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Thrupp & Maberly

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Rolls-Royce Phantom II aus dem Jahr 1935 mit einer Karosserie von Thrupp & Maberly
Der Humber Super Snipe von Feldmarschall Montgomery mit einer Militär-Karosserie von Thrupp & Maberly
Humber Pullman Mk. II
Hillman Minx Cabriolet: Rohkarosserie von Pressed Steel, komplettiert bei Thrupp & Maberly
Humber Imperial: Die letzte bei Thrupp & Maberly hergestellte Limousine

Thrupp & Maberly war ein zuletzt im Londoner Stadtteil Cricklewood ansässiges britisches Karosseriebauunternehmen, das im 20. Jahrhundert eng mit der Rootes-Gruppe verbunden war.

Unternehmensgeschichte

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Das Unternehmen Thrupp & Maberly geht auf einen 1760 von Joseph Thrupp in London gegründeten Betrieb zurück, der Aufbauten für Kutschwagen herstellte. 1859 beteiligte sich George Maberly an dem Unternehmen; daraufhin wurde der Name in Thrupp & Maberly geändert.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts verlagerte Thrupp & Maberly seine Tätigkeit auf die Herstellung von Automobilkarosserien. Zunächst entstanden einzelne Aufbauten für exklusive Personenkraftwagen, im Ersten Weltkrieg hingegen Karosserien für Stabswagen der Armee.[1] Nach Kriegsende fertigte Thrupp & Maberly wieder Sonderaufbauten nach Kundenwunsch, die auf Fahrgestellen von Delage, Hotchkiss und Minerva basierten.

1926 übernahm die Rootes Ltd. das Unternehmen. Werksleiter wurde R.I. Musselwhite, der zuvor zehn Jahre lang den mit Napier verbundenen Karosseriehersteller Cunard geführt hatte. Rootes war zu dieser Zeit noch kein Autohersteller, sondern ein Händler, der Autos und Fahrgestelle unter anderem von Austin, Daimler und Rolls-Royce vertrieb. Mit der Übernahme von Thrupp & Maberly wollte Rootes seinen wohlhabenden Kunden eine Möglichkeit geben, die exklusiven Chassis im eigenen Haus mit einer individuellen Karosserie einkleiden zu lassen, statt – wie bisher – fremde Karosseriebauunternehmen zu beauftragen.[2] Daneben bediente Thrupp & Maberly zwischen den Weltkriegen auch weiterhin individuelle Auftraggeber. Bis 1930 entstanden so zahlreiche Cabriolet-, Coupé- und Landaulet-Aufbauten für Alvis-, Bentley-, Lagonda- und Rolls-Royce-Fahrgestelle, die meist Einzelstücke blieben.[1]

Nachdem Rootes 1931 Hillman und Humber übernommen hatte und so zu einem Automobilhersteller geworden war, wurde Thrupp & Maberly zunehmend mit Aufträgen aus dem Konzern betraut. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entstanden bei Thrupp & Maberly vor allem die Aufbauten für den Humber Pullman, das exklusivste Modell der Rootes-Gruppe. Nur vereinzelt wurden noch Karosserien für Fahrgestelle anderer Hersteller produziert. Für den Rolls-Royce Wraith etwa entstanden bis 1939 insgesamt 42 Stück.[3]

Während des Zweiten Weltkriegs baute Thrupp & Maberly wieder Fahrzeuge für die britische Armee. Einige Berühmtheit erreichte ein Humber Super Snipe von 1943, den Feldmarschall Montgomery benutzt haben soll.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Thrupp & Maberly vollständig in den Rootes-Konzern integriert. Das Unternehmen gab die Herstellung exklusiver Sonderaufbauten auf und stellte nur moch die serienmäßigen Karosserien für bestimmte Rootes-Modelle her. Anfänglich gehörten dazu nur die hochpreisigen Humber-Modelle wie der Imperial und der Pullman; in ihrem Fall baute Thrupp & Maberly die gesamte Karosseriestruktur sowie die äußere Verkleidung und führte schließlich auch die Lackierung aus. Ab Mitte der 1950er-Jahre wurden bei Thrupp & Maberly auch alle Cabriolets der Rootes-Gruppe fertiggestellt und lackiert; die Rohkarosserien kamen aber von Pressed Steel. Später kam die Produktion spezieller Coupés wie Hillman Minx Californian und des Sunbeam Rapier hinzu.

Im Laufe der 1960er-Jahre wurde die Auslastung von Thrupp & Maberly immer geringer. 1962 beendete Rootes die Produktion des Hillman Minx und 1964 die des Singer Gazelle, 1966 wurde der Humber Sceptre eingestellt und ein Jahr später schließlich auch der Humber Super Snipe und dessen Luxusversion Humber Imperial, ohne dass es Nachfolger für diese Modelle gab. Ab 1966 hatte Thrupp & Maberly zwar noch die Karosserien des neuen Rootes Arrow zu lackieren; im Sommer 1967 entschloss sich Rootes allerdings, das inzwischen veraltete Werk zu schließen. Damit endete die Automobilproduktion bei Thrupp & Maberly[4] und das Werk stand leer. In den 1980er-Jahren wurde es abgerissen.

Der Golden Arrow

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Rekordfahrzeug Golden Arrow mit einem Aufbau von Thrupp & Maberly

Ein besonderes Fahrzeug, das 1928 bei Thrupp & Maberly hergestellt wurde, war das -goldfarben lackierte - Rekordfahrzeug „Golden Arrow“. Es hatte einen Napier-Zwölfzylinder-Flugmotor. Henry Segrave stellte mit ihm im März 1929 in Daytona einen Geschwindigkeitsrekord auf: Er fuhr die fliegende Meile mit einer Geschwindigkeit von 372 km/h. Der Rekord hielt bis zum Februar 1931.[5]

Automobilproduktion

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1896 montierte das Unternehmen einen Elektromotor in eine ihrer Kutschen und verkaufte dieses Elektroauto an die spanische Königin.[6] Vermutlich folgten weitere Fahrzeuge dieser Art.[6]

Commons: Thrupp & Maberly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Markenportrait auf der Seite www.coachbuild.com, abgerufen am 31. Juli 2023.
  2. Robson: The cars of the Rootes Group, S. 11.
  3. Jonathan Wood: Rolls-Royce & Bentley. S. 69.
  4. Robson: The cars of the Rootes Group, S. 164.
  5. Geschichte der Rekordfahrt und des Autos auf www.bluebird-electric.com, abgerufen am 9. September 2010.
  6. a b Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile.