Dizzasco

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Dizzasco
Dizzasco (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Como (CO)
Lokale Bezeichnung Dizàsch
Koordinaten 45° 57′ N, 9° 6′ OKoordinaten: 45° 56′ 36″ N, 9° 6′ 0″ O
Höhe 506 m s.l.m.
Fläche 3,61 km²
Einwohner 607 (31. Dez. 2019)[1]
Postleitzahl 22020
Vorwahl 031
ISTAT-Nummer 013087
Bezeichnung der Bewohner Dizzaschesi
Schutzpatron Simon Petrus (29. Juni), Sisinnio (29. Mai)
Website Dizzasco
Die Gemeinde Dizzasco in der Provinz Como

Dizzasco ist eine norditalienische Gemeinde (comune) mit 607 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in der Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 14,5 Kilometer nördlich von Como nahe dem Westufer des Comer Sees im Val d’Intelvi. Dizzasco befindet sich zu Beginn des Val d’Intelvi im westlichen Zweig des Comer Sees, befindet sich auf einem bewaldeten Terrasse des glazialen Ursprungs. Im Tal unten, eingehüllt in ein tiefes Tal, fließt den Telo (Fluss), der am Comer See (Lario) zu Argegno mündet.

Dizzasco besteht aus mehreren Ortsteilen: Biazzeno, Rovascio, Muronico und Cavrano. Die Nachbargemeinden sind Centro Valle Intelvi, Schignano, Argegno, Colonno, Pigra und Blessagno.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Mittelalter teilte Dizzasco das Schicksal des gesamten Val d’Intelvi. Es war Verbündeter von Como im jahrzehntelangen Krieg (1118–1127) gegen Mailand. In der Renaissance war es ein Lehen der Visconti, Rusconi (1541) und Marliani (1583).

Im frühen 19. Jahrhundert, während der Herrschaft des österreichisch-ungarischen Reiches, organisierte Andrea Brenta, ein Anführer des Risorgimento, unterstützt durch Giuseppe Mazzini, eine Gruppe von Dorfbewohnern, mit dem Ziel, die Österreicher in die Flucht zu schlagen. Giuseppe Mazzini, der sich 1848 in Lugano aufhielt, reiste oft ins Tal, um den Aufstand vorzubereiten. Dieser endete mit der Verhaftung und Hinrichtung von Andrea Brenta und Andretti in Como.

Der britische Premierminister Winston Churchill fand die Inspiration für seine Gemälde in der Ruhe des Tals, wie seine Darstellung der Kirche San Sisinio belegt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung'
Jahr 1751 1861 1881 1901 1911 1931 1951 1971 1991 2001 2011 2019 2021
Einwohner 476 663 651 671 606 568 428 343 393 491 564 607 602
Quelle: ISTAT

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirche Santi Pietro und Paolo erbaut (1620–1664) von Architekt Carlo Inganni auf einem romanischen Sockel, weist im Inneren Fresken von Stefano Bianchi, Stuckarbeiten am Hauptaltar von Giuseppe und Giovanni Battista Giani, ein Antependium in Stuckmarmor#Scagliola von Giuseppe Molciani aus dem Jahr 1757, einen hölzernen Beichtstuhl und eine Kanzel mit Intarsien aus dem 18. Jahrhundert sowie Stuck und Gemälden von Leopoldo Carelli und Luigi Cavallini.[2]
  • Kirche San Sisinio im Fraktion Muronico ein Gebäude aus dem 11. Jahrhundert mit griechischem Grundriss, das in der Barockzeit mehrmals umgebaut wurde. Die Kirche, die im 13. Jahrhundert eine Kapelle innerhalb der damaligen Pfarrkirche von Intellavo war, gehört heute formell zum Gebiet von Argegno. Im Inneren der mit Fresken und Stuckaturen reich verzierten Kirche kann man prächtige Scagliola-Fronten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, einen Tabernakel aus Marmor aus der Renaissancezeit und einen Beichtstuhl mit Intarsien aus dem 18.[3] Der britische Premierminister Winston Churchill ließ sich von der Ruhe des Tals zu seinen Gemälden inspirieren, und eines seiner Bilder mit der Kirche San Sisinio di Muronico überschritt die Grenzen des Tals, um in einer dem Staatsmann gewidmeten Ausstellung in London bewundert zu werden.[4][5]
  • Oratorium San Giobbe 1651 erbaut und auch als Kirche Madonna delle Grazie bekannt ist.[6]
  • Oratorium San Carlo auf den Ruinen eines alten Klosters erbaut mit seinen Stuckarbeiten und Fresken aus dem 17. Jahrhundert.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Marco Lazzati: La Valle Intelvi, le origini, la storia, l’arte, il paesaggio, gli artisti comacini. Mailand 1986.
  • Emilio Maroni: La Valle Intelvi. Contributi per la conoscenza di arte, archeologia, ambiente, architettura, storia e lettere comacine. La Chiesa di San Siro e il Santuario della Beata Vergine di Loreto a Lanzo. Como 1999, S. 67–68, 70.
  • Daniela Pauli-Falconi: Intelvi, Val d’. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2008.
  • Andrea Spiriti, Maria Cristina Terzaghi, Giovanna Virgilio: Guide della Provincia di Como. Da Cernobbio alla Valle Intelvi. Como 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dizzasco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Kirche Santi Pietro und Paolo (Foto) auf lombardiabeniculturali.it
  3. San Sisinnio (Film) (italienisch) auf youtube.com
  4. Kirche San Sisinio (Foto)
  5. Pfarrei San Sisinnio
  6. Oratorium San Giobbe (Foto)
  7. Giovanni Battista Nono auf uibk.ac.at/aia/ (abgerufen am 16. November 2016).