Islam in Deutschland

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Die Anzahl der Muslime in in Deutschland wird meist auf etwa 4 Millionen Menschen geschätzt, was 5 % der Bevölkerung entspricht. Die Angaben variieren allerdings stark von 1,9 % (Zensus 2011: Freiwillige Angabe) bis 7 % (Schätzung der Deutschen Islamkonferenz 2012[1]). Rund 1,8 Millionen Muslime waren 2008 deutsche Staatsangehörige.[2] Der Islam ist zwar aufgrund der Bevölkerungsentwicklung vorwiegend sunnitisch geprägt, allerdings ist der nichtsunnitische Anteil (Aleviten, Bektaschi, Schiiten, diverse Sufi-Orden) im Vergleich zum Weltdurchschnitt aufgrund der Verfolgung in den Heimatländern in Deutschland größer. Im Jahr 2008 hatten rund 63 % der in Deutschland lebenden Muslime einen türkischen Migrationshintergrund,[2] was auf die Anwerbung von Arbeitsmigranten, damals Gastarbeiter genannt, aus der Türkei in den 1960er und 1970er Jahren zurückzuführen ist. Andere Muslime sind vor allem Einwanderer aus Bosnien-Herzegowina, Albanien, dem Kosovo, dem Iran, Marokko, Afghanistan, dem Libanon, Pakistan, Syrien und Tunesien oder deutsche Konvertiten.

Die Şehitlik-Moschee in Berlin wird hauptsächlich von türkischstämmigen Muslimen besucht

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Holzmoschee im Halbmondlager in Wünsdorf (Provisorisch); Postkarte von 1916
Februar 1931: Innenansicht in Deutschlands älteste erhaltene Moschee Wilmersdorfer Moschee oder Ahmadiyya-Moschee in Berlin

17. und 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Laufe der frühen Neuzeit ergaben sich erste Berührungspunkte innerhalb Deutschlands mit dem Islam; so ließ der Theologe Abraham Hinckelmann im Jahr 1694 in Hamburg den Koran auf Arabisch drucken. Diese Koranausgabe war nach der aus Venedig von ca. 1537/38 die zweite gedruckte Ausgabe dieses Buches (in der islamischen Welt war der Buchdruck mit arabischen Lettern bis ins 19. Jahrhundert verboten).[3][4] Dem deutschen Journalisten Muhammad Salim Abdullah zufolge sei von dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. mit dem Dekret zu Potsdam 1731 für muslimische Infanteristen, die er als Geschenk erhielt, am Langen Stall (erbaut 1734 als Reit- und Exerzierhaus) in Potsdam ein Saal als Gebetsraum nutzen, überwiegend wurde der Langer Stall als griechisch-orthodoxe Kirche für die Russen im Regiment der Langen Kerls genutzt.[5]; im Jahr 1739 sei zudem die erste islamische Gemeindegründung auf deutschem Boden erfolgt. Dem widerspricht der katholische Theologe Thomas Lemmen: Aus einer zeitgenössischen Quelle gehe hervor, jene Muslime hätten sich nur vorübergehend dort aufgehalten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wohnten hunderte muslimisch-tatarische Familien innerhalb der preußischen Grenzen. Ihren Kindern zahlte der preußische Staat Kindergeld, die Väter dienten in der preußischen Armee. In den 1790er-Jahren dienten bereits um die 2000 Tataren als Lanzenreiter unter dem Preußenkönig.[6] Im Jahr 1798 verstarb der osmanische Gesandte Ali Aziz Efendi, daraufhin stellte der preußische König Friedrich Wilhelm III. zu seiner Bestattung ein Gelände zur Verfügung. Es folgte noch ein Tausch des Geländes. Dieses neue Gelände bildete den Grundstein des 1866 errichteten und bis heute benutzten Türkischen Friedhofs am Columbiadamm in Berlin-Neukölln.

Mehrere Bauwerke in Deutschland wurden im Stil einer Moschee erbaut, hatten aber nie die Funktion einer Gebetsstätte, darunter das 1792/93 errichtete Bauwerk im Schlossgarten von Schwetzingen, das 1841 bis 1843 errichtete Dampfmaschinenhaus für Sanssouci in Potsdam sowie die Tabakmoschee (Yenidze) in Dresden. Alle drei Bauwerke haben eine Kuppel und Minarette.

Bis 1947[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Betreiben der Nachrichtenstelle für den Orient wurde seit Beginn des Ersten Weltkrieges das Halbmondlager in Wünsdorf bei Zossen in der Nähe von Berlin errichtet, in dem bis zu 30.000 meist muslimische Kriegsgefangene interniert waren. Am 13. Juli 1915 wurde in diesem Kriegsgefangenenlager Halbmondlager während des Ersten Weltkrieges eine Moschee für die in diesem Lager festgehaltenen muslimischen Kriegsgefangenen eingeweiht. Sie ist die erste Moschee auf deutschem Boden, die auch als Gebetsstätte von Muslimen genutzt wurde. Die Moschee wurde vom Deutschen Kaiserreich finanziert und in Auftrag gegeben.[7] Diese Moschee wurde hauptsächlich zu Propagandazwecken aus Holz innerhalb von fünf Wochen erbaut.[8] Nach Kriegsende gab es kein Interesse mehr an der Moschee. Aufgrund von Baufälligkeit wurde die Holzmoschee 1924 geschlossen und 1925/26 abgerissen. Allein die „Moscheestraße“ und einige Soldatengräber erinnern noch an sie.[9]

1922 erreichte, der von der Ahmadiyya Bewegung aus dem heutigen Indien entsendete Sadr ud-Din, als einer der ersten Missionare in Deutschland Berlin und gründete mit Konvertiten aus 41 Nationen den ersten Moscheeverein nach dem Vorbild der Woking Muslim Mission in England. 1924 wurde in Berlin Wilmersdorf von der islamischen Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft eine erstmals aus Stein errichtete Moschee in der Brienner Straße gebaut und am 23. März 1928 eröffnet. Die Wilmersdorfer Moschee, früher auch Berliner Moschee genannt ist heute die älteste erhaltene Moschee Deutschlands. Die Moschee war erstmals für die Bürger Berlins offen. Viele bekannte deutsche Persönlichkeiten besuchten Veranstaltungen in dieser, darunter Albert Einstein, Martin Buber, Martin Niemöller, Thomas Mann und Hermann Hesse.[10] Der Imam Sadr ud-Din verfasste 1939 in Zusammenarbeit mit Konvertiten die erste von Muslimen herausgegebene deutsche Koranübersetzung. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Moschee für Propagandaauftritte mit Mohammed Amin al-Husseini, auch bekannt als „Großmufti von Jerusalem“, missbraucht.

Seit den 1950er Jahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst in den 1950er-Jahren organisieren sich die Muslime wieder neu. Missionare der Ahmadiyya bilden wieder die Ahmadiyya-Gemeinden neu. Die ältesten Moscheen Hamburgs und Frankfurts werden erbaut. Zahlenmäßig sind es nur sehr kleine Moscheengemeinden. Zeitgleich erreichen auch Kaufleute aus anderen muslimisch geprägten Ländern Deutschland und gründen Moscheengemeinden. Muslime der islamisch-schiitischen Glaubensgemeinschaft der Zwölfer-Schiiten erbauen 1960 als fünftälteste Moschee Deutschlands die Imam-Ali-Moschee in Hamburg. Sie steht auch unter Denkmalschutz.

Der hauptsächliche Grund für die Zunahme des Islams in Deutschlands in den darauffolgenden Jahren ist die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte, bedingt durch Anwerbeabkommen mit muslimischen Staaten und den anschließenden dauerhaften Aufenthalt mit Familienzusammenführung, die von der Bundesrepublik Deutschland von 1961 (Abkommen mit der Türkei, Jugoslawien, mit Tunesien und mit Marokko über Anwerbung von Gastarbeitern) bis 1973 betrieben wurde. Der Aufenthalt in Deutschland war dabei ursprünglich als zeitlich begrenzt vorgesehen, bei Muslimen gab es bis in die 1960er-Jahre vermehrt die Absicht einer Rückkehr in das Heimatland.

Deutsche Moscheen
Seit der Jahrtausendwende werden bundesweit vermehrt repräsentative Moscheen errichtet; hier die Nasir-Moschee der Ahmadiyya in der münsterländischen Kleinstadt Isselburg (eröffnet 2007)
Die Kocatepe-Moschee in Ingolstadt, eröffnet 2008, ist die größte Moschee Bayerns
Ein weiterer Bau der Ahmadiyya: die Nuur-ud-Din-Moschee in Darmstadt, eröffnet 2003
Die Fatih-Moschee in Bremen, erster Bau seiner Art in der Hansestadt, eröffnet 1999
Die Sami-Moschee der Ahmadiyya in Hannover, eröffnet 2008
Die Mevlana-Moschee in Ravensburg (eröffnet 2008) ist nach dem sufischen Mystiker Rumi benannt
Die Selimiye-Moschee in Lünen, ebenfalls 2008 eröffnet
Die Umar-Ibn-Al-Khattab-Moschee in Berlin-Kreuzberg wurde von der aus dem Libanon stammenden Organisation al-Habasch errichtet und - ebenfalls - 2008 eröffnet
Die Aachener Bilal-Moschee, erbaut von 1964 bis 1966, ist eine der ältesten Moscheen Deutschlands

In den 1980er- und 1990er-Jahren kamen schließlich auch vielfach Muslime aus anderen Staaten, wobei es sich dabei zum Teil um Flucht bzw. Asylsuche handelte. Unter derartigen Gruppen befanden sich beispielsweise die Iraner, die im Zuge der Islamischen Revolution 1979 in die Bundesrepublik flüchteten, oder die Afghanen, die infolge des Bürgerkrieges bzw. des Sowjetisch-Afghanischen Krieges in Westdeutschland Zuflucht suchten. Auch die Ahmadiyya-Anhänger erreichten wegen blutiger Verfolgung in Pakistan Deutschland. Auch bei Libanesen, Bosniern und Kosovo-Albanern war Krieg im Heimatland der Grund für die Emigration. Da eine Rückkehr bei vielen Muslimen immer mehr in den Hintergrund trat, entstand allmählich eine religiöse Infrastruktur. In den 1970ern wurden die ersten Moscheevereine gegründet, ab den 1990ern wurden vermehrt repräsentative Moscheen errichtet.[11]

Im Jahr 2006 fand in Berlin die erste Deutsche Islamkonferenz statt, die einberufen wurde, um einen Dialog zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen in der Bundesrepublik herzustellen.

2010 wird das erste Imam-Institut für die Ausbildung von Imamen für die Moscheengemeinden in Deutschland in provisorischen Räumen gegründet. Seit 2011 werden an deutschen Universitäten Imame ausgebildet. Das Theologische Ausbildungscampus mit Internat für Imamausbildung wird 2012 in Riedstadt eröffnet, die Studenten ziehen von Frankfurt nach Riedstadt.[12]

2013 erhielt die Organisation Ahmadiyya Muslim Jamaat als erster islamischer Verein den Körperschaftsstatus in Deutschland und ist dadurch den beiden größten und mitgliederstärksten Kirchen (Römisch-katholische Kirche in Deutschland sowie Evangelische Kirche in Deutschland) rechtlich gleichgestellt.

Die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung kritisierte im Mai 2015, dass die größte Minderheit in Deutschland noch immer benachteiligt werde. In einer von ihr veröffentlichen Studie über die rechtliche Anerkennung des Islam in Deutschland wird beschrieben, welche Schritte Deutschland machen muss auf dem Weg zu einer Gleichstellung des Islam. Herausgeber Dietmar Molthagen schrieb in dem Gutachten, das den Titel „Die rechtliche Anerkennung des Islam in Deutschland“ trägt, es sei „unbestreitbar, dass islamische Gemeinschaften im Moment eben nicht gleichberechtigt sind zu etwa christlichen oder jüdischen“. Molthagen. Historiker der Friedrich-Ebert-Stiftung und Projektleiter des Bereiches „Religion und Politik“ befand: „Insofern besteht Handlungsbedarf, um den Gleichbehandlungsgrundsatz des religiös neutralen Staats zu erfüllen“.[13] Aus der Studie lassen sich folgende Punkte ableiten, um „eine Gleichstellung mit den christlichen Kirchen und der jüdischen Gemeinde zu ermöglichen“. Demnach solle Deutschland:[13]

Nach Einschätzung der Stiftung sei der Islam in einigen europäischen Ländern bereits rechtlich anerkannt.[13]

Anzahl der in Deutschland lebenden Muslime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Einschätzung privater Organisationen leben 3,3[14] bis 4,3[15] Millionen Muslime in Deutschland (Stand 2007 bzw. 2009). Dies entspricht einem Anteil von rund vier bis fünf Prozent an der Gesamtbevölkerung.[2] Von ihnen sind eine Million[14] bis 1,8[2] Millionen deutsche Staatsbürger.[16] Ein Teil von ihnen ist zum Islam konvertiert. Es besteht Unstimmigkeit, ob Muslime, die ihre Religion nicht praktizieren, zu den Konfessionslosen gezählt werden müssen oder als sogenannte Kulturmuslime gelten.

Im Jahre 2005 hatten laut Statistischem Bundesamt 9,2 % der Neugeborenen in Deutschland muslimische Eltern und bei zusätzlich 0,9 % war die Mutter muslimisch erfasst. Der Vater war hingegen bei der freiwilligen Angabe vermerkt mit „ohne Religionszugehörigkeit“ oder mit „andere Religionszugehörigkeit“ (z. B. römisch-katholisch, evangelisch, etc.).[17]

Da viele Islamische Gemeinden keine Mitgliedslisten führen oder Mitgliedsbeiträge erheben, existieren keine amtlichen Statistiken. Eine solche Statistik wurde im Zuge des Zensus 2011 erstellt. Nur 1,9 % der Befragten gaben an, muslimischen Glaubens zu sein. Dagegen schätzte die Deutsche Islamkonferenz 2012 die Anzahl der Muslime an der Gesamtbevölkerung in Deutschland bei etwa 7 %,[1] was ungefähr 5,6 Millionen Menschen wären.

Islamische Strömungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

74,1 % der in Deutschland lebenden Muslime sind Sunniten; die Aleviten machen 12,7 % aus, die Zwölfer-Schiiten 7,1 %, die Ahmadiyya 1,7 %, die Ibaditen 0,3 % und die Sufis 0,1 %. Die restlichen 4 Prozent bilden andere muslimische Strömungen wie beispielsweise die Zaiditen, Ismailiten oder die Alawiten.[18]

Verteilung (ungefähre Angabe) der verschiedenen islamischen Glaubensgemeinschaften in Deutschland:[19]

Konfession Anzahl Bevölkerungs-
anteil in %
Sunniten 2.640.000 3,25
Aleviten 500.000 0,62
Zwölfer-Schiiten 225.500 0,28
Alawiten 70.000 0,09
Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft 35.000 0,04
Sufis 10.000 0,01
Ismailiten 1.900  
Zaiditen 800  
Ibaditen 270  
Lahore-Ahmadiyya-Bewegung 60[20]  

Ahmadiyya[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Teil des 100-Moscheen-Plans: Die 2008 in Berlin-Heinersdorf erbaute Chadischa-Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde war das erste islamische Gotteshaus auf dem Gebiet der ehemaligen DDR

Die Ahmadiyya, eine ursprünglich aus Indien stammende islamische Glaubensrichtung, die allerdings von vielen anderen Muslimen als unislamisch angesehen wird, hat rund 30.000 Mitglieder in Deutschland, die sich auf 220 Gemeinden verteilen.[21] Die beiden Untergruppen Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft (AMJ) und Lahore-Ahmadiyya-Bewegung für die Verbreitung des Islams (AAIIL, deutsch für Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore) traten in den 1920er-Jahren ungefähr zeitgleich missionarisch in Deutschland auf. Am 9. August 1955 gründete die AMJ in Hamburg den Verein Ahmadiyya-Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland, 1969 wurde der Vereinssitz nach Frankfurt am Main verlegt. Im Jahr 1989 wurde von der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde der 100-Moscheen-Plan ausgerufen, demzufolge in Deutschland 100 Moscheen für die Ahmadiyya entstehen sollen. Im April 2013 hat das Bundesland Hessen die AMJ als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt, im Mai 2014 folgte das Bundesland Hamburg und Verlieh der AMJ auch in Hamburg den Status der Körperschaft; sie ist somit die erste islamische Gemeinde in Deutschland, der der Status einer Körperschaft zugesprochen wird.[22]

Aleviten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Türken in Deutschland, die zumeist aus den östlichen Innenprovinzen der Türkei stammen, gehören teilweise der Religionsgemeinschaft der Aleviten an. Diese von Zentralasien nach Kleinasien (Anatolien) verbreitete Richtung wird ähnlich wie die Ahmadiyya von vielen als nicht islamisch verstanden, die Aleviten selber sehen sich teilweise als Strömung innerhalb der Schia, teilweise als „eigenständige Religionsgemeinschaft aus dem islamischen Kulturraum“, wie es der alevitische Grünen-Politiker Ali Ertan Toprak formulierte.[23] Der Grund für den in Deutschland verhältnismäßig großen prozentualen Anteil der Aleviten bei Muslimen mit Herkunft aus der Türkei ist, dass viele Einwanderer aus alevitischen Regionen in der Türkei stammten; zudem gab es in den 1980er-Jahren eine verstärkte Einwanderungswelle als Asylbewerber, da viele Aleviten vor dem Militärputsch 1980 Oppositionelle waren. Im Jahr 1986 wurde die Alevitische Gemeinde Deutschland (türkisch: Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu, AABF) als Dachverband für die alevitischen Gemeinden gegründet, von denen mittlerweile 111 existieren.[23] Der eingangs zitierte Toprak, der Generalsekretär der AABF war, betonte die weltliche Ausrichtung des alewitischen Glaubens; so gelte für die Aleviten nicht die Scharia, auch das tägliche fünfmalige Gebet sei nicht relevant.[23] Darüber hinaus besuchen Aleviten keine Moscheen; sie verrichten ihre Gebete in einem Cem-Haus, wo auch allgemeine Gemeindeversammlungen abgehalten werden. Religiöser Leiter einer Gemeinde ist auch kein Imam, sondern ein Dede.

Ibaditen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegende Teil der in Deutschland lebenden Ibaditen stammt ursprünglich aus dem Oman. Die Ibaditen stellen allerdings zahlenmäßig nur eine relativ kleine Minderheit (rund 270 Anhänger[24]) der in Deutschland lebenden Muslime dar.

Schiiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland stellen die Schiiten nach den Sunniten und den Aleviten die drittgrößte islamische Glaubensgemeinschaft.

Zwölferschiiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Imam-Ali-Moschee in Hamburg

Die überwiedene Mehrheit der Schiiten in Deutschland gehört der Glaubensgemeinschaft der Zwölfer-Schiiten an (ungefähr 225.500 Anhänger[25]). Die in Deutschland lebenden Zwölferschiiten stammen zumeist aus dem Iran, die im Zuge der Islamischen Revolution und des Ersten Golfkriegs in den 1980er-Jahren vermehrt einwanderten; andere Herkunftsländer sind Aserbaidschan, der Irak, Afghanistan und der Libanon. Mittelpunkt des Zwölferschiitentums in Deutschland ist das Islamische Zentrum Hamburg (IZH) mit der dazugehörigen Imam-Ali-Moschee. Leiter des IZH ist derzeit Ajatollah Reza Ramezani; das IZH ist direkt dem „Führer und obersten Rechtsgelehrten“ der Islamischen Republik Iran unterstellt.

Siebenerschiiten (Ismailiten)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ismailiten stellen eine religiöse Minderheit (rund 1.900 Anhänger[26]) der in Deutschland lebenden Muslime dar. Die meisten Angehörigen dieser Glaubensgemeinschaft die in Deutschland leben, stammen vor allem aus Pakistan, Indien, Afghanistan und Syrien.

Fünferschiiten (Zaiditen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gibt es verhältnismäßig wenige Zaiditen. Die meisten der in Deutschland lebenden Zaiditen stammen ursprünglich aus dem Jemen. Bekanntester Vertreter dieser Glaubensgemeinschaft in Deutschland war Sven Kalisch (ehemals Muhammad Sven Kalisch), der zeitweise Inhaber des ersten Lehrstuhls für die Ausbildung islamischer Religionslehrer in Deutschland war.

Alawiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten der in Deutschland lebenden Alawiten (schätzungsweise 70.000 Anhänger[27]) stammen ursprünglich aus der Türkei, dem Libanon, Syrien sowie aus Jordanien.

Sufismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scheich Esref Efendi, spiritueller Führer und Leiter des Sufi-Zentrums Rabbaniyya

Erste Sufi-Gemeinschaften und Sufi-Orden in Deutschland wurden in den 1920er-Jahren gegründet, größtenteils jedoch erst in den 1970ern.[28] Der Sufi-Orden, dem die meisten in Deutschland lebenden Sufis angehören, ist der Naqschbandi-Orden, welcher nach den Lehren Scheichs Nazim al-Haqqani arbeitet.

Derzeit aktive sufistische Organisationen sind beispielsweise das Sufi Zentrum Rabbaniyya in Köln und Eigeltingen (Bodensee), der Haqqani Trust – Verein für neue deutsche Muslime in Mönchengladbach und die Tarriqa-as-safinah um Schech Bashir Ahmad Dultz.

Sunniten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sunniten bilden weltweit die größte islamische Glaubensrichtung, allerdings ist deren Anteil in Deutschland etwas geringer als im weltweiten Durchschnitt. Der Grund dafür liegt am Asylrecht (unterdrückte Minderheiten in muslimischen Ländern – darunter Aleviten, Ahmadiyya und andere Minderheiten haben Asyl erhalten) und dem Zuzug von Arbeitsmigranten aus bestimmten Gebieten in denen Minderheiten leben (Türken aus alevitischen Gebieten, Kurden). Sunniten stellen in Deutschland keine einheitliche Gemeinde dar, da sich deutsche Sunniten je nach besuchter Moschee in der Glaubenslehre unterscheiden.[29]

Fast alle Sunniten lassen sich in 4 verschiedene theologische Richtungsschulen einteilen:[30] Oft werden daher Moscheen von Muslimen einer Nation besucht und finanziert, sodass man sunnitische Moscheenvereine auch nach diesen Rechtsschulen einteilen kann:

Salafismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pierre Vogel bei einer Kundgebung in Koblenz 2011; im Vordergrund Gegendemonstranten
Hauptartikel: Salafismus in Deutschland

Die Anhänger des radikal-puritanischen Salafismus, der von den ölreichen Golfstaaten finanziert wird, stellen innerhalb der sunnitischen Gemeinde eine relativ kleine Minderheit dar, dennoch finden sie besonders unter jüngeren in Deutschland lebenden Sunniten Zuspruch, was unter anderem auf eine starke Internetpräsenz zurückzuführen ist. Konvertiten wie Pierre Vogel spielen hier eine wichtige Rolle, da sie im Gegensatz zu vielen nichtsalafistischen Imamen, von denen eine große Anzahl nur für wenige Jahre nach Deutschland entsendet werden, die deutsche Kultur kennen und perfekt Deutsch sprechen.[33]

Liberaler Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der liberale Islam wird in Deutschland durch zahlreiche in der Öffentlichkeit bekannte Einzelpersonen wie z.B. Mouhanad Khorchide, Lamya Kaddor oder Bassam Tibi repräsentiert, aber auch durch eine Reihe von Organisationen wie z. B.: Liberal-Islamischer Bund LIB, Muslimisches Forum Deutschland MFD, Verband Demokratisch-Europäischer Muslime VDEM, das Zentrum für Islamische Frauenforschung und -förderung oder den Ibn-Ruschd-Preis.

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo der DİTİB, eine der größten muslimischen Organisation in Deutschland
Die DITIB-Merkez-Moschee („Zentralmoschee“), die 2008 in Duisburg errichtet wurde, ist eine der größten Moscheen Deutschlands

In Deutschland existieren viele islamische Verbände und Vereine. Einzig die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft (AMJ) ist in Deutschland als Körperschaft öffentlichen Rechts anerkannt und den christlichen Kirchen gleichgestellt.[34]

Eine der mitgliederstärksten sunnitischen Organisation, insbesondere wegen der großen Anzahl von türkischen Einwanderen, stellt die DITIB dar, die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (türk. Diyanet İşleri Türk İslam Birliği). Sie untersteht dem türkischen staatlichen Präsidium für Religiöse Angelegenheiten und hat mit fast 350 selbstständigen Moscheegemeinden wohl den größten Einfluss.[35] Zusammen mit weiteren Dachverbänden wie dem Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland (IRD), dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) gründete sie im Jahr 2007 auf der Deutschen Islamkonferenz den Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. Insgesamt sind ungefähr 20 % der in Deutschland lebenden Sunniten Mitglieder in religiösen Vereinen oder Gemeinden.[36] 2010 gründete sich der Liberal-Islamische Bund; erste Vorsitzende wurde Lamya Kaddor. Unter anderem befürwortet sie (Stand 2011) die gleichgeschlechtliche Ehe und lehnt eine religiöse Verpflichtung zum Tragen des Kopftuches ab.[37]

Einzelne Organisationen, die Mitglied in einem der genannten Verbände sind, sind unter anderem:

Daneben gibt es in vielen Städten einen Deutschsprachigen Muslimkreis (DMK), so zum Beispiel in Berlin, Hannover, Braunschweig, Karlsruhe, Stuttgart und Darmstadt.

Siehe auch: Muslimrat

Islam im Bildungssystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Islamunterricht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1978 wurde in Deutschland erstmals ein Antrag auf islamischen Religionsunterricht gestellt.[38] In den 1980er-Jahren führten die Bundesländer Bayern und Nordrhein-Westfalen großflächig „religiöse Unterweisung“ für muslimische Schüler ein, allerdings nur als Bestandteil des muttersprachlichen Unterrichtes Türkisch (die Lehrpläne in Bayern wurden dabei vom türkischen Unterrichtsministerium zur Verfügung gestellt). Seit ca. Anfang der 2000er-Jahre bieten beide Länder „Islamische Unterweisung“ in deutscher Sprache an.[39]

Nach den Lehrplänen ist der Islamunterricht vielerorts jedoch kein Religionsunterricht nach konfessionellem Verständnis, sondern nur informierender Sachunterricht. Probleme bei der Umsetzung islamischen Religionsunterrichts stellen u .a. der schwierige Dialog mit den islamischen Verbänden sowie fehlende Unterrichtsmaterialien und Mangel an (deutschsprachigem) qualifiziertem Personal (siehe Abschnitt „Islamische Theologie“) dar.

Der Islamischen Föderation Berlin (IFB), die seit 2001 Religionsunterricht an 31 Berliner Grundschulen erteilt, wurde von der Islamwissenschaftlerin Irka Mohr vorgeworfen, der Unterrichtsschwerpunkt liege dort in der Verkündung des Islams und der Einübung in die Glaubenspraxis; somit würde die IFB das staatliche Bildungsziel der „Mündigkeit“ des Schülers verfehlen.[40]

Als erstes Bundesland wollte Niedersachsen ab 2012 islamischen Religionsunterricht als reguläres Fach einführen; zuvor war dort ab 2003 das Fach als Modellversuch gestartet.[41]

Schließlich hat das Bundesland Hessen 2013 als erstes Bundesland den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht in Zusammenarbeit mit den Religionsgemeinschaften und gemäß Grundgesetzes eingeführt. Dafür wurden Lehrer an Grundschulen weitergebildet. Als Partner für den Unterricht an Grundschulen im Bundesland wurde die DITIB und Ahmadiyya-Islam-Gemeinde ausgewählt.[42][43]

Theologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Freitagskanzel (Minbar) in der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim

Zu Beginn des Jahres 2010 beschloss der Wissenschaftsrat, „Islamische Zentren“ an deutschen Universitäten einzurichten. Damals waren anfänglich zwei oder drei Standorte geplant, an denen eine bekenntnisorientierte islamische Forschung bzw. eine Ausbildung für Imame stattfinden solle.[44] Die Universität Osnabrück bot im selben Jahr Imamen Weiterbildungskurse an, in denen sich die muslimischen Geistlichen mit der deutschen Sprache, Landeskunde und pädagogischen Grundlagen auseinandersetzen; die Universität Osnabrück war die erste deutsche Hochschule mit einem solchen Angebot.[45]

An den Universitäten von Tübingen sowie Münster/Osnabrück (in einem Kooperationsmodell) wurden ab dem Wintersemester 2010/2011 dann erstmals Studiengänge für islamische Theologie angeboten, welche vom Bund gefördert werden.[46]

Im Wintersemester 2011/2012 nahm schließlich das Zentrum für Islamische Theologie der Universität Tübingen seine Tätigkeit auf, welches am 16. Januar 2012 eingeweiht wurde und das neben Islamwissenschaftlern eben auch Imame und islamische Religionslehrer ausbilden soll. Das Bundesbildungsministerium fördert insgesamt vier Zentren mit rund 20 Millionen Euro.[47] Der erste Leiter des Tübinger Zentrums ist der israelische Koranwissenschaftler Omar Hamdan.[48]

Die dort ausgebildeten Imame sollen langfristig die aus der Türkei geholten Imame ersetzen, die oftmals nicht deutsch sprechen und nicht mit den Lebensumständen der Muslime in Deutschland vertraut sind. Eine Problematik stellt allerdings bislang die Finanzierung und Akzeptanz von den Moscheengemeinden dar: Da Muslime keine Kirchensteuer bzw. eine äquivalente Abgabe zahlen, können sich die Gemeinden auch keine Gehaltszahlungen leisten, bzw. ist davon auszugehen dass viele Imame weiterhin aus dem Ausland gesendet werden.[49]

Um 2010 gründet die Ahmadiyya-Gemeinde eine erste Imamschule in Deutschland. 2012 wird eine Islamische Schule in Riedstadt erbaut. Erstmals werden Deutsche Studenten zu Islamische Geistlichen in Deutschland ausgebildet. Das Institut wird durch Spendengelder finanziert. Absolventen sollen nach der Ausbildung auch als Imame in den Gemeinden zum Einsatz kommen.[50][51]

Islamische Praxis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Muslimische Bestattung

Für gläubige Muslime ist die Erdbestattung die einzig mögliche Bestattungsform. Bei einer Islamischen Bestattung sind mehrere Regeln zu beachten. Die Feuerbestattung ist im Islam verboten.[52] Da das Bestattungsrecht in Deutschland Sache der Länder ist, unterscheiden sich die Bestattungsgesetze in den verschiedenen Bundesländern.

Der Landtag von Baden-Württemberg hatte im März 2014 mit den Stimmen aller Fraktionen die Änderung des Bestattungsgesetzes beschlossen. Danach besteht auch in diesem Bundesland keine Sargpflicht mehr. Dadurch sind auch Begräbnisse nach islamischen Ritus möglich. Ebenso fiel auch die Vorgabe eines frühesten Bestattungszeitpunkts – nach 48 Stunden nach dem Tod – weg.[53]

Bayern hält als eines der letzten Bundesländer an der Sargpflicht fest. Neben Bayern verbieten bislang lediglich die beiden anderen Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt eine nach islamischen Vorschriften sarglose Bestattung.[54] Im November 2015 blockierte die CSU (ungeachtet einer ungewöhnlich eindeutigen Expertenanhörung) eine Abschaffung der Sargpflicht bei Beerdigungen – auch wenn dafür religiöse Gründe geltend gemacht werden. Ein entsprechender Antrag der Grünen, die damit den in Bayern lebenden Muslimen entgegenkommen wollten, wurde von der CSU-Mehrheit im Innenausschuss des Landtags abgelehnt.[55] In einer Anhörung des Innenausschusses hatten sich nicht nur Vertreter der Muslime für die Abschaffung der Sargpflicht ausgesprochen, sondern auch die katholische und die Evangelische Kirche sowie Vertreter der Kommunalverbände. Auch das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hatte keine Bedenken.[56]

In Sachsen-Anhalt lehnten CDU und SPD nach einem Jahr Debatte jegliche Änderung des Bestattungsgesetzes im Land ab. Grüne und Die Linke hatten entsprechende Gesetzentwürfen ausgearbeitet und vorgelegt.[57]

Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2014 trat im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ein neues Gesetz in Kraft, wonach die Errichtung und der Betrieb von Friedhöfen mittels einer Beleihung auf gemeinnützige Religionsgemeinschaften oder religiöse Vereine übertragen werden kann, wenn diese den dauerhaften Betrieb sicherstellen können.[58][59][60] Dadurch können Muslime auch in Deutschland islamische Friedhöfe errichten. Außerdem wurde mit dem neuen Gesetz die Frist für die frühestmögliche Erdbestattung auf 24 Stunden heruntergestuft. Durch diese Gesetzesänderung wollte die Landesregierung vor allem für die hier geborenen Kinder aus eingewanderten Familien die Möglichkeit bieten, dass sich ihre Eltern ortsnah und nach muslimischem Brauchtum bestattet werden können.[61]

In Wuppertal wird voraussichtlich Ende 2016 der erste muslimische Friedhof in Nordrhein-Westfalen sowie in ganz Deutschland entstehen.[62][63]

Feiertage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland gibt es keine gesetzlichen islamischen Feiertage; allerdings ist es geregelt, dass muslimische Schüler an ihren Feiertagen wie dem Zuckerfest oder dem Opferfest nicht zur Schule kommen müssen – in den Lehrerkalendern sind auch muslimische Feiertage eingetragen. Der Vorsitzende der Zentralrat der Muslime Aiman Mazyek fordert zudem, islamische Feiertage offiziell als „deutsche Feiertage“ aufzunehmen – was aber nicht bedeuten solle, diese allgemein zu schul- und arbeitsfreien Tagen zu machen. Dies betrachtete 2009 allerdings der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD) Kenan Kolat als wünschenswert: An wichtigen muslimischen Tagen sollten alle Kinder frei haben.[64] Bereits im Jahr 2004 regte der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele im Bundestag eine Debatte über einen muslimischen Feiertag an. Dort stieß der Vorschlag allerdings auf starke Ablehnung.[65] Die konkrete Forderung nach zumindest einem einzigen freien islamischen Tag, auch für nichtmuslimische Kinder, stieß auf Kritik von Seiten des Zentralrats der Muslime; der Zentralrat der Juden hingegen empfand den Vorschlag als begrüßenswert und schlug im Zuge dessen auch einen jüdischen arbeitsfreien Feiertag vor.[66]

Scharia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als beispielsweise in Großbritannien gibt es in Deutschland keine islamischen Schiedsgerichte, die nach der Scharia, also den islamischen Gesetzen, rechtsprechen. Einige religiöse Vorschriften, die in der Scharia enthalten sind, lassen sich aber auch in Deutschland umsetzen, wie zum Beispiel das Schächten, also das Ausbluten von Tieren bei der Schlachtung (allerdings schreibt das deutsche Gesetz eine Betäubung vor). Andere Schariagesetze stehen im Widerspruch zum deutschen Grundgesetz, wie zum Beispiel die Ungleichbehandlung der Geschlechter und Religionen (Dhimmi und Harbī) sowie Körper- und Todesstrafen für Diebstahl und Ehebruch.[67] Laut Rechtsexperten werden aber auch ohne eigene Schiedsgerichte in Deutschland durch deutsche Richter nach dem islamischen Gesetz Urteile gesprochen – so im Familien- und Erbschaftsrecht.[68] Wenn beispielsweise ein Muslim im Ausland polygam geheiratet hat, dann ist diese Ehe auch in Deutschland gültig.[67] Dies ist möglich, da seit dem Jahr 1900 bei privaten Rechtsbeziehungen (Verträge, Familienfragen, Erbrechtsfragen) ausländisches Recht angewandt werden darf; so kommt das islamische Recht genau wie das französische (Code civil) zum Zuge. Grundbedingung sei, dass das ausländische Recht nicht gegen die Ordre public, also das Grundlegende der inländischen Wertvorstellungen, verstoßen darf.[69]

Muezzinrufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Minaretten der Rendsburger Centrum-Moschee erklingt fünfmal am Tag der Adhān, der Aufruf zum Gebet

Traditionell ruft ein Muezzin die Muslime der Umgebung fünfmal am Tag von einem Minarett herab zum Gebet auf (Adhān). In Deutschland wird diese Praxis von Ort zu Ort unterschiedlich gehandhabt. Im Jahr 1995 wurde bei der Duisburger Stadtverwaltung von zwei muslimischen Gemeinden eine Genehmigung beantragt, den Gebetsruf einmal in der Woche verstärkt durch eine Lautsprecheranlage zu verkünden. Der Antrag löste eine landesweite Diskussion aus, und insbesondere die Evangelische Kirchengemeinde Duisburg-Laar lehnte, theologisch argumentierend, den öffentlichen Gebetsruf ab.[70] Allerdings durften in anderen Städten Nordrhein-Westfalens zu der Zeit bereits Gebetsrufe durchgeführt werden: Nach einer erfolgreichen Klage im Jahr 1985 war die Dürener Fatih-Moschee die erste in der Bundesrepublik, in der ein Muezzin zum Gebet auffordern konnte.[71] Dies darf dort fünfmal täglich erfolgen;[70] in Siegen dreimal pro Tag,[72] in Bochum einmal täglich und in Bergkamen einmal pro Woche.[70] Auch in Dortmund, Hamm und Oldenburg wurden Anträge für Gebetsrufe von Moscheevereinen ohne Protest der Anwohner genehmigt.[72] Im Jahr 2009 wehrten sich Bürger der Stadt Rendsburg in Schleswig-Holstein gegen die Pläne der dortigen Moschee, Lautsprecher an ihren zwei Minaretten anzubringen. Schließlich wurde 2010 dennoch der Antrag im Rathaus genehmigt, die Gebetsrufe dürfen fünfmal am Tag in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr ertönen; Rendsburg war damit nach Schleswig und Neumünster die dritte Stadt Schleswig-Holsteins, in der dies erlaubt wurde.[73]

Grundsätzlich sind islamische Gebetsrufe in Deutschland durch die Religionsfreiheit geschützt. Sie können aber nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz untersagt werden, wenn die Lautstärke für Nachbarschaft oder Straßenverkehr zu hoch ist.[70]

Halāl-Lebensmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Halāl-Zertifikat auf einer Wurstpackung

In Deutschland bieten verschiedene Lebensmittelhersteller Produkte an, die halāl sind, also als islamkonform gelten. Das bedeutet, dass die Tiere, deren Stoffe in einem solchen Produkt enthalten sind, geschächtet worden sein müssen; darüber hinaus dürfen diese Produkte kein Schweinefleisch enthalten. Das deutsch-niederländische Unternehmen Mekkafood beispielsweise hat sich auf die Herstellung halāl-zertifizierter Lebensmittel spezialisiert. Andere Hersteller haben solche in ihr Sortiment aufgenommen, so zum Beispiel Wiesenhof, Dr. Oetker, Müller, Nestlé Deutschland, Westfleisch, Nordmilch oder die Supermarktketten Aldi, Edeka und Rewe.[74] Gekennzeichnet bzw. zertifiziert werden diese Produkte mit einem „Halāl-Zeichen“, zuständig für die Zertifizierung ist unter anderem das Europäische Halal Zertifizierungsinstitut (EHZ), das seinen Sitz in der Centrum-Moschee in Hamburg hat.[75]

Konversion zum Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Zahl der Menschen, die in Deutschland zum Islam konvertieren, gibt es keine regelmäßig erhobenen Angaben. Aus einer vom Bundesinnenministerium geförderten und vom Islam-Archiv in Soest durchgeführten Studie Mitte der 2000er-Jahre wurde anscheinend ersichtlich, dass es 2004/05 1152 Konvertiten gab, zwischen August 2005 und Juli 2006 vervierfachte sich die Zahl demnach schließlich auf rund 4000 – so hoch wie seit 1920 nicht mehr: In den Jahren vor den Anschlägen vom 11. September 2001 waren es nach Angaben des Islam-Archivs nur 250 bis 300.[76] Diese vom Islam-Archiv erhobenen Zahlen seien allerdings nach Ansicht einiger Muslime und Islamwissenschaftler nicht repräsentativ und nicht stichhaltig; Vertreter von DITIB und Milli Görüş haben nach eigenen Aussagen nicht mit dem Islam-Archiv zusammengearbeitet. Der Leiter des Archivs, Muhammad Salim Abdullah, sprach hingegen von einer „Vollerhebung bei allen islamischen Verbänden sowie ausgewählten Moscheen“. Allerdings zweifeln auch ehemalige Mitarbeiter des Islam-Archivs an der Aussagekraft der Studie.[77]

Die Gründe für einen Übertritt seien nach der Religionspädagogin Monika Wohlrab-Sahr vielschichtig: Während früher größtenteils Frauen den Glauben annahmen, die einen Muslim geheiratet haben, konvertieren nun Menschen vermehrt aus „freien Stücken“. Dabei handelt es sich sowohl um Christen, die an ihrer Konfession zu zweifeln begannen, als auch um Menschen, die sich durch das „Andersartige“ von der Masse abheben wollen.[78]

Konvertierte Deutsche wurden dabei unter anderem recht kritisch betrachtet, da einige von ihnen dazu neigen, sich radikale Ansichten anzueignen, also zum Islamismus tendieren. Nach einer Analyse des Bundeskriminalamtes von 2010 stuften deutsche Polizeibehörden elf Konvertiten als „Gefährder“ sowie 26 als „relevante Personen“ ein. Sie stehen unter Verdacht, islamistisch motivierte Terroranschläge zu planen.[79]

Laut der Anthropologin Esra Özyürek[80] nehmen deutsche Konvertiten eine wichtige Brückenfunktion ein: Sie seien Vermittler zwischen den muslimischen Migranten und nicht-muslimischen Deutschen. Durch ihre Arbeit in ihren muslimischen Gemeinden seien sie ein Gewinn für die Integration, so geben sie dort Deutschunterricht und hinterfragen patriarchalische Strukturen. Die wenigsten Konvertiten würden radikal werden.[81]

Muslime in der Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cem Özdemir, erster muslimischer Vorsitzender einer im deutschen Bundestag vertretenen Partei

In den 1990er-Jahren gab es die ersten Bundestagsabgeordneten mit muslimischem Hintergrund; zu den Ersten unter ihnen gehörten Ekin Deligöz, Memet Kılıç, Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Lale Akgün, Hakki Keskin, Aydan Özoğuz (SPD), Sevim Dağdelen, Hüseyin Kenan Aydın (Die Linke) und Serkan Tören (FDP).

Im November 2008 wählten Bündnis 90/Die Grünen den türkischstämmigen Politiker Cem Özdemir zu ihrem Parteivorsitzenden. Er ist in Deutschland der erste Muslim in einer solchen Position. Özdemir bezeichnete sich im Jahr 2008 in einem in englischer Sprache geführten Interview als „säkularen Muslim“ (englischer Originaltext: „secular Muslim“).[82]

Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) berief im April 2010 mit Aygül Özkan erstmals eine Muslima als Ministerin in ein Landesministerium, nämlich das Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration. Innerhalb der CDU gibt es außerdem seit 1997 das Deutsch-Türkische Forum. Derzeitiger Vorsitzender ist Bülent Arslan. In Nordrhein-Westfalen war Zülfiye Kaykin (SPD) von 2010 bis 2013 Staatssekretärin für Integration.[83]

Bilkay Öney ist seit Mai 2011 in Baden-Württemberg im Kabinett Kretschmann I Landesministerin für Integration. In Berlin ist die in der Türkei geborene Dilek Kolat (SPD) seit Dezember 2011 Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration des Landes Berlin. Seit dem 11. Dezember 2014 ist sie zusätzlich als Bürgermeisterin Stellvertreterin des Regierenden Bürgermeisters. Seit 2011 ist der bekennende Muslim Raed Saleh Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus.[84]

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Islamische Partei Deutschlands[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. November 1998 wurde die Islamische Partei Deutschlands (IPD) in München gegründet. Zum Vorstand der IPD konnte nach einiger Zeit seitens des Bundeswahlleiters kein Kontakt mehr hergestellt werden, weshalb sie am 26. Juli 2002 wieder aus seiner Unterlagensammlung herausgenommen wurde. Da es bisher keinen Auflösungsbeschluß gegeben hat, besteht die Partei formell noch heute.[85][86][87]

Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bonner Bündnis für Frieden & Fairness (BFF) wurde am 30. Juni 2009 in Bonn gegründet. Im März 2010 fusionierte die Wählervereinigung[88] mit den beiden anderen Initiativen Alternative Bürgerinitiative Köln (ABI Köln)[89] sowie Bürgerinitiative Gelsenkirchen in Köln zur Partei Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG). Sie ist eine von Muslimen gegründete Partei und beabsichtigt, sich insbesondere für die Interessen von Muslimen und ihre gesellschaftliche Integration in Deutschland einzusetzen.[90]

Die deutsche BIG-Politikerin Hülya Dogan[91] war die erste kopftuchtragende Frau, die in einem deutschen Stadtrat saß. Spiegel Online schrieb dazu: „Das vielleicht deutlichste Statement des Bündnisses ist die Kopfbedeckung von Hülya Dogan. ‚Ich sitze nicht nur als Hülya Dogan im Stadtrat, sondern stellvertretend für alle Frauen mit Kopftuch‘, sagt die Neu-Politikerin. ‚Das war eine bewusste Entscheidung, und uns war klar, dass das auch ein Belastung ist.‘“[92] Die Politikerin wurde damals angefeindet und im Internet offen beschimpft.[93]

Muslimisch-Demokratische Union[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Jahre 2010 gegründete islamische Partei Muslimisch-Demokratische Union (MDU) schloss sich im März 2014 der Partei Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG) an.[94][95][96][97]

Islamkritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche deutsche Autoren, auch solche mit muslimischem Hintergrund und muslimischen Glaubens, vertreten eine kritische Haltung gegenüber dem Islam. So wendet sich Necla Kelek gegen die Unterdrückung der Frauen in der muslimischen Gesellschaft bzw. das muslimische Geschlechterbild. Eine ähnliche Meinung vertrat Seyran Ateş, die gegen Zwangsheiraten und sogenannte Ehrenmorde kämpfte, die im muslimischen Milieu in Deutschland bekannt wurden.[98] Ateş zog sich 2009 nach mehreren Morddrohungen aus der Öffentlichkeit zurück. Die vormalige Bundestagsabgeordnete Lale Akgün kritisiert die „unheilvolle Islamisierung zu vieler Lebensbereiche, in denen Religion nichts zu suchen hat“, gleichzeitig würden die großen Islamverbände ausschließlich konservative Positionen vertreten – deren Akteure seien „in ihrem Denken oft im Mittelalter verhaftet“.[99] Der aus Ägypten stammende Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad fordert einen „Islam Light“ und wendet sich gegen die Praktizierung der Scharia, Geschlechtertrennung und Missionierung. Auch Abdel-Samad erhielt für seine Thesen Morddrohungen und stand zeitweise unter Polizeischutz.[100]

Der deutsche Autor Henryk M. Broder warnte vor einer Appeasement-Politik gegenüber dem radikalen Islam. Die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer bezeichnete das muslimische Kopftuch als „Flagge der islamistischen Kreuzzügler“, es sei kein religiöses, sondern ein politisches Symbol. Der ehemalige Berliner Finanzsenator und Autor Thilo Sarrazin macht die Kultur des Islam verantwortlich für eine vorgeblich schlechte Integration türkisch- und arabischstämmiger Migranten in die deutsche Gesellschaft. Der Publizist Udo Ulfkotte polemisiert in seinen Büchern von einer Islamisierung Europas durch ein seiner Ansicht nach drohendes „Eurabien“ und gründete 2007 die antiislamische Bürgerbewegung Pax Europa.

Im Jahr 2007 wurde in Deutschland der Zentralrat der Ex-Muslime gegründet, der die fehlende Religions- und Meinungsfreiheit im islamischen Rechtssystem kritisiert und auf säkularen Humanismus von vormals muslimischen Apostaten aufmerksam machen will.[101]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kopftuchdebatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kopftuchstreit

Das Tragen eines Kopftuches bzw. Verschleierung durch muslimische Frauen in der Öffentlichkeit löste immer wieder Diskussionen aus. Die religiös motivierte Bedeckung der Haare empfinden viele Deutsche als fremdartig und abgrenzend, vor allem aber auch als Symbol der Unterdrückung der Frau. Besonders kopftuchtragende Frauen in Bildungseinrichtungen und öffentlichen Ämtern sind dabei ein Streitthema. In zahlreichen Bundesländern Deutschlands ist für Lehrerinnen (auch anderer Religionen) das Tragen des Kopftuchs mit religiösem Hintergrund verboten.

Ende Januar 2015 befand das Bundesverfassungsgericht ein pauschales Kopftuchverbot in öffentlichen Schulen nach einem Grundsatzbeschluss[102] als nicht mit dem Grundrecht auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit vereinbar,[103] so dass mit Gesetzesänderungen neben dem Schulgesetz für das Land Nordrhein-Westfalen in den Schulgesetzen weiterer Bundesländern gerechnet wird. Ein Verbot sei nur dann gerechtfertigt, wenn durch das Tragen eine „hinreichend konkrete Gefahr“ für den Schulfrieden oder die staatliche Neutralität ausgehe. Eine abstrakte Gefahr reiche jedoch nicht aus.[104]

Siehe auch: Kopftuchurteil

Moscheebau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anti-Moschee-Demonstration der als verfassungsfeindlich eingestuften Bürgerbewegung pro Köln (2008)

In Deutschland gibt es 159 Moscheen mit Kuppel und Minarett (Stand 2011).[105] Die Mehrheit davon ist von der Ditib (indirekt dem türkischen Staat zugehörig) oder von anderen türkischen Sunniten erbaut, über 40 sind der Ahmadiyya, mehr als 12 anderen sunnitischen Gruppierungen (Araber, Nordafrikaner) zugehörig. 1 Moschee wurde von Schiiten erbaut.[106] Viele Muslimische Gruppierungen haben keine repräsentative Bauten errichtet und verrichten die Gebete in Hinterhofmoscheen, die genaue Anzahl ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von mehreren tausend solcher Gebetsräume und Gebetszentren in Deutschland aus.

Typische Hinterhofmoschee. Mehrere Tausend solcher Hinterhofräume werden als Moschee genutzt

Der Bau von Moscheen stieß wiederholt auf Protest in Teilen der Bevölkerung. So formierten sich in Ost-Berlin, Dortmund, Aachen und Meschede Bürgerinitiativen, die sich gegen den Bau eines islamischen Gotteshauses in ihren Ortschaften richteten. Von den Gegnern werden häufig Bedenken bezüglich der Architektur ins Feld geführt. In Mönchengladbach und Köln-Ehrenfeld war beispielsweise die Höhe der Minarette Stein des Anstoßes.[107] Bei den Protesten klangen jedoch ebenso häufig fremdenfeindliche Töne mit, wie etwa bei den Protesten gegen die Khadija-Moschee in Berlin-Heinersdorf. Gegen deren Errichtung im Jahr 2008 durch die Ahmadiyya gab es bereits im Vorfeld massiven Widerstand mit Unterschriftensammlungen und es kam zu der Gründung eines eigenen Vereins, der sich gegen die Errichtung stellt.[108] Im Zuge des Baus der DITIB-Zentralmoschee Köln tat sich beim Protest besonders die Bürgerinitiative Pro Köln hervor, auch sie sammelte Unterschriften, veranstaltete Mahnwachen und Protestzüge und organisierte einen so genannten „Anti-Islamisierungskongress“.

Islamfeindlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini in Dresden im Jahr 2009 wurde von einigen Muslimen als ein krasser Ausdruck einer allgemeinen Islamfeindlichkeit in Deutschland angesehen; bei anschließenden Protesten machten Muslime auf Diskriminierungen ihnen gegenüber aufmerksam.[109][110] Ihr Mörder, ein arbeitsloser Russlanddeutscher, beschimpfte sie als Islamistin und erstach sie bei einer späteren Verhandlung im Gerichtssaal.

Seit den 2000er-Jahren kommt es in Deutschland vermehrt zu Brandanschlägen auf Moscheen. Betroffen waren unter anderem eine Moschee in Wolfenbüttel (2002),[111] die Fatih-Moschee in Sinsheim (2004),[112] eine Moschee der Ahmadiyya in Usingen (2004),[113] die Fatih-Moschee in Stadtallendorf (2009),[114] in Berlin allein im zweiten Halbjahr 2010 die al-Nur-Moschee sowie viermal die Sehitlik-Moschee,[115] im Januar 2011 dort die kaum genutzte Wilmersdorfer Moschee der Lahore-Ahmadiyya;[116] einen versuchten Anschlag gab es in Korbach (2010).[117] Bei einem Brand in der Berliner Mevlana-Moschee 2014 wird ebenfalls ein Anschlag vermutet.[118], im selben Jahr gab es in Bielefeld ebenfalls Brandanschläge auf zwei Moscheen.[119] Die Angriffe waren dabei oftmals rechtsextrem motiviert. Bislang kam es nur zu Sachschäden.

Eine Befragung aus dem Jahr 2005 im Rahmen des Langzeitprojektes „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ (GMF) ergab, dass 24 % der deutschen Bevölkerung der Meinung sind, dass Muslimen die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte, 34 % fühlten sich durch Muslime wie Fremde im eigenen Land.[120]

Kleinparteien wie die 2005 in Köln gegründete Bürgerbewegung pro Deutschland und die 2010 in Berlin gegründete Partei Die Freiheit und Blogs wie Politically Incorrect werden von Medien und Politikwissenschaftlern als Hinweis auf eine in Teilen der deutschen Bevölkerung manifeste Islamfeindlichkeit eingeordnet.[121][122][123]

Antisemitismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Beginn der zweiten Intifada im Herbst 2000 zeigte sich, dass antisemitische Stereotype und Propaganda unter arabischstämmigen, nordafrikanischen und türkischen Migranten virulent sind. Diese richten sich insbesondere in einer antizionistischen Variante gegen Israel, aber auch gegen Juden an sich. Vor dem Hintergrund der Anschläge des 11. September und des Kriegs gegen den Terror haben sich diese antizionistischen Motive mit antiamerikanischen verbunden. In Deutschland sind es vor allem Teile der türkisch-muslimischen männlichen Jugendlichen, bei denen eine Solidarisierung im Sinne einer Verbrüderung der Muslime mit den Palästinensern erfolgte, die ausschließlich als Opfer wahrgenommen werden. Ein Beispiel für die Gefahr einer Radikalisierung ist der auf der Buchmesse der türkisch-islamistischen Organisation Millî Görüş gezeigte antisemitische Film Zahras blaue Augen. Ein anderes Beispiel ist der vor allem bei türkischstämmigen Jugendlichen in Deutschland auf große Begeisterung gestoßene Film Tal der Wölfe. Auf der Buchmesse konnten auch antisemitische Schriften wie Die Protokolle der Weisen von Zion, Der internationale Jude und Werke von Harun Yahya frei erworben werden. Weitere Verbreitungsmedien sind Radio und Internet.[124]

Nach einer Studie im Auftrag des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2007 tendieren muslimische Jugendliche überdurchschnittlich stark zu antisemitischen Vorurteilen. Eine Rolle spielen dabei auch türkische und arabische Fernsehsender, deren Programme per Satellit auch in Deutschland empfangbar sind und die antisemitische Ressentiments verbreiten. In der Vergangenheit wurden in Deutschland bereits Metin KaplansKalifatstaat“ (2001), die panislamische Hizb ut-Tahrir (2003) sowie 2006 der Verlag der türkischen Zeitung Anadoluda Vakit unter anderem auch wegen antijüdischer Hetze verboten. Die türkische und die palästinensische Gemeinde in Berlin warnten jedoch davor, derartige Vorfälle hochzuspielen und stattdessen vom eigentlichen Problem des Rechtsextremismus abzulenken. Laut Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden, ist die Gewaltbereitschaft im muslimischen Lager vergleichbar mit der im rechtsextremen Lager.[125]

Verwandtenheirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In islamischen Kulturkreisen ist eine Ehe zwischen entfernteren Blutsverwandten, also beispielsweise zwischen Cousin und Cousine, stark verbreitet. Diese Sitte wurde vielfach von den muslimischen Migranten beibehalten bzw. kommt in Deutschland durch die begrenzte Auswahl heiratsfähiger Muslime gleicher ethnischer Herkunft verhältnismäßig häufiger vor. So ist nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) etwa jede vierte türkischstämmige Frau in Deutschland mit einem Verwandten verheiratet.[126]

Beschneidung von Jungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die religiös motivierte Beschneidung der Penisvorhaut (tahāra) von Männern ist Bestandteil in der islamischen Tradition und wird traditionell vom Sünnetçi durchgeführt.[127] Die Beschneidung (medizinischer Fachbegriff: Zirkumzision) wird zunehmend von Ärzten durchgeführt; sie impliziert durchaus Risiken (Näheres hier).

Ein Urteil am Landgericht Köln vom 7. Mai 2012 sieht in der Beschneidung der Penisvorhaut eines minderjährigen Jungen eine strafbare Körperverletzung, auch wenn die Einwilligung der Eltern religiös motiviert ist.[128]

Hauptartikel: Zirkumzision#Deutschland

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) kritisierte dieses Urteil als einen eklatanten und unzulässigen Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften und in das Elternrecht;[129] auch einige Repräsentanten jüdischer Organisationen äußerten sich dergestalt.[130] Der Deutsche Ethikrat tagte 2012 zu dem Thema; er empfahl, rechtliche Standards für eine Beschneidung minderjähriger Jungen aus religiösen oder weltanschaulichen Gründen zu etablieren, mit Mindestanforderungen (z.B. umfassende Aufklärung und Einwilligung der Sorgeberechtigten, qualifizierte Schmerzbehandlung, fachgerechte Durchführung des Eingriffs); zudem empfahl er, ein entwicklungsabhängiges Vetorecht des betroffenen Jungen anzuerkennen.[131] Der Bundestag beschloss am 12. Dezember 2012 in einem Gesetz, dass Beschneidungen von Jungen grundsätzlich zulässig sind. Vertreter der Deutschen Kinderhilfe, des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte und von Terre des Femmes appellierten zuvor im September 2012 an Bundesregierung und Bundestag, rituelle Beschneidungen von Jungen nicht vorschnell per Gesetz zu erlauben und forderten ein zweijähriges Moratorium und die Einrichtung eines Runden Tisches, um das Thema Beschneidung in Deutschland wissenschaftlich fundiert zu diskutieren. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte bekräftigte noch einmal seine ablehnende Haltung zur Beschneidung aus religiösen Gründen. Gleichzeitig wurde die Forderung nach einem Moratorium in einer Petition an den Bundestag eingereicht.[132]

Schächten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwar ist das Schächten in Deutschland bislang nicht erlaubt, allerdings sind aus religiösen Gründen Ausnahmegenehmigungen möglich. Diese können Angehörige von Glaubensgemeinschaften in Anspruch nehmen, sofern ihnen ihre Religion zwingend vorschreibt, dass nur Fleisch gegessen werden darf, wenn das Tier ohne Betäubung durch einen Kehlschnitt getötet wurde und vollständig ausgeblutet ist. Genau dies sehen muslimische sowie jüdische Speisevorschriften vor. Das derart gewonnene Fleisch wird bei Muslimen als „halal“ (zulässig, erlaubt) und bei Juden als „koscher“ (tauglich, rein) bezeichnet.[133]

Tierschutzorganisationen sehen das betäubungslose Schlachten kritisch und fordern ein Verbot. Anlässlich des Islamischen Opferfestes im Jahre 2011 wünschte die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. allen Muslimen besinnliche und gesegnete Feiertage. Gleichzeitig führte sie aus: „Vor dem Hintergrund, dass die rituellen Speisegesetze ursprünglich in der Tradition des Tierschutzes stehen, bitten wir alle Muslime, eine tierfreundliche Ernährung in Betracht zu ziehen. Opferfest bedeutet nicht gleich Fleischverzehr. Allen Tierfreunden sei ein Fest, basierend auf rein pflanzlicher Nahrung, ans Herz gelegt.“[134] PETA ist allerdings nicht nur gegen die religiöse Schächtung von Muslimen und Juden, sondern kämpft entschlossen gegen jede Art der Tötung von Tieren. Sie vertritt die Meinung: „Es gibt keinen ethisch korrekten Fleischkonsum und eine vegane Ernährung erübrigt die Debatten um die richtige Betäubungs- und Tötungsweise fühlender Tiere.“[135]

Islamismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Verfassungsschutz hat sich ca. ein Prozent der in Deutschland lebenden Muslime islamistischen, d. h. islam-politischen Organisationen mit radikalen Ansichten angeschlossen. Das entspricht ca. 34.720 Personen, die im Jahre 2008 Anhänger islamistischer Gruppierungen waren.[136] Deutschland gilt vor allem als Ruheraum für potenzielle islamische Terroristen; so lebten bspw. die mutmaßlichen Attentäter des 11. September 2001 (Mohammed Atta, Marwan Alshehhi – „Hamburger Zelle“) einige Zeit in der Bundesrepublik.

Deutsche Dschihadisten, also militante Islamisten, suchen oft Anschluss an international agierende Gruppierungen wie die Islamische Dschihad-Union (die bis 2007 bestehende Sauerland-Gruppe bspw. war eine Zelle der IDU) oder reisen in das Ausland, um direkt an Konflikten teilzunehmen, wie die Deutschen Taliban-Mudschahidin in Afghanistan/Pakistan.

Unter den radikalisierten Muslimen befinden sich vermehrt deutsche Konvertiten (man spricht vom so genannten „Homegrown-Terrorismus“). Die vom radikalen Islamismus ideologisierten Personen rekrutieren sich oftmals selbst über das Internet, wie der Fall des Kosovaren Arid Uka zeigt, der zwei US-Soldaten im März 2011 am Frankfurter Flughafen erschoss, um sie an der Einreise nach Afghanistan zu hindern.

Islamistische Anlaufstellen waren in der Vergangenheit das 2005 verbotene Multikulturhaus in Neu-Ulm sowie das in der Nachbarstadt Ulm beheimatete Islamische Informationszentrum (IIZ), das sich 2007 auflöste.

2011 wurde durch Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich die Initiative Sicherheitspartnerschaft – Gemeinsam mit Muslimen für Sicherheit eingeleitet. Aufgabe der Initiative soll es sein, einer Radikalisierung einzelner junger deutscher Muslime entgegenzusteuern.[137]

Demoskopische Umfragen zur Wahrnehmung der Muslime in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer im Auftrag der Universität Leipzig im April 2010 vom Meinungsforschungsinstitut USUMA durchgeführten repräsentativen Umfrage zufolge wollen etwa 58 % der Deutschen „die Religionsausübung für Muslime erheblich einschränken“; in Ostdeutschland etwa 76 %. 55 % können es gut verstehen, „dass manchen Leuten Araber unangenehm sind“. Die Autoren einer Publikation der Friedrich-Ebert-Stiftung, die die Umfrage analysierten, sehen in dem Schaffen von Feindbildern durch Rechtspopulisten in Krisenzeiten eine Teilerklärung für diese Auffassungen.[138][139]

Einer im Sommer 2010 von TNS Emnid durchgeführten repräsentativen Umfrage der Universität Münster zufolge haben 58 % der Westdeutschen und 62 % der Ostdeutschen eine negative Haltung gegenüber Muslimen. 34 % denken positiv über den Islam.[140][141]

Laut einer im Dezember 2010 im Auftrag der Zeitung Le Monde durchgeführten repräsentativen Umfrage durch das französische Meinungsforschungsinstitut IFOP sehen etwa 40 % der Menschen in Deutschland im Islam eine Gefahr für ihre nationale Identität (dasselbe Ergebnis wurde für Frankreich ermittelt). Drei Viertel der Deutschen (und zwei Drittel der Franzosen) finden zudem, Muslime seien nicht gut integriert. 67 % der repräsentativ befragten Deutschen nannten eine Verweigerungshaltung der Muslime als wichtigsten Grund für die Integrationsprobleme. An zweiter und dritter Stelle der angegebenen Gründe für die Integrationsprobleme stehen zu große kulturelle Unterschiede (34 %) und Ghettoisierung (32 %).[142][143]

Laut einer im Auftrag der Bild-Zeitung im Mai 2016 durchgeführten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA fürchten sich 46 % der Deutschen vor einer Islamisierung Deutschlands, 39 % haben hingegen keine Angst davor.[144]

Gemäß einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap von Mai 2016 gehört der Islam für 60 % der Bundesbürger nicht zu Deutschland. Damit hat die Skepsis gegenüber dem Islam in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Angst vor einem islamistischen Anschlag erreichte in dieser Umfrage im Vergleich zu früheren Befragungen ebenfalls einen neuen Rekordwert.[145]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Islamische Bank[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 hat die Finanzaufsichtsbehörde Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Abkürzung: BaFin) erstmals einer islamischen Bank eine Lizenz als Universalbank erteilt. Die Kuveyt Türk Bank AG, deren Geschäfte nach den Regeln des islamischen Finanzwesens ablaufen, will Filialen in Berlin, Köln und Frankfurt eröffnen.[146]

In den Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Wort zum Freitag

Seit dem 20. April 2007 gibt es vom Südwestrundfunk (SWR) das Islamische Wort, welches im Internet gehört und gelesen werden kann, seit dem 6. Juli die ZDF-Sendung Forum am Freitag im Internet und auf ZDFinfo (freitags um 8:00 Uhr). Diese Internetangebote sind tatsächlich aber keine Verkündigungssendungen wie das christliche Pendant: Der bundesdeutsche Rundfunkstaatsvertrag gesteht solche nur in Deutschland anerkannten Religionsgemeinschaften zu.

Der Deutschlandfunk hat am 6. März 2015 die Sendereihe Koran erklärt gestartet. Jeweils am Freitag um 9 Uhr 55 wird von einem Sprecher ein Koran-Vers vorgetragen und im Anschluss von einem anerkannten Islamwissenschaftler interpretiert. Die neue Sendung wolle damit in der zunehmend intensiver werdenden Diskussion in der Öffentlichkeit und in den Medien um den Islam einen Beitrag zur Aufklärung leisten.[147]

Islamische Zeitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Islamische Zeitung wurde 1995 in Weimar von dem Konvertiten Andreas Abu Bakr Rieger ins Leben gerufen. Sie wird der Murabitun-Bewegung zugeordnet und sieht sich als unabhängiges muslimisches Medium, das sich an Muslime wie Nicht-Muslime richtet. Sie hat nach eigenen Angaben eine Auflage von 6000 bis 8000 Stück (Stand: 2008).

Styleislam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2008 gründete Melih Kesmen das Modelabel Styleislam, das in erster Linie moderne Streetwear mit religiösen Designs entwirft. Teilweise sind dies einfache Motive mit Bezug auf Mekka oder den Ramadan, teilweise Slogans wie „I love my Prophet“, „Ummah – be part of it“ oder „Salah keeps together“. Darüber hinaus werden unter anderem Taschen, Buttons, Poster oder auch Strampelanzüge für Babys angeboten. Zum Sortiment gehören auch die „Q-Bla-Bags“ – Taschen, an denen echte Gebetsteppiche mit Klettverschlüssen befestigt sind; „Q-Bla“ steht für qibla, die Gebetsrichtung nach Mekka. Obwohl das Label in Deutschland gegründet wurde und seinen Sitz in Witten (Nordrhein-Westfalen) hat,[148] entstanden die ersten eigenen Läden in muslimischen Ländern, namentlich in den Städten Istanbul, Riad und Medina.[149]

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Islam ist Teil Deutschlands und Teil Europas, er ist Teil unserer Gegenwart und er ist Teil unserer Zukunft. Muslime sind in Deutschland willkommen. Sie sollen ihre Talente entfalten und sie sollen unser Land mit weiter voranbringen.“

Wolfgang Schäuble: aus der Regierungserklärung zur Deutschen Islamkonferenz, 28. September 2006[150]

„Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland. Vor fast 200 Jahren hat es Johann Wolfgang von Goethe in seinem West-östlichen Divan zum Ausdruck gebracht: ‚Wer sich selbst und andere kennt, wird auch hier erkennen: Orient und Okzident sind nicht mehr zu trennen.‘“

Christian Wulff: Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2010[151]

„Der Islam ist nicht Teil unserer Tradition und Identität in Deutschland und gehört somit nicht zu Deutschland.“

Volker Kauder: aus der Passauer Neue Presse vom 19. April 2012[152]

„Ich hätte einfach gesagt, die Muslime, die hier leben, gehören zu Deutschland.“

Joachim Gauck: Interview mit Die Zeit am 31. Mai 2012 in Bezug auf Wulffs Meinung, der Islam gehöre inzwischen auch zu Deutschland.[153]

„Der frühere Bundespräsident Christian Wulff hat gesagt: Der Islam gehört zu Deutschland. Und das ist so. Dieser Meinung bin ich auch.“

Angela Merkel: aus Spiegel Online vom 12. Januar 2015[154]

„Ich teile diese Auffassung nicht. Muslime sind in Deutschland willkommen und können ihre Religion ausüben. Das bedeutet aber nicht, dass der Islam zu Sachsen gehört.“

Stanislaw Tillich: aus Welt Online vom 25. Januar 2015[155]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Kalligraphien verzierter Gebetsraum der Selimiye-Moschee in Lünen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sonja Haug, Stephanie Müssig, Anja Stichs: Muslimisches Leben in Deutschland. Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Hg.), Nürnberg 2009, ISBN 978-3-9812115-1-1
  • Wilhelm Heitmeyer, Joachim Müller, Helmut Schröder: Verlockender Fundamentalismus: Türkische Jugendliche in Deutschland, Suhrkamp, Frankfurt 1997, ISBN 978-3-518-11767-5
  • Gerdien Jonker: Eine Wellenlänge zu Gott: der „Verband der Islamischen Kulturzentren“ in Europa, Transcript, Bielefeld 2002, ISBN 978-3-933127-99-0
  • Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland. Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen, Verlag C.H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-61411-8
  • Mathias Rohe (Hg.): Handbuch Christentum und Islam in Deutschland. Grundlagen, Erfahrungen und Perspektiven des Zusammenlebens. Herder, Freiburg 2014, ISBN 978-3-451-31188-8
  • Ufuk Olgun: Islamische Religionsgemeinschaften als politische Akteure in Deutschland-Eine Analyse zur politischen Strategiefähigkeit, Springer-VS Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08169-0, doi:10.1007/978-3-658-08170-6
  • Werner Schiffauer: Die Gottesmänner: Türkische Islamisten in Deutschland, Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000, ISBN 978-3-518-39577-6
  • Bassam Tibi: Der Islam und Deutschland. Muslime in Deutschland. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart / München 2000, ISBN 3-421-05385-5
  • Michael Klöcker, Udo Tworuschka: Handbuch der Religionen. Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland, München 1997ff., jährlich 4 Ergänzungslieferungen, z.Zt. EL 48 (Juni 2016) mit Grundlageartikel "Islam in Deutschland" und aktuellen Fachbeiträgen über Islam
  • Monika Wohlrab-Sahr: Konversion zum Islam in Deutschland und den USA, Campus Verlag, Frankfurt am Main / New York 1999, ISBN 3-593-36316-X
  • Faruk Şen, Hayrettin Aydin: Islam in Deutschland, C.H. Beck Verlag, ISBN 3-406-47606-6
  • Muhammad Salim Abdullah: Geschichte des Islams in Deutschland. Verlag Styria, Graz-Wien-Köln 1981, ISBN 3-222-11352-1
  • Ludwig Schleßmann: Sufismus in Deutschland. Deutsche auf dem Weg des mystischen Islam, Böhlau Verlag, ISBN 3-412-11503-7
  • Cemil Şahinöz: Der deutsche Islam, Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8423-5636-8
  • Muhammad Sameer Murtaza: Muslime in Deutschland von 1683 bis 1945 – Eine Prise Geschichte. In: Muslim 2: 8-10.
  • Stephan Theilig: Türken, Mohren und Tataren. Muslimische (Lebens-)Welten in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert. Verlag Frank&Timme, Berlin 2013, ISBN 978-3-86596-525-7
  • Tworuschka, Monika: Grundwissen Islam. Religion, Politik, Gesellschaft, Münster 4. aktualisierte und erweiterte Aufl. 2016 ISBN 978-3-402-03424-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Islam in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Islam in Deutschland – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Muslimfeindlichkeit – Phänomen und Gegenstrategien. (Memento vom 6. Januar 2015 im Internet Archive) Beiträge der Fachtagung der Deutschen Islam Konferenz am 4. und 5. Dezember 2012 in Berlin. Tagungsband, Bundesministerium des Innern im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz, Berlin 2012, ISBN 978-3-00-041851-8, S. 39
  2. a b c d Zahl der Muslime in Deutschland 2008
  3. Ralf Elger (Hrsg.), Kleines Islam-Lexikon: Geschichte, Alltag, Kultur, C. H. Beck, München 2008 (5. Auflage 2008), S. 73.
  4. Hartmut Bobzin: Der Koran – Eine Einführung. Verlag C.H. Beck, S. 105, 107.
  5. Friedrich Mielke: Potsdamer Baukunst. Berlin 1998, ISBN 3-549-05668-0, S. 34
  6. Zu Muslimen in der preußischen Armee siehe: Theilig, Stephan: Türken, Mohren und Tataren. Muslimische (Lebens-)Welten in Brandenburg-Preußen im 18. Jahrhundert. Berlin: Frank&Timme, 2013.
  7. Des Kaisers Dschihadisten, Spiegel Online vom 28. September 2010, abgerufen am 1. Oktober 2015
  8. http://www.spiegel.de/einestages/halbmondlager-die-erste-deutsche-moschee-in-wuensdorf-a-1043358.html
  9. Eine Holzmoschee für die kaiserliche Kriegspropaganda, Rundfunk Berlin-Brandenburg vom 13. Juli 2015, abgerufen am 1. Oktober 2015
  10. http://www.sueddeutsche.de/politik/zweiter-weltkrieg-wie-ein-muslim-eine-juedin-vor-den-nazis-rettete-1.2294553
  11. Aydin Şen: Islam in Deutschland. S. 13 u.14.
  12. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/riedstadt-erste-imam-schule-in-deutschland-eroeffnet-11997499.html
  13. a b c Umstrittene Forderung: SPD-Stiftung will Gleichstellung von Islam und Christentum, Focus Online vom 29. Mai 2015, abgerufen am 7. Mai 2016
  14. a b Demographie – unbekannte Größe, focus.de
  15. Muslimisches Leben in Deutschland, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vom 25. Juni 2009
  16. Zahl der Muslime in Deutschland laut Studie im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz
  17. Islam im demographischen Aufwind, in: Focus vom 31. März 2007, abgerufen am 18. Mai 2016
  18. Around 4 million Muslims in Germany, vom 30. Juni 2008, abgerufen am 9. April 2014
  19. Religionen & Weltanschauungsgemeinschaften in Deutschland, in: Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung: REMID), abgerufen am 27. September 2015
  20. Der Tagesspiegel: Moschee in Wilmersdorf: Mit Kuppel komplett, vom 29. August 2001, abgerufen am 8. August 2015
  21. Die Geschichte der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland, Hamburger Abendblatt, 1. September 2010
  22. Hessen stellt Moscheeverband auf eine Stufe mit Kirchen, Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2013
  23. a b c Zwischen allen Stühlen, Welt Online, 13. Juli 2007
  24. Mitgliederzahlen: Islam, in: Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung: REMID), abgerufen am 26. März 2016
  25. Mitgliederzahlen: Islam, in: Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung: REMID), abgerufen am 4. April 2016
  26. Mitgliederzahlen: Islam, in: Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung: REMID), abgerufen am 4. April 2016
  27. Mitgliederzahlen: Islam, in: Religionswissenschaftliche Medien- und Informationsdienst e. V. (Abkürzung: REMID), abgerufen am 4. April 2016
  28. Schleßmann: Sufismus in Deutschland. S. 5
  29. http://info.arte.tv/de/konkurrenzkampf-der-moscheen
  30. http://antikezukunft.de/2013/08/16/ist-im-islam-die-zugehorigkeit-zu-einer-bestimmten-rechtsschule-notwendig/
  31. Muslimische Gruppierungen in Deutschland: ein Handbuch: Verlag Kohlhammer, Seite 71
  32. http://www.biblisch-lutherisch.de/religion-islam-judentum/sunniten-schiiten-salafisten-aleviten-sufis-u-a/
  33. Glossar: Salafismus, Bundeszentrale für politische Bildung unter Berufung auf Redaktion ufuq.de
  34. Der Islam gehört nun offiziell zu Deutschland, welt.de
  35. Islam in Deutschland – noch lange nicht deutsch. In: Welt Online, 9. Oktober 2010.
  36. Islam und muslimisches Leben in Deutschland (Memento vom 10. November 2010 im Internet Archive)
  37. Muslime für die Homoehe, taz.de, 24. August 2011
  38. Erste Stunde: Islam. In: Süddeutsche.de, 18. August 2008.
  39. Dirk Chr. Siedler: Islamunterricht an deutschen Schulen: erste Erfahrungen im nordrhein-westfälischen Schulversuch. Vortrag in Leipzig am 21. November 2002.
  40. Islamunterricht: Keine Distanz zur eigenen Religion. In: Der Tagesspiegel, 29. April 2008.
  41. Niedersachsen plant regulären Islamunterricht ab 2012. In: Zeit Online, 15. September 2010.
  42. Hessisches Kultusministerium.
  43. Islamunterricht auf den Plan. In: Frankfurter Rundschau, 19. August 2013.
  44. Deutsche Universitäten sollen Imame ausbilden. Süddeutsche.de, 30. Januar 2010
  45. Imame als Studenten in Deutschland. In: tagesschau.de.
  46. Bund fördert Islam-Studiengänge in Tübingen, Münster und Osnabrück. In: Zeit Online, 14. Oktober 2010.
  47. Erstes Zentrum für Islamische Theologie eingeweiht, Zeit online, 17. Januar 2012
  48. Der 1. seiner Art, Zeit online, 30. Dezember 2011
  49. Imam-Ausbildung in Deutschland: Integrationsbeitrag oder Wunschdenken? In: n-tv.de, 14. Oktober 2010.
  50. http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/riedstadt-erste-imam-schule-in-deutschland-eroeffnet-11997499.html
  51. http://www.fr-online.de/rhein-main/imam-institut-riedstadt--man-muss-die-ausbildung-hier-machen-,1472796,21131382.html
  52. Das Gesicht nach Mekka, in: Spiegel Online vom 25. März 2008, abgerufen am 7. Februar 2016
  53. Baden-Württemberg schafft Sargpflicht ab, in: Stuttgarter Nachrichten vom 27. März 2014, abgerufen am 7. Februar 2016
  54. Bayern hält an Sargpflicht bei muslimischen Bestattungen fest, in: Abendzeitung vom 25. Oktober 2014, abgerufen am 7. Februar 2016
  55. CSU blockiert Abschaffung der Sargpflicht, in: Die Welt vom 11. November 2015, abgerufen am 7. Februar 2016
  56. CSU blockiert Abschaffung der Sargpflicht, in: Augsburger Allgemeine vom 11. November 2015, abgerufen am 7. Februar 2016
  57. Beisetzung in aller Stille, in: Mitteldeutsche Zeitung vom 13. Juli 2015, abgerufen am 7. Februar 2016
  58. Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen mit den Schwerpunkten des Gesetzes zur Änderung des Bestattungsgesetzes vom 09.07.2014, in: Institut für Verwaltungswissenschaften, abgerufen am 7. Februar 2016
  59. Fragen und Antworten zum novellierten Friedhofs- und Bestattungsgesetzes, in: Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 7. Februar 2016
  60. Gesetz über das Friedhofs- und Bestattungswesen (Bestattungsgesetz - BestG NRW), in: Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen vom 26. Januar 2016, abgerufen am 7. Februar 2016
  61. Muslime dürfen ihre eigenen Friedhöfe betreiben – Bestattungsgesetz in NRW verabschiedet, in: Deutsch-Türkische Journal, abgerufen am 7. Februar 2016
  62. Erster muslimischer Friedhof von NRW entsteht in Wuppertal, in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 19. November 2015, abgerufen am 7. Februar 2016
  63. Der erste muslimische Friedhof in Deutschland, in: Die Welt vom 26. Februar 2015, abgerufen am 7. Februar 2016
  64. Islam-Feiertage für alle Kinder höchst umstritten. In: Welt Online, 13. Oktober 2009
  65. Islamischer Festtag: Ströbele bleibt in Feierlaune.
  66. Zentralrat der Juden für islamischen Feiertag, focus.de
  67. a b In Deutschland wenden wir jeden Tag die Scharia an – Interview mit der Frankfurter Rundschau Bundeszentrale für politische Bildung
  68. Wenn um Zweitfrauen und Morgengabe gestritten wird. In: Stern.de, 9. Oktober 2010
  69. Der Koran im Gerichtssaal. In: Der Westen.
  70. a b c d Thomas Lemmen: Islamische Religionsausübung in Deutschland. In: Friedrich-Ebert-Stiftung – Digitale Bibliothek.
  71. Islamischer Gebetsruf (ohne Duisburg) Christlich-Islamische Gesellschaft e.V.
  72. a b Gesungener Toleranztest: Wenn der Muezzin täglich zum Gebet ruft. In: Welt Online.
  73. Fünfmal am Tag darf der Muezzin in Rendsburg rufen. In: Abendblatt.
  74. Die Würstchen des Propheten, Welt Online, 18. Oktober 2009
  75. Was Muslime essen – mit Stempel aus Hamburg. In: Hamburger Abendblatt, 4. Mai 2007.
  76. Interview zur Verhaftung deutscher Konvertiten und ihrer Rolle innerhalb des islamischen Extremismus Institut für Islamfragen der Evangelischen Allianz
  77. Meinungsstark, aber ahnungslos. In: Zeit Online, 20. April 2007
  78. Zahl der Konvertiten hat sich vervierfacht. In: Spiegel Online, 13. Januar 2007
  79. BKA warnt vor radikalen Konvertiten. In: Spiegel Online, 25. April 2010
  80. Anthropology Division of Social Sciences, UC San Diego
  81. Warum Konvertiten die Integration befördern. In: Spiegel Online, 13. September 2007
  82. A Turk at the Top, Spiegel Online International, 15. Oktober 2008
  83. rp-online.de
  84. islam.de vom 7. Oktober 2014, Deutschlandfunk vom 4. September 2014, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  85. "IPD Islamische Partei Deutschlands", in: Parteienlexikon.de, vom 13. Oktober 2010, abgerufen am 11. Mai 2015
  86. Muslime und Bundestagswahl 2002, in: Religion-online.info, vom 10. September 2002, abgerufen am 11. Mai 2015
  87. Islamische Partei Deutschlands (IPD) Islam in Deutschland in der Deutschen Digitalen Bibliothek, abgerufen am 11. Mai 2015
  88. Integrationsratswahl am 25. Mai 2014, in: bonn.de, Bundesstadt Bonn vom 21. Juni 2014, abgerufen am 19. Mai 2015
  89. Türkischstämmige Kölner wollen mitmischen, in: Die Zeit vom 6. September 2009, abgerufen am 19. Mai 2015
  90. Migrantenpartei in NRW: Wahlkampf für das Kopftuch, in: Spiegel Online vom 7. Mai 2010, abgerufen am 19. Mai 2015
  91. „Hülya Dogan (BIG)“, in: abgeordnetenwatch.de vom 18. August 2011, abgerufen am 19. Mai 2015
  92. „Migrantenpartei in NRW: Wahlkampf für das Kopftuch“, in: Spiegel Online vom 7. Mai 2010, abgerufen am 19. Mai 2015
  93. „Mit Kopftuch im Bonner Stadtrat“, in: Westdeutscher Rundfunk Köln vom 30. Oktober 2009, abgerufen am 19. Mai 2015
  94. Verfassungsschutz warnt vor muslimischer Partei, in: Der Tagesspiegel vom 29. August 2012, abgerufen am 10. Mai 2015
  95. Partei gegründet: Muslime wollen im Osnabrücker Rat mitmischen, in: Neue Osnabrücker Zeitung vom 17. August 2011, abgerufen am 10. Mai 2015
  96. "Islampartei MDU löst sich auf und fusioniert mit Kleinpartei BIG!", in: Presseportal, vom 20. März 2014, abgerufen am 10. Mai 2015
  97. Islampartei MDU löst sich auf und fusioniert mit Kleinpartei BIG!, in: Parteien-News.de vom 20. März 2014, abgerufen am 10. Mai 2015
  98. Sabine Beikler: Ates: Migranten tun zu wenig gegen Ehrenmorde. Der Tagesspiegel, 6. Februar 2007, abgerufen am 30. April 2013
  99. Aufgeklärter Islam: Hoffnung auf den „Aufstand der Kopftuchmädchen“. In: Zeit Online, 21. Januar 2011
  100. Gegen Gott und die Welt, Deutschlandradio, 18. November 2009, abgerufen 1. Mai. 2013.
  101. Ex-Muslime fordern Recht auf Nichtglauben, Der Standard, 26. Februar 2010, abgerufen am 4. August 2011
  102. zum Beschluss des Ersten Senats vom 27. Januar 2015, Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Januar 2015
  103. Ein pauschales Kopftuchverbot für Lehrkräfte in öffentlichen Schulen ist mit der Verfassung nicht vereinbar, Pressemitteilung Nr. 14/2015 vom 13. März 2015 des Bundesverfassungsgerichts vom 13. März 2015
  104. Kopftuchverbot für Lehrerinnen gekippt, tagesschau.de vom 13. März 2015
  105. http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland_aid_119798.html
  106. http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland_aid_119798.html
  107. Bürger-Protest gegen Moscheen, RP-Online, 27. August 2007
  108. Wie eine Moschee den Volkszorn entfacht, Spiegel Online, 13. April 2006
  109. Zwischen Angst und Aggression – Islamophobie in Deutschland? (Memento vom 17. August 2010 im Internet Archive)
  110. "Seit dem Mord reden wir offener", taz.de, 31. Juli 2009
  111. Brandanschlag auf Moschee in Wolfenbüttel, Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt
  112. Antimuslimische Gewalt: Brandanschlag auf Moschee in Deutschland, Spiegel Online, 18. November 2004
  113. Brandanschlag auf Moschee in Hessen, Welt Online, 23. Dezember 2004
  114. Brandanschlag auf Moschee nahe Marburg (Memento vom 30. Dezember 2013 im Internet Archive) netzeitung.de, 23. März 2009
  115. Moschee-Anschlagsserie schreckt Berlin auf, Spiegel-Online, 10. Dezember 2010
  116. Brandanschlag auf Moschee in Wilmersdorf, Berliner Morgenpost, 9. Januar 2011
  117. Angedrohter Moschee-Anschlag in Korbach: Haftstrafe auf Bewährung, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 9. November 2010
  118. Polizei findet Brandbeschleuniger im Schutt, Der Tagesspiegel, 15. August 2014
  119. Erneut Brandanschlag auf Bielefelder Moschee, Zeit Online, 19. August 2014
  120. Abschottung von Muslimen durch generalisierte Islamkritik? bpb.de
  121. Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Islamfeindlichkeit. Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009. ISBN 978-3-531-16257-7
  122. „Politically Incorrect“ eng vernetzt mit rechter Szene, Spiegel Online, 18. September 2011, abgerufen am 11. Oktober 2011
  123. Thomas E. Schmidt: Keinen Fußbreit. Wie die neue Anti-Islam-Partei Die Freiheit beinahe einen Parteitag abgehalten hätte. In: Zeit online. 14. Januar 2011, abgerufen am 11. Oktober 2011.
  124. Thorsten Gerald Schneiders (Hrsg.): Islamverherrlichung: Wenn die Kritik zum Tabu wird. VS Verlag, 2010. S. 379 ff. ISBN 3-531-16258-6.
  125. »Hitler gefällt mir«. In: Zeit Online, abgerufen am 22. Dezember 2010
  126. Inzest: Cousin und Cousine als Eltern, Zeit Online, 23. Juli 2012
  127. zentralrat.de
  128. justiz.nrw.de
  129. Pressemitteilung 27. Juni 2012
  130. zentralratdjuden.de, 26. Juni 2012
  131. ethikrat.org
  132. Beschneidung: Kinderschützer fordern Moratorium, Ärzteblatt, 13. September 2012, abgerufen am 27. September 2012
  133. Wie ist die Situation in Deutschland?, in: Der Tagesspiegel vom 15. Juli 2013, abgerufen am 25. März 2016
  134. PETA fordert ein ausnahmsloses Verbot des Schächtens in Deutschland, von: People for the Ethical Treatment of Animals vom 2. November 2011, abgerufen am 25. März 2016
  135. Halal – Religion und Tierrechte, geht das zusammen?, von: PETA Team vom 2. Februar 2016, abgerufen am 25. März 2016
  136. Islamistisches Personenpotenzial, Bundesamt für Verfassungsschutz
  137. Umsetzung der Initiative Sicherheitspartnerschaft, Bundesministerium des Innern
  138. Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung: "Ausländer- und Islamfeindlichkeit nimmt zu" (Memento vom 15. Oktober 2010 im Internet Archive), Tagesschau.de, abgerufen 7. Januar 2007
  139. Oliver Decker, Marliese Weißmann, Johannes Kiess und Elmar Brähler: Die Mitte in der Krise-Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2010, Friedrich-Ebert-Stiftung (PDF; 736 kB), 2010, ISBN 978-3-86872-469-1, S. 134, 144
  140. Deutsche sind intolerant gegen Muslime und Juden, Welt Online, 2. Dezember 2010.
  141. „Deutsche sind viel weniger tolerant gegenüber Muslimen“, WMU Münster, Dezember 2010.
  142. Regard croisé France/Allemagne sur l’Islam, IFOP.com, 4. Januar 2011.
  143. Einig in der Angst vor dem Islam, Die Welt, 6. Januar 2011.
  144. Umfrage zeigt: Das denken die Deutschen wirklich über den Islam, Focus Online, abgerufen am 4. Juni 2016.
  145. 60 Prozent glauben, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, Süddeutsche Zeitung, abgerufen am 4. Juni 2016.
  146. "Erste islamische Bank erhält Lizenz in Deutschland", in: Die Zeit vom 22. März 2015, abgerufen am 6. April 2015
  147. "Neue Reihe im Deutschlandfunk „Koran erklärt“", in: Der Tagesspiegel, vom 5. März 2015, abgerufen am 6. April 2015
  148. „Styleislam“ ist das Mode-Label für moderne Muslime. In: Der Westen, 13. März 2010
  149. Es gibt Leute, die uns die Hölle prophezeien. In: Spiegel Online, 23. April 2011
  150. Rede von Wolfgang Schäuble im Bundestag
  151. Rede von Bundespräsident Christian Wulff zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit, bundespraesident.de
  152. Kauder: Islam ist nicht Teil unserer Identität, Passauer Neue Presse vom 19. April 2012, abgerufen am 20. August 2012
  153. Integrationsdebatte. Gauck distanziert sich von Wulffs Islam-Rede, Der Spiegel vom 31. Mai 2012, abgerufen am 20. August 2012
  154. Kanzlerin Merkel: „Der Islam gehört zu Deutschland“, Spiegel Online vom 12. Januar 2015, abgerufen am 12. Januar 2015
  155. Ministerpräsident Stanislaw Tillich: „Der Islam gehört nicht zu Sachsen“, Welt Online vom 25. Januar 2015, abgerufen am 25. Januar 2015