Mercedes-Benz L 319

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Mercedes-Benz
Mercedes-Benz L 319 als Pritschenwagen

Mercedes-Benz L 319 als Pritschenwagen

L 319
Hersteller: Daimler-Benz
Verkaufsbezeichnung: L 319, O 319, L 406, L 408
Produktionszeitraum: 1955–1968
Vorgängermodell: Mercedes-Benz L 1100
Nachfolgemodell: Mercedes-Benz T 2
Technische Daten
Bauformen: Pritschenwagen, Kastenwagen, Kleinbus
Motoren: Mercedes-Benz M 121 (Otto)
Mercedes-Benz OM 636 (Diesel)
Mercedes-Benz OM 621 (Diesel)
Leistung: 32 - 59 kW
Länge: 4720 - 4730 mm
Breite: 1940 mm
Höhe: 2280 mm
Radstand: 2850 mm
Nutzlast: 1,64–1,85 t
zul. Gesamtgewicht: 3,6 t
Mercedes-Benz O 319 Kleinbus mit Dachrand-Verglasung
Mercedes-Benz L 319 als Feuerwehrfahrzeug LF 8
Feuerwehrfahrzeug in der Seitenansicht

Der Mercedes-Benz L 319 war ein Kleintransporter von Daimler-Benz mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,6 Tonnen. Das nach seiner internen Konstruktionsnummer benannte Fahrzeug wurde von 1955 bis 1968 gebaut und schloss nach dem Zweiten Weltkrieg die Lücke, die im Jahr 1941 mit der Einstellung des Typs L 1100 entstanden war. Der L 319 war das erste als Mercedes-Benz-„Transporter“ angebotene Fahrzeug und wurde vom 1967 vorgestellten „Düsseldorfer Transporter“ (Mercedes-Benz T 2) abgelöst.

Vorgeschichte und Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte der 1950er Jahre war Daimler-Benz sowohl in der Pkw- wie auch der Lkw-Sparte gut aufgestellt, wobei im Mercedes-Benz-PKW-Programm für den gewerblichen Einsatz auch Kombinationskraftwagen und Lieferwagen (Kastenwagen) enthalten waren. Das Angebot an reinen Nutzfahrzeugen begann jedoch erst mit dem leichteren Hauben-Lkw L 3500 beziehungsweise L 311 mit 3,5 Tonnen Nutzlast. In dem von VW-Transporter, Ford FK 1000, Borgward B 1000/1500 und Opel Blitz abgedeckten Marktsegment von 0,8 bis 1,5 t Nutzlast war Daimler-Benz nicht vertreten.

Historie der Baureihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der L 319 wurde im September 1955 auf der IAA als „Schnell-Lastwagen“ (nicht zu verwechseln mit dem DKW-Schnellaster) unterhalb der 7,5-Tonnen-Klasse vorgestellt. Er war anfangs nur mit dem Dieselmotor aus dem Pkw 180 D lieferbar, der aus 1,8 Litern Hubraum 43 PS leistete. Später war auch der Ottomotor aus dem 180 a mit 1,9 Liter Hubraum und 65 PS erhältlich. Die Baureihe war bei 3,6 bis 3,9 Tonnen Gesamtgewicht für eine Nutzlast zwischen 1,6 und 1,9 Tonnen ausgelegt und konnte als Kasten-, Pritschenwagen und Tiefpritsche, als Fahrgestell für externe Aufbauten sowie als Kleinbus (O 319) geordert werden. Das Fahrzeug war, damals neu für ein Fahrzeug dieser Klasse, als Frontlenker mit abgerundetem Fahrerhaus konzipiert; geschlossene Aufbauten wie Kasten und Bus waren mittragend, die Pritschen und Fahrgestelle mit Fahrerhäusern auf einem Leiterrahmen ausgeführt. Der Motor war vorn zwischen den Sitzen angeordnet; der Antrieb erfolgte auf die Hinterräder. Die Technik mit Starrachsen vorn und hinten sowie Blattfedern war schon für damalige Verhältnisse einfach konstruiert.

Fertigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fertigung erfolgte anfangs in den Daimler-Benz-Werken Stuttgart-Untertürkheim für die Kasten- und Pritschen-Lkw und in Mannheim für die Busse. Die Produktion wurde 1963 in das Werk Düsseldorf der Auto Union verlegt (Anm.: von 1958/59 bis 1964 gehörte die Auto Union zur Daimler-Benz AG). 1963 wurden im Rahmen einer Neuordnung der Modellbezeichnungen des Daimler-Benz-Lkw-Programms, die einheitlich Nutzlast und Motorleistung angeben sollten, der L 319 in L 407 und der L 319 D in L 405 umbenannt (4 t mit 70 bzw. 50 PS). Mit einer Ergänzung des Motorenprogramms kamen auch die Typen L 406 und L 408 auf den Markt, deren Nachfolger zunächst dieselben Bezeichnungen erhielten. Der L 406 besitzt einen leistungsgesteigerten Dieselmotor des Typs OM 621 mit 40 kW, der 408 einen leistungsgesteigerten M-121-Ottomotor mit 59 kW.

Markterfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutendste Wettbewerber des Mercedes-Benz L 319 waren der Opel Blitz und der Hanomag Kurier. Obwohl er in diesem Segment ein Neuling war und trotz seiner simplen Konstruktionsweise und seines bescheidenen Komforts konnten über 140.000 Fahrzeuge abgesetzt werden. Die Produktion endete 1967; Nachfolger war der noch erfolgreichere Mercedes-Benz T 2 („Düsseldorfer Transporter“).

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

L 319 L 319 D
Bauzeitraum 1955 bis 1963
Hersteller: Daimler-Benz
Motor Ottomotor M 121 Dieselmotor OM 636 (bis 1960)
Dieselmotor OM 621 (ab 1961)
Bohrung × Hub 85 × 83,6 mm 75 × 100 mm (OM 636)
87 × 83,6 mm (OM 621)
Hubraum 1897 cm³ 1767 cm³ (OM 636)
1988 cm³ (OM 621)
Nennleistung 48 kW bei 4500 min−1 (bis 1960)
50 kW bei 4400 min−1 (ab 1961)
32 kW bei 3500 min−1 (OM 636, bis 1960)
38 kW bei 4000 min−1 (OM 621, ab 1961)
Maximales Drehmoment 125 Nm bei 2500 min−1 (bis 1960)
129 Nm bei 2500 min−1 (ab 1961)
101 Nm bei 2000 min−1 (OM 636, bis 1960)
113 Nm bei 2400 min−1 (OM 621, ab 1961)
Höchstgeschwindigkeit 95 km/h (bis 1960)
100 km/h (ab 1961)
80 km/h (bis 1960)
90 km/h (ab 1961)
Getriebe: 4 Vorwärts- / 1 Rückwärtsgang
Elektrische Anlage: 12 V; 84 Ah
Länge / Breite / Höhe: 4720 mm / 1940 mm / 2280 mm
Radstand: 2850 mm
Bereifung: 6,00–16 extra
Leergewicht: 1890 kg (Kastenwagen)
1685 kg (Pritschenwagen)
Nutzlast: 1640 kg (Kastenwagen)
1850 kg (Pritschenwagen)
Zulässiges Gesamtgewicht: 3600 kg

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mercedes-Benz L 319 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien