Mercedes-Benz W 08

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Mercedes-Benz
Mercedes-Benz Typ Nürburg 460 (1930)

Mercedes-Benz Typ Nürburg 460 (1930)

W 08
Verkaufsbezeichnung: Typ Nürburg 460
Typ Nürburg 460 K
Typ Nürburg 500
Typ 500 N
Produktionszeitraum: 1928–1939
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Tourenwagen, Roadster, Limousine, Pullman-Limousine, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
4,6–4,9 Liter
(59–81 kW)
Länge: 4650–5380 mm
Breite: 1800–2070 mm
Höhe: 1760–1820 mm
Radstand: 3430–3670 mm
Leergewicht: 2070–2400 kg
Vorgängermodell: Mercedes-Benz Typ 400
Nachfolgemodell: keines
Mercedes-Benz Typ Nürburg 460, Papamobil (1930)
Mercedes-Benz, Typ Nürburg 460, Baujahr 1929

Der Mercedes-Benz W 08 war ein Pkw der Marke Mercedes-Benz und Nachfolger des Mercedes-Benz Typ 400. Er wurde unter dem Namen Mercedes-Benz 18/80 PS Typ Nürburg 460 im Herbst 1928 auf der Pariser Automobilausstellung als erstes Daimler-Benz-Fahrzeug mit Achtzylindermotor vorgestellt.

Der Typ Nürburg kann als erstes Papamobil gelten, da Papst Pius XI. von Daimler-Benz 1930 ein für ihn besonders ausgestattetes Fahrzeug geschenkt bekam.

Mercedes-Benz Typ Nürburg 460/460 K (mit Hochrahmen, 1928–1929)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wagen war von Ferdinand Porsche in aller Eile konstruiert worden, um dem zwei Jahre früher erschienenen Horch 8 Paroli bieten zu können. Porsche griff auf die damals übliche Standardkonstruktionen des Hochrahmens (ohne Absenkung zwischen den Achsen) zurück, was dem neuen Modell auch für die damalige Zeit ein veraltetes Aussehen gab. Es war mit einem seitengesteuerten Achtzylinder-Reihenmotor mit 4622 cm³ Hubraum ausgestattet, der 80 PS (59 kW) leistet und den Fahrzeugen eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h verleiht. Der Wagen hat Starrachsen, alle vier Räder sind an Halbelliptik-Blattfedern aufgehängt und mechanisch mit Saugluftunterstützung gebremst.

Für nach Kundenwunsch gefertigte Aufbauten externer Karosseriebauer war neben dem langen Fahrgestell mit 3670 mm Radstand ein verkürztes mit 3430 mm erhältlich. Diese Modelle heißen „460 K“. Werksseitig waren Tourenwagen mit vier und sechs Sitzen, eine viertürige Limousine, eine Pullman-Limousine mit sechs Sitzen sowie ein viertüriges Cabriolet D lieferbar.

Das wuchtige, altmodische und sehr teure Automobil war nicht sehr gefragt, sodass es bereits nach einem Jahr von einem moderneren Niederrahmenmodell abgelöst wurde. Sechs Jahre lang lagen die schon produzierten Hochrahmenmodelle auf Halde und mussten mit Preisnachlässen verkauft werden.

Mercedes-Benz Typ Nürburg 460/460 K (mit Niederrahmen, 1929–1933)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mercedes-Benz Typ Nürburg 460 K Sport-Roadster (1929)

Aufgrund des mäßigen Erfolges überarbeitete Daimler-Benz-Chefkonstrukteur Hans Nibel das Modell. Die Technik wurde vom Vorgänger übernommen, wobei auf Wunsch für das Vierganggetriebe zusätzlich ein Schnellgang lieferbar war. Heraus kam ein deutlich eleganteres Auto mit dem modernen Niederrahmen, dessen Längsträger zwischen den Achsen abgesenkt waren. Neben der geringeren Einstiegshöhe waren so auch flachere Aufbauten realisierbar. Auch ein Fahrgestell mit geringerem Radstand war wieder erhältlich. Trotz dieser Modernisierung hatte der neue Niederrahmen-Mercedes geringere Verkaufszahlen als der Horch 8.

Neben den bekannten Aufbauten waren nun zusätzlich ein zweitüriges Cabriolet C und das Pullman-Cabriolet F lieferbar.

Mercedes-Benz Typ Nürburg 500 (1931–1934)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem langen Fahrgestell wurde ab 1931 zusätzlich ein Modell mit stärkerem Motor angeboten. Dieser hat 4918 cm³ Hubraum und leistet 100 PS (74 kW). Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 110 km/h.

Mercedes-Benz Typ 500 N (1934–1936)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1934 wurde der Nachfolger des Typs Nürburg vorgestellt. Der Motor war gleich geblieben, jedoch wurde die Karosserielinie modernisiert: Der flache Kühlergrill des Nürburg wurde durch ein leicht gepfeiltes, etwas nach hinten geneigtes Exemplar ersetzt. Auch die Windschutzscheibe bekam eine leichte Neigung nach hinten. Die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 115 km/h.

Mercedes-Benz Typ 500 N (1936–1939)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1936 erhielt der Wagen nochmals einen stärkeren Motor. Aus gleich gebliebenem Hubraum schöpft er 110 PS (81 kW) und beschleunigt das Fahrzeug bis auf 123 km/h. Kühlergrill und Windschutzscheibe wurden noch weiter nach hinten geneigt, der Querbügel zur Befestigung der Scheinwerfer fiel weg.

1939 wurde die Modellreihe nach insgesamt 3842 produzierten Fahrzeugen ohne Nachfolger eingestellt. Es handelte sich um das letzte Mercedes-Benz-Modell mit Holzspeichenrädern und Starrachsen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Oswald: Mercedes-Benz Personenwagen 1886–1986. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-613-01133-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz W 08 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien