Bedrohung“ durch den Kommunismus durch eine „grüne Bedrohung“ infolge von Umweltschutzmaßnahmen zu ersetzen. Der Klimawandel wurde damit zur neuen Hauptbedrohung hochstilisiert, da seine Bekämpfung umfangreiche regulatorische Eingriffe in den Markt erforderte. Daraufhin bemühten sich konservative Bewegung und Industrieunternehmen ab Anfang der 1990er Jahre gemeinsam, eine Klimaschutzpolitik zu verhindern, wobei sie insbesondere die Existenz des Klimawandels sowie seine negativen Auswirkungen leugneten.[46]

Aus der Reagan-Zeit hatten konservative Gegenbewegung und Industrie gelernt, dass es nicht ratsam war, Umweltschutzmaßnahmen direkt anzugreifen, da die Bevölkerung diese im Allgemeinen unterstütze und für eine Aufgabe des Staates hielt. Deswegen gingen sie dazu über, das Fundament zu attackieren, auf dem die Forderungen von Umweltschützern und Wissenschaftlern zumeist beruhten: wissenschaftliche Erkenntnisse. Um diese wissenschaftliche Fundierung zu untergraben, setzten sie auf die Strategie des Zweifelsäens. Diese Strategie, bei der von der Industrie gezielt die (wissenschaftliche) Beweislage für die Gefährlichkeit ihrer Produkte sabotiert wird, war zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahrzehnten von Industrieunternehmen und Industriezweigen wie der Tabakindustrie erfolgreich eingesetzt worden war, um ihre Produkte vor Regulierungen und Klagen zu schützen.[46] Das Schüren von Unsicherheit wurde zu der Hauptstrategie im Kampf gegen Umweltschutzmaßnahmen und schließlich zum Schüren einer vermeintlichen wissenschaftlichen Kontroverse ausgebaut (Siehe Abschnitt Vorgehensweise).[47]

Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klassifizierung von Skeptikern und Leugnern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Häufig werden Klimaskeptiker und -leugner in die drei Grundkategorien „Trend-“, „Ursachen-“ und „Folgenskeptiker/leugner“ eingeteilt; eine Klassifizierung, die ursprünglich auf den deutschen Klimatologen Stefan Rahmstorf zurückgeht.[48][49][22][8]

  • Trendskeptiker/-leugner leugnen generell, dass eine Erderwärmung stattfindet
  • Ursachenskeptiker/-leugner räumen zwar ein, dass gegenwärtig eine globale Erwärmung existiert. Sie stellen aber den menschlichen Einfluss darauf in Frage, indem sie behaupten, dass der menschliche Einfluss übertrieben werde, verglichen mit natürlichen Faktoren vernachlässigbar oder überhaupt nicht vorhanden sei. Ebenfalls als Ursachenskeptiker werden Menschen bezeichnet, die behaupten, es sei nicht mit ausreichender Genauigkeit bekannt, was die Hauptursachen der globalen Erwärmung sind.
  • Folgenskeptiker/-leugner akzeptieren die menschliche Ursache der globalen Erwärmung, behaupten aber, dass diese positive Auswirkungen habe oder die Klimamodelle nicht robust genug seien. Zudem zählen Menschen zu den Folgenskeptikern, die die menschengemachte Erderwärmung für wahr halten, die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen usw. aber für nicht gegeben halten oder diese generell ablehnen.

Teilweise wird auch noch eine vierte Kategorie ergänzt, die sog. „Konsensleugner“. Diese bezweifeln die Tatsache, dass in der Klimaforschung ein wissenschaftlicher Konsens über die menschengemachte globale Erwärmung besteht.[8]

Speziell für klimaskeptische Wissenschaftler stellte Peter Doherty eine vierteilige Klassifizierung vor:[50]

  • glasklare Leugner, die dem IPCC Betrug vorwerfen und Klimaforscher für Narren halten
  • kampflustige Streithähne, die automatisch eine Gegenposition zu jedem generellen Konsens einnehmen
  • professionelle Polemiker, die durch ihre Beteiligung an einer bedeutenden öffentlichen Debatte nach persönlicher Anerkennung streben
  • Neinsager mit Interessenkonflikt, die früher z. B. eng mit Industriebranchen wie z. B. dem Bergbau zusammengearbeitet haben und nun einen starken Loyalitätsinn verspüren.

Stufen der Leugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es lassen sich zudem mehrere hierarchische Stufen der Klimawandelleugnung erkennen. James L. Powell nennt insgesamt sieben Stufen. In diesem Zusammenhang weist er explizit darauf hin, dass sich Klimaleugner wie bei der militärischen Verzögerungstaktik von Stufe zu Stufe zurückfallen lassen, sobald ihre jeweiligen Behauptungen von Wissenschaftlern widerlegt werden. Sind sie schließlich bei der letzten Stufe angekommen, beginnen sie demnach zumeist die Abfolge wieder von vorne.

  1. „Die Erde erwärmt sich nicht.“
  2. „Ok, sie erwärmt sich, aber Ursache ist die Sonne.“
  3. „Also gut, Menschen sind die Ursache, aber das macht nichts, weil die Erwärmung keine Schäden verursachen wird. Mehr Kohlendioxid wird tatsächlich sogar vorteilhaft sein. Mehr Pflanzen werden wachsen.“
  4. „Zugegeben, die globale Erwärmung könnte sich durchaus als gefährlich erweisen, aber wir können nichts gegen sie tun.“
  5. „Sicher, wir könnten etwas bezüglich der globalen Erwärmung tun, aber die Kosten würden zu hoch sein. Wir haben derzeit dringendere Probleme, wie z. B. Aids und Armut.“
  6. „Wir könnten durchaus in der Lage sein es uns zu leisten, irgendwann mal etwas gegen die globale Erwärmung zu tun, aber wir müssen auf ‚solide Wissenschaft‘, neue Technologien und Geoengineering warten.“
  7. „Die Erde erwärmt sich nicht. Die globale Erwärmung endete 1998, sie war nie eine Krise.“[51]
Karikatur von Gerhard Mester zu den verschiedenen Stufen der Klimawandelleugnung

Eine ähnliche Stufenabfolge von Klimaleugnerbehauptungen nennt der Klimaforscher Michael E. Mann:

  1. „Kohlenstoffdioxidwerte steigen nicht tatsächlich an.“
  2. „Selbst wenn sie ansteigen, hat dieser Anstieg keinen Effekt auf das Klima und ist kein überzeugender Beweis für die Erwärmung.“
  3. „Selbst wenn es eine Erwärmung gibt, dann nur aufgrund natürlicher Ursachen.“
  4. „Selbst wenn die Erwärmung nicht mit natürlichen Ursachen erklärt werden kann, ist der menschliche Einfluss klein und der Einfluss von fortgesetzen Treibhausgasemissionen wird gering bleiben.“
  5. „Selbst wenn die derzeitigen und zukünftig erwarteten Effekte auf das Erdklima nicht vernachlässigbar sind, werden die Veränderungen im Allgemeinen gut für uns sein.“
  6. „Egal ob die Veränderungen gut für uns sein werden oder nicht, Menschen sind sehr versiert darin, sich an Veränderungen anzupassen; davon abgesehen ist es zu spät etwas gegen den Klimawandel zu tun, und/oder wird sich bestimmt eine technologische Lösung auftun, wenn wir sie wirklich brauchen.“[52]

Auch Mann nimmt einen Rückzug von der ersten auf weiter unter liegende Stufen wahr: So würde z. B. der Anstieg der Kohlendioxidkonzentrationen in der Erdatmosphäre bereits seit Anfang der 1990er Jahre kaum noch bestritten. Manche Klimaleugner wie Fred Singer hätten sich sogar von Stufe 2 („Es findet keine Erwärmung statt“) bis auf Stufe 6 („Wir können nichts gegen die Erwärmung tun“) vorgearbeitet.[53]

Leugnung negativer Folgen der Erderwärmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vergleichsweise neue Strategie, die seit mindestens Mitte/Ende der 2000er Jahre angewandt wird, besteht darin, zwar nicht die Existenz oder die menschliche Ursache des Klimawandels zu bestreiten, sondern zu argumentieren, dass es zu spät sei sich um die globale Erwärmung zu stoppen. Leugner, die auf diesen PR-Trick setzen, stellen sich zunächst als vernünftige Interpreten der wissenschaftlichen Erkenntnisse dar, argumentieren dann aber, dass wir uns an die Erwärmung anpassen sollten, dass die Erwärmung möglicherweise sogar positiv sei oder dass Klimaschutzmaßnahmen und wirtschaftliche Entwicklung ausgeglichen werden müssten. Vertreter dieser Art der Leugnung wie Björn Lomborg argumentieren z. B., dass es wichtigere Ziele als die Bekämpfung der globalen Erwärmung gäbe, so z. B. die Bekämpfung von Armut, HIV oder Malaria und die Welt besser dran wäre, wenn Gelder statt für Klimaschutz für diese Maßnahmen eingesetzt würde. Dabei verschweigen sie aber bewusst, dass z. B. Armut und Malaria durch den Klimawandel noch weiter verschärft werden.[54] Tatsächlich sind die Anpassungsmöglichkeiten an die globale Erwärmung begrenzt. Zwar ist es notwendig, sich an die bereits erfolgte Erwärmung anzupassen. So verfügen Ökosysteme z. B. nur bis ca. 2 Grad über nennenswerte Anpassungsfähigkeiten; bei einem deutlich höheren Temperaturanstieg würden sie kollabieren und viele Spezies aussterben. Zudem halten es Klimaforscher wie James E. Hansen für wahnwitzig, dass die menschliche Zivilisation in der Lage wäre sich vernünftig an einem mehrere Meter steigenden Meeresspiegel anzupassen, der die Überflutung vieler Großstädte weltweit zur Folge hätte. Zudem besteht die Gefahr, dass durch reine Anpassungsstrategien ein oder mehrere Kippelemente im Erdsystem ihren Kipppunkt überschreiten, was wiederum einen galoppierenden Klimawandel zur Folge hätte.[55] Auch ist die Behauptung hochgradig irreführend, dass Anpassungsstrategien an den menschengemachten Klimawandel einfacher oder günstiger seien als vorbeugende Klimaschutzmaßnahmen. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass derzeit noch gar nicht absehbar ist, welche Arten der Anpassung überhaupt benötigt würden.[56]

Organisierte Klimaleugnerszene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Forschungen ergaben, dass bei der Verbreitung von Skepsis oder Ablehnung in Gebieten, in denen ein wissenschaftlicher Konsens herrscht, insbesondere mit großem finanziellem Aufwand betriebene und sehr gut organisierte Kampagnen eine wichtige Rolle spielen. Dies ist auch bei der Klimaforschung der Fall und geschieht vor allem durch die Etablierung eines alternativen klimaskeptischen Diskurses von einzelnen Personen und Organisationen.[57] Bei der organisierten Leugnung handelt es sich um ein bewusstes rationales Verhalten mit klaren politischen und wirtschaftlichen Zielen.[58]

Die organisierte Klimaleugnerszene hat ihren Ursprung in den Vereinigen Staaten und ist dort auch bis heute am stärksten verwurzelt. Von dort breitete sich die Leugnung des menschengemachten Klimawandels in weitere Teile der Welt aus, oft unterstützt durch US-amerikanische Think Tanks und Wissenschaftler.[59] Die Bemühungen, Existenz und Bedeutung der globalen Erwärmung zu leugnen, setzten bereits unmittelbar nach öffentlichem Bekanntwerden des menschengemachten Klimawandels Ende der 1980er Jahre ein. 1989, ein Jahr nachdem der Klimawandel ins öffentliche Interesse rückte, wurde mit der Global Climate Coalition eine erste durch die Industrie finanzierte politische Frontgruppe gegründet, deren Aufgabe es war, die globale Erwärmung in Zweifel zu ziehen. Seit diesem Zeitpunkt wuchs das Netzwerk der Leugnerbewegung stetig an.[60] Insgesamt stehen alleine der US-Klima-Contrarian-Bewegung inzwischen rund 900 Millionen US-Dollar pro Jahr zur Verfügung. Die überwältigende Mehrheit der Mittel stammt von politisch konservativen Organisationen, wobei die Finanzierung zunehmend über Donors-Trust-Organisationen verschleiert wird.[61]

Akteure[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leugnung der globalen Erwärmung wird von einer Vielzahl unterschiedlicher Akteure betrieben. Beteiligt sind eine kleine Zahl von Wissenschaftlern, manche Regierungen, eine Vielzahl politischer und religiöser Organisationen wie Stiftungen, Think Tanks und Institute, Industrieakteure, die entweder direkt oder indirekt über vermeintlich unabhängige Organisationen agieren, sowie Teile der Medien und der Öffentlichkeit.[62] Zu den wichtigsten Kräften der organisierten Klimaleugnerbewegung, die die Existenz der menschengemachten globalen Erwärmung durch gezielte Attacken auf die Klimaforschung abstreiten, zählen das Cato Institute, das Competitive Enterprise Institute, das George C. Marshall Institute sowie das Heartland Institute, allesamt konservativ ausgerichtete Think-Tanks. Ihr Ziel war und ist es, mittels der „Fear, Uncertainty and Doubt“-Strategie in der Bevölkerung Unsicherheit und Zweifel an der Existenz der globalen Erwärmung zu schaffen, um anschließend zu argumentieren, dass es nicht genügend Belege dafür gebe, um konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen. Zuvor war diese Kommunikationsstrategie bereits bei der Schädlichkeit des Tabakrauchens sowie des Passivrauchens, der Existenz des Ozonlochs und des Sauren Regens angewendet worden.[63][64] Ebenfalls sehr bedeutsam bei der Leugnung der globalen Erwärmung ist die Rolle von Internetblogs.[65] Die große Mehrheit der wichtigsten Klimaleugner sind „private Forscher“ ohne die notwendigen Qualifikationen für echte akademische Forschungsarbeit oder Lehrtätigkeit.[66]

In Deutschland war zeitweise die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), eine Forschungsinstitution der Bundesregierung, daran beteiligt, falsche Darstellungen zum Klimawandel zu verbreiten. 1995 veröffentlichten Autoren des BGR eine Studie und ein Buch, wonach nicht Kohlendioxid, sondern Wasserstoff und Sonnenaktivität für die Erwärmung verantwortlich seien. Erst 2016 wurde öffentlich, dass die Mitarbeiter vom Kohlekonzern Rheinbraun und anderen Industrieunternehmen mit Geldern und Prämien unterstützt worden waren. Auch eine Revision des Bundeswirtschaftsministeriums, unter dessen Dach die BGR angesiedelt ist, kam zu dem Schluss, dass die gezahlten Gelder von den Mitarbeitern aus Gründen des Korruptionsverdachts nicht angenommen hätten werden dürfen.[67]

Wirtschaftsunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Forschung wurden Wirtschaftsunternehmen sowie Industrieverbände und -vereinigungen als wichtige Förderer und Sponsoren der Klimawandelleugung erkannt. Viele dieser Unternehmen sind Energieunternehmen aus der Öl- und Kohlebranche, jedoch sind auch Stahlunternehmen, Bergbaukonzerne und Kraftfahrzeughersteller bedeutsame Akteure.[68] Gerade Unternehmen aus der Branche der fossilen Energien erkannten schon früh die Folgen, die Klimaschutzmaßnahmen auf ihre Geschäftsaktivitäten haben würden, und bekämpften deshalb Klimaforschung und Klimapolitik bereits sehr bald. Viele Unternehmen und Verbände wie ExxonMobil, Peabody Energy, American Petroleum Institute, die Western Fuels Association und das Edison Electric Institute finanzierten klimaskeptische Wissenschaftler, konservative Think Tanks, die die Existenz der globalen Erwärmung leugneten, und diverse Frontorganisationen, um Klimaforschung zu unterminieren und Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern.[69] Neben Unternehmen aus der fossilen Energiebranche beteiligten sich auch weitere Unternehmen und Branchenverbände wie z. B. die National Association of Manufacturers oder die United States Chamber of Commerce an der Leugnung des Klimawandels. Sie organisierten sich u. a. in Frontgruppen wie der Global Climate Coalition, um gemeinsam gegen die Ratifizierung des Kyoto-Protokoll vorzugehen, was ihnen auch gelang. Mit der Regierung George W. Bush ließ der Handlungsdruck für Unternehmen nach. So lehnte die Administration Bush nicht nur Klimaschutzmaßnahmen ab, sondern ging auch aktiv gegen die Klimaforschung selbst vor, womit die Leugnung des menschengemachten Klimawandels in der Regierung selbst institutionalisiert wurde.[70]

Ab Mitte der 2000er Jahre kehrte der Klimawandel unter anderem durch Dokumentationen wie Eine unbequeme Wahrheit und die Verleihung des Friedensnobelpreises an den Weltklimarat IPCC wieder in die Öffentlichkeit zurück. Nachdem 2008 zudem Barack Obama zum US-Präsidenten gewählt wurde und auch ein Kongress mit demokratischer Mehrheit vorhanden war, intensivierten Industrieunternehmen wieder ihre Bemühungen, Klimaschutzmaßnahmen zu verhindern. Öl- und Kohleindustrie, weitere Unternehmen und Wirtschaftsverbände begannen erneut massiv öffentlichen Widerstand zu schüren. Dies geschah unter anderem durch klassischen Lobbyismus, Einsatz von Frontgruppen, Astroturfing-Kampagnen und Werbung. Zwar gab es 2009/10 auch ein gemeinsames Vorgehen von Umweltschutzverbänden und einigen Großunternehmen, die sich für die Einführung eines Emissionshandelssystems einsetzen, diese scheiterten jedoch an starkem Widerstand durch andere Industrieunternehmen.[70] Diesen investierten 2010 rund 500 Millionen US-Dollar für die letztendlich erfolgreiche Bekämpfung des Antrages, der auch die Einführung eines Emissionsdeckels für die Emissionen der Vereinigten Staaten vorsah.[71] Auch wenn sich mit Stand 2015 immer mehr US-Unternehmen für Klimaschutz einsetzen, gibt es weiterhin in großen Teilen der US-Wirtschaft starke Lobbytätigkeit gegen Klimaschutzmaßnahmen, die teilweise offen und teilweise verdeckt hinter den Kulissen erfolgen. Auch erhöhten Unternehmen die (finanzielle) Unterstützung für Kandidaten, die Klimaschutzmaßnahmen ablehnen, was in den letzten Wahlen zu bemerkenswerten Erfolgen für diese Kandidaten führte.[70]

Als besonders einflussreiche Sponsoren wurden ExxonMobil und die Koch Family Foundations identifiziert,[57] wobei gerade die Finanzierung durch Koch Industries in den letzten Jahren stark ausgeweitet wurde (Stand 2016).[72] Exxon wiederum hatte mit Stand 2011 mehr als 130 unterschiedliche Leugnerorganisationen (mit)finanziert. Auf diese Weise sollte in der Öffentlichkeit der Eindruck geschürt werden, dass Klimaskepsis nicht nur weit verbreitet ist, sondern durch die häufig wissenschaftlich klingenden Namen der Organisationen auch von seriösen Wissenschaftlern geteilt würde.[73]

Prozentualer Anteil von ExxonMobil-Dokumenten, die sich zum menschengemachten Klimawandel äußern. Aufgeschlüsselt nach interner Kommunikation, begutachteten und nicht-begutachteten wissenschaftlichen Arbeiten und öffentlichen Werbeanzeigen (Advertorials) in der New York Times. Zustimmung zur menschengemachten Erderwärmung in grün, Ablehnung in Rot

Die Unternehmen selbst waren bereits früh über die Existenz und bedrohlichen Folgen des Klimawandels informiert. Das American Petroleum Institute, der größte Interessenverband der US-Öl- und Gasindustrie, war sogar schon 1968, und damit rund zwei Jahrzehnte vor der Öffentlichkeit, vom Stanford Research Institute darüber informiert worden war, dass der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid durch die Verbrennung fossiler Energieträger erhebliche Gefahren für die Erde bergen würde. Unter anderem warnten Wissenschaftler das American Petroleum Institute davor, dass der menschengemachte Klimawandel u. a. zu einem Abschmelzen der Arktis sowie einem Meeresspiegelanstieg führen würde. In der Öffentlichkeit bestritt das API hingegen jahrzehntelang, dass die Existenz des Klimawandels wissenschaftlich fundiert sei.[74]

Die Führungsspitze von Exxon wusste bereits seit den 1970er Jahren von den Gefahren der globalen Erwärmung und ließ sich dieses Wissen von ihre eigenen unternehmensinternen Wissenschaftlern bestätigen. Anschließend nutzte sie dieses Wissen für die Ausbeutung von arktischen Öllagerstätten, während sie parallel zweistellige Millionenbeträge in Kampagnen zur Leugnung des Klimawandels steckte und Klimaschutzmaßnahmen bekämpfte.[75] Eine 2017 in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters erschienene Studie ermittelte anhand von internen Dokumenten, Exxon-Studien und Exxon-Advertorials (Werbeanzeigen) in der New York Times, wie sehr internes Wissen bei Exxon und Außendarstellung bzw. Öffentlichkeitsarbeit des Konzerns auseinanderklafften. Während im Zeitraum 1977–2014 80 % der internen Kommunikationen und 83 % der von Exxon-Wissenschaftlern verfassten begutachteten wissenschaftlichen Arbeiten den Klimawandel als real und menschengemacht anerkannten, taten dies nur 12 % der an die breite Öffentlichkeit gerichteten Advertorials. Stattdessen säten 81 % der Advertorials des Konzerns Zweifel an der menschengemachten Erderwärmung.[76]

Think Tanks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Rolle bei der Verschleierung des Standes der Wissenschaft spielen konservative Denkfabriken, deren Rolle in der öffentlichen und politischen Klimadebatte mittlerweile immer stärker in den Fokus der Forschung rückt.[77] Think Tanks gehören zu den einflussreichsten und sichtbarsten Elemente der organisierten Klimaleugnerindustrie und sind seit den späten 1980er Jahren damit beschäftigt, den Klimawandel zu bestreiten. Ende der 1990er Jahre, als viele Unternehmen sich u. a. aufgrund schlechter Wirkung in der Öffentlichkeit aus dem offenen Sponsoring von Klimaleugnern zurückzogen, verstärkten Think Tanks ihre Bemühungen nochmals. Zugleich übernehmen sie eine integrierende Funktion, die die diversen Elemente der Klimawandelleugnerbewegung zusammenhält und zugleich ihre Reichweite in die Gesellschaft erhöht.[78]

Auch wenn Think Tanks Organisationen sind, die eine klare politische Agenda verfolgen, stellen sie sich selbst als (alternative) wissenschaftliche Organisationen dar und ihre Mitglieder und Sprecher als neutrale und unvoreingenommene Experten. Sie verbreiten große Mengen an Publikationen mit Informationsmaterial für Klimaleugner und verfügen direkt oder über ihre Mitglieder und angeschlossenen Sprecher über große Glaubwürdigkeit in den Medien und in politischen Kreisen. Zu den Think Tanks, die die globale Erwärmung leugnen, zählen u. a. große und thematisch breit aufgestellte Denkfabriken der konservativen und libertären Szene wie z. B. die Heritage Foundation, die Hoover Institution und das Competitive Enterprise Institute aber auch kleinere Organisationen, die sich dezidiert auf das Thema Klimawandel spezialisiert haben, wie z. B. das George C. Marshall Institute sowie das Heartland Institute.[78] Weitere in der Leugnerbewegung aktive Think Tanks sind unter anderem das Cato Institute[63], das Science and Environmental Policy Project und das Science and Public Policy Institute.[79] In Europa agiert unter andere das Stockholm Network, das Mitglieder in unterschiedlichen europäischen Staaten hat. Anderer Organisationen wie das Committee for a Constructive Tomorrow (CFACT) arbeiten an der engen Vernetzung verschiedener Think Tanks aus Europa, Amerika und Australien.[68]

Zu den Aufgabengebieten der Denkfabriken zählt die Publikation von großen Mengen Material mit Leugnerargumenten, darunter u. a. Bücher, die oft große Aufmerksamkeit erhalten, die Finanzierung von Wissenschaftlern, die bezüglich der menschengemachten globalen Erwärmung eine von wissenschaftlichem Konsens abweichende Außenseitermeinung vertreten, und das Abhalten von Informationsveranstaltungen für Politiker mit ähnlichen Ansichten. Weitere wichtige Aufgaben umfassen das Stellen von „Experten“ für Anhörungen vor politischen Gremien und in den Medien sowie die Verfolgung von echten Klimaforschern durch vielfaches Stellen von Anträgen zur Herausgabe von allen Daten bezüglich Forschungen, Emails, privaten Kontakten, handschriftlichen Notizen usw.[78][80] Unter anderem stammen z. B. in den USA mehr als 90 % der Papers, die klimaskeptische Positionen äußern, von diesen Denkfabriken.[81] Die Produktion an klimaskeptischer Literatur durch Think Tanks stieg zwischen 1998 und 2014 deutlich an, wobei ein absoluter Höhepunkt Ende 2009/Anfang 2010 erreicht wurde, etwa während der Zeit der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009.[82]

Contrarians aus der Wissenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Rolle innerhalb der organisierten Klimaleugnerbewegung spielt eine kleine Zahl von Personen mit wissenschaftlichem Hintergrund, da deren echte oder vermeintliche Kompetenz für Klimafragen fundamental sind für die Wirksamkeit der Fear-, Uncertainty- and Doubt-Strategie.[83] Die Wissenschaftler werden hierbei als verlässliche Autoritäten präsentiert, um den geäußerten Falschbehauptungen und Halbwahrheiten Glaubwürdigkeit zu verleihen. Zurück geht diese Strategie auf die Tabakindustrie: Diese erkannte bereits in den 1950er Jahren, dass der Interessenkonflikt (zu) offensichtlich wäre, wenn sie wissenschaftliche Erkenntnisse zur Gesundheitsschädlichkeit des Rauchens selbst attackieren würde. Würden jedoch Wissenschaftler die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinterfragen, so wäre die Glaubwürdigkeit viel höher. Daraufhin suchte die Tabakindustrie gezielt nach Wissenschaftlern, die bereit waren, die wissenschaftlichen Erkenntnisse öffentlich zu bezweifeln.[84]

Auch in der Klimaleugnerbewegung waren Wissenschaftler wie Robert Jastrow, William Nierenberg und Frederick Seitz von Anfang an bedeutende Dreh- und Angelpunkte. Die Fachkenntnisse dieser Wissenschaftler mit abweichender Meinung sind sehr unterschiedlich: Einige sind anerkannte Wissenschaftler, haben aber als fachfremde Forscher kaum Kompetenz in Klimafragen, einige verfügen über eine fachliche Ausbildung für die Beantwortung von klimatologischen Fragen, können aber kaum Referenzen für tatsächliche wissenschaftliche Forschung vorlegen, andere wiederum verfügen weder über eine geeignete Ausbildung noch über Referenzen. Contrarians mit hervorragenden Referenzen existieren hingegen nur wenige; eine seltene Ausnahme ist Richard Lindzen.[83] Lindzen war Mitte der 1990er Jahre auch der einzige bedeutsame Contrarian, der weiterhin wie ein Klimaskeptiker agierte und Paper in der begutachteten Fachliteratur publizierte.[85]

Mit Stand 2007 bestand der Kern der US-amerikanischen Contrarians aus etwa einem Dutzend Personen. Neben Frederick Seitz und Richard Lindzen waren dies der Biochemiker und Molekularbiologe Bruce Ames, die Astrophysikerin Sallie Baliunas, der Geograph Robert Balling Jr., der Klimaforscher John Christy, der pensionierte Meteorologe Hugh Elsaesser, der Präsident des Think Tanks „Center for the Study of Carbon Dioxide and Global Change“ Sherwood Idso, der Geograph David Legates, der Umweltwissenschaftler Patrick J. Michaels, der Physiker Fred Singer und Willie Soon.[86] Die meisten der führenden Contrarians besitzen keine wissenschaftliche Expertise in Klimafragen, sondern wurden vielmehr aufgrund guter Public Relations-Fähigkeiten rekrutiert, um Gegenmeinung zum Stand der Forschung zu vertreten.[66]

Im Allgemeinen sind die Wissenschaftler, die den Klimawandel bestreiten, nicht Teil der etablierten Forschergemeinschaft in den klimatologisch relevanten Disziplinen. Viele von ihnen gehören auch keiner wissenschaftlichen Einrichtung an, sondern arbeiten für Think Tanks.[8] Inzwischen werden von Think Tanks und Frontgruppen eine Vielzahl vermeintlicher Experten ohne jede erkennbare Glaubwürdigkeit für Klimafragen angeführt, von denen viele weder eine (natur)wissenschaftliche Ausbildung noch entsprechende Fachkenntnisse zu besitzen scheinen, wie das beispielsweise bei Christopher Monckton der Fall ist.[87] Durch Zusammenarbeit mit Think Tanks können aber auch solche „Experten“ große Aufmerksamkeit in den Medien erfahren und auf diese Weise die vermeintliche „Kontroverse um die globale Erwärmung“ schüren.[83]

Manche dieser Contrarians wie z. B. Patrick Michaels hatten enge direkte Verbindungen zur Industrie. Da solche Kontakte zwischen Wissenschaftlern und Wirtschaft aber häufig mit negativer PR einhergehen und um den Vorwurf zu vermeiden, direkt als Sprecher für Industrieunternehmen zu agieren, arbeiten inzwischen die meisten der Contrarians mit einem oder auch mehreren Think Tanks der Leugnerbewegung zusammen. Dies geschieht z. B. über eine Vollzeitbeschäftigung in diesen Organisationen, über Mitgliedschaft in Gremien, Vorträge bei Veranstaltungen, Pressebriefings oder Politikberatung, vor allem aber über die Publikation von Leugnermaterialien. Zugleich erreichen sie über die Verbindung mit den Think Tanks größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.[83]

Frontgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziele und Vorgehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frontgruppen und kürzerlebige Astroturfing-Kampagnen haben das Ziel, die globale Erwärmung als solche zu leugnen, aber auch die konkrete Gesetzgebung in Form von Umwelt- und Klimaschutzgesetzen zu untergraben. Aufgelegt wurden bzw. werden Frontgruppen von Industrieunternehmen und Wirtschaftsverbänden, um ihre eigenen Aktivitäten bei der Leugnung des menschengemachten Klimawandels sowohl zu verschleiern als auch abzuschirmen. Die Auflegung solcher Organisationen erfolgte dabei sowohl mit Hilfe als auch ohne Zusammenarbeit mit Think Tanks aus der Leugnerbewegung.[88]

Unter den Frontgruppen befinden sich auch Organisationen, die sich des Greenscammings bedienten; einer Methode, bei der sich Anti-Umwelt-Organisationen als Umweltschutzorganisationen ausgeben, z. B. durch die Wahl eines einschlägig klingenden Namens. Beispiele hierfür sind z. B. die Global Climate Coalition, die Alliance for Environment and Resources oder das American Council on Science and Health. Diese Orgenisationen benutzen häufig bestimmte Codewörter wie „solide Wissenschaft“ oder Ausgewogenheit, wobei sie unter „solider Wissenschaft“ unter Verdrehung der Realität Publikationen oder Ansichten verstehen, die sie als Belege für ihre antiwissenschaftlichen Kampagnen heranziehen können.[89] Auch Powell macht als auffälligstes der gemeinsamen Merkmale vieler Klimaleugnerorganisationen ihre „bewundernswerten“ Benennungen aus, die größtenteils in hohem Maße vernunftbasiert klängen. In diesem Zusammenhang verweist er auf eine von der Union of Concerned Scientists angefertigte Liste von Leugnerorganisationen, die 43 vom Ölkonzern Exxon finanzierte Leugnerorganisationen aufweist. Keine einzige dieser Organisationen sei so benannt gewesen, dass man ihren Kampf gegen die menschengemachte Erderwärmung anhand ihres Namens ableiten konnte. Angeführt worden sei die Liste von einer Organisation namens Africa Fighting Malaria, die auf ihrer Website eine Kollektion verschiedener Artikel und Kommentare auflistete, die sich gegen dringende Klimaschutzmaßnahmen aussprach; und das obwohl die Malariagefahren durch die globale Erwärmung noch verschlimmert werden könnten.[90]

Ein Beispiel für eine Organisation, die im deutschsprachigen Raum unter falscher Flagge agiert, ist das Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE), das durch seine Benennung gezielt Wissenschaftlichkeit suggeriert. In Wahrheit handelt es sich bei EIKE jedoch nicht um eine wissenschaftliche Einrichtung, sondern um eine Lobbyorganisation, die weder ein Büro besitzt noch Klimawissenschaftler beschäftigt, stattdessen aber auf ihrer Website Fake News zu Klimafragen verbreitet.[22]

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Frontorganisation war mutmaßlich die Global Climate Coalition (GCC), die 1989 als Antwort der Wirtschaft auf den IPCC gegründet wurde. Sie wurde u. a. von großen Unternehmen aus der Energiebranche, von Automobilherstellern und Industrievereinigungen finanziert, bezweifelte sofort die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen und attackierte die Klimaforschung.[88] Sie säte bis 2002 gezielt Zweifel an den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur globalen Erwärmung und platzierte Klimaskeptiker in öffentlichen medialen Diskussionen. Die GCC wurde zunächst von William O’Keefe vom American Petroleum Institute geleitet und engagierte sich sehr stark im Kampf gegen die US-amerikanische Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. Sie spielte jedoch auch eine entscheidende Rolle bei den Angriffen auf den IPCC-Leitautor Benjamin D. Santer, was die Diskreditierung des Zweiten Sachstandsberichts des IPCC sowie des Weltklimarats insgesamt zum Ziel hatte; im Nachhinein stellten sich die Attacken als unbegründet heraus.[91] Ihre Lobby- und PR-Aktivitäten gegen die Klimaforschung führte die Global Climate Coalition trotz des Wissens der Mitgliedergesellschaften aus, dass deren Ergebnisse wissenschaftlich fundiert waren. So hatte unter anderem eine interne Sachstandsbewertung ergeben, dass die Behauptungen von Klimaskeptikern „keine überzeugenden Argumente gegen das konventionelle Modell des durch Treibhausgase verursachten Klimawandels boten“.[92] 2002 löste sich die GCC auf, nachdem sich mehrere Unternehmen zurückgezogen hatten und zugleich klar war, dass die Regierung Bush klimapolitisch die gleichen Ziele verfolgte wie sie.[88]

1991 wurde das Information Council on the Environment gegründet, das von Unternehmen der Kohle- und Energiebranche aufgelegt wurde, um die Klimaforschung zu untergraben. Nachdem ihre Strategie, die globale Erwärmung als „Theorie“ statt als Fakt umzudeuten, durch ein Leak an die Presse öffentlich bekannt wurde, löste sie sich auf.[88] Eine weitere Frontorganisation war die Greening Earth Society, die von der Western Fuels Association, einem Verband der Energiebranche, sowie einigen Contrarians aufgelegt wurde, darunter Patrick Michaels. Sie startete eine ausgeklügelte Desinformationskampagne, bei der sie behauptete, dass erhöhte Kohlendioxidwerte in der Erdatmosphäre nicht schädlich wären, sondern Vorteile brächten.[88]

Wichtig ist ebenfalls die Cooler Heads Coalition, die 1997 als ein loser Zusammenschluss von verschiedenen konservativen Think Tanks unter Federführung des Competitive Enterprise Institutes gegründet wurde. Sie spiegelt damit den Übergang des Kerns der Leugnerbewegung von Industrieübernehmen hin zu konservativen Think Tanks wider und gilt als besonders aggressiv in ihren Attacken gegen Klimaforschung und einzelne Klimaforscher.[88] Neben dem CEI sind unter anderem das CFACT, das George C. Marshall Institute und das Heartland Institute an ihr beteiligt. Geleitet wird die Cooler Heads Coalition von Myron Ebell. Ebell ist wie Christopher C. Horner als Chef des CEI einer der zentralen Köpfe der organisierten Klimaleugnerszene. Beide nutzen die Cooler Heads Coalition sowie das CEI, um große Mengen von Desinformationsmaterial zu produzieren und zu verteilen. Zudem waren sie beide entscheidende Figuren bei der Diffamierung des IPCCs und der Propagierung des Hackerzwischenfalls am Klimaforschungszentrum der University of East Anglia als angeblichen Climategate-Skandal.[93]

Frontorganisationen wurden aber u. a. auch von der religiösen Rechten gegründet, um eine Gegenbewegung zum wachsenden Klimabewusstsein innerhalb der christlichen Gemeinschaft zu schaffen. Unter anderem wurde mit Unterstützung aus der Wirtschaft eine politisch neoliberale Frontgruppe namens Interfaith Stewardship Alliance gegründet, die später in Cornwall Alliance for Stewardship of Creation umbenannt wurde und sich gegen eine Vielzahl von Umweltschutzmaßnahmen engagierte. Sie wird geleitet von Calvin Beisner, der langjährige Verbindungen zu Industrieunternehmen und konservativen Think Tanks pflegte und gab unter anderem eine „evangelikale Erklärung der globalen Erwärmung“ heraus, die viele Behauptungen der Klimaleugner übernahm.[88]

Astroturfing-Kampagnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Astroturfing-Kampagnen sind in ihrem Zweck nicht so langfristig ausgelegt wie Frontorganisationen, haben aber das gleiche Ziel. Sie sollen die globale Erwärmung als solche zu leugnen, aber auch die konkrete Gesetzgebung in Form von Umwelt- und Klimaschutzgesetzen untergraben. Eine große Bedeutung bei solchen Kampagnen kommt den beiden eng mit den Gebrüdern Charles und David Koch (Koch Industries) in Verbindung stehenden Frontgruppen Americans for Prosperity und Freedom Works zu. Diese spielten eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Astroturf-Kampagnen, die beispielsweise 2008 bzw. 2009 auf die Verhinderung von Klimaschutzgesetzen abzielten und auch direkt die Politik Barack Obamas bekämpfen sollten. Derartige Kampagnen, die u. a. vom American Petroleum Institute unterstützt und mit Hilfe professioneller Public-Relations-Firmen aufgezogen wurden, werden seit langem von Industrie und Think Tanks eingesetzt. Sie sollen gezielt den Anschein erwecken, eine von unten neu aufkommende Graswurzelbewegung zu sein, sind tatsächlich aber von ihren Auftraggebern gesteuerte Kampagnen.[88]

Konservative Politiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Rolle in den USA, dem Ursprungsland der organisierten Leugnung der globalen Erwärmung, spielen Politiker der republikanischen Partei. Bereits während der 1990er Jahre ignorierten republikanische Kongressabgeordnete die Klimaforschung und stellten wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel in Frage. Dies verstärkte sich seither. Während der Regierungszeit George W. Bushs war das Weiße Haus ein zentraler Bestandteil der Klimaleugnerszene. Weiter institutionalisiert wurde die Ablehnung des Klimawandels mit den Initiativen der Gebrüder Charles und David Koch, die mittels Americans for Prosperity Hunderten von republikanischen Politikern das Versprechen abrangen, keine CO2-Steuer einzuführen; darunter den meisten führenden Republikanern.[94]

Im 113. Kongress der Vereinigten Staaten (Januar 2013 bis Januar 2015) lehnten eine Mehrheit der republikanischen Mitglieder und 90 % der republikanischen Spitzenpolitiker die grundlegenden Erkenntnisse der Klimaforschung ab. Neben der ohnehin gegebenen ideologischen Prädisposition der Republikaner für klimaskeptische Positionen ist dies insbesondere auf umfangreiche Spenden aus der Branche der fossilen Energieträger zurückzuführen.[94] So erhielten klimaskeptische Kandidaten während der zweijährigen Legislaturperiode dieses Kongresses alleine 641 Mio. Dollar an Spendengeldern von Industrieunternehmen und Wirtschaftsverbänden.[95] Während viele Republikaner zunächst wissenschaftliche Expertisen häufig ignorierten, gingen sie später dazu über, gezielt wissenschaftliche Contrarians und andere Personen der organisierten Klimaleugnerszene in den Kongress zu laden, um auf diese Weise die Illusion einer in der Wissenschaft vermeintlich existierenden Kontroverse um die globale Erwärmung aufrecht zu erhalten.[94]

Als der republikanische Politiker, der am profiliertesten die menschengemachte globale Erwärmung leugnet, gilt James Inhofe.[96] Unter anderem nannte er sie die größte Falschmeldung, mit der das amerikanische Volk jemals hinters Licht geführt werden sollte. Als Vorsitzender des Umweltausschusses des Senats machte er diesen zu einem wichtigen Pfeiler der organisierten Klimawandelleugnerszene, zudem forderte er, führende Klimaforscher vor Gericht zu bringen. Er steht in enger Verbindung mit Marc Morano, der für ihn eine bedeutende Klimaleugner-Website betreibt.[96] Im Februar 2015 brachte er einen Schneeball mit zu einer Senatssitzung und führte die Existenz von Schnee als Beweis gegen die globale Erwärmung sowie die kurz zuvor bekannt gegebenen Rekordtemperaturen des Jahres 2014 an.[97]

Mit Amtsantritt Donald Trumps im Januar 2017 wurde ein Klimaleugner zum US-Präsidenten gewählt. Die für Klimapolitik relevanten Kabinettsposten besetzte er ebenfalls mit Klimawandelleugnern: Unter anderem wurde der langjährige ExxonMobil-Chef Rex Tillerson Außenminister, der frühere Generalstaatsanwalt und Lobbyist Scott Pruitt Chef der Umweltbehörde EPA, der frühere texanische Gouverneur Rick Perry Energieminister und der Umweltschutz-Gegner Ryan Zinke Innenminister.[98] Bereits zuvor waren Klimaskeptiker Staatspräsidenten oder Regierungschefs in verschiedenen Staaten. Hierzu zählen unter anderem der ehemalige US-Präsident George W. Bush, der u. a. für seine Bemühungen kritisiert wurde, die Klimaforschung gezielt zu untergraben, der ehemalige australische Premierminister Tony Abbott, der den menschlichen Einfluss auf das Klima bezweifelte und ein vehementer Gegner von Klimaschutzmaßnahmen war, der frühere kanadische Premierminister Stephen Harper, der zwar zugab, dass der Klimawandel eine große Bedrohung sei, sonst aber ähnliche Ansichten teilte und wie Bush das Kyoto-Protokoll nicht unterzeichnete, sowie der frühere tschechische Präsident Václav Klaus, der die globale Erwärmung mit dem Kommunismus verglich und sehr enge Verbindungen mit klimaskeptischen amerikanischen Lobbyorganisationen und Think Tanks wie dem Heartland Institute unterhielt.[99]

Von diesen konservativen Politikern wurden eine Reihe von Strategien verfolgt, um die öffentliche Aufmerksamkeit von der Klimapolitik und Klimaschutzmaßnahmen wegzulenken. Hierzu zählen z. B. die Ernennung von Klimaleugnern zu Vorsitzenden von wissenschaftlichen Gremien, die Abschaffung von Beratungsgremien und wissenschaftlichen (Forschungs-) Programmen, die Streichung von staatlichen Geldern für Umweltschutzprogramme und die Umdelegierung von Forschungsgeldern hin zu mehr industrierelevanter Forschung sowie Zensurmaßnahmen gegen Umwelt- und Klimaforscher; Maßnahmen, die nun auch unter Donald Trump ergriffen werden.[99][100] Die Regierungen Happer und Howard setzten daneben gezielt auf Maßnahmen, die Ignoranz in der Bevölkerung schürten, um öffentliches Engagement für Klimaschutz gering zu halten. George W. Bush wird wiederum als bedeutender Akteur im „Krieg gegen die Wissenschaft“ selbst betrachtet, darunter nicht zuletzt die Klimaforschung.[68]

Konservative Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konservative Medien haben insbesondere in den USA eine zentrale Funktion beim Verbreiten von Klimaleugnerargumenten. Wichtige Medien hierbei sind und waren Zeitungen wie das Wall Street Journal, die New York Post und die Washington Times, Magazine wie The Weekly Standard, The American Spectator und National Review, Talk-Show-Sendungen von bestimmten Moderatoren wie z. B. Rush Limbaugh, Fernsehkanäle wie z. B. Fox News samt beliebten Kommentatoren wie Bill O’Reilly oder Sean Hannity und weitere Kolumnisten und Moderatoren wie George Will, Charles Krauthammer oder Glenn Beck. Zu den bekanntesten Medien, die aktiv an der Verbreitung von Klimaleugnerpropaganda beteiligt sind, zählen die diversen Medien von News Corporation, die sich im Besitz von Rupert Murdoch befinden. Gemeinsam wirkten diese Medien wie eine Echokammer, in der die Behauptungen von Klimaleugnern endlos zirkuliert und dabei gegenseitig verstärkt werden. Über diese Medien wurden die Angriffe auf die Klimaforschung, zunehmend auch auf Klimaforscher, nicht nur in dezidiert konservativen Kreisen verbreitet, sondern erreichten große Teile der allgemeinen Öffentlichkeit.[101]

Gerade das Wallstreet Journal als größte US-Zeitung gilt als einflussreiches Forum für die organisierte Klimaleugnerbewegung, das gerade in den Meinungsspalten häufig Personen zu Wort kommen lässt, die den menschengemachten Klimawandel abstreiten.[102][103] Nach einer 2017 erschienenen Studie war das WSJ zudem unter den führenden US-Zeitungen diejenige, die am wenigsten über die negativen Folgen der globalen Erwärmung berichtete. Zugleich berichtete es am negativsten über Klimapolitik und Klimaschutzmaßnahmen.[104] Unter den TV-Sendern spielt Fox News eine wichtige Rolle. Fox News berichtet deutlich häufiger als andere TV-Sender über die globale Erwärmung, tut dies aber in einer stärker ablehnenden Art und Weise, die in der Öffentlichkeit Zweifel schürt. Insgesamt waren die Konsumenten von Fox News nach einer 2012 erschienenen Studie umso klimaskeptischer, je mehr sie Fox News sahen.[105]

Forschungen ergaben, dass Klimaskeptizismus in konservative Medien nicht nur stärker, sondern auch häufiger verbreitet wird als in nicht-konservativen Medien. Dies gilt nicht nur allgemein für die Sachberichterstattung, sondern insbesondere für Editorials- und Meinungsbeiträge, wo die Leugnung des menschengemachten Klimawandels ganz besonders präsent ist. Besonders viel Aufmerksamkeit erhalten Klimaleugner und ihre Thesen in den USA. In anderen angelsächsischen Staaten wie Australien und dem Vereinigten Königreich ist die Leugnung ebenfalls überproportional verbreitet, während in anderen Staaten die Behauptungen von Klimaleugnern nur geringe Aufmerksamkeit erhalten.[101] In Deutschland sind klimaskeptische Behauptungen in den Medien bisher selten, wie eine Untersuchung anhand der Berichterstattung zur UN-Klimakonferenz in Durban 2011 ergab. Sie nehmen aber an Bedeutung zu. Am häufigsten wurden klimaskeptische Behauptungen demnach von der konservativen Zeitung Die Welt publiziert, die in mehr als 17 % ihrer Artikel klimaskeptische Elemente enthielt. Die Welt war nicht nur vergleichsweise skeptisch bezüglich der Klimaforschung selbst, sondern insbesondere in Bezug auf die Existenz der globalen Erwärmung und ihrer Ursachen.[106]

Blogs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine wichtige Rolle in der Klimaleugnerszene spielen mittlerweile Blogs. Diese Blogs, auf denen selbsternannte Klimaskeptiker und kritische Wissenschaftler Existenz und Bedeutung der globalen Erwärmung hinterfragen, erweitern die klimaskeptische Echokammer um ein bedeutsames Element, ergänzen dabei herkömmliche Medien und ersetzen sie teilweise. Der erste dieser Blogs wurde 2005 gegründet: bis 2014 existierten mehr als 170 solcher Blogs allein in englischer Sprache. Einzelne Blogs werden von klimaskeptischen Wissenschaftlern wie z. B. Judith Curry betrieben, die beliebtesten jedoch von Laien: Watts Up With That wird von einem pensionierten Fernsehmeteorologen geführt, ClimateAudit von einen ehemaligen leitenden Bergbauangestellten und passioniertem Hockey-Stick-Kritiker (Stephen McIntyre) und ClimatDepot von einem selbsternannten „Krieger“ in den „Klimakriegen“ (Marc Morano).[107]

Die Blogs haben große Anhängerschaften und erhalten auf ihre Beiträge oft Hunderte von Antworten, in denen häufig boshafte Kritik an Klimawissenschaftlern, Klimaaktivisten und Befürwortern von Klimaschutzmaßnahmen geäußert wird. Durch die Vorgehensweise der Blogs werden Klimaforscher teilweise Ziele von Drangsalierung und Mobbingaktivitäten.[107]

Ins Blickfeld gerieten die Leugnerblogs im Jahr 2009, als einige von ihnen Schlüsselrollen spielten bei der künstlichen Erzeugung und Propagierung der sog. Kontroversen um den Hackerzwischenfall am Klimaforschungszentrum der University of East Anglia („Climategate“) sowie einiger kleiner Fehler im Vierten Sachstandsbericht des IPCC.[107][108] Einige Blogger zählen mittlerweile zu den Stars der Klimaleugnerszene und erhalten regelmäßig Zugang zu konventionellen Medien, insbesondere mit konservativer Ausrichtung. International sind die Blogs gut vernetzt; die organisierte US-Klimaleugnerszene ist z. B. eng mit klimaskeptischen Bloggern im Vereinigten Königreich und einigen weiteren Staaten in und außerhalb Europas vernetzt. Über die Blogs erfolgt auch ein starker Eintrag von klimaskeptischen Inhalten in weitere Social-Media-Plattformen, z. B. durch Verlinken der Blogs auf Facebook oder Twitter. Zudem scheinen klimaskeptische Behauptungen in Online-Kommentaren von Zeitungen auffallend stark präsent zu sein. Über all diese Mechanismen erreichen Klimaleugnerbehauptungen große Aufmerksamkeit auch außerhalb der eigentlichen Klimaleugnerszene und tragen dazu bei, die Leugnung der globalen Erwärmung international zu verbreiten.[107]

Vorgehensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftsleugner nutzen eine Reihe verschiedener Taktiken, um ihnen missliebige wissenschaftliche Erkenntnisse zu abzustreiten. Der Biologe Sean B. Carroll nennt sechs Kerntaktiken, die zum Teil bereits seit dem 19. Jahrhundert immer wieder angewandt werden. Diese von ihm als „grundsätzliches Handbuch des Denialismus“ bezeichnete Sammlung umfasst folgende Vorgehensweise, anhand derer man Wissenschaftsleugnung von einer echten wissenschaftlichen Debatte unterscheiden könne:[109]

  1. „Rufe Zweifel an der Wissenschaft hervor.“
  2. „Stelle die persönlichen Motive und die Integrität von Wissenschaftlern in Frage.“
  3. „Bausche echte Meinungsverschiedenheiten in der Forschung auf und führe Nicht-Experten mit Minderheitenmeinungen als Autoritäten an.“
  4. „Übertreibe die möglichen Gefahren, die durch die jeweilige Thematik entstehen können.“
  5. „Stelle die Thematik als Bedrohung für die persönliche Freiheit dar.“
  6. „Behaupte, dass die Akzeptanz einer Schlüsselphilosophie, einem religiösen Glauben oder einem Brauch einer Gruppe widersprechen würde.“

Die Bedeutung von Unsicherheit und Zweifeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Fear, Uncertainty and Doubt

Eines der wichtigsten Argumentationsmuster von Klimaleugnern ist die Darstellung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zu Existenz, Ursachen und Folgen der globalen Erwärmung „unsicher“ seien, und es weise sei, mit Klimaschutzmaßnahmen noch zu warten, da die Möglichkeit bestünde, dass sich das Klima gar nicht ändere. Von der organisierten Klimaleugnerbewegung werden daher vielfach Behauptungen oder passende Geschehnisse verbreitet bzw. angeführt, die Unsicherheit schüren sollen und damit den Eindruck erwecken, vermeintlich dem wissenschaftlichen Konsens zu widersprechen.[110]

Diese Strategie ist nicht neu: Das künstliche Schüren von Unsicherheit in Form der Fear-, Uncertainty- and Doubt-Strategie zählt seit Jahrzehnten zu erprobten Mitteln von Wirtschaftsunternehmen und -branchen, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu Umweltproblemen in Frage zu stellen und Umweltschutzmaßnahmen zu verhindern. 1969 brachte sie ein Tabakindustrieller in einer Notiz auf den Punkt:[111]

Zweifel ist unser Produkt […] denn er ist die beste Methode, um mit den „geballten Tatsachen“ in den Köpfen der Öffentlichkeit zu konkurrieren.

Argumentiert wird hierbei stets, dass es nicht genügend wissenschaftliche Beweise gäbe, um zu handeln und Schutzmaßnahmen für Umwelt, Gesundheit oder Klima zu ergreifen.[111] Bevor diese nach ihren Erfindern auch als „Tabakstrategie“ bezeichnete Vorgehensweise angewandt wurde, um wissenschaftliche Erkenntnisse zum menschengemachten Klimawandel zu diskreditieren, wurde sie u. a. eingesetzt um die Gefahren des Tabakrauchens, des sauren Regens, des Ozonloches und von Asbest kleinzureden. Zentrale Akteure bei diesen Kampagnen gegen Umwelt- und Gesundheitsschutzmaßnahmen waren Frederick Seitz, Fred Singer, William Nierenberg und Robert Jastrow, vier Physiker ohne spezielle Fachkenntnisse in Umwelt- oder Gesundheitsfragen, die jedoch über ein hohes Ansehen verfügten. Dieses nutzten sie, um sich in der Öffentlichkeit und bei Politikern erfolgreich als Experten darzustellen und anschließend den jeweiligen Stand der Wissenschaft zu verzerren.[112] Seit Anfang der 1990er Jahre wurde dann der Klimawandel zum zentralen Ziel für künstlich generierte Unsicherheit und Zweifel, um damit eine Klimaschutzstrategie zu blockieren.[113]

Auf die besondere politische Bedeutung von Unsicherheit und dem Eindruck einer wissenschaftlichen Kontroverse bei der gezielten Bekämpfung wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse wies 2002 auch der republikanische Strategieberater Frank Luntz hin. In einer mittlerweile berühmten internen Strategieanweisung für die republikanische Partei, die später durch ein Leak öffentlich bekannt wurde, warnte er die Republikaner davor, dass sie die Debatte um Umweltfragen nahezu verloren hätten. Anschließend riet er, ihre Anstrengungen zu intensivieren, den wissenschaftlichen Konsens bezüglich der globalen Erwärmung zu leugnen[114]:

The scientific debate is closing [against those who deny the reality of climate change] but not yet closed. There is still a window of opportunity to challenge the science. […] Voters believe that there is no consensus about global warming within the scientific community. Should the public come to believe that the scientific issues are settled, their views about global warming will change accordingly.

Frank Luntz 2002:[115]

Die wissenschaftliche Debatte schließt sich [gegenüber denjenigen, die die Realität des Klimawandels leugnen], aber sie ist noch nicht geschlossen. Es gibt noch eine Chance die Wissenschaft in Frage zu stellen. […] Die Wähler glauben, dass es innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft keinen Konsens über die globale Erwärmung gibt. Sollte die Öffentlichkeit zu der Ansicht kommen, dass die wissenschaftlichen Fragen geklärt sind, dann werden sich ihre Ansichten bezüglich der globalen Erwärmung entsprechend ändern.

Luntz empfahl daher, gezielt auf Unsicherheiten in der wissenschaftlichen Forschung und eine vermeintliche wissenschaftliche Kontroverse hinzuweisen und das vermeintliche Fehlen wissenschaftlicher Sicherheit zum zentralen Aspekt der politischen Debatte zu machen.[116] Dieser Rat wurde von der Regierung Bush befolgt, die anschließend in offiziellen Berichten wissenschaftliche Unsicherheit gezielt herausstrich.[117] Wie zuvor schon bei vielen Anti-Umweltkampagnen der Fall riet auch Luntz seinen Klienten, vor allem den Umstand zu betonen, dass erst dann gehandelt werden dürfe, wenn alle Fakten auf dem Tisch lägen.[116] Kernmotiv dieses Argumentationsmusters ist, dass wissenschaftliche Erkenntnisse erst dann von Relevanz für die Politik sein könnten, wenn sie absolute Sicherheit liefern können. Tatsächlich steht eine solche Annahme jedoch im diametralen Widerspruch zu der tatsächlichen Arbeitsweise wissenschaftlicher Forschung.[118]

Die künstliche Erzeugung einer Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der Zeit wurde das Schüren von Unsicherheit zum Schüren einer künstlich hergestellten Kontroverse weiterentwickelt. Ziel dieser Strategie ist es, in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken, dass es eine große Debatte und Widerspruch nicht (nur) in der Öffentlichkeit, sondern innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft über die Existenz der menschengemachten Erwärmung gäbe. Tatsächlich gilt die sogenannte „Kontroverse um die globale Erwärmung“ als das Paradebeispiel für eine von Interessengruppen aus Wirtschaft und Politik künstlich erzeugte und geschürte „Kontroverse“ ohne reale Entsprechung innerhalb der Wissenschaft.[119]

Um diese vermeintliche Kontroverse zu kreieren wurden von Unternehmen und konservativen Think Tanks eine kleine Zahl von klimaskeptischen Wissenschaftlern und sonstiger vermeintlicher Experten (oft ohne Expertise in Klimafragen) rekrutiert, die nicht nur Kritik an der echten wissenschaftlichen Forschung, sondern eine Alternative zu ihr herstellen sollten, um Öffentlichkeit und Politiker bewusst zu verwirren. Die Funktionsweise der echten Forschung wird hierbei gezielt imitiert: Die Contrarians veröffentlichen (zumeist nicht-begutachtete) Berichte und Bücher, publizieren in randständigen Fachzeitschriften, halten Konferenzen ab und stellen zudem Listen von Wissenschaftlern zusammen, die die menschengemachte Erwärmung angeblich bezweifeln. Ein Beispiel für diese Methode ist die Schaffung des Nongovernmental International Panel on Climate Change durch das Heartland Institite als Gegenstück zum IPCC. Motivation hierfür war, die zentralen Erkenntnisse der Klimaforschung, dass sich die Erde maßgeblich durch menschliches Tun erwärmt und dies negative Folgen haben wird, für die Öffentlichkeit nicht nur unsicher erscheinen zu lassen, sondern den Anschein zu erwecken, sie seien in der Wissenschaft in erheblichem Maß umstritten. Die Gegenbehauptungen zu den Erkenntnissen der Klimaforschung werden zugleich stark zirkuliert und häufig mit Anschuldigungen wissenschaftlichen Fehlverhaltens ergänzt, um besondere Wirkung auf Öffentlichkeit und Politik zu erzielen und die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen zu untergraben.[119]

Dadurch, dass Klimaleugner praktisch ausschließlich außerhalb der Wissenschaft in Medien publizieren, wo sie keinem qualitätssichernden Peer-Review-Verfahren ausgesetzt sind, können sie durch die Wissenschaft längst widerlegte Argumente immer wieder wiederholen. Diese bisweilen auch als „Zombie-Argumente“ bezeichneten Scheinargumente, die bei Bedarf immer wieder aus ihren Gräbern geholt werden, nutzen sie dann, um echte wissenschaftliche Forschungsergebnisse zu attackieren. Aus Sicht der Wissenschaftskommunikation bzw. des öffentlichen Verständnisses wissenschaftlicher Forschungsergebnisse ergibt sich aus dieser Publikationspraxis ein schwerwiegendes Problem: Während sich Klimaleugner, deren Publikationen fast ausnahmslos kein Peer-Review bestehen würden, als Folge in aller Regel direkt über verschiedene Medien an die Öffentlichkeit wenden, neigen richtige Wissenschaftler, die ihre Arbeiten in begutachteten Fachzeitschriften publizieren, deutlich weniger dazu, ihre Ergebnisse (auch) in den journalistischen (Massen)-Medien darzustellen. Nicht zuletzt steht der Umstand, dass sich Klimaleugner fast ausschließlich außerhalb des Peer-Reviews bewegen, in scharfem Widerspruch zu den vorgeblich hohen Qualitätsmaßstäben, die Leugner ihren eigenen Behauptungen zuschreiben. Als Erklärung für ihre Unfähigkeit, ihre Thesen in der begutachteten Literatur unterzubringen, greifen Klimaleugner häufig zu Verschwörungstheorien wie z. B., dass dies durch ein linkes Komplott verhindert würde.[120]

Parallel versuchen viele Klimaleugner, Klimaforschung durch Kürzungen von Forschungsgeldern zu untergraben. 2011 versuchte beispielsweise das republikanisch dominierte Wissenschaftskomitee des Repräsentantenhauses, die Forschungsgelder für eine Reihe von klimarelevanten Forschungsinstitutionen wie das Energieministerium, die NASA, die NOAA und die National Science Foundation zu verringern, wobei die Mehrzahl dieser Budgetkürzungen an der demokratischen Partei scheiterte.[121] 2017 schlug die Regierung Trump massive Kürzungen für Klima- und Umweltforschung vor; darunter u. a. die Halbierung des Budgets des Forschungsbüros der EPA, Streichungen bei Wetter- und Klimabeobachtungssatelliten der NOAA und Umdelegierung von Forschungsgeldern bei der NASA.[122]

Unterstützung durch die Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Strategie, eine künstliche Debatte ohne reale Entsprechung in der Wissenschaft zu kreieren, war in der Vergangenheit u. a. durch die Unterstützung aus den Medien erfolgreich. So stellten Medien nicht nur wissenschaftlich bereits widerlegte Behauptungen von Leugnern weiterhin so dar, als herrsche (noch) eine wissenschaftliche Kontroverse über das Thema. Sie verzichteten auch oft auf einen Hinweis, dass die vermeintlichen „Experten“, die Gegenthesen zum Stand der Wissenschaft präsentierten, Verbindungen zu ideologisch motivierten Think Tanks aufwiesen oder finanzielle Zuwendungen von betroffenen Industriezweigen erhielten wie z. B. aus der fossilen Energiebranche.[123] Darüber hinaus lassen viele Medien Angestellte von klimaskeptischen Think Tanks oder Greenscam-Organisationen Gastbeiträge veröffentlichen, ohne dass die Hintergründe dieser Organisationen oder ihre Finanzierung offengelegt werden. Viele dieser Personen werden überdies als „unabhängige Wissenschaftler“ präsentiert, obwohl sie tatsächlich oft gar keine Wissenschaftler bzw. aufgrund ihrer Positionen befangen sind.[124]

Neben konservativen Medien trugen auch viele Qualitätsmedien erheblich zur Verbreitung klimaskeptischer Thesen bei, indem sie durch vermeintlich „ausgewogene“ Berichterstattung („balance as bias“) einer kleinen Gruppe von Klimaleugnern unverhältnismäßig viel Raum in ihrer Berichterstattung einräumten und auf diese Weise die Meinungen dieser Gruppe erheblich verstärkten. So ergab eine einflussreiche Studie aus dem Jahr 2004, dass von 636 untersuchten Medienartikeln, die zwischen 1988 und 2002 in vier großen Zeitungen erschienen waren, rund 53 % „ausgewogen“ berichteten. Das heißt, dass sie also die Thesen annähernd gleich gewichteten, dass der Mensch erheblichen Anteil an der globalen Erwärmung habe bzw. dass die Klimaerwärmung ausschließlich natürlich sei. 35 % der Artikel betonten die Existenz der menschengemachten Erderwärmung, erwähnten aber genauso die Gegenthese, dass die Erwärmung natürliche Ursachen habe, und nur 6 % der Artikel gaben den wissenschaftlichen Konsens korrekt wieder, indem sie die Erwärmung dem Mensch zuschrieben ohne eine Gegenthese zu präsentieren. Dabei veränderte sich die Berichterstattung auch über die Zeit. Während 1988 noch der Großteil der Berichte die Sicht der Wissenschaft korrekt wiedergab, veränderten Journalisten ab ca. 1990 mit dem Einsetzen von Desinformationskampagnen u. a. durch die Global Climate Coalition und das Heartland Institute die Art ihrer Berichterstattung hin zu der vermeintlich „ausgewogenen“ Darstellung. Gleichzeitig ging die Presse dazu über, Wissenschaftler als zunächst am häufigsten zitierte Quellen durch Politiker als Informationsquellen zu ersetzen.[125][126]

Obwohl es viel mehr Wissenschaftler gab, die die Erderwärmung für menschengemacht hielten, wurde diesen Wissenschaftlern von den Medien zumeist ein „Skeptiker“ gegenübergestellt, der das Gegenteil behauptete.[127] Durch diese vermeintlich ausgewogene Berichterstattung, die ihren Ursprung in der Fairness-Doktrin hat, wurden damit Klimaleugnern und ihre Thesen in den Medien systematisch bevorzugt, da sie viel mehr Aufmerksamkeit erhielten, als ihnen aufgrund des breiten wissenschaftlichen Konsenses eigentlich zustand.[128] Zugleich wurde so in der Öffentlichkeit der falsche Eindruck erweckt, dass es in der Klimaforschung nur eine beschränkte Übereinstimmung über die Ursachen der globalen Erwärmung gäbe.[129]

Mittlerweile ist aber eine Veränderung in der Medienlandschaft festzustellen: Mit Stand 2017 ist die „ausgewogene Darstellung“ nicht mehr die wichtigste Triebfeder für das Vorhandensein von Klimaleugnern in der Medienberichterstattung. Vielmehr gehen viele Medien bei ihrer Klimaberichterstattung zu mehr interpretativem Journalismus über, bei dem die Leugnung der globalen Erwärmung in einen Kontext gesetzt wird. Allerdings erhalten Klimaleugner weiterhin viel mediale Aufmerksamkeit und sind verglichen mit ihrer wissenschaftlichen Bedeutung in den Medien überrepräsentiert. Auf diese Weise wird die Klimadebatte weiterhin als Aufeinanderprallen von Klimawissenschaft und abweichenden Wissenschaftlern präsentiert, was nicht nur zu einer Polarisierung führt, sondern unter anderem die Gefahr birgt, dass wichtigere Debatten über die Gestaltung von Klimapolitik und Klimaforschung an den Rand gedrängt werden. Sinnvoller wäre nach Brüggemann und Engesser, die abweichenden Wissenschaftler in Zukunft zu ignorieren und stattdessen Ausschau nach neuen Narrativen zu halten: Beispielsweise den Fokus darauf zu legen, wie Politiker die bei der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 getroffenen Vereinbarungen einzuhalten gedenken.[130]

Argumentationsmuster von Klimaleugnern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um ihr Ziel zu erreichen, die Öffentlichkeit und die Medien davon zu überzeugen, dass nicht ausreichend Wissen vorhanden ist, um Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, nutzen Klimaleugner verschiedene Argumentationsmuster, wobei viele davon rhetorische Argumente sind. Diese sollen den Anschein einer legitimen Debatte erwecken, wo tatsächlich keine solche herrscht.[131] Da sich die Klimadebatte üblicherweise außerhalb der Wissenschaft in der Öffentlichkeit abspielt, können Klimaleugner auf eine Vielzahl von wissenschaftlich längst widerlegten Argumenten zurückgreifen und diese beliebig wiederholen, sodass es inzwischen eine hohe Zahl von Klimaleugnerargumenten gibt.[132] Eine Auswahl von weit über Hundert beliebten Argumenten samt ihrer Widerlegung findet sich auf Skeptical Science.[133] Diese Argumente wurden 2009 von Diethelm und McKee analysiert, wobei sie feststellten, dass verschiedene Formen des Denialismus in ganz unterschiedlichen Bereichen alle sehr ähnliche Argumentationsmuster aufwiesen. Insgesamt fanden sie fünf zentrale und intensiv genutzte Argumentationsmuster.[26]

Anführen falscher Experten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Methode zielt darauf ab, vermeintlich seriöse Fachleute zu präsentieren, die sich als Experten in einem bestimmten Fachgebiet ausgeben, deren Ansichten tatsächlich aber konträr zum Forschungsstand liegen.[26] Ziel dieser Vorgehensweise ist es, den wissenschaftlichen Konsens bezüglich der menschengemachten Erwärmung zu untergraben. Ist die Öffentlichkeit von einem Konsens überzeugt, hat dies eine prägende Wirkung auf ihre eigene Sichtweise auf die globale Erwärmung. Eine Taktik, um diesen Effekt zu verhindern, ist die Präsentation von falsche Experten (oft ohne eigene wissenschaftlichen Arbeiten zur Klimaforschung), die sich als hochqualifizierte Experten ausgeben, um den falschen Anschein einer wissenschaftlichen Kontroverse zu erwecken.[134]

Als bestes Beispiel für diese Strategie gilt die Oregon-Petition, bei der Klimaleugner rund 31.000 „Wissenschaftler“ anführen, die sich gegen die menschengemachte Erderwärmung aussprechen. Im Begleittext zur Petition argumentieren sie, eine solch große Zahl von Wissenschaftlern belege, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens gäbe. Unterschreiben konnten die Petition jedoch nicht nur Wissenschaftler, sondern jeder Hochschulabsolvent mit einem Bachelor-Abschluss in Naturwissenschaften, zudem ist die Nachprüfbarkeit der Angaben aufgrund fehlender Nachweise kaum gegeben. Insgesamt verfügten von diesen 31.000 Personen mehr als 99 % über keinerlei klimawissenschaftliche Expertise.[135]

Eine andere Variante der Taktik besteht darin, die Äußerungen der wenigen verbliebenen klimaskeptischen Klimaforschern bewusst aufzubauschen. Beispielsweise wurde in einem 1998 von Ölkonzernvertretern und Think-Tank-Mitarbeitern verfassten Memo vorgeschlagen, ein PR-Programm speziell für die Medienkommunikation aufzulegen, bei dem fünf „unabhängige“ Wissenschaftler gezielt „identifiziert, rekrutiert und trainiert“ werden sollten, die dann Öffentlichkeitsarbeit zur Klimaforschung betreiben sollten. Insbesondere sollten Medien mit einem konstanten Strom von Informationsmaterialien versorgt werden, mit dem das Allgemeinwissen zur Klimaforschung absichtlich unterhöhlt werden sollte.[134]

Falsche Experten arbeiten häufig für verschiedene politische Frontorganisationen, sodass die dahinterstehenden Industrieunternehmen oder Verbände für die Öffentlichkeit verschleiert werden. Unter anderem dien(t)en falsche Experten dazu, Industriepositionen vermeintlich unabhängig zu vertreten und somit Journalisten, Politiker und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass die Unsicherheiten bezüglich der globalen Erwärmung zu groß seien, um die Einführung von Klimaschutzmaßnahmen zu rechtfertigen. Die Nutzung falscher Experten geht häufig mit Diffamierungskampagnen gegen echte Experten und Forscher einher, um diese in Verruf zu bringen.[26]

Selektivität bzw. Rosinenpicken bei der Datenauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Selektivität bei der Belegauswahl bzw. Rosinenpicken erfolgen z. B. durch (starkes) Nutzen von isolierten Außenseiterarbeiten, die den Konsens in einem Forschungsfeld angreifen. Üblicherweise sind Klimaleugner durch ihre isolierte Position nicht abgeschreckt, sondern sehen sich vielmehr als moderne Galileos, die den Mut haben, gegen die herrschende Lehrmeinung oder eine vermeintliche Political Correctness anzukämpfen.[26] Farmer und Cook nennen in Bezug auf die Argumentationsstrategien von Klimaleugnern fünf häufig eingesetzte Arten des Rosinenpickens[136]:

Kurze Zeitabschnitte
Diese Taktik wird zum Beispiel in Bezug auf die globale Oberflächentemperatur angewandt, die nicht jedes Jahr gleichmäßig steigt, sondern von statistischem Rauschen überlagert wird. Anstelle des langfristigen Trends werden hierbei kurzfristige Zeiträume gewählt, wobei innerhalb des Rauschens gezielt zwei Extremwerte herangezogen werden.[136] Ein klassisches Beispiel ist die selektive Auswahl des Jahres 1998 für die Berechnung von Temperaturtrends. Mit diesem extrem warmen Jahr als Startpunkt der Zeitreihe vermitteln die folgenden Jahre den Anschein eines deutlich geringeren Temperaturanstiegs.[137] Davon ausgehend argumentierten Klimaskeptiker fälschlicherweise, dass die Erderwärmung seit 1998 zum Stillstand gekommen wäre.[138] Wird hingegen statt 1998 das Jahr 1997 als Ausgangspunkt herangezogen, fällt die ganze Argumentation in sich zusammen.[139]
Isolierte Beispiele
Hierbei werden isolierte Beispiele angeführt und zugleich gezielt Beispiele ignoriert, die zu anderen Resultaten führen würden. Beispielsweise existieren weltweit trotz globalem Gletscherschwund einige wenige Gletscher, die entgegen dem allgemeinen Trend an Masse und Volumen zunehmen. Von manchen Klimaleugnern werden diese Ausnahmen als Beispiel benutzt, um gegen die Existenz der Globalen Erwärmung zu argumentieren, wobei die dokumentierte Vielzahl der abschmelzenden Gletscher ignoriert wird.[136] Ein weiteres Beispiel ist die selektive Wiedergabe der Klimaprojektionen James E. Hansens durch Patrick Michaels. Hansen hatte 1988 bei einer Aussage vor dem US-Kongress drei verschiedene Projektionen für die globale Temperaturentwicklung erstellt, die jeweils auf unterschiedlichen Szenarien für den weltweiten Kohlenstoffdioxidausstoß beruhten. 10 Jahre später führte Michaels nur die extremste von Hansens Projektionen an, ignorierte die beiden anderen vollständig und behauptete anschließend, dass sich Hansen um 300 Prozent geirrt hätte.[140]
Spezifische Orte
Eine weitere Strategie von Klimaleugnern ist es, ihre Datenauswahl auf bestimmte Orte zu beschränken und dabei eine breitere Datenbasis zu ignorieren. Dabei wird häufig ein bestimmter Temperaturverlauf eines einzelnen Ortes herangezogen, um wider den Tatsachen zu argumentieren, dass die Mittelalterliche Warmzeit wärmer gewesen sei als die derzeitigen Temperaturen. Bei globaler Betrachtung stellt sich die Sachlage so dar, dass es an manchen Orten zu dieser Zeit wärmer war als heute, an anderen jedoch kälter. Insgesamt gesehen, das heißt unter Einbeziehung des weltweiten Klimas und nicht nur einzelner Orte, war es während der Mittelalterlichen Warmzeit kälter als gegenwärtig.[136]
Isolierte Forschungsarbeiten
Hierbei werden nur die wenigen Forschungsarbeiten zitiert, die die Positionen von Klimaleugnern bestätigen, während viele andere Forschungsarbeiten, die zu gegenteiligen Ergebnissen kommen bzw. die „skeptischen“ Paper widerlegen, ignoriert werden. So wird beispielsweise häufig eine Arbeit von Richard Lindzen als Beleg für eine niedrige Klimasensitivität angeführt, jedoch kaum auf die Vielzahl von Papern verwiesen, die eine höhere Klimasensitivität postulieren. Auch werden jene Arbeiten verschwiegen, die auf methodische Mängel in Lindzens Arbeit hinweisen. Ein anderes Beispiel ist die Kritik am Hockeyschläger-Diagramm, bei der üblicherweise ignoriert wird, dass die Resultate dieser Arbeit mit einer Reihe gleichartiger peer-reviewter Studien in allen wesentlichen Punkten übereinstimmen.[136]
Quote Mining
Beim Quote Mining werden Zitate aus Forschungsarbeiten oder persönlichen Korrespondenzen bewusst aus dem Kontext gerissen, um ein irreführendes Bild zu vermitteln. Ein Beispiel hierfür ist der Hackerzwischenfall am Klimaforschungszentrum der University of East Anglia, der von Klimaleugnern als Climategate gebrandmarkt wurde. Bei diesem Zwischenfall wurden E-Mails von Klimaforschern nach Zitaten durchforstet, die den Eindruck erwecken sollten, dass die daran beteiligten Wissenschaftler in betrügerischer Absicht handelten, während der Gesamtkontext zeigte, dass sie tatsächlich nur technische Details diskutierten.[136]

Rückgriff auf Falschdarstellungen und logische Fehlschlüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Falschdarstellungen und logische Fehlschlüsse umfassen eine Reihe verschiedener rhetorischer Argumente, beispielsweise die Nutzung von Strohmann-Argumenten, bei denen zunächst das Argument des jeweiligen Diskussionspartners entstellt wird, sodass dieses dann leichter widerlegt werden kann.[26] Logische Fehlschlüsse sind Argumente, die logisch unzutreffend sind und dann zu ungültigen Schlussfolgerungen führen.[141]

argumentum ad hominem
Ad-Hominem-Argumente verwerfen Argumente einer Person durch Angriffe auf die Person selbst. Klimaforscher werden regelmäßig Opfer von Attacken ad hominem, wobei insbesondere Forscher angegriffen werden, die bedeutsame Forschungsbeiträge geleistet haben. Ziel dieser persönlichen Angriffe auf Klimaforscher ist dabei die Diskreditierung der Klimaforschung selbst.[141]
Strohmannargumente
Bei Strohmann-Argumenten werden Aussagen des jeweiligen Kontrahenten entstellt bzw. verdreht, sodass leichter gegen sie argumentiert werden kann. Auf diese Weise lässt sich der aufgesetzte Strohmann einfach widerlegen. Ein Beispiel für ein Strohmannargument ist die Falschbehauptung, Klimaforscher behaupteten, Kohlendioxid sei der einzige Treiber des Klimawandels. Tatsächlich werden in der Klimaforschung verschiedene Faktoren berücksichtigt, von denen Kohlenstoffdioxid nicht der einzige, sondern nur der wichtigste der derzeit beobachteten globalen Erwärmung ist.[141]
Red Herring
Red Herrings bzw. Nebelkernen sind Ablenkungsversuche, bei denen eine einfach zu belegende Aussage herangezogen wird, die nichts mit der tatsächlich angeführten Schlussfolgerung zu tun hat. Ein Beispiel für einen Red Herring ist die Behauptung, dass Kohlendioxid kein Problem verursache, weil es ein durchsichtiges und geruchsloses Gas sei. Tatsächlich ist Kohlendioxid aber nicht deshalb problematisch, weil von ihm eine Geruchsbelästigung ausgeht, sondern weil es ein Treibhausgas ist, das zur Erderwärmung beiträgt. Ein weiterer Red Herring ist die Argumentation, dass Kohlendioxid Pflanzennahrung sei und demnach gut für deren Wachstum. Tatsächlich begünstigt Kohlendioxid bei Versuchen in isolierter Umgebung zwar das Pflanzenwachstum, in der Praxis brauchen Pflanzen zum Gedeihen jedoch auch genügend Wasser und passende Temperaturen. Die maßgeblich durch Kohlendioxid ausgelöste Erderwärmung stört jedoch den globalen Wasserkreislauf, verursacht mehr Hitzewellen, stärkere Dürren und führt somit zu verstärktem Stress für Pflanzen.[141]
Falsche Analogien
Bei falsche Analogien werden Sachverhalte verglichen, die nicht zusammenpassen. Ein Beispiel für eine falsche Analogie ist der Galileo-Fehlschluss, bei dem sich Klimaleugner mit Galileo Galilei vergleichen, der sich dem damaligen Konsens widersetzte, dass die Sonne um die Erde kreiste. Galileo ging nach wissenschaftlichen Kriterien vor und gewann seine Erkenntnisse mit Beobachtungen und Logik, wofür er nicht von Wissenschaftlern, sondern von religiösen und politischen Kräften unterdrückt wurde. Damit war Galileo ein Pionier der wissenschaftlichen Methode, mit der auch heutige Klimaforscher ihre Erkenntnisse gewinnen. Klimaleugner, die sich heute auf Galileo berufen, gehen jedoch gerade nicht nach der wissenschaftlichen Methode vor, sondern sind maßgeblich ideologisch getrieben. Der Galileo-Fehlschluss stellt damit die Realität auf den Kopf.[141][142]
Association Fallacy
Bei der Association Fallacy wird argumentiert, dass zwei Dinge, die eine gleiche Eigenschaft teilen, gleich seien. Beispielsweise zeigte das Heartland Institute in einer Plakatwerbung den als Unabomber bekannten Terroristen Theodore Kaczynski mit dem zugehörigen Werbetext „Ich glaube immer noch an die globale Erwärmung. Tust du es auch?“ Damit wurde fälschlich suggeriert, dass die Klimaforschung ungültig sei, da ja ein Terrorist die globale Erwärmung für wahr halte. Zudem implizierte die Werbekampagne, dass Klimaforscher gleichbedeutend mit Terroristen seien.[141]
Non Sequitur
Non sequitur (lat. „es folgt nicht“) bezeichnet eine Argumentation, bei der die Schlussfolgerung nicht von den Prämissen gestützt wird. Ein beliebtes Beispiel für diesen Fehlschluss ist die Argumentation, dass sich das Klima schon immer gewandelt habe und daher die derzeitige globale Erwärmung natürlichen Ursprungs sein müsse. Eine solche Behauptung ist gleichwertig mit der Argumentation, dass Menschen in der Vergangenheit eines natürlichen Todes gestorben seien und deshalb heute niemand ermordet werden könne.[141]
Falsches Dilemma
Bei einem falschen Dilemma wird der falsche Eindruck erweckt, dass bei einem bestimmten Sachverhalt exakt zwei Alternativen existieren, während tatsächlich weitere Alternativen existieren können oder beide Möglichkeiten beidermaßen möglich sind. Ein Beispiel für diese rhetorische Taktik ist das Argument, dass Eisbohrkerne zeigten, dass der Kohlendioxidanstieg dem Temperaturanstieg folge. Demnach verursache der Temperaturanstieg einen Kohlendioxidanstieg und nicht umgekehrt. Der Fehlschluss besteht jedoch in der Annahme, dass nur eine dieser beiden Annahmen möglich sei. Tatsächlich ist jedoch beides richtig, d. h. Kohlendioxid verursacht genauso eine Temperaturererhöhung wie auch eine Temperaturerhöhung einen höheren Kohlendioxidausstoß bewirkt. Diese Wechselwirkungen führen schließlich zu einem sich selbst verstärkenden Prozess, einer sog. Rückkopplung. Durch diese Rückkopplung mit Kohlendioxid lösten in der Vergangenheit kleine Temperaturerhöhungen durch eine Veränderung der Erdbahn eine Prozess aus, der die Erde letztendlich aus der Eiszeit in eine Warmzeit überführte.[141]

Das Stellen unerfüllbarer Anforderungen an wissenschaftliche Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau unerfüllbarer Erwartungen zielt darauf ab, Forderungen zu stellen, die wissenschaftliche Arbeit überhaupt nicht leisten kann. Beispielsweise verweisen Klimaleugner darauf, dass vor Erfindung des Thermometer keine exakten Temperaturdaten erhoben werden konnten oder führen Unsicherheiten in Klimamodellen dazu an, diese Modelle pauschal abzulehnen.[26]

Unsicherheit ist ein wichtiges Element in der wissenschaftlichen Forschung. Dies wird von Klimaleugnern und anderen Denialisten gezielt ausgenutzt, indem sie zunächst absolute Sicherheit fordern, was Wissenschaft niemals leisten kann und anschließend betonen, dass erst dann gehandelt werden dürfe, wenn 100 % Sicherheit herrsche. Diese Argumentation widerspricht sowohl der wissenschaftlichen Arbeitsweise als auch dem normalen Risikomanagement, da 100 % Sicherheit implizit bedeutet, dass nie gehandelt werden kann. Zudem bedeutet Unsicherheit im Hinblick auf die konkreten Folgen der globalen Erwärmung auch, dass die negativen Folgen schwerer als erwartet sein können.[143]

Propagieren von Verschwörungstheorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschwörungstheorien zählen zu den klassischen Argumentationsmustern von Leugnern wissenschaftlicher Erkenntnisse. Gibt es z. B. in einem Forschungsfeld zu einer bestimmte Aussage eine überwältigende wissenschaftliche Zustimmung, so wird dies nicht mit dem Umstand erklärt, dass sehr viele Forscher unabhängig voneinander zu gleichen oder sehr ähnlichen Ergebnissen kamen, sondern mit einer Verschwörung der entsprechenden Forscher.[26] Beispielsweise deuten Klimaleugner die Tatsache, dass sowohl Klimaforscher, wissenschaftliche Einrichtungen und peer-reviewte Fachzeitschriften bezüglich des Klimawandels übereinstimmen, zu einer Verschwörung innerhalb der Klimaforschung um oder werfen Klimaforschern Korruption vor. Ein gemeinsames Merkmal vieler Verschwörungstheorien ist es hierbei, die Macht der Verschwörer stark zu übertreiben. Beispielsweise müssten für eine Verschwörung in der Klimaforschung tausende Klimawissenschaftler aus Dutzenden Staaten weltweit zusammenarbeiten und zugleich auch wissenschaftliche Akademien aus der ganzen Welt Teil der Verschwörung sein.[144]

Grundsätzlich sind verschiedene Arten von Verschwörungstheorien zu unterscheiden: Eine Variante von Verschwörungstheorien suggeriert, dass Klimaforscher, die der Konsensposition in der Forschung zustimmen, finanziell motiviert sind und vor allem in den Genuss von Forschungsgeldern kommen wollen. Tatsächlich werden Forschungsgelder jedoch nur für Forschungen gewährt, die neue Erkenntnisse erwarten lassen, während Anträge auf Forschungen, die einfach nur bekanntes Wissen wiederholen, üblicherweise nicht akzeptiert werden.[144]

Eine vergleichsweise subtile Form besteht darin, Klimaforschern nicht generell eine Intrige vorzuwerfen, sondern vielmehr ein Unterdrücken von Minderheitenmeinungen durch die herrschende Lehrmeinung. Hierzu zählt z. B. der bereits oben erwähnte Galileo-Fehlschluss, bei dem sich Klimaleugner mit Galileo Galilei vergleichen. Diese Argumentationsstrategie wird häufig mit Begriffen aus dem Bereich Religion vorgetragen, wobei Klimaforscher als dogmatische Priester einer Religionsgemeinschaft dargestellt werden und Zustimmung zum wissenschaftlichen Konsens zu einem religiösen Glauben umgedeutet wird; ein Framing, das angesichts der von Klimaforschern verfolgten wissenschaftlichen Methode, die u. a. auf Personen wie Galileo zurückzuführen ist, eine Umkehrung der Realität darstellt.[145][142]

Ein weitere Variante ist der Inversionismus. Hierbei versuchen Industriegruppierungen, die eigenen Interessen, wie beispielsweise die Falschdarstellung von Forschungsergebnissen, wissenschaftlichen Institutionen in die Schuhe zu schieben. Dabei werden die eigenen Motivationen auf die jeweils andere Gruppe projiziert. Ein Beispiel hierfür sind die Behauptungen von Klimaleugnern, dass die Klimaforschung politisch motiviert sei, während es tatsächlich viele Anhaltspunkte dafür gibt, dass vielmehr die Leugnung der globalen Erwärmung ideologisch motiviert ist. Gleiches gilt für den Vorwurf, dass Klimaforscher ein finanzielles Interesse an Forschungsförderung hätten, während gleichzeitig ein großer Teil der finanziellen Zuwendungen für die Klimaleugnerbewegung aus der fossilen Energiebranche stammt.[144][26]

Weitere Beispiele für Verschwörungstheorien sind die 1996 lancierten Angriffe auf den IPCC und Benjamin Santer im Zuge der Publikation des Zweiten Sachstandbericht des IPCCs oder die Attacken auf Michael E. Mann und die Glaubwürdigkeit seiner Arbeit, insbesondere das Hockeyschläger-Diagramm. Allgemein bekannt wurden Verschwörungstheorien zum menschengemachten Klimawandel mit dem als „Climategate“ titulierten Hackerzwischenfall am Klimaforschungszentrum der University of East Anglia, bei dem Klimaleugner durch selektives Zitieren (quote mining) den Anschein erweckten, es gäbe eine Verschwörung innerhalb der Klimaforschung. Tatsächlich kamen bis 2013 neun Untersuchungskommissionen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis, dass keine Hinweise auf ein Fehlverhalten durch Klimaforscher vorlägen. Diese Ergebnisse wurden anschließend von Klimaleugnern wieder als weiteres Indiz für eine Verschwörung innerhalb der Klimaforscher umgedeutet.[144]

Ursachen und Motive der Leugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Gründe für die Leugnung der menschengemachten Erderwärmung sowie ihrer Folgen sind insbesondere ideologische Gründe und das finanziellen Interesse von Unternehmen. Daneben spielt der Glaube an freie Märkte sowie die Ablehnung des Staates und staatlicher Regulierungen eine wichtige Rolle für klimaskeptische Ansichten. Prominente Klimaleugner wie Frederick Seitz, Fred Singer, William Nierenberg und Robert Jastrow, während des Kalten Krieges noch angesehene Wissenschaftler, bezogen ihre Motivation für ihre Ablehnung der Schädlichkeit des Passivrauchens sowie der Existenz des Ozonlochs oder des Klimawandels aus marktfundamentalistischen und staatsskeptischen Positionen. Umweltschutzmaßnahmen wie Klimaschutz stellen ein Marktversagen dar, das nur mit staatlichen Eingriffen gelöst werden kann; diese Eingriffe erfordern jedoch staatliche Regulierung, die sie als schleichenden „Pfad zum Sozialismus“ kategorisch ablehnten.[146] Während persönliche und individuelle Aspekte für die Klimaskepsis bisher bereits viel Aufmerksamkeit in der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel erhalten haben, sind die Netzwerke, die hinter der Produktion von klimaskeptischen Texten stehen, jedoch noch relativ schlecht erforscht.[147]

Für die bewusste Verbreitung von Falschinformationen, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen, werden in der wissenschaftlichen Literatur verschiedene Gründe genannt: Hierzu zählen z. B. das persönliche Profitstreben einzelner Leugner, das durch finanzielle Vergütungen von Industrieseite angespornt wird. Ebenfalls wichtig sind persönliche Motive wie Ideologie oder Glauben, die dazu führen, dass bestimmte Sachverhalte abgelehnt werden, die sich im Widerspruch zu diesen befinden. Wieder andere Leugner sind exzentrische Persönlichkeiten, die teilweise vom Status als berühmter Leugner oder als Außenseiter in den Medien angezogen werden.[26]

Ein weiteres Motiv für die Verweigerung, die menschengemachte Erderwärmung anzuerkennen, liegt in dem Umstand begründet, dass die Ergebnisse der Klimaforschung bestimmte politische Weltbilder bzw. Lebensstile bedrohen. Dies trifft insbesondere dort zu, wo aus ideologischen Gründen z. B. staatliche Eingriffe in die Wirtschaft abgelehnt werden, die sich aus der Notwendigkeit von niedrigeren Kohlendioxidemissionen für Klimaschutzmaßnahmen ergeben.[66] Eine Gruppe australischer und Schweizer Psychologen fand 2013 bei einer Erhebung unter Rezipienten klimaskeptischer Blogs zudem eine deutliche statistische Korrelation zwischen Zweifeln an der globalen Erwärmung, dem Glauben an Verschwörungstheorien (darunter auch an solchen ohne naturwissenschaftlichen Bezug wie etwa der Behauptung, das FBI stecke hinter der Ermordung Martin Luther Kings 1968) und einem starken Vertrauen in freie Märkte.[148]

Hinter den oben geschilderten falschen Aussagen und falschen Denkmustern bezüglich des Klimawandels verbergen sich jedoch zum Teil auch schlicht Schwierigkeiten, wissenschaftliche Erkenntnisse logisch und fachlich richtig einzuordnen. Für manche Menschen ergibt sich ein Widerspruch zwischen menschlicher Intuition und wissenschaftlichen Erklärungen, welcher dazu führt nicht sich selbst zu hinterfragen, sondern die Wissenschaft in Frage zu stellen (siehe auch Kognitive Dissonanz).[149]

Psychologische Typen der (Klima-) Leugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Anlehnung an Stanley Cohens Klassifizierung lassen sich drei psychologische Typen der Leugnung von wissenschaftlich anerkannten Gegebenheiten wie z. B. der globalen Erwärmung unterscheiden: Wörtliche Leugnung, interpretative Leugnung und implikatorische Leugnung.[150][151]

Wörtliche Leugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der wörtlichen Leugnung wird beteuert, dass etwas nicht stattfand oder nicht wahr ist. In Bezug auf die globale Erwärmung ist diese Form der Leugnung vergleichbar mit dem Erfinden von Gegenbehauptungen durch Energiekonzerne, dass es keine globale Erwärmung gäbe. Die wörtliche Leugnung stellt somit die Argumentationsstrategie der organisierten Klimaleugnerindustrie dar.[150]

Interpretative Leugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der interpretativen Leugnung werden Fakten selbst nicht geleugnet, jedoch abweichend interpretiert. Beispielsweise werden Euphemismen und technischer Jargon eingesetzt und Begriffe verändert, um die Bedeutung von Geschehnissen zu bezweifeln. Ein Beispiel ist die Nutzung des Wortes Kollateralschaden für das unbeabsichtigte Töten von Zivilisten durch Militäraktionen. Die interpretative Leugnung entspricht damit dem (politischen) Spin. Sie wird häufig von Regierungen und Wirtschaftsunternehmen angewandt, die viele Ankündigungen tätigen, denen tatsächlich jedoch nur wenig konkrete Taten gegenüberstehen.[150]

Implikatorische Leugnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die implikatorische Leugnung ist die Form von Leugnung, die in der Gesellschaft am weitesten verbreitet ist. Bei ihr werden die psychologischen, politischen oder auch moralischen Folgen und Konsequenzen von bekanntem Wissen geleugnet. Damit werden nicht Informationen über die globale Erwärmung an sich abgelehnt, sondern vielmehr scheitern die Menschen daran, das vorhandene Wissen im Alltagsleben anzuwenden und dem Wissen entsprechend notwendige Verhaltensänderungen in ihrem Leben durchzusetzen. Personen besitzen also sowohl die notwendigen Information und akzeptieren sie auch als wahr, entscheiden sich aber aus verschiedenen Gründen dafür, sie zu ignorieren. In Bezug auf den menschengemachten Klimawandel wird also das Wissen über diesen zu großen Teilen akzeptiert, aber nicht in konkrete Handlungen oder Verhaltensänderungen umgesetzt.[150]

Maßnahmen und Aktionen gegen Klimaskepsis und Klimaskeptiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Broschüre[152] des deutschen Umweltbundesamtes enthält ein Kapitel über Publizisten in Deutschland, die Ursachen und Folgen des Klimawandels bestreiten. Vorgestellt werden Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning, Dirk Maxeiner und Michael Miersch, Günter Ederer und das „Europäische Institut für Klima und Energie (EIKE)“. Henryk M. Broder, der mit Maxeiner und Miersch ein gemeinsames Weblog betreibt, bezeichnete diese Veröffentlichung als ein Anprangern und staatlichen Eingriff in die Pressefreiheit, die ihn an die Reichskulturkammer erinnern würden.[153]

Eine Klage gegen die Veröffentlichung der Namen von Klimaleugnern wurde im Jahr 2017 letztinstanzlich abgewiesen. Die Tageszeitung Der Tagesspiegel kommentiert: „Verbieten kann der Staat die Klimawandel-Leugnung zwar nicht, aber sie immerhin als das darstellen, was sie ist: das Abstreiten von Gültigem“.[154]

ClimateNameChange ist eine Initiative in Kooperation mit der Organisation 350.org, die die Offenlegung der Namen von Politikern, die den Klimawandel bezweifeln, zum Inhalt hat.[155] Die Initiative veröffentlichte Ende August 2013 ein humoristisches Video, in dem vorgeschlagen wird, Wirbelstürme nach bekannten Klimawandelleugnern zu benennen. Namentlich benannt werden die US-Politiker Michele Bachmann, John Boehner, Paul Broun, James Inhofe, Darrell Issa, Rick Perry, Collin Peterson, Marco Rubio, Paul Ryan, Jeff Sessions, Lamar Smith und David Vitter. Auf der Homepage werden zusätzlich Martha Roby, Mo Brooks, Robert Aderholt, Spencer Bachus, Richard Shelby, Don Young, Trent Franks, Paul Gosar, Rick Crawford, Tim Griffin, John Boozman, Ken Calvert, Jeff Denham, Devin Nunes, Dana Rohrabacher, John Campbell, Mario Diaz-Balart, Rand Paul, Steve Scalise, Bill Cassidy, Mary Landrieu, Fred Upton, Joe Heck, Michael Grimm, Tim Scott, Joe Barton, Ted Poe und Morgan Griffith genannt.[156] Das Video wurde bis Ende September 2013 über zwei Millionen Mal abgerufen.[157]

Der Journalist Andrew Revkin merkte in der New York Times kritisch an, dass er das Video trotz guter Absichten als problematisch ansehe, da entsprechend dem 2012 vom Weltklimarat berichteten wissenschaftlichen Kenntnisstand zwar mit einer Zunahme der Stärke der einzelnen tropischen Wirbelstürme gerechnet werde, diese jedoch zukünftig seltener auftreten würden.[158]

Obwohl zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht nur die geophysikalischen Grundlagen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit feststanden, sondern auch die Erwärmung und ihre Folgen sich abzuzeichnen begannen, dauerte es bis Ende 2015, bis auf der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 einstimmig beschlossen wurde, Maßnahmen zu ergreifen, die die globale Erwärmung auf unter 2 Grad begrenzen. Jedoch leugnen selbst in der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2016 die Bewerber der Republikanischen Partei, unterstützt von umfangreichen Spenden durch Energiekonzerne, weiterhin den menschlichen Einfluss auf das Klima bzw. dass es sich überhaupt ändert.[159]

In einer Studie wird Anfang 2017 dazu geraten, vorbeugend auf eventuelle Falschmeldungen hinzuweisen, wenn über den Forscherkonsens zum Klimawandel berichtet wird.[160]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeine Websites[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argumente und Stellungnahmen von wissenschaftlichen Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Journalistische Reportagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Riley E. Dunlap: Climate Change Skepticism and Denial: An Introduction. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 691–698, S. 693, doi:10.1177/0002764213477097.
  2. Vgl. Karin Edvardsson Björnberg u. a.: Climate and environmental science denial: A review of the scientific literature published in 1990–2015. In: Journal of Cleaner Production. Band 167, 2017, S. 229–241, hier: S. 237, doi:10.1016/j.jclepro.2017.08.066.
  3. a b Uri Shwed, Peter S. Bearman: The Temporal Structure of Scientific Consensus Formation. In: American Sociological Review. Band 75, Nr. 6, 2010, S. 817–840, doi:10.1177/0003122410388488.
  4. a b Paul C. Stern: Sociology. Impacts on climate change views. In: Nature Climate Change. Band 6, 2016, S. 341–342, doi:10.1038/nclimate2970.
  5. Stephan Lewandowsky: Future Global Change and Cognition. In: Topics in Cognitive Science. Band 8, 2016, S. 7–18, hier 11 f., doi:10.1111/tops.12188.
  6. Sven Ove Hansson: Science denial as a form of pseudoscience. In: Studies in History and Philosophy of Science. Band 63, 2017, S. 39–47, doi:10.1016/j.shpsa.2017.05.002.
  7. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. XXII.
  8. a b c d Karin Edvardsson Björnberg u. a.: Climate and environmental science denial: A review of the scientific literature published in 1990–2015. In: Journal of Cleaner Production. Band 167, 2017, S. 229–241, hier: S. 235, doi:10.1016/j.jclepro.2017.08.066.
  9. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, S. 144.
  10. Riley E. Dunlap: Climate Change Skepticism and Denial: An Introduction. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 691–698, S. 692, doi:10.1177/0002764213477097.
  11. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, S. 156.
  12. Vgl. Spencer Weart: Global Warming. How skepticism became denial. In: Bulletin of the Atomic Scientists. Band 67, Nr. 1, 2011, S. 41–50, doi:10.1177/0096340210392966.
  13. Stefan Rahmstorf, Hans Joachim Schellnhuber: Der Klimawandel. 6. Auflage 2007, S. 85.
  14. Wouter Poortinga u. a.: Uncertain climate: An investigation into public scepticism about anthropogenic climate change. In: Global Environmental Change 21, (2011), 1015–1024, S. 1016, doi:10.1016/j.gloenvcha.2011.03.001.
  15. Vgl. z. B. Jeremy Kemp u. a.: Sceptics and deniers of climate change not to be confused. In: Nature. Nr. 464, 2010, S. 673, doi:10.1038/464673a.
  16. Lawrence Torcello: The Ethics of Belief, Cognition, and Climate Change Pseudoskepticism: Implications for Public Discourse. In: Topics in Cognitive Science. Band 8, 2016, S. 19–48, doi:10.1111/tops.12179.
  17. Karin Edvardsson Björnberg u. a.: Climate and environmental science denial: A review of the scientific literature published in 1990–2015. In: Journal of Cleaner Production. Band 167, 2017, S. 229–241, doi:10.1016/j.jclepro.2017.08.066.
  18. a b Jens Soentgen, Helena Bilandzic: Die Struktur klimaskeptischer Argumente. Verschwörungstheorie als Wissenschaftskritik. In: GAIA. Band 23, Nr. 1, 2014, S. 40–47, doi:10.14512/gaia.23.1.10.
  19. Zit nach: Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan 2011, S. 1.
  20. a b James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 4.
  21. Riley E. Dunlap: Climate Change Skepticism and Denial: An Introduction. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 691–698, doi:10.1177/0002764213477097.
  22. a b c Vgl.Stefan Rahmstorf, Hans Joachim Schellnhuber: Der Klimawandel. C. H. Beck, 7. Auflage 2012, S. 85.
  23. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 322.
  24. Zit nach: Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan, 2011, S. 1 f.
  25. Catriona McKinnon: Should We Tolerate Climate Change Denial? In: Midwest Studies In Philosophy. Band 40, Nr. 1, 2016, S. 205–216, S. 205, doi:10.1111/misp.12056.
  26. a b c d e f g h i j Pascal Diethelm, Martin McKee: Denialism: what is it and how should scientists respond? In: European Journal of Public Health. Band 19, Nr. 1, 2009, S. 2–4, doi:10.1093/eurpub/ckn139.
  27. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original:Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. 220 f.
  28. a b Spencer Weart: Global Warming. How skepticism became denial. In: Bulletin of the Atomic Scientists. Band 67, Nr. 1, 2011, S. 41–50, S. 44, doi:10.1177/0096340210392966.
  29. Zit. nach: Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original:Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. 223.
  30. Spencer Weart: Global Warming. How skepticism became denial. In: Bulletin of the Atomic Scientists. Band 67, Nr. 1, 2011, S. 41–50, S. 45, doi:10.1177/0096340210392966.
  31. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 178.
  32. Naomi Oreskes: The Scientific Consensus on Climate Change. In: Science. Band 306, Nr. 5702, 2004, S. 1686, doi:10.1126/science.1103618.
  33. William R. L. Anderegg u. a.: Expert credibility in climate change. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 107, Nr. 27, 2010, S. 12107–12109, doi:10.1073/pnas.1003187107.
  34. John Cook u. a.: Quantifying the consensus on anthropogenic global warming in the scientific literature. In: Environmental Research Letters. Band 8, 2013, doi:10.1088/1748-9326/8/2/024024.
  35. John Cook u. a.: Consensus on consensus: a synthesis of consensus estimates on human-caused global warming. In: Environmental Research Letters. Band 11, Nr. 4, 2016, doi:10.1088/1748-9326/11/4/048002.
  36. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. XVI.
  37. Mojib Latif: Bringen wir das Klima aus dem Takt? Hintergründe und Prognosen. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2007, S. 146.
  38. Michael E. Mann: The Hockey-Stick and the Climate Wars. Columbia University Press, 2012, S. 17.
  39. Vgl. Michael E. Mann: The Hockey-Stick and the Climate Wars. Columbia University Press, 2012, S. 12–17.
  40. Spencer Weart: Global Warming. How skepticism became denial. In: Bulletin of the Atomic Scientists. Band 67, Nr. 1, 2011, S. 41–50, S. 46 f., doi:10.1177/0096340210392966.
  41. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 304 f.
  42. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 304.
  43. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 305.
  44. Vgl. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. 237–240.
  45. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. 239 f.
  46. a b Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 305 f.
  47. Vgl. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 306–308.
  48. James Painter, Teresa Ashe: Cross-national comparison of the presence of climate scepticism in the print media in six countries, 2007–10. In: Environmental Research Letters. Band 7, 2012, doi:10.1088/1748-9326/7/4/044005.
  49. Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan 2011, S. 11.
  50. Zit nach: Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan, 2011, S. 11.
  51. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 172 f.
  52. Michael E. Mann: The Hockey-Stick and the Climate Wars. Columbia University Press, 2012, S. 23.
  53. Michael E. Mann: The Hockey-Stick and the Climate Wars. Columbia University Press, 2012, S. 24 f.
  54. Vgl. Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan 2011, S. 78.
  55. Vgl. Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan 2011, S. 125.
  56. Naomi Oreskes u. a.: Adaptation to Global Warming: Do Climate Models Tell Us What We Need to Know? In: Philosophy of Science. Band 77, Nr. 5, 2010, S. 1012–1028, S. 1026, doi:10.1086/657428.
  57. a b Justin Farrell: Corporate funding and ideological polarization about climate change. In: Proceedings of the National Academy of Sciences 113, Nr. 1, 2015, S. 92–97, doi:10.1073/pnas.1509433112.
  58. Stephan Lewandowsky, Klaus Oberauer: Motivated Rejection of Science. In: Current Directions in Psychological Science. Band 25, Nr. 4, 2016, S. 217–222, hier: S. 220, doi:10.1177/0963721416654436.
  59. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 318 f; vgl. auch Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, S. 155.
  60. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 300.
  61. Robert J. Brulle: Institutionalizing delay: foundation funding and the creation of U.S. climate change counter-movement organizations. In: Climatic Change. Band 122, Nr. 4, 2014, S. 681–694, doi:10.1007/s10584-013-1018-7.
  62. Karin Edvardsson Björnberg u. a.: Climate and environmental science denial: A review of the scientific literature published in 1990–2015. In: Journal of Cleaner Production. Band 167, 2017, S. 229–241, doi:10.1016/j.jclepro.2017.08.066.
  63. a b Riley E. Dunlap and Peter J. Jacques: Climate Change Denial Books and Conservative Think Tanks: Exploring the Connection. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 699–731, doi:10.1177/0002764213477096.
  64. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014.
  65. Stephan Lewandowsky u. a.: NASA Faked the Moon Landing—Therefore, (Climate) Science Is a Hoax: An Anatomy of the Motivated Rejection of Science. In: Psychological Science. Band 24, Nr. 5, 2013, S. 622–633, doi:10.1177/0956797612457686.
  66. a b c Sven Ove Hansson: Science denial as a form of pseudoscience. In: Studies in History and Philosophy of Science. Band 63, 2017, S. 39–47, hier S. 43., doi:10.1016/j.shpsa.2017.05.002.
  67. Extra-Kasse statt Extra-Klasse? In: Tagesschau. 29. Juni 2016, abgerufen am 1. Januar 2017.
  68. a b c Karin Edvardsson Björnberg u. a.: Climate and environmental science denial: A review of the scientific literature published in 1990–2015. In: Journal of Cleaner Production. Band 167, 2017, S. 229–241, hier: S. 236, doi:10.1016/j.jclepro.2017.08.066.
  69. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, insbes. 148.
  70. a b c Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 310 f.
  71. Nick Watts u. a.: Health and climate change: policy responses to protect public health. In: The Lancet. Band 386, 2015, S. 1861–1914, S. 1901, doi:10.1016/S0140-6736(15)60854-6.
  72. Juliet Roper u. a.: Doubt, Delay, and Discourse: Skeptics’ Strategies to Politicize Climate Change. In: Science Communication. Band 38, Nr. 6, 2016, S. 776–799, doi:10.1177/1075547016677043 (englisch).
  73. Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan, 2011, S. 75 (englisch).
  74. Oil industry knew of ‘serious’ climate concerns more than 45 years ago. In: The Guardian. 13. April 2016, abgerufen am 19. November 2016 (englisch).
  75. Catriona McKinnon: Should We Tolerate Climate Change Denial? In: Midwest Studies In Philosophy. Band 40, Nr. 1, 2016, S. 205–216, doi:10.1111/misp.12056 (englisch).
  76. Geoffrey Supran, Naomi Oreskes: Assessing ExxonMobil’s climate change communications (1977–2014). In: Environmental Research Letters. Band 12, 2017, doi:10.1088/1748-9326/aa815f.
  77. Constantine Boussalis, Travis G. Coan: Text-mining the signals of climate change doubt. In: Global Environmental Change. Band 36, 2016, S. 89–100, doi:10.1016/j.gloenvcha.2015.12.001.
  78. a b c Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 311–313.
  79. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, S. 149.
  80. Puneet Kollipara: Open records laws becoming vehicle for harassing academic researchers, report warns. In: Science. 2015, doi:10.1126/science.aaa7856.
  81. Jordi Xifra: Climate Change Deniers and Advocacy: A Situational Theory of Publics Approach. In: American Behavioral Scientist. Band 60, Nr. 3, 2016, S. 276–287, hier S. 284, doi:10.1177/0002764215613403.
  82. Constantine Boussalis, Travis G. Coan: Text-mining the signals of climate change doubt. In: Global Environmental Change. Band 36, 2016, S. 89–100, insbes. 98., doi:10.1016/j.gloenvcha.2015.12.001.
  83. a b c d Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 313 f.
  84. Vgl. Naomi Oreskes: Foreword. In: Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan, 2011, S. XIII f.
  85. Vgl. Spencer Weart: Global Warming. How skepticism became denial. In: Bulletin of the Atomic Scientists. Band 67, Nr. 1, 2011, S. 41–50, S. 47, doi:10.1177/0096340210392966.
  86. Aaron McCright: Dealing with climate change contrarians. In: Susanne C. Moser, Lisa Dilling (Hrsg.) Creating a Climate for Change. Communicating Climate Change and Facilitating Social Change. Cambridge University Press, 2007, 200–212, S. 200 und insbes. Fußnote 2.
  87. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, S. 152.
  88. a b c d e f g h Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 314 f.
  89. Vgl. Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan, 2011, S. 72–75 (englisch).
  90. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 93 f.
  91. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, insbes. S. 150.
  92. David Miller, William Dinan: Resisting meaningful Action on Climate Changes. Think tanks, ‘merchants of doubt’ and the ‘corporate capture’ of sustainable development. In: Anders Hansen, Robert Cox (Hrsg.): The Routledge Handbook of Environment and Communication. London 2015, 86–99, S. 90.
  93. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, insbes. S. 151.
  94. a b c Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 315 f.
  95. Denis G. Arnold: Corporate Responsibility, Democracy, and Climate Change. In: Midwest Studies in Philosophy. Band 40, Nr. 1, 2016, S. 252–261, doi:10.1111/misp.12059.
  96. a b Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, insbes. 153 f.
  97. Jeremiah Bohr: Is it hot in here or is it just me? Temperature anomalies and political polarization over global warming in the American public. In: Climatic Change. Band 142, 2017, S. 271–285, doi:10.1007/s10584-017-1934-z.
  98. Bruce W. Jentleson: Global Governance, the United Nations, and the Challenge of Trumping Trump. In: Global Governance. Band 23, 2017, S. 143–149.
  99. a b Kari De Pryck, Francois Gemenne: The Denier-in-Chief: Climate Change, Science and the Election of Donald J. Trump. In: Law Critique. Band 28, Nr. 2, 2017, S. 119–126, doi:10.1007/s10978-017-9207-6.
  100. Lesley Evans Ogden: Nine years of censorship. In: Nature. Band 533, 2016, S. 26–28, doi:10.1038/533026a.
  101. a b Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 316 f.
  102. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial. In: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press, 2011, S. 144–160, insbes. 152.
  103. Karen Akerlof u. a.: Communication of climate projections in US media amid politicization of model science. In: Nature Climate Change. Band 2, 2012, S. 648–654, doi:10.1038/NCLIMATE1542.
  104. Lauren Feldman: Polarizing news? Representations of threat and efficacy in leading US newspapers’ coverage of climate change. In: Public Understanding of Science. Band 26, Nr. 4, 2017, doi:10.1177/0963662515595348.
  105. Lauren Feldman u. a.: Climate on Cable: The Nature and Impact of Global Warming Coverage on Fox News, CNN, and MSNBC. In: The International Journal of Press/Politics. Band 17, Nr. 1, 2012, S. 3–31, insbes. 22 f., doi:10.1177/1940161211425410.
  106. Jonas Kaiser, Markus Rhomberg: Questioning the Doubt: Climate Skepticism in German Newspaper Reporting on COP17. In: Environmental Communication. Band 10, Nr. 5, 2016, S. 556–574, doi:10.1080/17524032.2015.1050435.
  107. a b c d Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 317 f.
  108. Anita Blasberg, Kerstin Kohlenberg: Die Klimakrieger. In: Die Zeit. 22. November 2012. Abgerufen am 10. Mai 2017.
  109. Vgl. Wendee Holtcamp: Flavors of Uncertainty: The Difference between Denial and Debate. In: Environmental Health Perspectives. Band 120, Nr. 8, 2012, S. a314–a319, doi:10.1289/ehp.120-a314.
  110. Elke U. Weber, Paul C. Stern: Public Understanding of Climate Change in the United States. In: American Psychologist. Band 66, Nr. 4, 2011, S. 315–328, insbes. 321, doi:10.1037/a0023253.
  111. a b Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. 27 f.
  112. Vgl. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. XXI–XXIV.
  113. Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 306 f.
  114. Michael E. Mann: The Hockey-Stick and the Climate Wars. Columbia University Press, 2012, S. 22 f.
  115. Zit nach: Michael E. Mann: The Hockey-Stick and the Climate Wars. Columbia University Press, 2012, S. 22.
  116. a b Vgl. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 174.
  117. Ding Ding u. a.: Support for climate policy and societal action are linked to perceptions about scientific agreement. In: Nature Climate Change. Band 1, 2011, S. 462–466, doi:10.1038/NCLIMATE1295.
  118. Michael E. Mann: The Hockey-Stick and the Climate Wars. Columbia University Press, 2012, S. 60 f.
  119. a b Riley Dunlap, Aaron M. McCright: Challenging Climate Change. The Denial Countermovement. In: Riley Dunlap, Robert J. Brulle (Hrsg.): Climate Change and Society. Sociological Perspectives. Report of the American Sociological Association’s Task Force on Sociology and Global Climate Change. Oxford University Press, 2015, 300–332, S. 308 f.
  120. Sven Ove Hansson: Science denial as a form of pseudoscience. In: Studies in History and Philosophy of Science. Band 63, 2017, S. 39–47, doi:10.1016/j.shpsa.2017.05.002.
  121. David, J. Hess: Political Ideology and the Green-Energy Transition in the United States. In: David Lee Kleinmann, Kelly Moore (Hrsg.): Routledge Handbook of Science, Technology, and Society. Routledge, 2014, 277–291, S. 281.
  122. Sara Reardon, Jeff Tollefson, Alexandra Witze & Erin Ross: US science agencies face deep cuts in Trump budget. In: Nature. 2017, doi:10.1038/nature.2017.21652.
  123. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, S. 310.
  124. Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan, 2011, S. 94.
  125. Maxwell T. Boykoff, Jules M. Boykoff: Balance as bias: global warming and the US prestige press. In: Global Environmental Change. Band 14, 2004, S. 125–136, doi:10.1016/j.gloenvcha.2003.10.001.
  126. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 121 f.
  127. Spencer Weart: Global Warming. How skepticism became denial. In: Bulletin of the Atomic Scientists. Band 67, Nr. 1, 2011, S. 41–50, S. 46., doi:10.1177/0096340210392966.
  128. Naomi Oreskes, Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft. Das Netzwerk des Leugnens. Wiley-VCH, Weinheim 2014, S. 267 f.
  129. Matthew C. Nisbet: Communicating Climate Change: Why Frames Matter for Public Engagement. In: Environment: Science and Policy for Sustainable Development. Band 51, Nr. 2, 2009, S. 12–23, doi:10.3200/ENVT.51.2.12-23.
  130. Michael Brüggemann, Sven Engesser: Beyond false balance: How interpretive journalism shapes media coverage of climate change. In: Global Environmental Change. Band 42, 2017, S. 58–67, doi:10.1016/j.gloenvcha.2016.11.004.
  131. Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan 2011, S. 43.
  132. Shaun W. Elsasser, Riley E. Dunlap: Leading Voices in the Denier Choir: Conservative Columnists’ Dismissal of Global Warming and Denigration of Climate Science. In: American Behavioral Scientist. Band 57, Nr. 6, 2013, S. 754–776, doi:10.1177/0002764212469800.
  133. Argumente und Widerlegungen, Deutsch. In: Skeptical Science. Abgerufen am 26. Juni 2017.
  134. a b Vgl. G. Thomas Farmer, John Cook: Climate Change Science. A modern Synthesis. Volume 1 – The Physical Climate. Dordrecht 2013, S. 450 f.
  135. John Cook u. a.: Neutralizing misinformation through inoculation: Exposing misleading argumentation techniques reduces their influence. In: PLOS ONE. 2017, doi:10.1371/journal.pone.0175799.
  136. a b c d e f Vgl. G. Thomas Farmer, John Cook: Climate Change Science. A modern Synthesis. Volume 1 – The Physical Climate. Dordrecht 2013, S. 451 f.
  137. Sven Ove Hansson: Science denial as a form of pseudoscience. In: Studies in History and Philosophy of Science. Band 63, 2017, S. 39–47, S. 41, doi:10.1016/j.shpsa.2017.05.002.
  138. Iselin Medhaug u. a.: Reconciling controversies about the ‘global warming hiatus’. In: Nature. Band 545, 2017, S. 41–47, doi:10.1038/nature22315.
  139. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 172.
  140. James Lawrence Powell: The Inquisition of Climate Science. New York 2012, S. 171 f.
  141. a b c d e f g h Vgl. G. Thomas Farmer, John Cook: Climate Change Science. A modern Synthesis. Volume 1 – The Physical Climate. Dordrecht 2013, S. 452–454.
  142. a b Vgl. auch Lawrence Torcello: The Ethics of Belief, Cognition, and Climate Change Pseudoskepticism: Implications for Public Discourse. In: Topics in Cognitive Science. Band 8, 2016, S. 19–48, hier 22 f., doi:10.1111/tops.12179.
  143. Vgl. G. Thomas Farmer, John Cook: Climate Change Science. A modern Synthesis. Volume 1 – The Physical Climate. Dordrecht 2013, S. 454.
  144. a b c d Vgl. G. Thomas Farmer, John Cook: Climate Change Science. A modern Synthesis. Volume 1 – The Physical Climate. Dordrecht 2013, S. 454–456.
  145. G. Thomas Farmer, John Cook: Climate Change Science. A modern Synthesis. Volume 1 – The Physical Climate. Dordrecht 2013, S. 453 u. 456.
  146. Vgl. Naomi Oreskes, Erik Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft (Original: Merchants of Doubt: How a Handful of Scientists Obscured the Truth on Issues from Tobacco Smoke to Global Warming). Weinheim 2014, insbes. S. 318 f.
  147. Justin Farrell: Network structure and influence of the climate change counter-movement. In: Nature Climate Change. Band 6, 2016, S. 370–374, doi:10.1038/nclimate2875.
  148. Stephen Lewandowsky u. a.: NASA Faked the Moon Landing — Therefore, (Climate) Science Is a Hoax. In: Psychological Science. Band 24, Nr. 5, 2013, S. 622–633, doi:10.1177/0956797612457686.
  149. Stephan Lewandowsky: Future Global Change and Cognition. In: Topics in Cognitive Science. Band 8, 2016, S. 7–18, doi:10.1111/tops.12188.
  150. a b c d Haydn Washington, John Cook: Climate Change Denial. Heads in the Sand. Earthscan, 2011, S. 98.
  151. Karin Edvardsson Björnberg u. a.: Climate and environmental science denial: A review of the scientific literature published in 1990–2015. In: Journal of Cleaner Production. Band 167, 2017, S. 229–241, hier: S. 237, doi:10.1016/j.jclepro.2017.08.066.
  152. Und sie erwärmt sich doch – Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel? (PDF; 3,4 MB).
  153. Henryk M. Broder: Eine Behörde erklärt die Klimadebatte für beendet. Die Welt, 19. Mai 2013, abgerufen am 5. Mai 2017.
  154. Oberverwaltungsgericht: UBA darf namentlich vor „Klimawandel-Skeptikern“ warnen. klimafakten.de, 24. Februar 2017, abgerufen am 27. Februar 2017.
  155. @1@2Vorlage:Toter Link/www.philly.com Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Satire of climate skeptics becomes viral hit. Auf: philly.com. 10. September 2013, abgerufen am 7. Oktober 2013 (englisch).
  156. Climate Name Change. Mit Video, 2 min 38 sek. Auf: climatenamechange.org. Abgerufen am 7. Oktober 2013.
  157. 2 Climate Change Efforts Hope To Impact Policy, Public. Auf: Media Post. 27. September 2013, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  158. Andrew Revkin: ‘Hurricane Marco Rubio’ – A Winning Climate Campaign? In: The New York Times. 30. August 2013, abgerufen am 7. Oktober 2013 (englisch).
  159. Oil and gas industry has pumped millions into Republican campaigns. The Guardian, 3. März 2016, abgerufen am 7. April 2016 (englisch).
  160. Desinformations-Kampagnen kontern – mit einer „Schutzimpfung“. Klimafakten.de, 31. Januar 2017, abgerufen am 5. Mai 2017.
  161. Brandon Keim: The Psychology of Climate Change Denial. Interview mit Kari Marie Norgaard. In: Wired. 12. September 2009, abgerufen am 11. November 2013.
  162. Irene Quaile: Warum wir den Klimawandel nicht wahrhaben wollen. In: Deutsche Welle. 17. Februar 2014.