SARS-CoV-2-Impfstoff

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Impffortschritt weltweit: Anteil der mindestens einmal Geimpften
Impffortschritt weltweit: Anteil der vollständig Geimpften

Ein SARS-CoV-2-Impfstoff, auch als COVID-19-Impfstoff (englisch COVID-19 vaccine) und umgangssprachlich als Corona-Impfstoff bezeichnet, ist ein Impfstoff (Vakzin) gegen das seit Anfang 2020 auftretende Coronavirus SARS-CoV-2, das die COVID-19-Pandemie auslöste. Ziel der Impfstoffentwicklung ist es, durch Impfung eine adaptive Immunantwort im geimpften Organismus zu erzeugen, die vor einer Infektion mit dem Virus und damit vor der Erkrankung COVID-19 schützt.

Wie alle Arzneimittel werden auch COVID-19-Impfstoffe vor ihrer Anwendung einer klinischen Prüfung unterzogen, bevor die Arzneimittelzulassung – länderweise oder staatsübergreifend – bei der jeweils zuständigen Behörde beantragt werden kann. Obwohl dieser Prozess bei den Corona-Impfstoffen schneller als üblich erfolgte, wurde hierbei (in Europa) kein Prüfschritt ausgelassen, verkürzt oder vereinfacht. Der Grund für die Schnelligkeit lag stattdessen insbesondere in neuer und verbesserter Technologie, bereits bestehendem Vorwissen durch SARS-CoV-1, erheblicher finanzieller Unterstützung sowie der parallelen Durchführung der Prüfphasen (siehe auch Rolling-Review-Verfahren). Wenn eine signifikante Wirksamkeit bzw. Immunogenität nachgewiesen wurde und der Nutzen ein mögliches Risiko durch eventuelle schwere Nebenwirkungen überwiegt, erfolgt die Zulassung eines Impfstoffs.[1]

Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (Stand: 20. August 2021) 112 Vakzine in der klinischen Prüfung, davon 20 in der abschließenden Phase-III-Studie. Weitere 184 sind in der vorklinischen Entwicklung.[2] In Russland wurde bereits im August 2020 der Vektorimpfstoff Gam-COVID-Vac („Sputnik V“) zugelassen, jedoch ohne die Phase-III-Studien mit Zehntausenden Probanden abzuwarten.[3] Weiterhin wurden ab Dezember 2020 auf Grundlage der Ergebnisse von Phase-3-Studien unter anderem die RNA-Impfstoffe Tozinameran (Biontech/Pfizer) und mRNA-1273 (Moderna/NIAID) sowie die Vektorimpfstoffe AZD1222 (AstraZeneca/Oxford) und Ad26.COV2.S (Janssen / Johnson & Johnson) zugelassen. Sie wurden zudem, wie ferner die Impfstoffe BBIBP-CorV und CoronaVac, von der WHO in die Liste von Impfstoffen für den Notfallgebrauch aufgenommen („WHO-Notfallzulassung“). Diese WHO-Notfallzulassungen werden in Ländern ohne eigene Arzneimittelprüfung genutzt.[4] Weitere Impfstoffe sind in der Prüfung.[5]

Die EU-Kommission hat bislang für vier COVID-19-Impfstoffe eine bedingte Zulassung[6] erteilt: Comirnaty (Biontech/Pfizer), Spikevax (Moderna/NIAID), Vaxzevria (AstraZeneca/Oxford) und Ad26.COV2.S (Janssen/Johnson & Johnson). Zuvor hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) deren jeweilige Sicherheit und Wirksamkeit positiv bewertet. Mehrere andere Impfstoffe befinden sich in unterschiedlichen Phasen der Prüfung durch die EMA.[7]

Haushaltskontakt-Studien aus Großbritannien und den Niederlanden deuteten darauf hin, dass die Ansteckung Dritter durch die Impfung mit Tozinameran (Biontech/Pfizer) oder dem AstraZeneca-Vakzin, sowie von mRNA-1273 (Moderna) oder der COVID-19 Vaccine Janssen reduziert wird.[8][9]

Corona-Impfungen verhindern auch bei Infektionen mit der Delta-Variante von SARS-CoV-2 asymptomatische und symptomatische COVID-19-Erkrankungen in etwa der Hälfte der Fälle; das Risiko einer Krankenhauseinweisung wird bei über 60-Jährigen auf weniger als ein Fünftel reduziert.[10] Das Risiko, schwer krank zu werden oder zu sterben, ist laut US-Seuchenschutzbehörde CDC im Juli 2021 für ungeimpfte Personen sogar mehr als zehnmal höher als für diejenigen, die geimpft wurden.[11] Daten vom August 2021 aus Israel, dem Staat, der als einer der ersten die meisten Menschen impfen ließ, zeigen selbst in der Altersgruppe ab 50 Jahren, dass das Risiko für Geimpfte, schwer zu erkranken, mindestens fünfmal niedriger sei als für Ungeimpfte.[12]

Alle derzeit zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 werden mittels einer intramuskulären Injektion verabreicht (Stand: November 2021), was vor allem den mobilen Teil des Immunsystems trainiert. Eine mögliche Alternative oder auch Ergänzung dazu sind Impfstoffe, die auf die Nasen- oder Mundschleimhaut aufgebracht werden, um die lokale Immunabwehr in Nase und Rachen zu trainieren. Im Idealfall könnte so eine sterile Immunität erzeugt werden, bei der die Weitergabe des Virus verhindert wird. Bislang befinden sich alle Impfstoffe diesen Typs gegen COVID-19 noch in der Entwicklungsphase (Stand: November 2021).[13][14]

Das Wissenschaftsmagazin Science erklärte die Entwicklung von Impfstoffen gegen das SARS-CoV-2 in nie dagewesener Geschwindigkeit zum Breakthrough of the Year 2020, dem wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres.[15] Im Zuge der Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2 wurden die weltweit ersten RNA- (Tozinameran) und DNA-Impfstoffe (ZyCoV-D) für Menschen zugelassen.

Immunologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modell eines SARS-CoV-2-Virions mit türkisfarbenen Spikes
Arten von SARS-CoV-2-Impfstoffen

Wirkungsweise der Impfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentrale Antigene des SARS-CoV-2 (die Zielmoleküle, gegen die eine Immunantwort ausgelöst werden soll) bei der Impfstoffentwicklung sind zwei Proteine der Virushülle, das S-Glykoprotein (Spike-Glykoprotein) und das Membranprotein (M) sowie im Virusinneren das Nukleokapsidprotein.

Alle zugelassenen und fast alle in Entwicklung befindlichen Impfstoffe verwenden das S-Glykoprotein des SARS-CoV-2 als Antigen. Dieses Protein auf der Virusoberfläche wird von SARS-CoV-2 verwendet, um an Zellen anzudocken. Daher können Antikörper gegen dieses Protein erzeugt werden, die zusätzlich zur Aktivierung von Immunzellen neutralisierend wirken, d. h. die Bindung des Virus an die Zelloberfläche blockieren und somit eine Infektion der Zelle hemmen. Die Impfwirkung führt bei allen zugelassenen SARS-CoV-2-Impfstoffen zur einer starken Abnahme des Risikos für schwere Krankheitsverläufe von COVD-19. Die Weitergabe (Transmission) durch infizierte geimpfte Personen wird bei Infektionen mit der Delta-Variante des SARS-CoV-2 gesenkt, was sich in niedrigerer Viruslast und verkürztem Zeitfenster der Transmission äußert.[16] Kriterien für die Impfstoffentwicklung von SARS-CoV-2-Impfstoffen sind die Minimierung unerwünschter Immunreaktionen, eine Eignung für die Impfung erwachsener Mitarbeiter im Gesundheitssystem, eine Eignung für die Impfung von Menschen mit Risikofaktoren (Menschen über 60 Jahren oder mit Diabetes mellitus oder Bluthochdruck) und eine Eignung zur Bevorratung,[17] wie sie in der Priorisierung der COVID-19-Impfmaßnahmen diskutiert werden.

Das S-Glykoprotein ist in seiner Funktion ein fusogenes Protein, das dem Virus ermöglicht, nach Aufnahme in eine Zelle das Endosom zu verlassen. Als fusogenes Protein kann es mindestens zwei Proteinfaltungen einnehmen: vor und nach der Fusion mit der Endosomenmembran. Die Faltungsform vor der Fusion ist diejenige, die das Virus vor der Aufnahme in eine Zelle aufweist und gegen die eine Immunantwort ausgebildet werden soll. Manche SARS-CoV-2-Impfstoffe verwenden als Antigen eine Variante des S-Glykoproteins, die zwei geänderte Proline in der Nähe der Fusionsdomäne aufweist, welche die Proteinfaltung vor der Membranfusion stabilisieren (engl. 2P-prefusion-stabilised). Bei der 2P-Variante wurden zwei Aminosäuren gegen Proline getauscht: an Position 1060 war zuvor ein Valin, an Position 1061 war zuvor ein Leucin.[18] Die 2P-Variante wurde für Coronaviren erstmals beim MERS-CoV beschrieben.[18] Die Analogie der 2P-Variante bei SARS-CoV-2 wurde bestätigt.[19]

Immunreaktionen gegen SARS-CoV-2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SARS-CoV-2 ist ein behülltes, nicht-segmentiertes RNA-Virus.[20] Gegen zwei Proteine der Virushülle (S-Glykoprotein und Membranprotein) des nahe verwandten SARS-CoV wurden neutralisierende Antikörper beschrieben.[20] Neutralisierende Antikörper gegen das S-Glykoprotein sind hauptsächlich für einen Schutz vor Infektion durch SARS- oder MERS-CoV verantwortlich, jedoch ist die Ursache für einen Schutz vermutlich vom Impfstofftyp, den verwendeten Antigenen, den Tiermodellen und der Applikationsform abhängig.[21] Im S-Glykoprotein des SARS-CoV-2 wurden für den Menschen 13 Epitope für MHC I (erzeugen eine zelluläre Immunantwort) und 3 für MHC II (erzeugen eine humorale Immunantwort) identifiziert.[22] Konservierte Epitope wurden im S-Glykoprotein und im Nukleokapsidprotein identifiziert, die sich für breitenwirksame Impfstoffe eignen könnten.[23] Es gibt in Mäusen eine Kreuzreaktivität von neutralisierenden Antikörpern gegen das S-Glykoprotein, die sowohl den Zelleintritt von SARS-CoV als auch von SARS-CoV-2 hemmen.[24] Beide SARS-assoziierten Viren verwenden den gleichen Rezeptor zum Zelleintritt, das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2), während MERS-CoV die Dipeptidylpeptidase 4 (CD26) verwendet.[25] Zahlreiche ACE-2-Rezeptoren finden sich beim Menschen auch im Darmbereich, in Gefäßzellen, in der Herzmuskulatur sowie in der Niere. Das S-Glykoprotein wird in zwei Untereinheiten unterteilt, S1 und S2. S1 enthält die Rezeptorbindungsdomäne und bedingt die Bindung an die Wirtszelle. S2 ist für die Fusion mit der Zellmembran verantwortlich. Die Bindungsaffinität des SARS-CoV-2 zum ACE-2-Rezeptor ist etwa 10 bis 20 mal so stark wie die des SARS-CoV.[26] Es gab im März 2020 keine monoklonalen Antikörper gegen die Rezeptor-bindende Proteindomäne (RBD) des S-Glykoproteins von SARS-CoV, die nennenswerte Bindungsaffinität gegen SARS-CoV-2 aufwiesen.[27] In der folgenden Zeit wurde bei der Immunreaktion gegen SARS-CoV-2 beobachtet, dass die Immunität mit der Konzentration neutralisierender Antikörper korreliert.[28] Allerdings ist diese Korrelation nichtlinear, denn 3 % Neutralisationswirkung eines Genesenenserums im Neutralisationstest entsprechen 50 % Schutz vor schwerer Erkrankung und 20 % Neutralisationswirkung entsprechen 50 % ohne messbare Virustiter (d. h. mit sterilisierender Immunität).[28] Die biologische Halbwertszeit der durch Impfung gebildeten neutralisierenden Antikörper betrug für die RNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna in den ersten vier Monaten 65 Tage und anschließend für die folgenden acht Monate 108 Tage. Der Beitrag der zellulären Immunantwort zum Schutz vor Erkrankung und der Schutz vor neuen Virusvarianten wurde in dieser Studie nicht untersucht.[28]

Bindende Antikörper werden per ELISA gemessen, neutralisierende im Neutralisationstest. Um die Resultate der Antikörpermessungen besser vergleichen zu können, wurde von der WHO für die Bestimmung der Menge der neutralisierenden Antikörper die Einheit IU/ml (International Units / ml) und für die bindenden Antikörper die Einheit BAU/ml (Binding Antibody Units / ml) vorgeschlagen.[29]

Fluchtmutationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Problem bei der Impfstoffentwicklung ist die hohe Mutationsrate von einigen RNA-Viren, wodurch der Impfstoff wie beim Influenzaimpfstoff fortlaufend an die sich verändernden zirkulierenden Virusstämme angepasst werden muss oder nur einen Teil der zirkulierenden Virusstämme abdeckt.[30] Es wurde befürchtet, dass die Wirkung der Covid-19-Impfstoffe gegen neue Varianten von SARS-CoV-2, die durch Fluchtmutationen im Gen für das Spike-Protein entstehen, vermindert sein könnte, so dass trotz Impfung erneute Infektionen häufiger werden.[31][32] Für eine geminderte Immunität gegen Fluchtmutanten ist entscheidend, ob die Mutationen im Bereich der immundominanten Epitope des Antigens auftreten, nicht still sind und in einer schlechteren Wiedererkennung durch das Immunsystem resultieren – erst dann sind es Fluchtmutationen. Durch die zufällige Mutation der RNA des SARS-CoV-2 in Bereichen, gegen die eine Immunantwort wirkt, entstehen Fluchtmutanten. Die Rezeptor-bindende Proteindomäne des S-Glykoproteins (als Antigen zur Erzeugung neutralisierender Antikörper) ist der variabelste Teil des SARS-CoV-2.[30] Der Stamm D614G ist mit etwa 85 % der im November 2020 dominierende globale SARS-CoV-2-Stamm.[33] Fast alle Stämme mit dieser D614G-Mutation zeigen auch Mutationen in Replikationsproteinen wie beispielsweise ORF1ab P4715L und RdRp P323L. Diese wiederum sind die Angriffspunkte für einige Medikamente wie Remdesivir und Favipiravir.[34] Dadurch dass die zugelassenen Impfstoffe eine Immunantwort gegen mehrere Epitope des Spike-Glykoproteins hervorrufen, ist der Einfluss einer Fluchtmutation in nur einem Epitop auf die gesamte Immunantwort gegen SARS-CoV-2 in der Regel gering.[16] Während ursprünglich alle Impfstoffhersteller die Sequenz des Wuhan-Stammes von SARS-CoV-2 verwendeten, haben alle Hersteller zugelassener Impfstoffe neue Kandidaten in klinischer Prüfung, die an zirkulierende SARS-CoV-2 angepasst sind.[16]

Bei den RNA-Impfstoffen BNT162b2 (Biontech/Pfizer) und mRNA-1273 (Moderna) wurde in Laborstudien eine geringere Zahl von neutralisierenden Antikörpern, die gegen die SARS-CoV-2-Variante Beta wirksam sind, festgestellt: beim Biontech-Impfstoff um weniger als den Faktor 2, beim Moderna-Impfstoff um den Faktor 6.[35] In einer Doppelblindstudie wurden die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs von AstraZeneca bei jungen Erwachsenen (Median: 30 Jahre, oberes/unteres Quartil: 24 bzw. 40 Jahre) untersucht. Die Ansteckungszahlen und die Zahlen milder bis mittelschwerer Krankheitsverläufe zeigten, dass das Vakzin gegen die Beta-Variante nur minimal (nicht signifikant) besser als ein Placebo wirkt. Wegen der niedrigen Datenbasis der Studie ist noch keine Aussage zum Schutz vor schweren Verläufen möglich.[36][37][38] Der zeitliche Abstand zwischen beiden Impfdosen in der Studie lag bei 3 bis 5 Wochen. Empfohlen werden jedoch für eine stärkere Immunantwort 9 bis 12 Wochen.[39]

Infektionsverstärkende Antikörper (ADE)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei SARS-CoV und MERS-CoV wurden unerwünschte infektionsverstärkende Antikörper (Antibody-dependent Enhancement, ADE) gegen Proteine in der Virushülle beschrieben.[40] Diese können auch bei SARS-CoV-2 vermutet werden[30] und sind ein potenzielles Sicherheitsrisiko bei der Entwicklung der COVID-19-Impfstoffe, allerdings hat sich diese Sorge in Anbetracht der intensiven Forschung[41] nicht bestätigt.[42] Zur Vermeidung infektionsverstärkender Antikörper gegen das S-Glykoprotein kann vermutlich mit verkürzten Varianten immunisiert werden, wie die RBD oder die S1-Untereinheit des S-Glykoproteins.[21]

Bei zwei Impfstoffen gegen SARS-CoV auf Basis des ganzen Virus wurde eine Immunpathogenese der Lungenbläschen durch die Einwanderung von Eosinophilen und Typ-2-T-Helferzellen beobachtet.[43] Die Immunpathogenese konnte bei einem SARS-CoV-Impfstoff durch Zugabe eines bestimmten Adjuvans (ein delta-Inulin-basiertes Polysaccharid) vermieden werden.[44][21]

Notwendiger Herdenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Schutz des Geimpften soll mit einer Impfung auch die Weitergabe an Dritte (Transmission) gemindert werden, um SARS-CoV-2 analog zum Pockenvirus ausrotten zu können (Eradikation). Dafür ist ein Mindestmaß an Immunität in einer Population notwendig. Der zu impfende Mindestanteil einer Bevölkerung zum Erreichen eines Herdenschutzes  berechnet sich aus der Basisreproduktionszahl und der Impfstoffwirksamkeit gegen Transmission  (nicht zu verwechseln mit der Impfstoffwirksamkeit gegen schwere Krankheitsverläufe):[45]

[46]

Unter der Annahme, dass für SARS-CoV-2 die Basisreproduktionszahl R0 ≈ 2,87 ist,[47] wäre der notwendig zu impfende Mindestanteil der Bevölkerung 93,1 % bei einem Impfstoff, der die Transmission um 70 % senkte. Bei der Delta-Variante müssten mit einem R0 von nahezu 7[48] bei ansonsten gleicher Annahme 122,4 % aller Menschen geimpft werden. Da nicht mehr als 100 % geimpft werden können, wäre ein Herdenschutz damit nicht mehr erreichbar.

Ebenso kann die Mindestwirksamkeit gegen Transmission berechnet werden:[46]

Unter der Annahme von R0 ≈ 2,87 ist die notwendige Mindestwirksamkeit gegen Transmission 86,9 %, wenn 75 % der Bevölkerung geimpft werden können.[49] Wenn 100 % der Bevölkerung geimpft werden könnten, wäre die notwendige Mindestwirksamkeit gegen Transmission 65,2 %. Bei der Delta-Variante mit einem R0 von nahezu 7[48] wäre bei einer Impfquote von 100 % bereits eine Mindestwirksamkeit gegen Transmission von 85,7 % nötig. Weniger wirksame Impfstoffe führen nicht zu einer Eradikation. Die Auswirkung der SARS-CoV-2-Impfung auf die Transmission wird untersucht.[50]

Herdenschutz und Ansteckungsfähigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der Ziele der Impfung ist der Herdenschutz, der auch Herdenimmunität genannt wird. Im September 2020 nahm man dafür eine notwendige Durchimpfungsrate der Bevölkerung von mindestens 55 bis 60 Prozent an.[51] Im Dezember ging die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die zu diesen Zeitpunkt verbreiteten Virusvarianten von einer notwendigen Durchimpfungsrate von mindestens 60 bis 70 Prozent aus.[52] Anfang 2021 ging das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie wegen der neuen Varianten davon aus, dass ungefähr 80 % der Menschen geimpft sein müssten,[53] um die Pandemie zum Erliegen zu bringen. Es komme jedoch auch auf die Art und Dauer der bewirkten Immunität und die Homogenität ihrer Verteilung in der Bevölkerung an.[54]

Insbesondere müsste die Impfung durch Erzeugen einer sterilen Immunität auch die Übertragung des Erregers auf Dritte verhindern. Lange Zeit war nicht sicher, in welchem Umfang und für welche Dauer die bisher entwickelten SARS-CoV-2-Impfstoffe diese Kontagiosität verhindern könnten. In Tierversuchen bei geimpften Affen wurden trotz ausbleibender Symptome nach einer erneuten Exposition Viruspartikel in der Nase nachgewiesen. Der Direktor des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, war im Dezember 2020 noch optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass bei einer Verminderung der schweren Verläufe doch auch zumindest eine Reduktion der Viruslast in den oberen Atemwegen passiert.“[55] Im Februar 2021 zeigte eine Studie mit Praxisdaten zum AstraZeneca-Impfstoff, dass die Übertragung des Virus nach der zweiten Impfdosis um 50 Prozent verringert werde. „Selbst 50 Prozent sind eine signifikante Verringerung“, erklärte AstraZeneca-Forschungschef Mene Pangalos.[56]

Stand bis zum Frühjahr 2021 noch kein Impfstoff für Kinder unter 16 Jahren zur Verfügung, wodurch in Deutschland etwa 14 Millionen Menschen nicht zur Erreichung der Herdenimmunität beizutragen vermochten,[57] ist seit 31. Mai 2021 in der EU auch ein Vakzin für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.[58]

Das Robert Koch-Institut dämpfte im Juli 2021 die hohen Erwartungen an die Herdenimmunität: Es sei zweifelhaft, ob die dafür bisher angenommenen Schwellenwerte für COVID-19 realistisch seien. Vielmehr sei es möglich, dass es je nach zugrundegelegten Parametern „selbst bei einer 100 %igen Impfquote nicht gelingen“ könnte, den Erreger zu eliminieren. Es sei jedoch ein realistisches Ziel, eine breite Grundimmunität in der Bevölkerung zu erreichen, durch die auf individueller Ebene das Auftreten schwerer Erkrankungsfälle deutlich reduziert und auf der Populationsebene die Viruszirkulation erheblich verringert werde.[59] Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn, ordnete dies im Juli 2021 so ein: „Mit diesen Impfstoffen werden wir keine Herdenimmunität erreichen. Bei immer mehr Menschen, die geimpft sind, können wir im Rachen das Virus nachweisen.“ Man schütze mit der Impfung vor allem sich selbst vor einem schweren Verlauf der Krankheit Covid-19.[60] Ende Juli 2021 konkretisierte das Robert Koch-Institut: „Die Vorstellung des Erreichens einer ‚Herdenimmunität‘ im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus ist jedoch nicht realistisch.“[61]

Ansteckungsfähigkeit nach Impfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Impfung schütze andere ungeimpfte Haushaltsangehörige indirekt zu 40–60 %[62] vor Ansteckung – so noch das Fazit der beiden Mitte Juli 2021 von Public Health England zitierten Studien auf Basis ermittelter Daten von Jahresbeginn 2021, vor der Verbreitung der Delta-Variante.[63][64][65] Die Ende Juli 2021 vorherrschende Delta-Variante kann nach einem bestätigten internen Dokument der CDC aber auch von geimpften Personen weitergegeben werden.[11][66] Zwei Haushaltskontakt-Studien aus Großbritannien und den Niederlanden zeigen, dass geimpfte Index-Fälle die Delta-Variante mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit übertragen, abhängig vom Impfstoff und der Zeit, die seit der Impfung verstrichen ist.[67][68]

Die Eindämmung der Virus-Übertragung kann mit den vorhandenen Impfstoffen nur bedingt gelingen, weil die Impfstoffe keinen nennenswerten Immunschutz direkt in den Schleimhäuten erzeugen, sondern so konzipiert sind, dass sie vor allem die Geimpften selbst vor symptomatischer Erkrankung schützen.[69] Da Geimpfte mit der Delta-Variante angesteckt werden können und Dritte anstecken können, sind Dritte nicht in dem Maße durch Impfungen anderer Personen vor Ansteckung und vor einem schweren Krankheitsverlauf oder langfristigen Folgen wie Long COVID geschützt,[70] wie es bei den meisten Impfungen gegen andere Erreger der Fall ist. Dadurch, dass das Immunsystem von Geimpften das Virus schneller bekämpfen kann, sind sie jedoch wohl nicht so lange infektiös wie Ungeimpfte und erkranken auch weniger oft symptomatisch (Husten, Niesen), wodurch sich eine gewisse Schutzwirkung auch gegenüber anderen ergibt.[71] Andererseits kann sich ein falsches Sicherheitsgefühl einstellen, wodurch Geimpfte sich anderen gegenüber nicht mehr so vorsichtig verhalten. Deshalb rät das RKI auch Geimpften dazu, sich weiter an die Abstands- und Hygieneregeln (AHA) zu halten.[72]

Entwicklung und Zulassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorentwicklung auf Basis SARS-CoV und MERS-CoV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Impfstoffe sind die effektivsten präventiven Maßnahmen gegen Infektionskrankheiten.[73] Bereits seit Jahren wird daher an Impfstoffen gegen Coronaviren geforscht, unter anderem gegen HCoV-HKU1, HCoV-NL63, HCoV-OC43, HCoV-229E, SARS-CoV und MERS-CoV. Es gibt verschiedene verfügbare Impfstoffe für Tiere gegen Coronaviren, beispielsweise gegen das Aviäre Coronavirus (bei Vögeln),[74] das Canine Coronavirus (bei Hunden)[75] und das Feline Coronavirus (bei Katzen).[76] Für die humanpathogenen Coronaviren SARS-CoV[77] und MERS-CoV[78] existieren experimentelle Impfstoffe, die im Tierversuch getestet wurden.[79][80] Gegen SARS-CoV[79][80] und gegen MERS-CoV[81] wurden bis 2019 insgesamt vier Impfstoffe am Menschen mit abgeschlossenen klinischen Studien untersucht.[82][83][84][85] Alle vier Impfstoffe waren sicher und immunogen.[86] Sechs weitere Impfstoffe befanden sich 2019 in klinischen Studien.[86] Keiner hat jedoch bisher eine Arzneimittelzulassung für den Menschen.[87] Gründe dafür liegen beim MERS-CoV im Fehlen kostengünstiger Tiermodelle, im nur noch sporadischen und lokalen Vorkommen des Virus und in der daraus resultierenden fehlenden Investitionsbereitschaft.[87] Bei SARS-CoV traten nach 2004 keine neuen Infektionen mehr auf.[87] Erst mit der COVID-19-Pandemie ab 2020 wurden Coronavirusimpfstoffe wieder dringlich. Dank der oben genannten, bereits erfolgten Forschung konnte hierbei auf bestehendem Wissen aufgebaut und so schnell ein Impfstoff auch gegen SARS-CoV-2 entwickelt werden. Hierbei wurde auch auf die neue Technologie der RNA-Impfstoffe gesetzt, die aus einer Messenger-RNA (mRNA) bestehen, die für eines oder mehrere virale Proteine codieren.[88] Deren Entwicklung und Herstellung kann wesentlich schneller vonstattengehen als bei herkömmlichen Impfstoffen. Zuvor fanden bereits seit mehreren Jahren Tests von RNA-Impfstoffen gegen andere Krankheiten in klinischen Studien am Menschen statt.[89][90][91][92]

Spezifische Impfstoffentwicklung für SARS-CoV-2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschung zu einem Impfstoff in Japan

Ab Ende Januar 2020 begannen unter anderem das Chinesische Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention,[93][94] die Universität Hongkong (nasal angewendet),[95] das Shanghai-Ost-Krankenhaus[95] und verschiedene andere Universitäten wie die Washington University in St. Louis[96] mit der Impfstoffentwicklung. Sechs Impfstoffentwickler wurden im März 2020 von der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) unterstützt, darunter Curevac,[97] Moderna (zusammen mit dem National Institute of Allergy and Infectious Diseases),[98][99] Inovio Pharmaceuticals (zusammen mit dem Wistar Institute und Beijing Advaccine Biotechnology),[99] die University of Queensland (zusammen mit dem Adjuvantienhersteller Dynavax),[99] die University of Oxford[99] und Novavax.[99] Anfang März 2020 kündigte CEPI die Bereitstellung von zwei Milliarden US-Dollar zur Entwicklung von SARS-CoV-2-Impfstoffen an, die durch verschiedene öffentliche und private Organisationen finanziert werden, darunter unter Beteiligung von Deutschland, Dänemark, Finnland, Großbritannien und Norwegen.[100]

Klinische Studien und Zulassungsverfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stufen der Impfstoff-Zulassung von Entwicklung bis Produktion

Die breite Anwendung eines COVID-19-Impfstoffes außerhalb von klinischen Studien bedarf allgemein einer speziellen Genehmigung in Form einer Zulassung. Diese erteilt auf Antrag die zuständige Arzneimittelbehörde, wenn sie das Nutzen-Risiko-Verhältnis als positiv erachtet.[101] Voraussetzung ist üblicherweise die umfassende klinische Prüfung, in der die Wirksamkeit bzw. Immunogenität nachgewiesen und schwere Nebenwirkungen ausgeschlossen wurden (Phase-3-Studie), sowie der Nachweis der einwandfreien und reproduzierbaren Produktqualität. Darüber hinaus ist in bestimmten Ländern auch die Genehmigung der ausnahmsweisen Anwendung eines nicht lizenzierten Impfstoffes möglich („Notfallzulassung“). Sie basieren auf nationalen rechtlichen Sonderregelungen, die beim Vorliegen eines Notfalls im Bereich der öffentlichen Gesundheit greifen, und umfassen bspw. die Notfallgebrauchszulassung (Emergency use authorization) in den USA oder das befristete Inverkehrbringen gemäß „Regulation 174A(2) of the Human Medicine Regulations“ im Vereinigten Königreich (UK) bzw. gemäß § 79 (5) Arzneimittelgesetz (AMG) in Deutschland.[102] Eine rasche Zulassung nach einem ordentlichen Zulassungsverfahren wie in der Schweiz[103] und in der Europäischen Union (EU)[104] wurde möglich durch die bereits vor Antragstellung einsetzende, fortlaufende Beurteilung von vorgelegten Unterlagen (Rolling Review). Zudem wird die Zulassung für den Zulassungsinhaber an Bedingungen geknüpft (bedingte Zulassung).[102] Die Bedingungen beinhalten, dass Daten, die zum Zeitpunkt der Zulassung noch nicht vollständig vorlagen – wie beispielsweise spezielle Details zu Ausgangsstoffen und Endprodukt oder der endgültige klinische Studienbericht – innerhalb einer vorgegebenen Frist nachgereicht werden müssen. Auch eine bedingte Zulassung gewährleistet, dass das Sicherheitssystem für Arzneimittel der EU vollumfänglich greift.[102] Kritik erntete Russland mit seinem Vorgehen, basierend auf Daten von 76 Probanden,[105] bereits mit dem Impfen der Bevölkerung mit Gam-COVID-Vac (Sputnik V) zu beginnen, als die 3. Studienphase erst startete. Ebenso gab es in Indien um die Notfallzulassung eines Impfstoffes der Firma Bharat Biotech eine Kontroverse, weil die klinischen Studien noch nicht abgeschlossen waren.[106]

Ein von einer sogenannten strengen Regulierungsbehörde zugelassener Impfstoff kann bei der WHO für die Präqualifizierung (PQ), das heißt einer zweiten Überprüfung der klinischen und pharmazeutischen Daten, eingereicht werden. Ein erfolgreich durchlaufenes Präqualifizierungsverfahren ermöglicht Organisationen wie dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) oder der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO), den Impfstoff zu erwerben und – etwa über die COVAX-Initiative – weltweit auch ärmeren Ländern zugänglich zu machen.[107] Besteht ein Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit, wie etwa eine Pandemie, kann bereits vor der PQ die Prüfung des Impfstoffs über das Emergency-Use-Listing-Verfahren (EUL) der WHO beantragt werden.[108]

Debatte über Belastungsstudien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Verlauf der COVID-19-Pandemie wurde vorgeschlagen, die Dauer der Arzneimittelzulassung durch Belastungsstudien zu verkürzen.[109][110][111] Eine Belastungsstudie besteht aus einer Impfung mit nachfolgender gezielter Infektion zur Überprüfung der Immunität und des Schutzes vor Infektion und Erkrankung. Belastungsstudien wurden bei verschiedenen anderen Infektionskrankheiten am Menschen durchgeführt wie Grippe, Typhus, Cholera und Malaria. Während Belastungsstudien am Menschen ethisch problematisch sind und deren ethische Aspekte im Allgemeinen wenig erforscht sind,[112][113][114] könnte die Anzahl der COVID-19-Toten dadurch weltweit reduziert werden.[110][115][116][117] Daher wurden in Bezug auf SARS-CoV-2 ethische Richtlinien für Belastungsstudien am Menschen entwickelt.[112] Durch Belastungsstudien können die üblicherweise über mehrere Jahre laufenden klinischen Studien der Phasen II und III auf wenige Monate verkürzt werden.[110][115][118] Nach einem ersten Nachweis der Arzneimittelsicherheit und -wirksamkeit eines Impfstoffkandidaten im Tierversuch und anschließend in gesunden Menschen (< 100 Menschen) können Belastungsstudien eingesetzt werden, um eine klinische Studie der Phase III zu überspringen.[110][116] Belastungsstudien an Menschen beinhalten die Impfung und spätere Infektion von zuvor nicht infizierten, risikoarmen Freiwilligen im Vergleich zu einer mit Placebo-geimpften vergleichbar zusammengesetzten Gruppe als Negativkontrolle.[110][115] Anschließend erfolgt bei Bedarf eine Überwachung der Patienten in Kliniken, die SARS-CoV-2-Medikamente zur Behandlung bereithalten.[110][115]

Citizen Science[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Februar 2020 kündigte das Citizen-Science-Projekt Folding@home an, die Impfstoffentwicklung zur Aufklärung der Struktur des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 voranzutreiben. Über Folding@home können Interessierte einen Teil ihrer Computerleistung der Molekülmodellierung zur Verfügung stellen.[119][120][121] Über BOINC kann man auch den Volunteer-Computing-Projekten Rosetta@home, World Community Grid und TN-Grid Computerleistung zur Aufklärung der Struktur von SARS-CoV-2-Proteinen zur Verfügung stellen.[122][123][124] Weiterhin bietet das experimentelle Computerspiel Foldit Interessierten die Möglichkeit, Wissenschaftlern bei der Aufklärung von SARS-CoV-2-Proteinen zu helfen.[125]

Weiterentwicklung gegen Virusvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher ist keine Virus-Mutation aufgetaucht, gegen die die bisher zugelassenen Impfstoffe nicht mehr wirken (sog. „Escape-Variante“). Auch gegen die Delta-Variante sind die Impfstoffe weiterhin gut wirksam, wenn auch nicht ganz so effektiv wie gegen den ursprünglichen Wildtyp. Allerdings arbeiten mehrere Forschungsgruppen schon jetzt an möglichen weiterentwickelten Impfstoffen der „zweiten Generation“, die noch besser gegen bereits existierende Varianten, vor allem aber gegen eine mögliche Fluchtmutation wirken sollen.[126][127] Auch mehrere Phase-III-Studien dazu sind bereits angelaufen. Insbesondere mit der mRNA-Technik ist eine solche Anpassung sehr schnell möglich, allerdings stehen dem sofortigen Einsatz noch regulative Hürden entgegen.[128][129] Zudem sind Impfstoffe in der Entwicklung, die speziell immunsupprimierte Personen schützen oder eine sterile Immunität erzeugen sollen.[126]

Zugelassene Impfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der zugelassenen Impfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für folgende Impfstoffe wurden Zulassungen erteilt ( in der EU):[130][131][132]

Impfstoff­klasse Name Entwickler Zugelassen in Alters­gruppen Impf­schema Lagerung Studien
mRNA-Impfstoff (Liposom-umhüllt)[133] Tozinameran
BNT162b2
Comirnaty
DeutschlandDeutschland Biontech
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pfizer
China VolksrepublikVolksrepublik China Fosun Pharma
100+ Staaten (incl. EU) ab 12 Jahren 2 Dosen mit Abstand von 3–6 Wochen −70 °C
(1 Monat: bis 8 °C)
Teilnehmer:
Phase 2/3: 30.000[134]
Phase 3: 43.661

Publikationen:
Phase 1/2:
doi:10.1038/s41586-020-2639-4
Phase 3:
doi:10.1056/NEJMoa2034577

MRNA-1273
Spikevax
Elasomeran
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Moderna 50+ Staaten (incl. EU) ab 12 Jahren[135] 2 Dosen mit Abstand von 4–6 Wochen −20 °C
(30 Tage: bis 8 °C)
Teilnehmer:
Phase 3: 30.000[136]

Publikationen:
Phase 1:
doi:10.1056/NEJMoa2022483

DNA-Impfstoff (Plasmid) ZyCoV-D IndienIndien Zydus Cadila
IndienIndien Biotechnology Industry Research Assistance Council
IndienIndien Indien (20. August 2021)[137] ab 12 Jahren[138] 3 Dosen mit Abstand von 4 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 2: 1.000[139]
Phase 3: 28.000[138] (bei Zulassung noch nicht publiziert[138])
Nicht­replizierender
viraler Vektor
(Adenovirus)
AZD1222
ChAdOx1 nCoV-19
Vaxzevria
Covishield
R-CoVI
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich SchwedenSchweden AstraZeneca
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich University of Oxford
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vaccitech
170+ Staaten (incl. EU) ab 18 Jahren 2 Dosen mit Abstand von 4–12 Wochen[140] 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 1/2: 1.112 in UK[141]
Phase 3: 30.000[142]

Publikationen:
Phase 1/2:
doi:10.1016/S0140-6736(20)31604-4

Ad26.COV2.S BelgienBelgien Janssen Pharmaceutica (Johnson & Johnson) 25+ Staaten (incl. EU) ab 18 Jahren 1 Dosis 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 60.000[143] reduziert auf 40.000.[144]

Publikationen:
Phase 1/2a:[145]
doi:10.1056/NEJMoa2034201

Sputnik V
Gam-COVID-Vac
RusslandRussland Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie 65+ Staaten 2 Dosen mit Abstand von 3 Wochen −18 °C Teilnehmer:
Phase 1/2: 76[146][147]
Phase 3: 40.000[148]

Publikationen:
Phase 1/2:
doi:10.1016/S0140-6736(20)31866-3

Sputnik Light RusslandRussland Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie 10+ Staaten 1 Dosis 2–8 °C
Ad5-nCoV
Convidecia
PakVac
China VolksrepublikVolksrepublik China CanSino Biologics
China VolksrepublikVolksrepublik China Beijing Institute of Biotechnology
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China (25. Juni 2020)[149]

MexikoMexiko Mexiko (10. Februar 2021)[150]
PakistanPakistan Pakistan (12. Februar 2021)[151]
UngarnUngarn Ungarn (22. März 2021)[152]
ChileChile Chile (7. April 2021)[153]
ArgentinienArgentinien Argentinien (11. Juni 2021)[154]
EcuadorEcuador Ecuador (15. Juni 2021)[155]
MalaysiaMalaysia Malaysia (15. Juni 2021)[156]
IndonesienIndonesien Indonesien (7. September 2021)[157]

1 Dosis 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 40.000[158]

Publikationen:
Phase 1:
doi:10.1016/S0140-6736(20)31208-3
Phase 2:
doi:10.1016/S0140-6736(20)31605-6

Inaktiviertes Virus
(Totimpfstoff)
BBIBP-CorV
BIBP-CorV
Covilo
Hayat-Vax
China VolksrepublikVolksrepublik China Beijing Institute of Biological Products (Sinopharm) 60+ Staaten ab 3 Jahren[159] 2 Dosen mit Abstand von 3–4 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 15.000[160][161]

Publikationen:
Phase 1/2:
doi:10.1001/jama.2020.15543

CoronaVac China VolksrepublikVolksrepublik China Sinovac Biotech 30+ Staaten ab 3 Jahren[162] 2 Dosen mit Abstand von 2 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 8.870[163]
Phase 3: 11.303[164]

Publikationen:
Phase 2:
doi:10.1101/2020.07.31.20161216

BBV152
Covaxin
IndienIndien Bharat Biotech
IndienIndien Indian Council of Medical Research (ICMR)
IndienIndien Indien (3. Januar 2021)[165]

IranIran Iran (17. Februar 2021)
SimbabweSimbabwe Simbabwe (4. März 2021)[166]
NepalNepal Nepal (19. März 2021)[167]
MauritiusMauritius Mauritius (21. März 2021)[168]
MexikoMexiko Mexiko (6. April 2021)[169]
PhilippinenPhilippinen Philippinen (19. April 2021)[170]

2 Dosen mit Abstand von 4 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 25.800[171]
QazCovid-In
QazVac
KasachstanKasachstan Kazakh Research Institute for Biological Safety Problems KasachstanKasachstan Kasachstan (13. Januar 2021)[172]

KirgisistanKirgisistan Kirgisistan (18. August 2021)[173]

2 Dosen mit Abstand von 3 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 1/2: 244
CoviVac RusslandRussland Chumakov Centre der Russischen Akademie der Wissenschaften RusslandRussland Russland (20. Februar 2021)[174] 2 Dosen mit Abstand von 2 Wochen 2–8 °C
WIBP-CorV China VolksrepublikVolksrepublik China Wuhan Institute of Biological Products (Sinopharm) China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China (25. Februar 2021)[175]

PhilippinenPhilippinen Philippinen (19. August 2021)[176]

2 Dosen mit Abstand von 3 Wochen 2–8 °C
KCONVAC China VolksrepublikVolksrepublik China Minhai Biotechnology
China VolksrepublikVolksrepublik China Shenzhen Kangtai Biological Products
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China (14. Mai 2021)[177] 2 Dosen mit Abstand von 4 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 28.000[178]
Covidful China VolksrepublikVolksrepublik China Chinesische Akademie der Medizin­wissenschaften China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China (9. Juni 2021)[179] 2 Dosen mit Abstand von 2 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 34.020
COVIran Barekat IranIran Barkat Pharmaceutical
IranIran Shifa Pharmed Industrial
IranIran Iran (13. Juni 2021)[180] 2 Dosen mit Abstand von 4 Wochen 2–8 °C
FakhraVac IranIran Organisation für Verteidigungs­innovation und -forschung IranIran Iran (9. September 2021)[181] 2 Dosen mit Abstand von 3 Wochen 2–8 °C
Untereinheiten­impfstoff (Peptid) EpiVacCorona RusslandRussland Staatliches Forschungs­zentrum für Virologie und Biotechnologie VECTOR 2 Staaten 2 Dosen mit Abstand von 3 Wochen 2–8 °C
Untereinheiten­impfstoff (Protein, konjugiert)[182] Soberana-2
FINLAY-FR-2
Pasteurcovac
KubaKuba Instituto Finlay de Vacunas
KubaKuba BioCubaFarma
3 Staaten ab 2 Jahren[183] 2 Dosen im Abstand von 4 Wochen + 1 Dosis Soberana Plus[184][185] 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 2a: 100[186]
Phase 2b: 900
Phase 3: 44.000[187]
Untereinheiten­impfstoff (Rekombinantes Protein) ZF2001
RBD-Dimer
Zifivax
China VolksrepublikVolksrepublik China Anhui Zhifei Longcom Biofarmaceutical
China VolksrepublikVolksrepublik China Chinesische Akademie der Wissenschaften
UsbekistanUsbekistan Usbekistan (1. März 2021)[188]

China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China (15. März 2021)[189]

3 Dosen mit Abstand von 30 Tagen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 2: 900[190]
Phase 3: 29.000[191]
COVAX-19
SpikoGen
AustralienAustralien Vaxine Pty Ltd
IranIran Cinnagen
IranIran Iran (6. Oktober 2021)[192] 2 Dosen mit Abstand von 3 Wochen 2–8 °C
Untereinheiten­impfstoff (Protein) Abdala
CIGB-66
KubaKuba Centro de Ingeniería Genética y Biotecnología
KubaKuba BioCubaFarma
3 Staaten ab 2 Jahren[193] 3 Dosen mit Abstand von 2 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 48.290[194][195][196]
MVC-COV1901 TaiwanRepublik China (Taiwan) Medigen Vaccine Biologics
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dynavax Technologies
TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan (19. Juli 2021)[197] 2 Dosen mit Abstand von 4 Wochen 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 3: 5120[198][199][200]
NVX-CoV2373
Nuvaxovid
Covovax
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Novavax IndonesienIndonesien Indonesien (1. November 2021)[201]

PhilippinenPhilippinen Philippinen (17. November 2021)[202]

2 Dosen mit Abstand von 3 Wochen[203] 2–8 °C Teilnehmer:
Phase 1: 131[204]
Phase 2: 2904[205]
Phase 3: 9000[206]

Publikationen:
Phase 1/2:
doi:10.1056/NEJMoa2026920

Auf Basis von inaktivierten Viren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BBIBP-CorV, Covilo, Hayat-Vax (Sinopharm)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Volksrepublik China teilte in der dritten Septemberwoche 2020 mit, einen der Testimpfstoffe ihrer staatseigenen Sinopharm-Konzerngruppe an die Vereinigten Arabischen Emirate zu liefern. Bis dahin hatten bereits Teile des Militärs und anderes Regierungspersonal in China den Impfstoff erhalten. Auch dieser Impfstoff hatte, wie der russische Sputnik V, die Phase III zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Phase-III-Tests mit dem chinesischen Wirkstoff waren bis dahin mit Argentinien, Bahrain, Brasilien, Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Jordanien, Marokko, Peru, Russland und Saudi-Arabien vereinbart.[207] Im Januar 2021 teilte die chinesische Regierung in CCTV mit, dass über ein Notfallprogramm bereits ungefähr zehn Millionen Menschen geimpft worden sind. Die im Mai 2021 von der WHO für die Gruppe von 18 bis 59 Jahren als hochwertig eingestufte Phase-III-Studie mit rund 13.000 geimpften Probanden zeigte eine Reduktion des Risikos einer symptomatischen COVID-Erkrankung um 78,1 %.[161]

CoronaVac (Sinovac Biotech)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Mitte April 2020 bis Anfang Mai 2020 wurden die Phase-I- und Phase-II-Studie in Suining (Xuzhou) in der chinesischen Provinz Jiangsu durchgeführt. Nach dem erfolgreichen Abschluss und der Veröffentlichung der Ergebnisse in The Lancet[208] wurde die Phase-III-Studie in Brasilien, Chile, Indonesien und der Türkei durchgeführt. Die Türkei bestätigte eine Effektivität des chinesischen Impfstoffs von 91,25 %.[209] Präsident Erdoğan kündigte am 12. Januar 2021 den Impfstart an.[210] Kurz davor hatte bereits Indonesien diesen Impfstoff zugelassen; die erste Spritze bekam der Präsident.[211]

Chile hat (Stand Mitte April 2021) mehr als 40 Prozent seiner Bevölkerung (8 Millionen von 19 Millionen) mindestens einmal geimpft und fast 30 Prozent bereits zweimal. Etwa 90 Prozent der in Chile verimpften Dosen kommen von Sinovac. Dennoch erfasste Chile bereits vor Erreichen eines signifikanten Impffortschritts Ende Februar 2021 eine zweite Welle, die erst Mitte April ihren Höhepunkt erreichte (→ COVID-19-Pandemie in Chile #Statistik). Der Impfstoff wird außerdem in Indonesien, Thailand, in der Ukraine und der Türkei eingesetzt.[212][213]

BBV152, Covaxin (Bharat Biotech)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BBV152, auch als Covaxin bezeichnet, ist ein Totimpfstoff,[214] der gemeinsam von der Firma Bharat Biotech und dem Indian Council of Medical Research entwickelt wurde. Eine Phase-III-Studie an Erwachsenen begann im November 2020.[215] Der Impfstoff wurde Anfang Januar 2021 in Indien zugelassen.[216]

Am 3. November 2021 erteilte die WHO dem Impfstoff BBV152 eine Notfallzulassung, nachdem die WHO-eigene Strategische beratende Expertengruppe für Immunisierung (Strategic Advisory Group of Experts on Immunization, SAGE) den Impfstoff am 5. Oktober 2021 begutachtet hatte. Die SAGE empfahl die Impfung für die Altersgruppe ≥ 18 Jahre und eine zweimalige Imfung im Abstand von vier Wochen. Studien hatten eine schützende Wirkung von 78 % gegen COVID-19-Erkrankung jedweder Schwere ergeben. Aufgrund seiner Stabilität bei Kühlschranktemperatur (4 bis 8 °C) wurde der Impfstoff als besonders für Entwicklungs- und Schwellenländer gut geeignet beurteilt. BBV152 (Covaxin) war der achte von der WHO zugelassene COVID-19-Impfstoff.[217]

Gegen das Coronavirus kommen neuartige Impfstoffe zum Einsatz. Dieses Video zeigt, wie die Impfung mit einem Vektorimpfstoff funktioniert.[218]

Auf Basis von viralen Vektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AZD1222, Covishield, Vaxzevria (AstraZeneca / Oxford)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Impfung mit AstraZeneca in Osttimor (Apr. 2021)

AZD1222 (Handelsnamen Vaxzevria, Covishield) ist ein von der Universität von Oxford und deren ausgegründeter Firma Vaccitech entwickelter und von AstraZeneca produzierter Impfstoff. Er verwendet einen nicht-replizierenden viralen Vektor, hergestellt auf Basis eines abgeschwächten Adenovirus (Erkältungsvirus), das Schimpansen befällt.[219] Adenoviren werden von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) als „nicht-integrierend“ eingestuft; das heißt, sie besitzen keinen aktiven Mechanismus zur Integration ihrer DNA in das Genom der Wirtszelle.[220]

Am 23. November 2020 stellte AstraZeneca ein kombiniertes Zwischenergebnis aus einer Phase-2/3-Studie in Großbritannien sowie einer Phase-3-Studie in Brasilien vor. Demnach würde im Schnitt eine Wirksamkeit von 70 Prozent, je nach Dosierungsschema sogar eine Effektivität von 90 Prozent erreicht.[221] Drei Tage später wurde eine Unstimmigkeit bei der Errechnung des Wirkungsgrades bekannt. Daraufhin kündigte das Unternehmen eine zusätzliche Studie an, bei der die Wirksamkeit des Vakzins validiert werden soll. Probanden hatten in den vorangegangenen klinischen Studien zunächst eine halbe Dosis und einen Monat später eine volle Dosis des Impfstoffes erhalten. Dabei zeigte das Vakzin eine Wirksamkeit von 90 Prozent. Andere Testpersonen hatten zweimal den vollen Wirkstoff erhalten; die Wirksamkeit des Vakzins lag dabei jedoch nur bei 62 Prozent.[222]

Als erstes Land ließ Großbritannien am 30. Dezember 2020 den Impfstoff im Rahmen einer Notfallzulassung zu.[223][224] Seither folgten weitere Notfallzulassungen.[225] Am 29. Januar 2021 wurde eine bedingte Marktzulassung in der Europäischen Union (EU) erteilt.[226]

Im Jahr 2021 sollen bis zu drei Milliarden Dosen des Impfstoffs hergestellt werden.[221] Am 21. Januar 2021 kündigte AstraZeneca der EU an, im 1. Quartal 2021 statt mehr als 80 Millionen nur 31 Millionen Dosen liefern zu können. Als Grund wurden Produktionsprobleme genannt.[227]

Anfang Februar 2021 stellte eine Studie eine nur begrenzte Wirkung gegen die erstmals in Südafrika festgestellte Beta-Variante fest.[228] Geplante Impfungen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie in Südafrika wurden daraufhin eingestellt.[229] Fachleute kritisierten diesen Schritt, da eine schlechte Schutzwirkung (gerade gegen schwere Verläufe) noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen sei.[230]

Unterbrechung und Einschränkung der AZD1222-Impfungen

Am 15. März 2021 wurden die Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff AZD1222 in Deutschland auf Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) unterbrochen, nachdem dies bereits in einigen anderen europäischen Ländern geschehen war. Klaus Cichutek, der Präsident des Instituts, sprach von einer auffälligen Häufung einer speziellen Form von sehr seltenen Hirnvenenthrombosen, die in Verbindung mit einem Mangel an Thrombozyten (Blutplättchen) – einer Thrombozytopenie – aufgetreten sind, und von Blutungen, die ebenfalls in zeitlicher Nähe zu den Impfungen stünden.[231][232] Am 18. März 2021 gab die EMA bekannt, dass der Nutzen des Impfstoffs den potenziellen Gefahren bei weitem überlegen sei, woraufhin Deutschland am nächsten Tag die Impfungen mit AZD1222 wieder aufnahm. Nach dem Auftreten weiterer Fälle empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) beim PEI Ende März 2021, den Impfstoff nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen und die Zweitimpfung bei Jüngeren mit einem anderen Impfstoff durchzuführen.[233][234] Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sah bisher hingegen keinen Grund für solche Einschränkungen.[235]

Bislang (Stand 30. März 2021) wurden 31 Fälle einer speziellen Form der Hirnvenenthrombose – eine Sinusvenenthrombose – diagnostiziert. Bei einer Hirnvenenthrombose handelt es sich um eine sehr schwere Krankheit, die schwer zu behandeln ist. Von den 31 betroffenen Personen – 2 Männer und 29 Frauen im Alter zwischen 20 und 63 Jahren – verstarben 9.[236] Die Anzahl der Fälle von Hirnvenenthrombosen, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer AZD1222-Impfung auftraten, ist nach Einschätzung des PEI statistisch signifikant höher als die Anzahl der Hirnthrombose-Fälle, die in der ungeimpften Bevölkerung im gleichen Zeitraum zu erwarten gewesen seien; ein Fall sei zunächst zu erwarten gewesen, sieben Fälle seien aber initial gemeldet worden. (Bei der verwendeten Observed-versus-Expected-Analyse wurde die Anzahl der ohne Impfung erwarteten Fälle in einem Zeitfenster von 14 Tagen der Anzahl der gemeldeten Fälle nach etwa 1,6 Millionen AstraZeneca-Impfungen in Deutschland gegenübergestellt.) Bei dem von schwerwiegenden Hirnvenenthrombosen mit Blutplättchenmangel betroffenen Personenkreis in jüngerem bis mittlerem Alter handelt es sich nicht um den Personenkreis, bei dem bisher bei einer COVID-19-Erkrankung ein hohes Risiko für einen schweren, unter Umständen tödlichen Verlauf dieser Infektionskrankheit bestand. Spezialisten des PEI und weitere Experten, die zur Bewertung der in zeitlichem Zusammenhang mit den AZD1222-Impfungen aufgetretenen Fälle von Hirnvenenthrombose herangezogen wurden, kamen einstimmig zu dem Schluss, „dass hier ein Muster zu erkennen ist und ein Zusammenhang der gemeldeten o.g. Erkrankungen mit der AstraZeneca-Impfung nicht unplausibel sei“.

Ad26.COV2.S (Janssen / Johnson & Johnson)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei dem von der belgischen Firma Janssen Pharmaceutica (einem Tochterunternehmen des amerikanischen Konzerns Johnson & Johnson) entwickelten Impfstoffkandidaten Ad26.COV2.S handelt es sich um einen viralen Vektor auf Basis eines humanpathogenen Adenovirus vom Typ 26. Am 27. Februar 2021 erteilte die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA dem Impfstoff eine Notfallgebrauchszulassung, nachdem entsprechende klinische Studien ergeben hatten, dass der Impfstoff in einer einmaligen Injektion zu mehr als 85 % effektiv in der Verhinderung schwerer COVID19-Fälle und zu 66 % effektiv in der Verhinderung leichter COVID19-Fälle war.[237] Am 11. März 2021 erteilte die EU-Kommission unter dem Namen COVID-19 Vaccine Janssen die bedingte Zulassung, nachdem die EMA das Nutzen-Risiko-Verhältnis positiv beurteilt hatte.[238] Anders als die bisher in der EU verfügbaren Impfstoffe erfordert die Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen nur die Gabe einer einzelnen Dosis.[238] Die Stiko empfiehlt jedoch aufgrund vieler Durchbruchinfektionen, den Impfschutz nach vier Wochen mit einem mRNA-Vakzin aufzufrischen.[239]

Ad5-nCoV, Convidecia (CanSino Biologics)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ad5-nCoV ist einer von mehreren durch den chinesischen Hersteller auf den Markt gebrachten Impfstoffen. Er benutzt einen Vektor auf der Basis des humanpathogenen Adenovirus vom Typ 5.[240] Nach dem vorläufigen Ergebnis des russischen Pharmakonzerns Petrovax vom 14. Januar 2021 ist er zu 92,5 % effektiv.[241]

Sputnik V (Gamaleja-Institut)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. August 2020 erhielt der kombinierte Vektorimpfstoff Gam-COVID-Vac („Sputnik V“) als weltweit erster COVID-19-Impfstoff in Russland eine Notfallzulassung. Das Vakzin basiert auf zwei rekombinanten humanpathogenen Adenovirus-Typen, dem Adenovirus Typ 26 (rAd26) für die Prime-Impfung und dem Adenovirus Typ 5 (rAd5) für die Boost-Impfung. Beide Vektoren tragen das Gen für das Spike-Protein von SARS-CoV-2. Die Massenimpfungen starteten in Moskau am 5./6. Dezember 2020 auf freiwilliger Basis.[3][242] Obwohl die Phase-III-Studien noch nicht abgeschlossen waren, hatten sich bis Mitte September 2020 Indien, Brasilien, Mexiko und Kasachstan für die Nutzung von Gam-COVID-Vac entschieden,[243] während zugleich Zweifel an der Richtigkeit der Studienergebnisse laut wurden.[244] Eine Auswertung basierend auf ca. 22.000 Personen wurde in The Lancet Anfang Februar 2021 veröffentlicht.[245]

Auch in der EU ist eine Zulassung beabsichtigt.[246] Am 4. März 2021 startete die EMA ein Rolling-Review-Verfahren für Sputnik V zur fortlaufenden Beurteilung der Daten zum Impfstoff.[247]

Auf Basis von Boten-RNA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegen das Coronavirus kommen neuartige Impfstoffe zum Einsatz. Dieses Video zeigt, wie die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff funktioniert.[248]

Sowohl der von BioNTech und Pfizer entwickelte Impfstoff Tozinameran als auch das von Moderna entwickelte Vakzin mRNA-1273 geben den Körperzellen eine mRNA-Vorlage zur Herstellung des Spike-Proteins von SARS-CoV-2 (siehe RNA-Impfstoff).

BNT162b2, Tozinameran, Comirnaty (Biontech / Pfizer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ampulle mit fünf Impfdosen Tozinameran

In Kooperation mit der US-amerikanischen Firma Pfizer entwickelte die deutsche Firma Biontech im Jahr 2020 den RNA-Impfstoff BNT162b2,[249][250][251] für den der internationale Freiname (INN) Tozinameran vorgeschlagen wurde.[252] Von April bis November 2020 wurden im Rahmen einer Phase-3-Studie weltweit insgesamt knapp 43.500 Probanden diverser Gruppen ab 16 Jahren im Abstand von 21 Tagen zweimal mit 30 µg BNT162b2 oder Placebo geimpft. Die Abschlussanalyse wurde nach 170 bestätigten Covid-19-Fällen durchgeführt. Demnach traten ab dem 7. Tag nach der zweiten Injektion in der Impfstoffgruppe 8 Fälle von symptomatischem Covid-19 sowie 162 in der Placebogruppe auf. Das entspricht einer Wirksamkeit (relative Risikoreduktion) von insgesamt 95 Prozent (Konfidenzintervall: 90,3 bis 97,6 Prozent). Auch für Personen über 65 Jahre liege die Wirksamkeit bei über 94 % (Konfidenzintervall: 66,7 bis 99,9 Prozent). In der höchsten Altersgruppe (≥ 75 Jahre) ist eine Aussage über die Effektivität der Impfung mit hoher Unsicherheit behaftet (Konfidenzintervall: −13,1 bis 100).[253] Von insgesamt 10 schweren COVID-19-Verläufen nach der ersten Dosis entfielen 9 auf die Placebogruppe. Die Wirksamkeit nach Gabe der ersten Dosis und vor Gabe der zweiten Dosis lag bei 52 Prozent, in der ersten Woche nach Gabe der 2. Dosis bei 90 Prozent.[254][255] Die beobachtete Häufigkeit für symptomatisches Covid-19 in der geimpften Gruppe lag ab dem zwölften Tag nach der ersten Impfung unterhalb der Kontrollgruppe.[255]

Der Impfstoff ist mittlerweile in mehr als 45 Ländern zumindest eingeschränkt zugelassen (Stand: 31. Dezember 2020).[256] Erstmals zugelassen wurde er am 2. Dezember 2020 im Vereinigten Königreich. Am 9. Dezember folgte die Zulassung in Kanada; am 11. Dezember die Notfallzulassung in den USA.[257] Die weltweit erste Zulassung in einem „ordentlichen Verfahren“ (Marktzulassung) folgte am 19. Dezember 2020 in der Schweiz.[258] Am 21. Dezember wurde der Impfstoff in der EU zur Anwendung bei Personen ab 16 Jahren zugelassen.[259][260] Seit 31. Dezember ist er der erste von der Weltgesundheitsorganisation gelistete Covid-19-Impfstoff.[261][262]

mRNA-1273, Elasomeran, Spikevax (Moderna)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mRNA-1273 ist ein Corona-Impfstoff der US-amerikanischen Firma Moderna und des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID).[263]

Die klinischen Studien begannen im Mai 2020.[264] Am 16. November 2020 vorgelegte Zwischenergebnisse zeigten eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent.[265] Eine weitere Zwischenauswertung, die Fälle bis 21. November berücksichtigte und zwischenzeitlich einem Peer-Review unterzogen wurde, zeigte eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent. Alle 30 bis dahin beobachteten schweren Covid-19-Verläufe wurden in der Placebo-Gruppe beobachtet.[266][263]

Am 18. Dezember 2020 wurde eine Notfallzulassung für die USA erteilt.[267] Es folgten Kanada und Israel. Am 6. Januar 2021 wurde der Impfstoff in der Europäischen Union zugelassen.[268][269] In der Schweiz wurde der Impfstoff mRNA-1273 am 12. Januar 2021 von der Swissmedic zugelassen.[270]

Moderna plant, 2021 wenigstens 600 Millionen Dosen zu produzieren, und versucht nach eigenen Angaben, seine Produktionskapazität auf bis zu eine Milliarde Dosen auszuweiten.[271] Im 1. Quartal 2021 sollen 100 bis 125 Millionen Dosen bereitgestellt werden, davon 85 bis 100 Millionen in den Vereinigten Staaten.[272] Moderna arbeitet bei der Produktion mit Lonza zusammen, das in Visp im Kanton Wallis den Wirkstoff für sämtliche Absatzmärkte außerhalb der Vereinigten Staaten produziert und dessen Massenproduktion seit Anfang Januar 2021 hochläuft.[271][273] Die Auslieferung der 160 Millionen Dosen für die EU ist zwischen dem ersten und dritten Quartal vertraglich vereinbart.[269] Am 11. Januar 2021 kamen die ersten 60.000 Dosen in Deutschland an.[274] In der Schweiz sollen die ersten 200.000 von 7,5 Mio. Impfdosen in der zweiten Januarwoche 2021 ausgeliefert werden.[275]

Auf Basis von DNA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ZyCoV-D (Zydus Cadila)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2021 wurde in Indien der weltweit erste DNA-Impfstoff für Menschen zugelassen, der als erster SARS-CoV-2-Impfstoff intrakutan nadelfrei injiziert wird.[276] Die Wirksamkeit liegt bei 67 %. Die ersten Impfungen sollen im September 2021 in Indien verabreicht werden.[277]

Notwendigkeit einer Booster-Impfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wirkung der bislang eingesetzten COVID-Impfstoffe lässt nach einigen Monaten nach. In Israel, das im Frühjahr 2021 besonders schnell eine hohe Impfquote erreicht hatte, wurden im Spätsommer 2021 viele Menschen zum dritten Mal geimpft. Die Zahl der Neuinfektionen sank trotz der grassierenden Delta-Variante stark.[278]

Impfstoffkandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. März 2020 verzeichnete die WHO 41,[279] am 4. April 2020 60,[280] am 13. August 2020 167,[281] am 11. November 2020 234, am 20. August 2021 296[282] und am 5. November 2021 323[283] Impfstoffe in der Entwicklung. Am 16. März 2020 wurde erstmals ein SARS-CoV-2-Impfstoff (namens mRNA-1273) an 45 Menschen getestet.[284] 20 Impfstoffe waren im September 2021 in Anwendung. Zurzeit (November 2021) sind 22 in Anwendung (Stand 29. Oktober 2021).[285]

Bei den Impfstoffkandidaten ist die Arzneimittelsicherheit und die Impfstoffwirksamkeit zu klären.[286] Jeder der verschiedenen Ansätze zur Entwicklung eines SARS-CoV-2-Impfstoffs hat Vor- und Nachteile.[287] Nicht alle Kandidaten erreichen die Marktreife. Allgemein betrug zwischen 2006 und 2015 in den USA die Erfolgsquote in der Impfstoffentwicklung – gemessen am Anteil der Phase-I-Kandidaten, die es durch alle Studienphasen hindurch bis zur Zulassung schafften – 16,2 Prozent.[288]

Die Internationale Koalition der Arzneimittelbehörden (ICMRA) appellierte im November 2020 an Pharmaunternehmen und Forscher, Phase-III-Studien mit COVID-19-Impfstoffen auch über den primären Endpunkt hinaus fortzusetzen, um mehr Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit zu generieren.[289]

In klinischer Prüfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die klinische Prüfung wird mit Patienten oder gesunden Probanden durchgeführt und ist eine Voraussetzung für die behördliche Arzneimittelzulassung. In der EU prüft die EMA geeignete Impfstoffkandidaten im Rolling Review.[290]

Impfstoffklasse Name Typ Entwickler Fortschritt Studienteilnehmer Publikationen
RNA[280][133] CVnCoV
Zorecimeran
Liposom-umhüllte mRNA DeutschlandDeutschland Curevac
DeutschlandDeutschland Bayer
Phase 2b/3[291][292][293]
(Zulassungsverfahren EMA im Oktober 2021 erfolglos beendet.)[294]
Phase 2: 691[292]
Phase 2b/3: mehr als 35.000[291]
Phase 1
doi:1101/2020.11.09.20228551
Lunar-COV19
ARCT-021
Liposom-umhüllte selbstreplizierende RNA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Arcturus Therapeutics
SingapurSingapur Duke-NUS
Phase 1/2[295] Phase 1/2: 92[296]
COVAC1 Liposom-umhüllte selbstamplifizierende RNA, RNA codierend für VEEV-Replicase und Antigen Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Imperial College London Phase 1[297] Phase 1: 320
DNA[280] INO-4800 Plasmid mit Elektroporation Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Inovio Pharmaceuticals Phase 2/3[298] Phase 1: 120[299]

Phase 2: 640[298]

AG0301-COVID‑19 Plasmid JapanJapan Universität Osaka
JapanJapan AnGes
JapanJapan Takara Bio
Phase 2/3[300] Phase 1: 30[301]

Phase 2/3: 500[300]

bacTRL-Spike S-Glykoprotein-codierendes Plasmid in Bifidobacterium longum, oral appliziert KanadaKanada Symvivo Corporation
KanadaKanada University of British Columbia
KanadaKanada Dalhousie University
Phase 1[302]
GX-19 ? Korea SudSüdkorea Genexine Phase 1[303] Phase 1: 40
Nichtreplizierender
viraler Vektor
GRAd-COV2 Modifizierter Gorilla-Adenovirus-Vektor (GRAd) mit S-Glykoprotein[304][305] ItalienItalien INMI
ItalienItalien ReiThera
Phase 2/3 Phase 1: 90[306]

Phase 2/3: mehrere tausend

LV-SMENP-DC Lentiviraler Vektor in dendritischen Zellen per adoptivem Zelltransfer[307][308] China VolksrepublikVolksrepublik China Shenzhen Geno-Immune Medical Institute Phase 1[307]
COVID‑19/aAPC Lentiviraler Vektor in antigenpräsentierenden Zellen per adoptivem Zelltransfer[307][309] China VolksrepublikVolksrepublik China Shenzhen Geno-Immune Medical Institute Phase 1[307]
Inaktiviertes Virus VLA2001 in Kombination mit Aluminiumhydroxid und CpG 1018 FrankreichFrankreich Valneva
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dynavax Technologies
Phase 1/2[310] Phase 1/2: 153
Protein[280] Vidprevtyn
VAT00008
S-Glykoprotein von Baculovirusvektor in Insektenzellkultur FrankreichFrankreich Sanofi Pasteur
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GlaxoSmithKline
Phase 3
(20. Juli 2021: Start des Rolling Review für EU-Zulassung)[311]
Phase 1/2: 440[312]
Phase 3: 35.000[313]
SCB-2019 S-Glykoprotein-Trimer China VolksrepublikVolksrepublik China Clover Biopharmaceuticals
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GlaxoSmithKline
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dynavax Technologies
Phase 2/3[314] Phase 1: 150
UB-612 ? TaiwanRepublik China (Taiwan) United Biomedical Asia
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vaxxinity
BrasilienBrasilien DASA
Phase 2/3[315] Phase 1: 60[316]
Peptidimpfstoff[317] CoVac-1 Multipeptidcocktail[318] DeutschlandDeutschland Universitätsklinikum Tübingen Phase 1[319][320] Phase 1: 36[318]
? CoVLP Rekombinant, Pflanzenbasierte virusartige Partikel, GSK-Adjuvans Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GlaxoSmithKline
KanadaKanada Medicago
Phase 2/3[321] Phase 1: 180

Phase 2/3: 30.612[322]

? BriLife
IIBR-100
Transgenes Vesicular-Stomatitis-Virus mit S-Glykoprotein des SARS-CoV-2[323] IsraelIsrael Israelisches Institut für biologische Forschung (IIBR) Phase 2[324] Phase 1: 80[325]

Phase 2: 1000[324]

 bereits in Phase 3

In präklinischer Prüfung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der präklinischen Prüfung wird ein neuer Wirkstoff in geeigneten Tierversuchen auf Unbedenklichkeit und Wirksamkeit getestet. Die WHO verfolgt die Impfstoffkandidaten mit dem jeweiligen Entwicklungsstand.[326]

Impfstoffklasse Typ Entwickler Publikationen 
RNA[280] Liposom-umhüllte VLP-codierende mRNA-Mischung China VolksrepublikVolksrepublik China Fudan-Universität
China VolksrepublikVolksrepublik China Jiaotong-Universität Shanghai
China VolksrepublikVolksrepublik China RNACure Biopharma
RNA[280] Liposom-umhüllte mRNA der RBD China VolksrepublikVolksrepublik China Fudan-Universität
China VolksrepublikVolksrepublik China Jiaotong-Universität Shanghai
China VolksrepublikVolksrepublik China RNACure Biopharma
RNA[280] Liposom-umhüllte mRNA JapanJapan Universität Tokio
JapanJapan Daiichi Sankyō
RNA[327] Liposom-umhüllte mRNA RusslandRussland BIOCAD
RNA[305] mRNA RusslandRussland FBRI SRC VB VECTOR, Rospotrebnadzor, Kolzowo
RNA[280] mRNA China VolksrepublikVolksrepublik China China CDC
China VolksrepublikVolksrepublik China Tongji-Universität
China VolksrepublikVolksrepublik China Stermina
RNA[305] mRNA, intranasal appliziert BelgienBelgien eTheRNA
RNA[327] SpanienSpanien Centro Nacional Biotecnología
mRNA/DNA-basiert[99] mRNA/DNA-basiert Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Translate Bio
FrankreichFrankreich Sanofi
DNA[280] DNA mit Elektroporation SchwedenSchweden Karolinska-Institut
SchwedenSchweden Cobra Biologics
(OPENCORONA Consortium)
DNA[280][328] Lineare DNA per PCR ItalienItalien Takis
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Applied DNA Sciences
ItalienItalien Evvivax
DNA[327] Plasmid, nadelfrei Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Immunomic Therapeutics
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten EpiVax
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten PharmaJet
DNA[280] ThailandThailand BioNet Asia
DNA[280] KanadaKanada Universität Waterloo
Nichtreplizierender viraler Vektor[280] Adenovirus-basiertes NasoVAX, nasal angewendet Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Altimmune
Nichtreplizierender viraler Vektor[280] Adenovirus (Ad5 S) (GREVAX-Plattform) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Greffex
Nichtreplizierender viraler Vektor[305] Adenovirus (Ad5 S) Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Stabilitech Biopharma
Nichtreplizierender viraler Vektor[280] Adenovirus (Ad5) mit Antigen und TLR3-Agonist, oral appliziert Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vaxart
Nichtreplizierender viraler Vektor[280] MVA-codiertes virusartiges Partikel Vereinigte StaatenVereinigte Staaten GeoVax
Nichtreplizierender viraler Vektor[280] MVA-S enkodiert DeutschlandDeutschland Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
Nichtreplizierender viraler Vektor[305] MVA SpanienSpanien Centro Nacional Biotecnología
Nichtreplizierender viraler Vektor[305] Parainfluenzavirus 5 mit S-Glykoprotein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten University of Georgia
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten University of Iowa
Nichtreplizierender viraler Vektor[99] Orf-Virus-Vektor-basierter, polyvalenter Impfstoff mit mehreren Antigenen DeutschlandDeutschland Prime Vector Technologies
Nichtreplizierender viraler Vektor[305] in dendritischen Zellen per adoptivem Zelltransfer KanadaKanada University of Manitoba
Replizierender viraler Vektor[280] Masernvirus-Vektor IndienIndien Zydus Cadila
Replizierender viraler Vektor[280] Masernvirus-Vektor FrankreichFrankreich Institut Pasteur
OsterreichÖsterreich Themis Bioscience
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten University of Pittsburgh
Replizierender viraler Vektor[305] Masernvirus-Vektor RusslandRussland FBRI SRC VB VECTOR, Rospotrebnadzor, Kolzowo
Replizierender viraler Vektor[280] Pferdepockenvirus-Vektor mit S-Glykoprotein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tonix Pharmaceuticals
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Southern Research
Replizierender viraler Vektor[305] modifiziertes Influenzavirus, nasal appliziert RusslandRussland FBRI SRC VB VECTOR, Rospotrebnadzor, Kolzowo
Replizierender viraler Vektor[95] modifiziertes Influenzavirus mit RBD, nasal appliziert China VolksrepublikVolksrepublik China Universität Hongkong
Replizierender viraler Vektor[280] VSV-Vektor mit S-Glykoprotein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten IAVI
NiederlandeNiederlande Batavia
Replizierender viraler Vektor[305] VSV-Vektor mit S-Glykoprotein KanadaKanada University of Western Ontario
Replizierender viraler Vektor[305] VSV-Vektor RusslandRussland FBRI SRC VB VECTOR, Rospotrebnadzor, Kolzowo
Replizierender viraler Vektor[327] Attenuierter Influenzavirus-Vektor RusslandRussland BiOCAD
IEM
Neuartiges Vektorvirus[329][330] Modifiziertes Spike-Protein auf antigenpräsentierendem NDV[331] BrasilienBrasilien Instituto Butantan
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten UT Austin
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten ISMMS
Lebendimpfstoff
(Attenuiertes Virus)[280][133]
mehrfach attenuiertes Virus Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Codagenix
IndienIndien Serum Institute of India
Lebendimpfstoff[280] Masernvirusvektor mit S-Glykoprotein und Nukleokapsidprotein DeutschlandDeutschland Deutsches Zentrum für Infektionsforschung
Totimpfstoff
(Inaktiviertes Virus)[305]
mit Adjuvans CpG-Oligonukleotid 1018 China VolksrepublikVolksrepublik China Sinovac
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dynavax Technologies
Totimpfstoff
(Inaktiviertes Virus)[280]
JapanJapan Universität Osaka
JapanJapan BIKEN
JapanJapan NIBIOHN
Totimpfstoff[99] Totimpfstoff mit gentechnisch hergestellten Antigenen (in Tabak produziert) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kentucky BioProcessing
Protein/
Untereinheitenimpfstoff
[280]
Rezeptor-bindende Proteindomäne mit Adjuvans IndienIndien Biological E Ltd.
Protein[280] Kapsid-artiges Partikel DanemarkDänemark AdaptVac
(PREVENT-nCoV consortium)
Protein[280] Peptid KanadaKanada Vaxil Bio
Protein[280] Peptid Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Flow Pharma Inc.
Protein[280] Peptid auf MHC-Klasse-II-Komplex (Ii-Key-Peptid) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Generex
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten EpiVax
Protein[305] Peptide RusslandRussland FBRI SRC VB VECTOR, Rospotrebnadzor, Kolzowo
Protein[327] Peptide in Liposomen KanadaKanada IMV
Protein[280] Peptid mit Adjuvans KanadaKanada VIDO-InterVac
KanadaKanada University of Saskatchewan
Protein[280] Peptide von S-Glykoprotein und M-Protein RumänienRumänien OncoGen
Protein[280] S-Glykoprotein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten WRAIR
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USAMRIID
Protein[280] S-Glykoprotein mit Adjuvans JapanJapan National Institute of Infectious Diseases, Japan
Protein[280] S-Glykoprotein mit Mikronadeln Vereinigte StaatenVereinigte Staaten University of Pittsburgh
Protein[280] S-Glykoprotein DanemarkDänemark AJ Vaccines
Protein[280] S-Glykoprotein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Epivax
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten University of Georgia
Protein[280] S-Glykoprotein-Klammer AustralienAustralien University of Queensland
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GlaxoSmithKline
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dynavax Technologies
Protein[280] Verkürztes S-Glykoprotein China VolksrepublikVolksrepublik China Innovax
China VolksrepublikVolksrepublik China Xiamen
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich GlaxoSmithKline
Protein[305] rekombinantes S-Glykoprotein mit Adjuvans (Advax) AustralienAustralien Vaxine Pty
Protein[305] basierend auf S-Glykoprotein KanadaKanada University of Alberta
Protein[280] gp-96-Fusionsprotein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Heat Biologics
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten University of Miami
Protein[280][133] Lichenase-Fusionsprotein aus transgenen Pflanzen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten iBio
China VolksrepublikVolksrepublik China CC-Pharming
Protein[280] S1- oder RBD-Protein Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Baylor College of Medicine
Protein[305] E. coli mit S-Glykoprotein und Nukleokapsidprotein, oral appliziert IsraelIsrael MIGAL Galilee Research Institute
Protein[305] Untereinheiten-Impfstoff RusslandRussland FBRI SRC VB VECTOR, Rospotrebnadzor, Kolzowo
Protein[280] Virusartiges Partikel mit S-Glykoprotein und anderen Epitopen RusslandRussland Sankt Petersburg Forschungsinstitut für Impfstoffe und Seren
Protein[280] Virusartige Partikel aus Drosophila-S2-Insektenzellkultur DanemarkDänemark ExpreS2ion
Protein[280] Virusartiges Partikel mit Adjuvans JapanJapan Universität Osaka
JapanJapan BIKEN
JapanJapan National Institute of Biomedical Innovation
Virusartiges Partikel[327] Virusartiges Partikel mit RBD SchweizSchweiz Saiba
Virusartiges Partikel[328][133] Virusartiges Partikel von SARS-CoV-2 aus transgenen Tabakpflanzen KanadaKanada Medicago
Virusartiges Partikel[280] ADDomerTM Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Imophoron Ltd.
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich University of Bristol
Virusartiges Partikel[305] AustralienAustralien Doherty Institute
Virusartiges Partikel[305] FrankreichFrankreich Osivax
Aviäres Coronavirus[280][328] modifiziertes Infektiöses Bronchitis Virus (IBV) IsraelIsrael MIGAL Galilee Research Institute
Unbekannt[280] Unbekannt KanadaKanada ImmunoPrecise Antibodies
Unbekannt[280] Unbekannt Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tulane University
Unbekannt[305] Unbekannt KanadaKanada Universität Laval
Unbekannt[99] Unbekannt SchweizSchweiz Alpha-O Peptides
Unbekannt[99] Unbekannt Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sorrento Therapeutics

Nebenwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 gelten als sehr zuverlässig und sicher. Allgemein gehören Impfungen zu den Arzneimitteln mit den geringsten Nebenwirkungen. Das Risiko, eine schwerwiegende Nebenwirkung durch eine Impfung zu erleiden, ist daher um ein Vielfaches geringer als das Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken oder gar daran zu sterben.[332] Bis zum 30. September 2021 wurden in Deutschland nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) 107,9 Millionen Impfdosen mit den bis dahin zugelassenen Impfstoffen verabreicht, davon 82,3 Millionen mit Tozinameran (Biontech/Pfizer), 12,7 Millionen mit Vaxzevria (AstraZeneca) und 9,7 Millionen mit Spikevax (Moderna). Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Müdigkeit, leichtes Fieber und Gliederschmerzen sowie erkältungsähnliche Symptome, Schwindel, Schüttelfrost und Übelkeit.[333] Dies sind übliche Impfreaktionen, die durch die Aktivierung des Immunsystems auftreten können, und somit harmlos. Laut Zulassungsstudien treten sie insbesondere nach der zweiten Impfdosis auf. Die genauen Auflistungen sind in den Artikeln zu den jeweiligen Impfstoffen zu finden. In Europa sind Tozinameran, mRNA-1273, AZD1222 und Ad26.COV2.S zugelassen.

Generell wird bei Impfungen in Deutschland und in anderen Ländern überwacht, ob Nebenwirkungen auftreten. Dabei wertet die zuständige Behörde aus, ob die gemeldeten Verdachtsfälle auf eine auffällige Entwicklung hinweisen, ein statistisch normales Geschehen abbilden oder in keinem Zusammenhang mit den Impfungen stehen. In Deutschland sind Ärzte, anderes Fachpersonal und Impfstoffhersteller bei Verdacht auf eine „über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung“ (§ 6 Abs. 1, Nr. 3. IfSG) verpflichtet, diese an das Gesundheitsamt zu melden.[334] In Deutschland ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) für Impfstoffe verantwortlich und überwacht ihre Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit.[335] Geimpfte können mögliche Nebenwirkungen über die SaveVac-App erstmals auch selbst eintragen und melden. Damit gelten die COVID-19-Impfstoffe bereits heute als die mit am besten untersuchten und überwachten Vakzine, die es bisher gab.[336]

Effektivität der Impfstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Impfstoffwirksamkeit[337] (englisch vaccine efficacy) unter Optimalbedingungen z. B. für die Zulassung von Impfstoffen ermittelt wird, steht die Impfstoffeffektivität[337] (englisch vaccine effectiveness) für den Schutz durch den Impfstoff im Alltag, ermittelt über Beobachtungsstudien. Die Effektivität der Impfstoffe hängt also von den jeweils vorherrschenden Virusvarianten, vom Impfabstand (Zeitabstand zwischen der ersten und zweiten Impfung), Vorerkrankungen, Altersstruktur der Bevölkerung, zeitlichem Abstand seit dem Abschluss der Impfserie sowie weiteren Parametern wie z. B. Einhaltung der Temperaturgrenzen bei Lagerung und Transport und der Impftechnik ab.

Großbritannien verwendete sowohl für den Impfstoff von AstraZeneca als auch den von Biontech/Pfizer in der Regel einen Impfabstand von 8 bis 12 Wochen, während man in Deutschland einen Impfabstand von über 6 Wochen nur bei AstraZeneca verwendete. Beim Impfstoff von Biontech/Pfizer bzw. Moderna betrug der Impfabstand in den Impfzentren entsprechend der Empfehlung der STIKO für längere Zeit 6 Wochen, während Hausärzte den Impfstoff von Biontech/Pfizer dem Herstellervorschlag folgend auch im Abstand von 3 bis 4 Wochen impften. Die aktuelle Empfehlung der STIKO (Stand 1. Juli 2021) für den Impfabstand ist bei Biontech/Pfizer 3–6 Wochen und bei Moderna 4–6 Wochen.[338]

In Israel folgte man bei Biontech/Pfizer weit überwiegend der Herstellerempfehlung von 3 Wochen.[339] Es stellte sich heraus, dass bei Biontech/Pfizer die Immunität bei langem Impfabstand (8–12 Wochen) deutlich höher ist als bei kurzem (3–4 Wochen),[340][341] so dass die Effektivität der Zweifachimpfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer also in Großbritannien entsprechend höher ist als in Israel. Verschlimmert wird dies in Israel dadurch, dass die Effektivität des Impfstoffs von Biontech/Pfizer nach 6 Monaten deutlich abnimmt[342] und in Israel die Impfung bei der Mehrheit der Menschen bereits im Frühjahr 2021 stattfand.[343] Die gesunkene Effektivität des Impfstoffs veranlasste die israelische Regierung am 29. August 2021, die Auffrischungsimpfung (Drittimpfung) mit Biontech/Pfizer für alle damit zweifach Geimpften zu öffnen und zu empfehlen;[344] für noch nicht Geimpfte ist man in Israel auf den wirksameren Impfstoff von Moderna umgestiegen.[345]

Effektivität einzelner Impfstoffe in den USA im Juni bis August 2021[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesundheitsbehörde CDC veröffentlichte im September 2021 auf Basis der Daten von knapp 33.000 Patienten der Monate Juni bis August eine Schätzung der Impfeffektivität; in diesem Zeitraum herrschte in den USA die Delta-Variante vor. Die Impfeffektivität, über alle Altersgruppen hinweg betrachtet, war in Bezug auf die Vermeidung einer Hospitalisierung bei vollständiger Impfung mit:[346]

  • BNT162b2 (Pfizer-BioNTech): 80 Prozent (KI:[A 1] 73 bis 85 Prozent)
  • mRNA-1273 (Moderna): 95 Prozent (KI: 92 bis 97 Prozent)
  • Ad26.COV2.S (Janssen): 60 Prozent (KI: 31 bis 77 Prozent)[A 2]

Der Impfschutz vor einer benötigten Krankenhauseinweisung fiel danach bei über 75-Jährigen signifikant – um etwa 10 Prozent – geringer aus als bei bei den 18–74-Jährigen. Der Impfstoff von AstraZeneca wird in den USA nicht verwendet und ist daher hier nicht aufgeführt.

Auffrischungsimpfung und zusätzliche Impfstoffdosen für Grundimmunisierte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weltweite Coronawelle, verursacht durch die hochgradig übertragbare Delta-Variante[347], hat Mitte September 2021 zu Diskussionen über die Notwendigkeit und den optimalen Zeitpunkt für die Verabreichung einer Dosis zur Auffrischungsimpfung oder einer zusätzlichen Impfstoffdosis – sogenannte Booster-Impfungen – an bereits Grundimmunisierte in der Allgemeinbevölkerung bzw. in den Risikogruppen geführt. Ein Autorenkollektiv wies im medizinischen Fachjournal The Lancet Mitte September 2021 darauf hin, dass jede diesbezügliche Entscheidung evidenzbasiert sein sollte und die Vorteile und Risiken für den Einzelnen und die Gesellschaft berücksichtigen müsse. Die meisten diesbezüglichen Beobachtungsstudien waren bis dato nur vorläufig und schwer genau zu interpretieren. Um sicherzustellen, dass Entscheidungen über Zusatz- oder Auffrischungsimpfungen gegen COVID-19 eher auf zuverlässigen wissenschaftlichen Erkenntnissen als auf politischen Erwägungen beruhen, sei es daher erforderlich, die in den Studien gewonnenen Daten einer sorgfältigen und öffentlichen Prüfung zu unterziehen. Auch wenn sich herausstellen sollte, dass Auffrischungsimpfungen das mittelfristige Risiko einer schweren Erkrankung bei bereits Geimpften verringern, könnte die Verimpfung der derzeitig vorhandenen Vorräte an COVID-19-Impfstoffen nach Auffassung der Autoren mehr Leben retten, wenn diese nicht für Auffrischungsimpfungen verwendet, sondern an noch ungeimpfte Bevölkerungsgruppen verimpft werden.[348]

Israel hat im ersten Quartal 2021 – einige Monate früher als andere Staaten – einen Großteil seiner Einwohner mit dem mRNA-Impfstoff Tozinameran (BioNTech/Pfizer) geimpft. Vom 25. April bis zum 21. Juni 2021 war die Zahl der registrierten Neuinfektionen pro Tag nur zweistellig; dann begann die vierte Welle der COVID-19-Pandemie in Israel. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 stieg bis zum 3. September 2021 und ebbte dann schnell wieder ab; am 30. September 2021 wurden 3.635 Neuinfektionen registriert, am 30. Oktober nur noch 619.[349] Israel hatte auf den Erfolg von Booster-Impfungen gesetzt und eine zusätzliche Impfstoffdosis an viele bereits gegen COVID-19 Grundimmunisierte, auch an Minderjährige, verabreicht.[350] In Israel sind Booster-Impfungen für Erwachsene und Jugendliche ab einem Alter von zwölf Jahren vorgesehen, deren zweite Impfung mit Tozinameran (BioNTech/Pfizer) mindestens fünf Monate zurückliegt.[351]

The Lancet veröffentlichte am 29. Oktober 2021 im Internet eine Studie, die rund 728.000 mit einer Booster-Dosis Geimpfte mit einer Gruppe mit ebenso vielen Probanden (Versuchsteilnehmer) verglich, die nur eine Grundimmunisierungsserie mit zwei Impfstoffdosen Tozinameran (BioNTech/Pfizer) erhalten hatten. Die Probanden in beiden Gruppen waren durchschnittlich 52 Jahre alt. Von den Probanden, an die zusätzlich zur Grundimmunisierungsserie eine Booster-Dosis Tozinameran verimpft worden war, mussten 29 Menschen wegen einer COVID-19-Erkrankung ins Krankenhaus, von den nur Grundimmunisierten waren es 231 – achtmal so viele.[352]

Zugang und Verteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kundgebung für die Freigabe der Patente am 10. März 2021 vor dem BMWI in Berlin.
Massenimpfungen ohne Termin in der Messehalle Graz (24. August 2021)

Die internationale Kampagne Access to COVID-19 Tools (ACT) Accelerator soll dazu beitragen, dass Instrumente gegen COVID-19, darunter Impfstoffe, schneller entwickelt und allen Ländern gerecht zur Verfügung gestellt werden. Um dem anfänglichen Mangel an Impfstoffen zu begegnen und die verfügbaren Vakzine sinnvoll zu verteilen, muss zu Beginn der Verimpfung eine Priorisierung der COVID-19-Impfmaßnahmen stattfinden. Auch um neuen Mutationen vorzubeugen, fordert die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Covid-19 stärker global zu bekämpfen.[353] Dabei sei zu prüfen, ob Hersteller von Impfstoffen als letztes Mittel zur Vergabe von Lizenzen verpflichtet werden müssen, um die notwendigen Produktionsziele zu erreichen.[353] Am 10. März 2021 haben EU-Länder, die Schweiz, die USA, Großbritannien und weitere WTO-Mitglieder einen Vorstoß von über 100 Entwicklungsländern blockiert, mit dem zeitweise auf Patentrechte verzichtet werden sollte, um die globale Produktion von COVID-Impfstoffen anzukurbeln.[354][355][356][357]

Die WTO-Direktorin Ngozi Okonjo-Iweala rief im März 2021 zur Lizenzherstellung von Impfstoffen auf: „Wenn wir nicht weltweit solidarisch handeln, dann werden sich die Virusmutationen vervielfachen und uns alle heimsuchen.“ Mehr als 130 Staaten hätten keinen Impfstoff.[358] Auch der Chef des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, Achim Steiner, kritisierte: „Rechte an geistigem Eigentum sind ein Hindernis für eine beschleunigte Verbreitung und Produktion von Impfstoffen.“[359] Am 5. Mai 2021 hat sich die US-Regierung der Initiative zur Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe angeschlossen.[360][361] Auch Kanada, Australien und Japan erklärten ihre Unterstützung für eine Diskussion über die temporäre Aussetzung geistiger Eigentumsrechte.[362] Am 1. Juni 2021 präsentierten IWF, WHO, Weltbank und WTO einen gemeinsamen Plan für einen gerechteren Zugang zu Impfungen und forderten die internationale Gemeinschaft auf, eine verstärkte und koordinierte weltweite Impfstrategie zu unterstützen und umzusetzen und mit neuen finanziellen Mitteln zu fördern. Die Investition sei „möglicherweise die beste Verwendung öffentlicher Gelder zu unseren Lebzeiten“.[363] Auch der französische Präsident Macron hat im Juni 2021 seine Unterstützung für eine Aussetzung von Impfstoff-Patenten ausgedrückt.[364]

Neben Vertretern von Staaten spricht sich auch die Europäische Bürgerinitiative (EBI) No Profit on Pandemic, die von dem Krankenpfleger Sascha Heribert Wagner ins Leben gerufen wurde, für eine zeitweilige Aussetzung des Patentschutzes aus. Die EBI verlangt ferner die Offenlegung von Verträgen zwischen Behörden und Pharmaunternehmen sowie eine Kontrolle des Impfstoffzugangs und der Preise durch die EU-Kommission. Zu den Unterstützern der Initiative gehört auch die Gewerkschaft ver.di.[365][366]

Vor der Bundestagswahl 2021 appellierten mehr als 140 frühere Staats- und Regierungschefs und Nobelpreisträger in einem offenen Brief an die Kanzlerkandidaten, sich für die Freigabe von Covid-19-Impfstoffpatenten einzusetzen. Koordiniert wurde der Appell von der People’s Vaccine Alliance, einem Zusammenschluss von mehr als 70 Hilfs- und Nichtregierungs-Organisationen.[367] Im November 2021 hat der internationale Pflegeverband Global Nurses United bei den Vereinten Nation gegen die EU-Mitgliedsstaaten, Großbritannien, Norwegen, die Schweiz und Singapur wegen deren Blockadehaltung Beschwerde eingereicht.[368]

Bestellte Impfdosen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Impfstoffentwickler bestellte Dosen (Mio.)
EU
[369]
Schweiz
[370]
UK
[371]
Kanada
[372]
Neuseeland
[373]
Brasilien
[374]
Mexiko
[374]
Peru
[374]
Chile
[374]
Indien
[375]
Japan
[376]
Taiwan
[377]
Australien
[378]
Indonesien
[379]
weltweit
(mindestens)
[380][381]
AstraZeneca / Oxford 400 5,3 100 22 7,6 210,4 79,4 14,0 4,0 750 120 10,0 53,8 50,0 3.009
Biontech / Pfizer 2400 6,0 100 76 10,0 350,0 34,4 67,5 10,0 144 40,0 50,0 3.288
Moderna 460 20,5 17 44 13,0 39,0 20,0 50 5,1 25,0 816
Janssen / Johnson & Johnson 400 20 38 5,0 38,0 22,0 5,0 4,0 1.009
Curevac 405 5,0 50 35,0 495
Sanofi / GSK 300 60 72 732
Novavax 200 6,0 60 76 10,7 10,0 200 51,0 50,0 1.404
Valneva 60 100 160
Medicago 76 76
Gamaleya 24,0 40,0 156 765
Sinovac Biotech 100,0 20,0 7,0 60,0 125,5 449
Sinopharm 12,0 14,5 230
CanSino Biologics 60,0 35,0 1,8 97
Bharat Biotech 650 650
Biological E 300 300
Zydus Cadila 50 50
Gennova Biopharmaceuticals 60 60
Medigen 5,0 5
United Biomedical / Vaxxinity 5,0 5
verschiedene Hersteller über COVAX 4,8 25,5 54,0
Summe der bestellten Dosen 4.625 42,8 507 404 33,3 771,4 310,8 168,0 79,8 2.166 314 29,9 195,0 329,5 13.354
bestellten Dosen pro Einwohner 10,3 5,0 7,7 11,0 6,9 3,7 2,4 5,1 4,2 1,6 2,5 1,3 7,6 1,2 1,8

 in der EU zugelassene Impfstoffe

Wichtig: Die Anzahl der bestellten Impfdosen lässt noch keine Rückschlüsse über die tatsächlich erhaltenen Impfdosen zu. So hat beispielsweise Australien von den bestellten 51 Mio Novavax- und den 25 Mio Moderna-Dosen noch jeweils keine erhalten (Stand: Juni 2021).[378]

Die EU-Dosen werden nach der Bevölkerungszahl der Mitgliedstaaten zugeteilt. Die Mitgliedstaaten haben auch die Möglichkeit, Impfstoffe an Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen zu spenden.[369]

Am 8. Januar 2021 genehmigte die EMA die Entnahme von sechs statt bislang fünf Dosen Vakzin aus einer Biontech/Pfizer-Ampulle.[382] Da der Vertragsabschluss der EU über Dosen und nicht Ampullen erfolgte, erlöst Biontech/Pfizer seitdem für eine Ampulle 20 % mehr. Auch kann Biontech/Pfizer den Vertrag nunmehr mit einem Sechstel weniger Ampullen erfüllen.[383]

Preise je Dosis, nach Impfstoffanbietern

Impfstoffentwickler Preis je Dosis (€)
EU
(unbestätigt)[384]
AstraZeneca / Oxford 01,78
Biontech / Pfizer 12,00
Moderna 14,69
Janssen / Johnson & Johnson 06,94
Curevac 10,00
Sanofi / GSK 07,56

Logistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Mitarbeiter eines Krankenhauses in den USA erhält eine Impfung

Ein logistischer Engpass bei der Impfstoffproduktion war zunächst der weltweite Mangel an ausreichenden Mengen von Ampullen, in die der Impfstoff eingefüllt wird.[385] In vier Werken der Schott AG in Deutschland, Indien und Brasilien wird das Ausgangsmaterial Borosilikatglas Typ 1 für die Fläschchen geschmolzen, ein sehr reines Glas, das speziell gehärtet und beschichtet wird, damit es zu keinerlei chemischer Reaktion mit den Impfstoffen kommt. Es zeichnet sich auch durch seine Unempfindlichkeit gegen plötzliche Temperaturschwankungen aus, eine Folge des geringen Wärmeausdehnungskoeffizienten von etwa 3,3 × 10−6 K−1. Dieses Glas wird zu Rohren gezogen, aus denen in vierzehn anderen Schott-Werken schließlich Fläschchen werden. Zehn Milliliter ist das Standardmaß für Sars-CoV-2-Impfstoff und fasst zehn Impfstoffdosen.[386] Die aseptische Abfüllung und Verpackung („Fill & Finish“) des Impfstoffs übernimmt das Schweizer Unternehmen Siegfried in einer Produktionsanlage an seinem Standort in Hameln und stellt dort spezielle Lagerkapazitäten zur Verfügung.[387]

Die für den Transport notwendige Logistik ist dabei eine große Herausforderung. Man rechnet mit zehn Milliarden Impfdosen, die über die ganze Welt verteilt werden müssen. Es ist davon auszugehen, dass rund 100.000 Paletten transportiert werden müssen, dazu würden beispielsweise etwa 15.000 Flüge nötig. Besondere Herausforderungen bietet die Lieferung vor allem in Gebiete mit warmem Klima, in denen die Logistik nur eingeschränkt auf die Einhaltung von Kühlketten ausgerichtet ist. Teile Afrikas, Südamerikas und Asiens seien schwer zu erreichen. Die nötige Temperatur muss über Sensoren eingehalten und lückenlos dokumentiert werden.[388]

Kühlung bei Lagerung und Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verschiedenen Impfstoffe müssen unter jeweils anderen Temperaturen gelagert werden, um nicht zerstört zu werden. Es werden deshalb Kühlgeräte benötigt, die individuell eingestellt werden können. Hier ist die Logistik gefordert, um impfstoffabhängig die richtige Temperatur einzustellen und zu überwachen.

Im Vergleich zu den Proteinen oder Proteinfragmenten, aus denen herkömmliche Impfstoffe häufig bestehen, spaltet sich der Biontech-Pfizer-Impfstoff BNT162b2 mit Handelsnamen Tozinameran leicht bei Raumtemperatur. Er muss daher über mehrere Stunden auf eine Temperatur von unter −70 °C herunter gekühlt, in Ultratiefkühlschränken gelagert[389] und in Containern mit Ultratiefkühlschränken für den Luft-, Schiffs-, Bahn- und LKW-Transport transportiert werden. Inzwischen haben Studien ergeben, dass der Impfstoff auch bei bis zu −15 °C für zwei Wochen stabil bleibt.[390][391] Angeblich sei BNT162b2 bis zu fünf Tagen auch bei 2 °C bis 5 °C haltbar, was wenigstens die Anwendung am Zielort erleichtern würde, weil normale Kühlschränke zur kurzzeitigen Lagerung ausreichen würden. Der Impfstoff muss zur Verabreichung langsam auf Raumtemperatur angewärmt werden, wofür ein Zeitfenster von maximal fünf Tagen besteht.

Der von Moderna entwickelte Impfstoff mRNA-1273 kann bei −20 °C gelagert werden; diese Temperatur ist Standard für die meisten in Krankenhäusern und Apotheken verwendeten Gefrierschränke. Auch in Ländern und Regionen, in denen es an ultrakalten Gefriergeräten mangelt, wären Verteilung und Lagerung eines Impfstoffes wie des von Moderna entwickelten deshalb einfacher möglich.

Als Ursache für die unterschiedlichen benötigten Temperaturen bei der Lagerung von mRNA-1273 und BNT162b2 könnten u. a. unterschiedlich empfindliche Lipidhüllen oder die Unterschiede im mRNA-Code eine Rolle spielen;[392] allerdings verwenden beide Impfstoffe mit N1-Methylpseudouridin denselben Ersatz-Baustein für Uridin.

Impfstoffverteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland sind die Gesundheitsministerien der 16 Bundesländer für die Organisation der Verteilung zuständig. Diese beauftragten Kühne + Nagel, Dachser, DHL, das Rote Kreuz sowie weitere Logistik-Unternehmen mit der Zustellung.[393]

International soll DHL gemeinsam mit Kühne + Nagel, United Parcel Service (UPS) sowie Federal Express (Fedex) die Hauptlast der Vakzinverteilung übernehmen. Um die Herausforderung aktuell und in weiteren Gesundheitskrisen zu bewältigen, müssten Regierungen Strategien und Strukturen einführen. DHL schlägt in Kooperation mit McKinsey dazu fünf Säulen vor:[394]

  • Notfallplan: Vorkehrungen für den Notfall entlang der gesamten Lieferkette, wie Erfassung von Echtzeit-Daten oder Einrichtung von Entscheidungs-Einheiten.
  • Kooperationsnetzwerk: Partnerschaften zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor.
  • Physische Infrastruktur: Ausreichend Kapazitäten an Lager- und Transportmöglichkeiten zur Sicherstellung des Bestands an kritischen Vorräten.
  • Transparenz der Lieferkette: Stärkung IT-gestützter Lieferkettentransparenz mit Auswertung von Echtzeit-Daten zur Bewältigung von Nachfragespitzen.
  • Organisation und Ressourcen: Einrichtung eines Krisenstabs mit klarem Mandat, um im Ernstfall schnell handeln zu können.

Laut dieser Studie verfügen nur 25 Staaten über „fortschrittliche Logistiksysteme“; daher sei für Logistikunternehmen eine Zertifizierung für den Transport und die Lagerung von Life-Science-Produkten gefordert, um eine reibungslose Zollabfertigung zu gewährleisten. Allein die Öffnung der Ultratiefkühlschränke zur Überprüfung durch den Zoll könne zur Inaktivierung des Impfstoffes führen.[395] Bisherige Erfahrungswerte bei biologischen Transporten, die „nur“ bei Temperaturen zwischen −20 °C und −30 °C transportiert werden mussten, ergaben einen „Schwund“ auf Grund von Transport- und Temperaturschäden von 25 % bis 50 % der transportierten Produkte.

Der chinesische Pharmariese Fosun Pharmaceutical, ein weiterer Partner von Biontech und Pfizer, will laut „Bloomberg“ ein solches logistisches Netzwerk in China aufbauen. Hierzu werden spezielle Kühlhäuser an Flughäfen, Lkw und Anhänger mit Tiefkühlaufbau zum Transport sowie Impfstationen im gesamten Land eingerichtet.[396]

Betrugswarnung und Bewachung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medikamente sind der weltweit größte Betrugsmarkt im Umfang von rund 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr, wodurch die weit verbreitete Nachfrage nach einem COVID-19-Impfstoff in der gesamten Lieferkette anfällig für Fälschungen, Diebstahl, Betrug und Cyberangriffe ist. Diesbezüglich gab das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung einen Report heraus.[397] Am 2. Dezember 2020 erging eine weltweite Warnung der Interpol vor Kriminalität im Zusammenhang mit Corona-Impfstoffen. Kriminelle Organisationen planten Lieferketten zu unterwandern oder zu stören.[398] Tatsächlich haben EU-Staaten, nach Angaben des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung, während der Pandemie (Stand Februar 2021) Angebote dubioser Händler über 900 Millionen Impfdosen erhalten.[399] Ebenso besteht die Gefahr des Diebstahls, der Fälschung und des illegalen Bewerbens von Impfstoffen.[400]

Der russische Sicherheitssoftware-Hersteller Kaspersky und die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichteten jeweils unabhängig voneinander von Malware-Hackerangriffen des nordkoreanischen Cybergeheimdienstes, dem Büro 121, auf mindestens einen SARS-CoV-2-Impfstoff-Hersteller, ein Gesundheitsministerium und die Europäische Arzneimittel-Agentur.[401][402][403]

Entsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

COVID-19-Impfstoffabfälle erfordern grundsätzlich keinen besonderen Umgang bei der Entsorgung im Vergleich zu anderen nicht gefährlichen medizinischen Abfällen (Stand: März 2021). Das deutsche Umweltbundesamt stuft gebrauchte Impfstoff-Durchstechflaschen als nicht gefährliche Abfälle unter der Abfallschlüsselnummer 180104 ein.[404] Gemäß Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) ist die Entsorgung gemeinsam mit gemischten Siedlungsabfällen zulässig. Dabei ist zum Beispiel durch Zugabe von saugfähigen Materialien sicherzustellen, dass bei der Sammlung und beim Transport keine Flüssigkeitsmengen austreten.[405]

Die Entsorgung nicht verwendeter Impfstoffmengen in größeren Chargen ist wie Produktionsabfall zu behandeln, unter Beachtung der Verpackungsvorgaben einer Entsorgungsanlage und zur Vermeidung einer missbräuchlichen Weiterverwendung als AS 180109 („Arzneimittel mit Ausnahme derjenigen, die unter 180108* fallen“) dokumentiert einer geeigneten thermischen Behandlung zuzuführen.[406]

Gebrauchte Spritzen und Kanülen sind so zu entsorgen, dass Maßnahmen des Arbeitsschutzes eingehalten werden, um möglichen Verletzungen durch Schnitte oder Stiche vorzubeugen. Die Sammlung hat in bruch- und durchstichfesten sowie fest verschlossenen Einwegbehältern zu erfolgen. Anschließend ist eine gemeinsame Entsorgung mit Abfällen des Restabfalls ohne weitere Umfüllung oder Sortierung in einer Abfallverbrennungsanlage möglich.[407]

Priorisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Video: Warum gibt es keine Coronaimpfung für Kinder?

Nachdem der Impfstoff nicht sofort weltweit in ausreichender Menge vorhanden sein wird, erfordert die anfängliche Knappheit von COVID-19-Impfstoffen und begrenzten Impfkapazitäten eine Priorisierung der COVID-19-Impfmaßnahmen darüber, wer zuerst geimpft werden soll. Um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten, müssen Call-Center zur Terminvergabe eingerichtet werden, da beispielsweise in Deutschland pro Tag in 60 Impfzentren jeweils 4000 Personen geimpft werden sollen. Dies benötigt eine Logistik, mit der auch alle Personen überprüft werden müssen, ob sie zur entsprechend priorisierten Risikogruppe gehören. Hierzu gehören beispielsweise ärztliche Bescheinigungen oder Berufsnachweise.

In Deutschland wurde ein gemeinsames Positionspapier zur Priorisierung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut, den Deutschen Ethikrat und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina entwickelt.[408]

In Frankreich sind seit dem 15. März 2021 die etwa 80.000 Apotheken befugt, sowohl Über-75-Jährige als auch Über-50-Jährige mit schweren Vorerkrankungen zu impfen. In den meisten Apotheken soll hierfür der Impfstoff von AstraZeneca eingesetzt werden; den Apotheken wurden allerdings zunächst nur 280.000 Impfdosen zur Verfügung gestellt.[409] Auch in Italien soll ab April oder Mai eine Impfung in Apotheken ermöglicht werden.[410]

Im Juli 2021 kritisierte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus die ungleiche internationale Verteilung der Impfstoffe, diese Pandemie sei ein Test und die Welt habe versagt. Anstatt weit verbreitet zu sein, um die Pandemie an allen Fronten einzudämmen, seien die Impfstoffe in den Händen und Armen weniger Glücklicher konzentriert. Sie würden eingesetzt, um die privilegiertesten Menschen der Welt zu schützen, einschließlich derer mit dem geringsten Risiko für schwere Krankheiten, während die Schwächsten ungeschützt blieben. Er nannte als Tragödie der Pandemie, dass sie bereits unter Kontrolle wäre, wenn die Impfstoffe gerechter verteilt worden wären.[411] Anfang November 2021 kritisierte er scharf, die ärmeren Staaten hätten nur 0,4 % der Impfstoffe erhalten. Er forderte, dass die Hersteller keine Impfstoffe mehr in Staaten liefern sollen, die bereits eine Impfquote von 40 % erreicht hätten, sondern zunächst in die anderen Staaten.[412]

Rechtliche Erleichterungen für Geimpfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Land wurden unterschiedliche Erleichterungen für Geimpfte beschlossen, die teilweise kontrovers diskutiert werden.

Weitere Immunisierungsstrategien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passive Immunisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Passiv-Impfstoffe bestehen aus Antikörpern, welche in der Regel das Virus blockieren und so ein Eindringen in die Zelle verhindern. Im Gegensatz zu Aktivimpfstoffen können sie direkt gegen COVID-19 wirken und deshalb auch bereits mit SARS-CoV-2 Infizierten helfen. Antikörper haben bisher die beste Wirkung bei der Verhinderung von COVID-19 gezeigt, so konnte die Passivimmunisierung mit neutralisierenden Antikörpern bei Risikogruppen die Hospitalisierung um 72 % verringern.[413] Auch der mit SARS-CoV-2 infizierte amerikanische Präsident Donald Trump wurde mit neutralisierenden Antikörpern behandelt.[414] Allerdings ist die passive Immunisierung aufgrund der notwendigen und vergleichsweise großen Mengen an Antikörpern, die meist per Hybridom-Technik erzeugt werden, kostenintensiv und die Wirkungsdauer auf wenige Wochen nach Infusion der Antikörper beschränkt.

Zahlreiche solcher neutralisierenden Antikörper gegen SARS-CoV-2 konnten bereits isoliert werden und mehr als 45 sind in der Entwicklung (Stand 1. Oktober 2020), davon 10 bereits in der klinischen Erprobung (Phasen I bis III).[415] Eine Übertragung der Antikörper von COVID-19-Genesenen (in Form einer passiven Immunisierung durch Transfusion von Rekonvaleszentenseren, die polyklonale Antikörper gegen SARS-CoV-2 enthalten) kann einen kurzfristigen Schutz vor einer Infektion und eine Therapie bei Erkrankung bieten.[416] Wesentlich mehr Entwicklungen nutzen dagegen menschliche oder humanisierte monoklonale Antikörper, beispielsweise von AbCellera Biologics (aus Kanada) mit Eli Lilly (aus den USA), von Harbour Biomed (aus China) mit Mount Sinai Health System (aus den USA), von ImmunoPrecise Antibodies (aus Kanada) und von Vir Biotechnology (aus den USA) mit WuXi (aus China) und Biogen (aus den USA).[133]

Ein erster Zulassungsantrag wurde im Oktober 2020 in den USA für das Antikörperpräparat Bamlanivimab (LY-CoV555) gestellt,[417] im November 2020 erfolgte die Notfallzulassung (emergency use authosization, EUA) für die Behandlung eines leichten bis mittelschweren Erkrankungsverlaufs, wenn aufgrund von Vorerkrankungen oder des Alters ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf vorliegt.[418] Ebenfalls im November 2020 erteilte die FDA Notfallzulassungen für Baricitinib (Olumiant, Eli Lilly)[419][420] und die Kombination Casirivimab und Imdevimab (REGN-COV2) von Regeneron Pharmaceuticals,[421][422] weiterhin im Februar 2021 für die Antikörperkombination Bamlanivimab und Etesevimab.[423] Auch die europäische Arzneimittelagentur prüft seit Februar 2021 diese Antikörperpräparate.[424][425] In Deutschland entwickelt die Corat Therapeutics menschliche monoklonale Antikörper, welche sowohl Risikogruppen schützen als auch an COVID-19 Erkrankte heilen sollen.[426] Eine klinische Studie der Phase Ib/II (NCT04674566) mit dem neutralisierenden Antikörper COR-101 in bereits moderat erkrankten Patienten, bei denen schon zugelassene Antikörper nicht mehr gegeben werden dürfen, hat begonnen.[427]

Impfung mit VPM1002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von dem Tuberkulose-Impfstoff Bacillus Calmette-Guérin (BCG) abgeleitete Impfstoff VPM1002 soll wie BCG die unspezifische oder die angeborene Immunabwehr stärken und damit den Verlauf von COVID-19-Erkrankungen mildern und schwere COVID-19-Verläufe verhindern. VPM1002 ist kein SARS-CoV-2-Impfstoff, sondern ein Impfstoff, der spezifisch gegen Tuberkulose-Bakterien wirkt und unspezifisch das Immunsystem stärkt.

Mix-und-Match[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kombinierte Verwendung verschiedener Impfstoffe[428][429] kann durch eine limitierte Verfügbarkeit eines Impfstoffs oder das Auftreten spezifischer Nebenwirkungen notwendig werden. Bisherige Daten sprechen für eine gute Wirksamkeit spezifischer Kombinationen, wie z. B. Vaxzevria kombiniert mit mRNA-Impfstoffen[430][431].

Personalisierte Impfstrategien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund individuell unterschiedlich starker Immunantworten verschiedener Bevölkerungsteile, z. B. einer reduzierten Immunantwort bei Älteren[432] oder Immunsupprimierten, die die Wirksamkeit der Impfung beeinflussen können[433], und der eingeschränkten Verfügbarkeit von Impfstoff während einer Pandemie-Welle werden Impfstrategien und Computermodelle erforscht, welche den individuellen[434] oder gesellschaftlichen[435] Nutzen der Impfung durch unterschiedliche Anzahl an Booster-Impfungen oder durch Minderung der Dosis des Impfstoffs abwägen, um mehr Menschen frühzeitig impfen zu können.

Impfstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Staat Verabreichte Impfdosen Mindestens einmal geimpft Vollständig geimpft Stand Ref.
absolut pro 100 Einw. absolut Anteil absolut Anteil
AlbanienAlbanien Albanien 2.025.561 71,4 1.053.553 37,1 % 933.630 32,9 % 17. November 2021 [436]
AndorraAndorra Andorra 102.692 132,9 54.383 70,4 % 48.309 62,5 % 3. Oktober 2021 [437][438]
ArgentinienArgentinien Argentinien 65.332.648 144,0 36.008.479 79,6 % 28.189.937 62,1 % 19. November 2021 [439]
AustralienAustralien Australien 38.359.413 149,3 18.840.794 73,3 % 17.501.131 68,1 % 19. November 2021 [440]
BahrainBahrain Bahrain 2.848.049 167,4 1.185.249 69,7 % 1.151.780 67,7 % 19. November 2021 [441]
BangladeschBangladesch Bangladesch 93.786.813 56,9 57.817.590 35,1 % 35.969.223 21,8 % 28. November 2021 [442]
BelarusBelarus Belarus 5.685.092 60,5 3.259.591 34,7 % 2.425.501 25,8 % 14. November 2021 [443]
BelgienBelgien Belgien 18.020.987 155,9 8.791.141 76,1 % 8.647.490 74,8 % 18. November 2021 [444]
BhutanBhutan Bhutan 1.153.283 149,5 589.141 76,4 % 564.142 73,1 % 21. November 2021 [445]
Bosnien und HerzegowinaBosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina 1.553.874 47,4 720.641 22,0 % 14. November 2021 [446]
BrasilienBrasilien Brasilien 285.897.580 134,5 157.646.149 74,2 % 128.251.431 60,3 % 19. November 2021 [447]
BulgarienBulgarien Bulgarien 3.196.026 46,1 1.623.014 23,4 % 14. November 2021 [448]
ChileChile Chile 40.421.676 211,5 16.820.529 88,0 % 16.027.728 83,8 % 24. November 2021 [449][450]
China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 2.433.028.166 173,5 1.155.126.274 82,4 % 1.014.843.030 72,4 % 19. November 2021 [451]
Costa RicaCosta Rica Costa Rica 6.736.978 132,3 3.790.500 74,4 % 2.922.621 57,4 % 12. November 2021 [452]
DanemarkDänemark Dänemark 9.651.536 165,5 4.561.508 78,2 % 4.451.850 76,3 % 29. November 2021 [453]
DeutschlandDeutschland Deutschland 125.515.042 150,8 59.611.429 71,6 % 57.195.032 68,7 % 2. Dezember 2021 [454][455]
Dominikanische RepublikDominikanische Republik Dominikanische Republik 13.645.417 125,8 6.838.668 63,0 % 5.510.323 50,8 % 17. November 2021 [456]
EstlandEstland Estland 1.602.280 120,4 820.034 61,6 % 778.514 58,5 % 19. November 2021 [457]
FinnlandFinnland Finnland 8.449.229 152,8 4.270.012 77,2 % 3.993.761 72,2 % 22. November 2021 [458]
FrankreichFrankreich Frankreich 102.783.457 152,5 51.716.376 76,7 % 46.700.847 69,3 % 21. November 2021 [459][460][461]
GibraltarGibraltar Gibraltar 96.021 285,0 40.892 121,4 % 39.816 118,2 % 20. November 2021 [462][463]
GriechenlandGriechenland Griechenland 13.696.351 127,8 6.921.775 64,6 % 6.521.660 60,9 % 22. November 2021 [464]
IndienIndien Indien 1.202.703.659 87,2 776.492.810 56,3 % 426.210.849 30,9 % 26. November 2021 [465]
IndonesienIndonesien Indonesien 222.003.270 81,2 133.718.925 48,9 % 88.284.345 32,3 % 19. November 2021 [466]
IranIran Iran 101.856.938 121,3 56.566.007 67,3 % 44.610.761 53,1 % 21. November 2021 [467]
IrlandIrland Irland 8.067.138 161,5 3.851.364 77,1 % 3.786.011 75,8 % 24. November 2021 [468][469]
IslandIsland Island 560.729 153,0 282.453 77,1 % 278.276 75,9 % 21. Oktober 2021 [470]
IsraelIsrael Israel 16.079.826 174,5 6.266.263 68,0 % 5.764.898 62,5 % 22. November 2021 [471]
ItalienItalien Italien 95.571.957 160,5 47.139.904 79,2 % 43.998.395 73,9 % 28. November 2021 [472][473]
JapanJapan Japan 195.490.201 155,4 99.430.887 79,0 % 96.059.314 76,3 % 18. November 2021 [474]
JerseyJersey Jersey 179.485 174,8 79.346 77,3 % 74.906 72,9 % 14. November 2021 [475]
KambodschaKambodscha Kambodscha 28.366.730 169,7 14.087.335 84,3 % 13.232.037 79,1 % 17. November 2021 [476]
KanadaKanada Kanada 60.351.426 158,8 31.374.370 82,6 % 28.977.056 76,2 % 28. November 2021 [477]
KatarKatar Katar 4.901.128 170,1 2.360.308 81,9 % 2.218.292 77,0 % 18. November 2021 [478][479]
KolumbienKolumbien Kolumbien 52.322.683 102,8 33.739.934 66,3 % 23.115.023 45,4 % 16. November 2021 [480][481]
KroatienKroatien Kroatien 3.931.774 97,1 2.095.085 51,8 % 1.881.107 46,5 % 17. November 2021 [482]
KubaKuba Kuba 27.961.410 246,9 10.142.765 89,5 % 9.114.147 80,5 % 23. November 2021 [483][484]
LettlandLettland Lettland 2.120.895 111,5 1.246.610 65,6 % 1.131.364 59,5 % 17. November 2021 [485]
LiechtensteinLiechtenstein Liechtenstein 49.673 130,2 25.578 67,1 % 24.826 65,1 % 18. November 2021 [486]
LitauenLitauen Litauen 3.172.037 113,5 1.728.574 61,9 % 1.597.849 57,2 % 19. November 2021 [487]
LuxemburgLuxemburg Luxemburg 903.715 142,9 445.860 70,5 % 429.572 67,9 % 28. November 2021 [488]
MalaysiaMalaysia Malaysia 51.489.721 159,1 25.607.319 79,1 % 24.913.262 77,0 % 18. November 2021 [489]
MaledivenMalediven Malediven 761.976 141,0 395.195 73,1 % 361.391 66,9 % 16. November 2021 [490]
MaltaMalta Malta 813.115 154,8 419.333 79,8 % 418.710 79,7 % 21. September 2021 [491][492]
Isle of ManIsle of Man Isle of Man 132.969 156,4 68.208 80,2 % 64.761 76,2 % 19. November 2021 [493]
MarokkoMarokko Marokko 48.561.070 131,6 24.477.239 66,3 % 22.587.253 61,2 % 17. November 2021 [494]
MexikoMexiko Mexiko 130.244.910 101,0 75.577.084 58,6 % 63.690.510 49,4 % 18. November 2021 [495]
MonacoMonaco Monaco 49.980 127,4 26.672 68,0 % 23.308 59,4 % 16. September 2021 [496]
MongoleiMongolei Mongolei 4.405.032 134,4 2.258.443 68,9 % 2.146.589 65,5 % 18. November 2021 [497]
MontenegroMontenegro Montenegro 557.041 89,6 269.436 43,3 % 251.325 40,4 % 19. November 2021 [498]
NeuseelandNeuseeland Neuseeland 7.366.916 144,9 3.846.920 75,7 % 3.519.996 69,2 % 23. November 2021 [499]
NiederlandeNiederlande Niederlande 24.004.621 137,6 13.032.981 74,7 % 11.831.055 67,8 % 31. Oktober 2021 [500]
NordmazedonienNordmazedonien Nordmazedonien 1.605.913 77,1 831.449 39,9 % 774.464 37,2 % 29. Oktober 2021 [501]
NordzypernTürkische Republik Nordzypern Nordzypern 575.309 153,7 279.313 74,6 % 268.242 71,7 % 19. November 2021 [502]
NorwegenNorwegen Norwegen 8.002.783 148,8 4.222.742 78,5 % 3.780.041 70,3 % 18. November 2021 [503]
OsterreichÖsterreich Österreich 13.412.688 150,4 6.283.906 70,5 % 5.886.649 66,0 % 25. November 2021 [504][505]
Palastina AutonomiegebietePalästina Palästina 2.944.638 61,3 1.876.152 39,1 % 1.321.529 27,5 % 10. November 2021 [506][507]
PakistanPakistan Pakistan 120.233.579 54,4 78.747.199 35,6 % 48.890.845 22,1 % 18. November 2021 [508]
PhilippinenPhilippinen Philippinen 73.915.085 67,5 44.524.081 40,6 % 32.991.268 30,1 % 18. November 2021 [509][510][511]
PolenPolen Polen 40.334.156 106,3 20.561.348 54,2 % 20.219.201 53,3 % 19. November 2021 [512]
PortugalPortugal Portugal 17.211.348 167,0 9.053.901 87,9 % 8.925.907 86,6 % 14. November 2021 [513][514]
RumänienRumänien Rumänien 14.250.518 73,9 8.881.072 46,0 % 7.117.567 36,9 % 19. November 2021 [515]
RusslandRussland Russland 126.613.014 86,5 66.669.005 45,5 % 56.593.142 38,7 % 30. November 2021 [516]
San MarinoSan Marino San Marino 49.445 145,7 23.181 68,3 % 25.193 74,2 % 18. November 2021 [517]
Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien 46.936.451 134,8 24.472.063 70,3 % 22.142.656 63,6 % 18. November 2021 [518]
SchwedenSchweden Schweden 15.644.748 151,1 7.551.312 72,9 % 7.021.519 67,8 % 26. November 2021 [519]
SchweizSchweiz Schweiz 11.492.427 133,1 5.806.371 67,2 % 5.649.764 65,4 % 18. November 2021 [486]
SerbienSerbien Serbien 7.660.179 110,9 3.234.195 46,8 % 3.080.133 44,6 % 19. November 2021 [520]
SingapurSingapur Singapur 10.094.499 177,5 4.759.748 83,7 % 4.703.751 82,7 % 27. Oktober 2021 [521][522]
SlowakeiSlowakei Slowakei 4.987.023 91,4 2.556.886 46,8 % 2.430.137 44,5 % 22. November 2021 [523]
SlowenienSlowenien Slowenien 2.353.987 112,1 1.217.504 58,0 % 1.136.483 54,1 % 19. November 2021 [524]
SpanienSpanien Spanien 74.683.916 157,7 38.209.702 80,7 % 37.519.860 79,2 % 18. November 2021 [525]
Korea SudSüdkorea Südkorea 84.150.239 162,5 42.419.011 81,9 % 40.764.548 78,7 % 25. November 2021 [526]
ThailandThailand Thailand 86.890.826 124,5 46.005.152 65,9 % 37.939.622 54,4 % 18. November 2021 [527]
TschechienTschechien Tschechien 12.939.604 120,9 6.473.269 60,5 % 6.226.142 58,2 % 19. November 2021 [528]
TurkeiTürkei Türkei 119.327.719 141,5 56.038.139 66,4 % 50.037.605 59,3 % 21. November 2021 [529][530]
UkraineUkraine Ukraine 22.105.972 52,8 12.657.190 30,2 % 9.469.462 22,6 % 18. November 2021 [531]
UngarnUngarn Ungarn 14.180.843 145,4 6.087.474 62,4 % 5.823.818 59,7 % 25. November 2021 [532]
UruguayUruguay Uruguay 6.719.929 193,5 2.776.031 79,9 % 2.638.661 76,0 % 19. November 2021 [533]
Vereinigte Arabische EmirateVereinigte Arabische Emirate Vereinigte Arabische Emirate 21.051.277 212,8 9.642.939 97,5 % 8.644.029 87,4 % 29. Oktober 2021 [534][535]
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 112.277.085 167,0 50.777.474 75,5 % 46.168.300 68,7 % 22. November 2021 [536]
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 452.657.967 137,4 230.732.565 70,0 % 196.398.948 59,6 % 22. November 2021 [537]
VietnamVietnam Vietnam 112.944.634 116,0 67.824.005 69,7 % 45.120.629 46,4 % 23. November 2021 [538]
Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern 1.282.262 153,9 617.240 74,1 % 580.407 69,7 % 23. November 2021 [539]

Weltweit wurden nach Zählung der WHO bis zum 5. November 2021 ca. 7,0 Milliarden Impfungen durchgeführt; das entspricht etwa 90 Impfstoffdosen pro 100 Menschen. Dies umfasst sowohl die Grundimmunisierung, die je nach Impfstoff aus einer, zwei oder drei Impfdosen besteht, wie auch evtl. Auffrischungsimpfungen.[540]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: COVID-19 – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema COVID-19

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: COVID-19-Impfstoffentwicklung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Corona: Wann gibt es einen Impfstoff? In: quarks.de. 17. Dezember 2020, abgerufen am 20. Dezember 2020.
  2. Draft landscape of COVID-19 candidate vaccines. (XLS) In: who.int. Weltgesundheitsorganisation, 20. August 2021, abgerufen am 23. August 2021 (englisch, Excel-Datei 20210106-Novel Coronavirus_Landscape_COVID.xlsx in verlinktem ZIP-Archiv).
  3. a b Stephan Laack: Corona in Russland – Putin kündigt Massenimpfungen an. In: tagesschau.de. 2. Dezember 2020, abgerufen am 1. Januar 2021.
  4. Sinopharm: WHO-Notfallzulassung für chinesischen Corona-Impfstoff. In: Die Welt. 7. Mai 2021 (welt.de [abgerufen am 7. Mai 2021]).
  5. who.int: Status of COVID-19 Vaccines within WHO EUL/PQ evaluation process vom 19. August 2021, abgerufen am 9. September 2021
  6. Paul-Ehrlich-Institut – Homepage – Was ist eine bedingte Zulassung? Abgerufen am 23. November 2021.
  7. COVID-19: Europäische Arzneimittelagentur gibt Empfehlungen zu Auffrischungsimpfungen mit Impfstoffen von BioNTech und Moderna. In: Website: EU-Kommission-Pressemitteilungen. EU-Kommission (Vertretung in Deutschland), 5. Oktober 2021, abgerufen am 26. Oktober 2021.
  8. David W. Eyre et al.: The impact of SARS-CoV-2 vaccination on Alpha & Delta variant transmission. Preprint, geposted am 15. Oktober 2021, medRxiv 2021.09.28.21264260; doi: https://doi.org/10.1101/2021.09.28.21264260
  9. Brechje de Gier et al.: Vaccine effectiveness against SARS-CoV-2 transmission to household contacts during dominance of Delta variant (B.1.617.2), the Netherlands, August to September 2021. Eurosurveillance, Band 26, Nr. 44 (November 2021), doi: https://doi.org/10.2807/1560-7917.ES.2021.26.44.2100977.
  10. Michela Antonelli et al.: Risk factors and disease profile of post-vaccination SARS-CoV-2 infection in UK users of the COVID Symptom Study app: a prospective, community-based, nested, case-control study. (PDF) In: Infectious Diseases, Online First. thelancet.com, 1. September 2021, S. 8, 10 f., abgerufen am 10. September 2021 (englisch, s. a. Figure 3: Disease severity and duration factors in SARS-CoV-2-infected vaccinated versus unvaccinated participants, mit zugehörigen Daten in Supplementary Material, S. 7, Supplementary Table 11, 14. Einzelsymptome dazu s. Supplementary Table 13, 15): „Almost all symptoms were reported less frequently in infected vaccinated individuals than in infected unvaccinated individuals, and vaccinated participants were more likely to be completely asymptomatic, especially if they were 60 years or older. […] This prospective, community-based, nested, case-control study used data from UK-based […] Data from 1 531 762 app users reporting an RT-PCR or LFAT test […] We found that the odds of having symptoms for 28 days or more after post-vaccination infection were approximately halved by having two vaccine doses. This result suggests that the risk of long COVID is reduced in individuals who have received double vaccination, when additionally considering the already documented reduced risk of infection overall. […] Our data suggest that the risk of post-vaccination SARS-CoV-2 infection is reduced in older age groups. […] Fully vaccinated individuals with COVID-19, especially if they were 60 years or older, were more likely to be completely asymptomatic than were unvaccinated controls. […] Supplementary Table 11. Univariate analysis assessing the probability of asymptomatic infection, severe disease (>5 reported symptoms during acute infection), hospitalisation and duration of symptoms ≥28 days in app participants following first and second vaccination, adjusted by age, BMI, and sex. […] Younger adults (18–59 years); Older adults (60+ years) / Hospitalisation […] D2 […] 0,57 […]; 0,15 / symptoms lasting ≥28 days […] D2 […] 0,37 […]; 0,56 […] D2=After second dose“ doi:10.1016/S1473-3099(21)00460-6
  11. a b Reuters zitiert ggü. Washington Post bestätigtes internes CDC-Dokument: ‘The war has changed,’ CDC says, calling for new response to Delta variant. In: CDC-Dokument: Improving communications around vaccine breakthrough and vaccine effectiveness. 30. Juli 2021, abgerufen am 31. Juli 2021.
  12. Jeffrey Morris: Israeli data: How can efficacy vs. severe disease be strong when 60 % of hospitalized are vaccinated? covid-datascience.com, 17. August 2021, abgerufen am 26. August 2021.
  13. Frances E Lund, Troy D Randall: Scent of a vaccine. Science vom 23. Juli 2021, Jahrgang 373, Ausgabe 6553, S. 397–399, PMID 34437109, doi:10.1126/science.abg9857
  14. Lars Fischer: Nasenspray-Impfung: Infektionen bei Geimpften sicher verhindern. Spektrum.de vom 7. Juli 2021.
  15. Jon Cohen: Science’s Breakthrough of the Year 2020: shots of hope in a pandemic-ravaged world. In: sciencemag.org. 17. Dezember 2020, abgerufen am 18. Dezember 2020 (englisch).
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  34. Takahiko Koyama, Daniel Platt, Laxmi Parida: Variant analysis of SARS-CoV-2 genomes (Memento vom 24. November 2020 im Internet Archive). Bulletin of the World Health Organization, 2. Juni 2020. Abgerufen am 25. November 2020.
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  37. S. A. Madhi et al.: Efficacy of the ChAdOx1 nCoV-19 Covid-19 Vaccine against the B.1.351 Variant. The New England Journal of Medicine, 16. März 2021, doi:10.1056/NEJMoa2102214
  38. doccheck.com: Südafrika-Variante: Das Vakzin-Ranking vom 12. Mai 2021
  39. Daniela Hüttemann: Drei Monate Impfabstand besser als sechs Wochen in Pharmazeutische Zeitung vom 19. Februar 2021
  40. Q. Wang, L. Zhang, K. Kuwahara, L. Li, Z. Liu, T. Li, H. Zhu, J. Liu, Y. Xu, J. Xie, H. Morioka, N. Sakaguchi, C. Qin, G. Liu: Immunodominant SARS Coronavirus Epitopes in Humans Elicited both Enhancing and Neutralizing Effects on Infection in Non-human Primates. In: ACS infectious diseases. Band 2, Nummer 5, 30. März 2016, S. 361–376, doi:10.1021/acsinfecdis.6b00006, PMID 27627203, PMC 7075522 (freier Volltext).
  41. Paul Ehrlich-Institut: Was sind infektionsverstärkende Antikörper (ADE) und sind sie ein Problem? (Nicht mehr online verfügbar.) In: pei.de. 30. Juli 2020, archiviert vom Original am 30. August 2021; abgerufen am 23. August 2021.
  42. Paul Ehrlich-Institut: Was sind infektionsverstärkende Antikörper (ADE) und sind sie ein Problem? (Nicht mehr online verfügbar.) In: pei.de. 7. September 2021, archiviert vom Original am 13. September 2021; abgerufen am 4. Oktober 2021.
  43. S. Jiang, M. E. Bottazzi, L. Du, S. Lustigman, C. T. Tseng, E. Curti, K. Jones, B. Zhan, P. J. Hotez: Roadmap to developing a recombinant coronavirus S protein receptor-binding domain vaccine for severe acute respiratory syndrome. In: Expert review of vaccines. Band 11, Nummer 12, Dezember 2012, S. 1405–1413, doi:10.1586/erv.12.126, PMID 23252385, PMC 3586247 (freier Volltext).
  44. Y. Honda-Okubo, D. Barnard, C. H. Ong, B. H. Peng, C. T. Tseng, N. Petrovsky: Severe acute respiratory syndrome-associated coronavirus vaccines formulated with delta inulin adjuvants provide enhanced protection while ameliorating lung eosinophilic immunopathology. In: Journal of Virology. Band 89, Nummer 6, März 2015, S. 2995–3007, doi:10.1128/JVI.02980-14, PMID 25520500, PMC 4337527 (freier Volltext).
  45. P. Fine, K. Eames, D. L. Heymann: “Herd immunity”: a rough guide. In: Clinical Infectious Diseases. Band 52, Nummer 7, April 2011, S. 911–916, doi:10.1093/cid/cir007, PMID 21427399.
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