Burg-Herzberg-Festival

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Das Burg-Herzberg-Festival, auch Bonsai-Woodstock, ist ein Musik- und Literaturfestival der Hippie-Kultur im Breitenbacher Ortsteil Gehau. Das Burg-Herzberg-Festival ist mit 12000 Besuchern[1] das größte Freiluft-Hippie-Festival Europas.

Blick auf die Hauptbühne 2017
Ian Anderson auf dem Burg-Herzberg-Festival 2017

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung 1968 als Bandwettbewerb von The Petards[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burg-Herzberg-Festival 2017

Das erste Festival fand als eines der frühsten Freiluft-Hippie-Festivals in Deutschland am 7. Juli 1968[2] auf der Burg Herzberg, nahe dem hessischen Alsfeld, statt. Die Initiative zum ersten 1. Deutschen Undergroundfestival ging u. a. von Horst Ebert, Arno Dittrich, Klaus Ebert, Bernd Wippich mit Unterstützung der Adelsfamilie Dörnberg aus.

1968 spielten vor tausenden von Besuchern bei dem Bandwettbewerb der BURG-BEAT-SHOW neben den The Petards auch The Merchants und The Blue Moons mit dem Sänger Gerd Grabowski. Die Bands spielten teils in schwindelnder Höhe auf der Verbindung zwischen den Türmen, während das Publikum direkt auf den Mauern und dem Burgplateau gesessen hat[3]. Den Wettbewerb gewannen The Blue Moons.

Beim 1. Deutschen Undergroundfestival vom 1.2. April 1970 spielten ausschließlich deutsche Bands wie z. B. The Petards, Guru Guru, Amon Düül, Embryo und Can. Nachdem sich The Petards um Horst Ebert trennten, endete zunächst die Breitenbacher Open Air Veranstaltung[4]. Zwischen 1973 und 1990 wurde das Festival nicht mehr veranstaltet.

Neuauflage durch Karl-Heinz Becker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1991 wurde das Festival von Karl-Heinz Becker mit der Vereinigung „Movement of the Hippies“[5] und der Unterstützung von Baron Jürgen von Dörnberg neu aufgelegt. Der große Festivalbesucher Zuspruch von mehr als 10000 Besuchern führte dazu, dass 1997 der Austragungsort von der Burg verlegt wurde.

Seit 1998 findet das Burg-Herzberg-Festival jährlich am Fuße des Burgberges der Burg Herzberg bei Hof Huhnstadt statt.

Konkurrenzfestivals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2002 fand das letzte von Karl-Heinz Becker organisierte Festival an der Burg Herzberg statt. 2001 veranstaltete Karl-Heinz Becker ein Konkurrenzfestival am Kloster Cornberg. Auf der Bühne standen Kraan, Epitaph und Amon Düül. 2002 versuchte Becker die beiden Festivals zu einem Mammuttrip zu vereinen, doch die plötzliche Erkrankung des Spiritus Rector ließ das Festival am Kloster Cornberg ausfallen. 2003 fand das Burg-Herzberg-Festival am Schloss Wilhelmstal bei Eisenach mit Neues Glas aus alten Scherben, Fehlfarben, Freygang und Eric Burton statt.

Weiterführung durch Gunther Lorz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003 fand kein Festival an der Burg Herzberg statt. Seit 2004 wird das Burg-Herzberg-Festival von einem Team Fuldaer Musikliebhaber um Gunther Lorz von der Burg Herzberg Festival GmbH[6] wieder an der Burg Herzberg veranstaltet.

Interpreten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lesezelt auf dem Burg-Herzberg-Festival 2017

Die Bands, die auf diesem Festival auftreten, sind meist progressive Bands und mehr oder weniger bekannte Bands der 1970er und 1980er Jahre. Es treten aber auch viele andere Gruppen und Künstler verschiedener Stilrichtungen auf, z. B. aus den Bereichen Blues, Folk, Liedermacher und Pop-Rock. Die Bands und Interpreten kommen mittlerweile aus aller Welt: die bekanntesten dürften 17 Hippies, Amsterdam Klezmer Band, AnnenMayKantereit, Ash Ra Tempel, Birth Control, Caravan, Colosseum, Electric Orange, Epitaph, Eric Burdon, Faust, Hamid Baroudi, Gong, Götz Widmann, Ian Anderson, Joe Bonamassa, Kettcar Gov’t Mule, Grobschnitt, Guru Guru, Hellmut Hattler, Hawkwind, Iron Butterfly, IQ, Jane, Klaus der Geiger, Kraan, Manfred Mann’s Earth Band, John Mayall, Marillion, LaBrassBanda, Morcheeba, Jeff Beck, Nektar, Opal Ocean, Ougenweide, Ozric Tentacles, Paatos, Patti Smith, Pavlov’s Dog, Porcupine Tree, Randy Hansen, Selig, Soft Machine, Steppenwolf, The Supremes, Ten Years After, The Waterboys, Tito & Tarantula, Trigon, UFO, Uriah Heep, Van der Graaf Generator, W.I.N.D., Wishbone Ash und Zone Six sein.

Traditionell schließen die Herberg Blues All-Stars das Festival ab.

Zudem gehört ein Lesezelt zum Festivalgelände, bei dem u. a. die Schriftsteller Ulrich Holbein und Frank Schäfer, Frank Witzel und Ella Anschein lasen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Festivalgelände von oben auf dem Berg

Das Herzberg Festival wurde im Jahr 2005 und 2006 für den WDR-Rockpalast aufgezeichnet und im WDR als auch bei Einsfestival ausgestrahlt.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Live-Konzerte auf DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CDs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg Herzberg Open Air Vol. 1 - Wir sind Kinder der Revolte
  • Burg Herzberg Open Air Vol.2 - Welcome to Freakcity
  • Electric Milkandhoneyland
  • Live at Hof Huhnstadt
  • Burg Herzberg Festival V
  • Fill Your Hearts with Joy and Love a Lot
  • Today Is A Good Day
  • Handmade

Live-Konzerte auf CD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Colour Haze - Live 2008
  • Sunya Beat - Comin Soon - live 2001
  • Big Brother and the Holding Company - „Hold On“ - live 2005
  • W.I.N.D. - „Live in the Land of Milk and Honey“ - live 2005
  • Hidria Spacefolk - Live at Heart (2006)
  • Omigosh - Rainbows on my blue suede shoes (2006)
  • Quantum Fantay - From Herzberg to Living-Room (2006)
  • Bröselmaschine - live (2006)
  • Space Debris - Into the Sun (2006)
  • Wicked Minds - Live at Burg Herzberg Festival 2006
  • Areknamés - Live at the Burg Herzberg Festival 2007
  • Schizofrantik - live (2007)
  • Fairport Convention - Live at Open Air Burg Herzberg
  • Kraan - Live 2001
  • Late September Dogs - Rush (Live 2001)
  • Pentangle - Live at Open Air Burg Herzberg (nicht erschienen,(1999))
  • Porcupine Tree - Burg Herzberg Festival 2001
  • Trigon
    • Burg Herzberg Festival 2002
    • Burg Herzberg Festival 2003
    • Herzberg 2004
  • iH8 Camera - iH8 Camera (2006)
  • Embryo - Live at Burg Herzberg Festival 2007 (2007)
  • The Magnificient Brotherhood - Live Ammunition (2008)
  • White Cowbell Oklahoma - Viva Live Locos (live 2006) (2011)
  • Vibravoid - live at Burg Herzberg Festival 2010 (2011)

Schallplatten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sunya Beat - comin soon (2006)
  • Wicked Minds - Live at Burg Herzberg Festival 2006 (2006)
  • Magnificient Brotherhood - Live at Burg Herzberg (2009)
  • Vibravoid - live at Burg Herzberg Festival 2011 (2011)
  • v/a - Handmade (2016)

Live Konzerte auf VHS[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Holbein: Zwischen Urknall und Herzberg Ich als Hippie in Raum und Zeit. Nachtschatten, Solothurn 2002 ISBN 3-907080-90-4.
  • Frank Seifert: Let The Children Play
  • Frank Schäfer: Burg Herzberg Festival - since 1968. Verlag Andreas Reiffer, Meine bei Braunschweig 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg-Herzberg-Festival – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nadine Kalbfleisch in: Lauterbacher Anzeiger vom 25. Juli 2018
  2. Nadine Kalbfleisch in: Giessener Zeitung vom 26. Juli 2018
  3. Nadine Kalbfleisch in: Giessener Zeitung vom 26. Juli 2018
  4. Nadine Kalbfleisch in: Giessener Zeitung vom 26. Juli 2018
  5. Nadine Kalbfleisch in: Giessener Zeitung vom 26. Juli 2018
  6. Nadine Kalbfleisch in: Giessener Zeitung vom 26. Juli 2018