Mercedes-Benz W 201

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Mercedes-Benz
Mercedes Benz 190 E (1982–1988)

Mercedes Benz 190 E (1982–1988)

W 201
Verkaufsbezeichnung: 190
Produktionszeitraum: 1982–1993
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotoren:
1,8–3,2 Liter
(66–172 kW)
Dieselmotoren:
2,0–2,5 Liter
(53–93 kW)
Länge: 4420–4448 mm
Breite: 1678–1706 mm
Höhe: 1361–1390 mm
Radstand: 2665 mm
Leergewicht: 1080–1340 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Mercedes-Benz Baureihe 202

Der Mercedes-Benz W 201 ist der erste Mercedes der Mittelklasse und Vorläufer der C-Klasse. Er zielte vor allem auf die Käuferschicht des erfolgreichen BMW 3er ab.

Der W 201 wurde immer als Mercedes-Benz 190 vermarktet, unabhängig vom Hubraum des Motors. Mercedes-Benz stellte ihn am 8. Dezember 1982 vor und produzierte bis August 1993 mehr als 1,8 Millionen Stück. Damit zählt er zu den erfolgreichsten Modellen von Mercedes-Benz.

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heckansicht

Der Mercedes-Benz W 201 markiert für Daimler-Benz den Übergang zu einer neuen Fahrzeuggeneration. Raumlenkerhinterachse, neuentwickelte gekapselte Dieselmotoren und strömungsgünstige und sachliche Karosserie stehen für den neuen Stil. Der W 201 wurde über 10 Jahre lang produziert, und sollte sich vor allem gegen den BMW 3er stellen, der in den USA hohe Absatzzahlen erreichte.

Zugleich zeigte die Erdölkrise 1974 den Bedarf nach einem sparsameren und kompakteren Modell. Trotzdem lag die passive Sicherheit auf hohem Niveau: Mit Auslegung auf Offset-Crash, Antiblockiersystem und Fahrerairbag bot der W 201 Ausstattungsmerkmale, die die Konkurrenz erst rund 10 Jahre später in diesem Segment anbot.

Besonders die Mittelklasse-Baureihe Mercedes-Benz W124 sollte stark vom Konzept geprägt werden. Das betrifft sowohl Designausprägung als auch wesentliche Technikmerkmale. Paradoxerweise lagen zum Zeitpunkt der Einführung die Preise des W201 oberhalb der Mittelklasse-Limousine W123, obwohl dieser in einem höheren Segment positioniert war.

Die noch 1983 zu beobachtende Kaufzurückhaltung erforderte für die Daimler-Benz AG erstmals die Notwendigkeit, Autos zu verkaufen statt sie nur zu "verteilen". Durch den sukzessiven Ausbau der Modellpalette (bereits 1983 folgten der 190 Diesel und das Sportmodell 190E 2.3-16) erfreute sich das neue Modell schnell einer großen Beliebtheit, sodass Lieferfristen von einigen Monaten üblich wurden.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruno Sacco mit einem Hartmodell des W 201

Der W 201 ist der erste Mercedes-PKW mit der sogenannten Raumlenker-Hinterachse. Sie hat pro Rad fünf Lenker, die am Achsschenkel und am hinteren Fahrschemel der Karosserie an jeweils einem Punkt gelagert sind. Jeder dieser Lenker nimmt dem Achsschenkel einen der sechs Freiheitsgrade der Bewegung eines Körpers im Raum, so dass gerade ein Freiheitsgrad für die Ein- und Ausfederung bleibt. Diese Konstruktion bietet gegenüber konventionellen Achsen mehr Möglichkeiten, um die Änderung von Sturz und Vorspur abhängig von der Einfederung und den wirkenden Kräften (Elastokinematik) abzustimmen.

Die Vorderachse ist dafür eine vergleichsweise einfache Dämpferbeinachse mit einem Dreiecksquerlenker, auf den die Schraubenfeder wirkt. Beide Achsen haben einen Drehstab-Stabilisator.

Anstelle der Mercedes-typischen Fußfeststellbremse befindet sich ein „normaler“ Handbremshebel auf der Mittelkonsole. Der Grund dafür ist der relativ enge Fußraum des Wagens, der nicht den Platz für ein Feststell-Pedal bot. Neu ist auch der Einarmwischer, der ab Herbst 1984 mit einer speziellen Hubtechnik ausgestattet wurde und damit eine größere Fläche abdeckte - nach Angaben der Mercedes-Benz AG bis zu 86 % der Scheibe. Dieser wurde auch in der im November 1984 eingeführten Baureihe 124, im Nachfolgemodell Baureihe 202 und weiteren späteren Modellen verwendet.

Zunächst wurden die Modelle als 190 und 190 E (mit dem Ottomotor M102) angeboten; ab Herbst 1983 ergänzte die 53 kW starke Dieselvariante 190 D (OM601) und die Sportversion 190 E 2.3-16 (M102 mit vier Ventilen je Zylinder und 136 kW/185 PS) das Programm. Ab 1985 wurden weitere Modelle angeboten, der 190 D 2.5 (OM602) mit 66 kW, der 190 E 2.3 mit 100 kW und der 190 E 2.6 mit einem 122 kW starken Sechszylinder-Reihenmotor (M 103). Später wurde der 190 D 2.5 in einer auf 90 kW verstärkten Turboversion, zunächst serienmäßig mit Viergang-Automatikgetriebe, ausgeliefert. Exportmärkten vorbehalten war der 180 E. Auf dem Pariser Autosalon wurde 1986 die neue Generation von Sechzehnventilern vorgestellt. Das Modell 190 E 2.5-16 mit 143 kW (195 PS) macht sich auch als Evo-Renntourenwagen einen Namen.

Die 16-Ventil-Motoren entstammen einer Kooperation mit dem Motorenentwickler Cosworth und wurden auf einigen Märkten auch als 190 E 2.3-16 Cosworth angeboten. Das Tuningmodell 190 E 3.2 AMG mit 172 kW (234 PS) war ab dem Jahre 1992 ebenfalls über die Mercedes-Benz-Händler bestellbar.

Design[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Grundzügen blieben die Proportionen des W 201 bis zum Modell Baureihe 203 erhalten. Das Design mit dem relativ kurzen, hohen und sich verjüngenden Heck brach radikal mit den bisherigen Mercedes-Modellen. Auch war der W 201 der erste Mercedes, der – mit Ausnahme des Kühlergrills – auf Chromschmuck verzichtete. Der Luftwiderstandsbeiwert (Cw) liegt nach Angaben von Daimler-Benz von 1983 bei 0,33. Später nahm Mercedes in den Mittel- und Oberklassemodellen Baureihe 124 und Baureihe 140 Designelemente des W 201 auf.

Modellpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September/Oktober 1988 wurden im Rahmen einer großen Modellpflege folgende Änderungen vorgenommen:

  • neue lackierte Stoßfänger und Seitenplanken („Sacco-Bretter“)
  • neue Sitze mit Neigungsverstellung, neuer Polsterung und Schaumkern anstatt Federkern
  • Gurte vorn höhenverstellbar
  • elektrisch beheizbarer Außenspiegel, rechts elektrisch verstellbar
  • hämatitfarben eloxierte Fenstereinfassungen

Im Frühjahr 1991 wurde die Auspuffanlage des 190 E 2.0 und 2.3 geändert, wodurch beide Varianten die durch den Katalysator verlorenen 3 kW zurückerhielten. Sie leisteten nun wieder 90 und 100 kW.

Sondermodelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 gab es die Sondermodellreihe Avantgarde. Die Reihe bestand aus drei Modellen (mit den Namen: Azzurro, Rosso und Verde), die in limitierter Stückzahl verkauft wurden. Die Modelle hatten zum einen jeweils eine besondere Ton-in-Ton-Metalliclackierung und zum anderen eine auffällige Innenausstattung. Der Schriftzug Avantgarde befindet sich bei allen Modellen rechts auf dem Handschuhfachdeckel.

  • 190 E 2.3 Azzurro (blau), ca. 950 Stück
  • 190 E 1.8 Rosso (rot), ca. 2300 Stück
  • 190 D 2.5 Verde (grün), ca. 750 Stück

Weitere Sondermodelle:

  • 190 E 2.5-16 Evolution, 1989, 502 Stück, Blauschwarzmetallic
  • 190 E 2.5-16 Evolution II, 1990, 502 Stück, Blauschwarzmetallic
  • Berlin 2000, 190 E 1.8/2.3/3.2 AMG, 1992, 190 Stück
  • DTM '92, 190 E 1.8/2.3, 1992, Brillantsilber- oder Blauschwarzmetallic
  • 190 E 3.2 AMG, ab 1992
  • 190 E 1.8/2.3 Primavera, 1993, Grünmetallic der Avantgarde-Reihe (nur für die Schweiz gebaut)

Motoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Jahre bot Mercedes-Benz sowohl Modelle mit Katalysator (KAT) als auch ohne (RÜF) an. Bei den RÜF-Modellen gab es die Möglichkeit einer späteren Nachrüstung. Die Versionen ohne Katalysator hatten eine etwas höhere Leistung. Das durch Einführung des Katalysators entstandene Leistungsdefizit der 190-E-2.0- und 2.3-Modelle wurde ab 1991 durch Verwendung der Auspuffanlage des 190 E 2.6 ausgeglichen. Die Leistung stieg beim 2.0 von 87 auf 90 kW und beim 2.3 von 97 auf 100 kW.

Ottomotoren:

Modell Bauzeit Motortyp Zylinder Ventile je
Zylinder
Hubraum
[cm3]
Leistung [kW/PS]
bei Drehzahl [1/min]
Drehmoment [Nm]
bei Drehzahl [1/min]
Bemerkungen
190 1982–1984 M 102 4 2 1997 66/90 bei 5000 165 bei 2500 nicht für E10-Kraftstoff geeignet[1]
1984–1988 77/105 bei 5200 170 bei 2500
190 (RÜF) 1985–1988 77/105 bei 5500 165 bei 3000
190 (KAT) 1985–1990 75/102 bei 5500 160 bei 3000
190 E 1982–1988 90/122 bei 5100 178 bei 3500
190 E (RÜF) 1985–1988
190 E (KAT) 1985–1991 87/118 bei 5100 172 bei 3500
190 E 1.8 1990–1993 1797 80/109 bei 5500 150 bei 3700
190 E 2.0 1991–1993 1996 90/122 bei 5300 175 bei 3500
190 E 2.3 1985–1988 2299 100/136 bei 5100 205 bei 3500 nicht für E10-Kraftstoff geeignet[1]
190 E 2.3 (RÜF)
190 E 2.3 (KAT) 1985–1991 97/132 bei 5100 198 bei 3500
190 E 2.3 1991–1993 2298 100/136 bei 5200 200 bei 3500
190 E 2.3-16 (ECE) 1984–1988 4 2299 136/185 bei 6200 235 bei 4500 nicht für E10-Kraftstoff geeignet[1]
190 E 2.3-16 (RÜF) 1983–1984 130/177 bei 5800 230 bei 4750
190 E 2.3-16 (KAT) 1982–1987 125/170 bei 5800 220 bei 4750
190 E 2.5-16 (RÜF) 1987–1988 2498 150/204 bei 6750 240 bei 5000–5500 nicht für E10-Kraftstoff geeignet[1]
190 E 2.5-16 (KAT) 07/1988–06/1993 143/195 bei 6800 235 bei 5000–5500
190 E 2.5-16 Evolution (RÜF) 03/1989–05/1989 2463 150/204 bei 6750 240 bei 5000–5500 nicht für E10-Kraftstoff geeignet[1]
190 E 2.5-16 Evolution (KAT) 143/195 bei 6800 235 bei 5000–5500
190 E 2.5-16 Evolution II (KAT) 05/1990–07/1990 173/235 bei 7200 245 bei 5000–6000
190 E 2.6 1985–1988 M 103 6 2 2597 122/166 bei 5800 228 bei 4600 nicht für E10-Kraftstoff geeignet[1]
190 E 2.6 (RÜF)
190 E 2.6 (KAT) 1985–1992 118/160 bei 5800 220 bei 4600
190 E 3.2 AMG 1992 3206 172/234 bei 5750 305 bei 4500

Dieselmotoren:

Modell Baumuster Bauzeit Motortyp Hubraum
[cm3]
Leistung [kW/PS]
bei Drehzahl [1/min]
Drehmoment [Nm]
bei Drehzahl [1/min]
190 D 201.122 08/1983–05/1989 OM 601.911 1997 53/72 bei 4600 123 bei 2800
190 D 06/1989–08/1993 55/75 bei 4600 126 bei 2700–3550
190 D 2.2 k. A. 1983–1985 OM 601.921 2197 54/73 bei 4200 130 bei 2800
190 D 2.5 201.126 09/1985–05/1989 OM 602.911 2497 66/90 bei 4600 154 bei 2800
190 D 2.5 06/1989–08/1993 69/94 bei 4600[D 1] 158 bei 2600–3100[D 1]
190 D 2.5 Turbo 201.128 09/1988–05/1989 OM 602.961 90/122 bei 4600 225 bei 2400
190 D 2.5 Turbo 06/1989–08/1993 93/126 bei 4600 231 bei 2400
  1. a b Fahrzeuge mit Oxidationskatalysator 66 kW (90 PS) bei 4600/min / 154 Nm bei 2800/min

Mercedes 190 DTM-Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

190 E Klasse 1 DTM-Version 1993

Ein großer Erfolg gelang mit dem Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 in der Rennsaison 1992: Er gewann 16 von 24 Rennen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und belegte in der Endabrechnung die Plätze eins bis drei. Kein anderes Auto sammelte bis dato in einer DTM-Saison mehr Siege, mehr Punkte, mehr Trainingsbestzeiten, mehr schnellste Runden und mehr Führungskilometer als die von Mercedes-Benz-Haus-Tuner AMG vorbereiteten 190 E 2.5-16 in ihrer zweiten Evolutionsstufe (Kurzbezeichnung EVO II).

Der 2,5-Liter-Vierzylinder des Siegerwagens des Werkspiloten Klaus Ludwig leistet dank Vierventiltechnik und Motronic rund 272 kW (370 PS) bei 9.500/min. Durch konsequente Gewichtseinsparung wiegt der EVO II fahrfertig lediglich 980 Kilogramm. Er beschleunigt in 4,5 Sekunden vom Stand auf 100 km/h. Seine Kraft liefert er über ein geradeverzahntes Sechsgang-Getriebe an die Hinterachse mit mechanischer Differentialsperre. Geschaltet wird, ohne zu kuppeln, bei Vollgas. Der Zylinderkopf des Motors stammte von der britischen Firma Cosworth.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fertigung des 190 im Daimler-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim (1988)

Die Gesamtzahl aller produzierten Mercedes-Benz W 201 beläuft sich auf insgesamt ca. 1,9 Millionen Exemplare. Eine Besonderheit war, dass erstmals in der Geschichte von Daimler-Benz ein Modell an zwei Standorten gleichzeitig produziert wurde. Genau 58 % der Fahrzeuge baute das Werk Bremen. Die anderen 42 % der Fahrzeuge wurde im Werk Sindelfingen hergestellt.

Etwa 53 % der gebauten Fahrzeuge wurde in Deutschland verkauft, nur jedes zehnte Fahrzeug in den USA (dort wurde der Wagen wegen seiner speziell für die USA eher geringen Größe „Baby-Benz“ genannt). Dieses Verhältnis war bei Daimler-Benz ungewöhnlich niedrig, zumal die Impulse zur Entwicklung in erster Linie aus den USA stammten. Die meistgefragte Typen stellten der 190 E 2.0 (rund 34 %) und der 190 D (24 %) dar. Obwohl erst 1990 eingeführt, konnte der 190 E 1.8, womöglich durch sein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, in kurzer Zeit ein Drittel des Gesamtabsatzes für sich einnehmen.

Der letzte Mercedes-Benz W 201 wurde im August 1993 im Werk in Bremen gebaut und dem Mercedes-Benz Museum übergeben. Der Nachfolger des W 201 wurde 1993 die Baureihe 202 unter der Bezeichnung „C-Klasse“.

Gesamtstückzahl Mercedes-Benz W 201
Insgesamt 1.879.629 Stück
Anteil Dieselversionen 33,6 %
Anteil Sechszylinderversionen 5,6 %
Anteil Sechzehnventilerversionen 1,4 %
Anteil Sondermodelle 0,4 %

Bestand in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgeführt ist der Bestand an Mercedes-Benz W 201 mit Erstzulassung ab 1990 und auswertbarer Fahrzeug-Identifizierungsnummer in Deutschland zum 1. Januar jedes Jahres seit 2003 laut Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes. Bis 2007 beinhaltete der Bestand neben der Anzahl der angemeldeten Fahrzeuge auch die Anzahl der vorübergehenden Stilllegungen. Seit 2008 enthält der Bestand lediglich den „fließenden Verkehr“ einschließlich der Saisonkennzeichen. Der Bestand zum 1. Januar 2007 wurde rückwirkend auf die neue Erfassungsmethode umgerechnet.

Einschließlich vorübergehender Stilllegungen/Außerbetriebsetzungen
Stichtag 1.1.2003 1.1.2004 1.1.2005 1.1.2006 1.1.2007
Anzahl 202.183 192.448 179.371 164.639 149.815
Veränderung - 4,8 % - 6,8 % - 8,2 % - 9,0 %
Quelle [2] [3] [4] [5] [6]
Ohne vorübergehende Stilllegungen/Außerbetriebsetzungen
Stichtag 1.1.2007 1.1.2008 1.1.2009 1.1.2010 1.1.2011 1.1.2012 1.1.2013 1.1.2014 1.1.2015
Anzahl 128.582 114.098 102.007 86.954 78.819 71.005 63.299 56.281 50.574
Veränderung - 11,3 % - 10,6 % - 14,8 % - 9,4 % - 9,9 % - 10,9 % - 11,1 % - 10,1 %
Quelle [7] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14]

Insgesamt lag der Bestand an Mercedes-Benz W 201 am 1. Januar 2002 in Deutschland bei rund 518.500 Fahrzeugen.[15] Mit knapp 100.000 Zulassungen am 1. Januar 2013 sei der Mercedes-Benz W 201 laut VDA hinter dem Mercedes-Benz W 124, dem Audi 80 B3/B4 und dem VW Golf II der vierthäufigste Youngtimer in Deutschland.[16]

Nach dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 13.836 Mercedes-Benz W 201 zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet.[17]

Am 7. Dezember 2012 erhielt der erste Mercedes-Benz W 201 ein H-Kennzeichen.[18]

Kaengsaeng 88[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Kaengsaeng 88

Im Jahre 1988 wurden von der Sungri Motorenfabrik in Nordkorea die Modelle des Mercedes-Benz W 201 illegal und ohne Genehmigung der Daimler-Benz AG kopiert und in kleiner Stückzahl gefertigt. Einzelne importierte Originalfahrzeuge von Mercedes-Benz wurden vollständig demontiert und alle Komponenten nachgebaut. Die als Kaengsaeng 88 bezeichneten Fahrzeuge wiesen starke Verarbeitungsmängel auf.[19] Das Modell trug alternativ die Bezeichnung Pyongyang 4.10.[20]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simsa, Paul (Hrsg.): Der Mercedes-Benz 190. Portrait eines Automobils, Econ-Verlag Düsseldorf 1986.
  • Schwartz, Egbert/Gerstl, Theo: Mercedes 190. Alles über den legendären Baby-Benz W 201, Geramond-Verlag München 2012.
  • Neßhöver, Jost (Hrsg.): Mercedes-Benz 190 (W 201). Entwicklung – Modelle – Technik, Heel-Verlag Königswinter 2012.
  • Schneider, Hans J./Schneider, Valentin/Schrader, Halwart: Mercedes 190. Modellgeschichte - Kaufberatung - Pannenhilfe, Schneider-Media-Verlag 2014.
  • Kaufberatung in Oldtimer Markt, Ausgabe 10/2007, S. 36 ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz W 201 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Liste der nicht E10-geeigneten Mercedes-Benz-PKW-Modelle
  2. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2003 nach Segmenten und Typgruppen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 109 kB).
  3. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2004 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 121 kB).
  4. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2005 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 131 kB).
  5. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2006 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 143 kB).
  6. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2007 gegenüber 1. Januar 2006 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 140 kB).
  7. a b Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2008 gegenüber 1. Januar 2007 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 181 kB).
  8. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2009 gegenüber 1. Januar 2008 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 177 kB).
  9. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2010 gegenüber 1. Januar 2009 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 352 kB).
  10. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2011 gegenüber 1. Januar 2010 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 298 kB).
  11. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2012 gegenüber 1. Januar 2011 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 603 kB).
  12. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2013 gegenüber 1. Januar 2012 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 182 kB).
  13. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2014 gegenüber 1. Januar 2013 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF).
  14. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2015 gegenüber 1. Januar 2014 nach Segmenten und Modellreihen (Zulassungen ab 1990). Kraftfahrt-Bundesamt, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF).
  15. Lebende Legenden. In: Pressebericht 2003. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 17, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF).
  16. 30 Jahre VW Golf II. Wirklich reif fürs H-Kennzeichen? In: Auto Bild Klassik 1/2014. Januar 2014, S. 51, archiviert vom Original am 17. April 2015, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF).
  17. Abschlussbericht – Umweltprämie. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und Kraftfahrt-Bundesamt, 1. November 2010, abgerufen am 22. Oktober 2015 (PDF; 1,6 MB).
  18. Ralf Weber, Thomas Frankenstein: Der erste Mercedes-Benz 190 (W201) mit H-Kennzeichen. Klassiker-Status für den Baby-Benz! Mercedes-Fans, 22. Januar 2013, abgerufen am 22. Oktober 2015.
  19. Abbildung eines Kaengsaeng 88 auf der Internetseite www.caranddriver.com (abgerufen am 2. Dezember 2015).
  20. PYONGYANG 4.10, also named KAENGSAENG 88 | chinesecars. In: www.chinesecars.net. Abgerufen am 20. Oktober 2015.