Mercedes L 3000

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Mercedes-Benz L 3000 S mit Kastenaufbau, Griechenland 1943
Mercedes-Benz L 3000 S einer Fallschirmjägereinheit, Italien 1944
Mercedes-Benz L 3000 S beim Rückzug deutscher Truppen nach Ungarn 1944

Der Mercedes-Benz L 3000 war ein Lastkraftwagen des deutschen Herstellers Daimler-Benz AG, der von 1938 bis 1944 produziert wurde.

Entwicklung und Vormodelle[Bearbeiten]

Ab 1896 baute die Daimler-Motoren-Gesellschaft neben Personenkraftwagen auch leichte und schwere Lkw mit einer Nutzlast bis zu 10 t für den zivilen und den militärischen Bereich. Auch die Reichswehr nutzte 3-t-Lkw als Mannschaftswagen. Ab 1934 fertigte Daimler-Benz unter der Bezeichnung Mercedes-Benz LG 63 einige geländegängige Versuchsfahrzeuge, die nach erfolgreicher Erprobung als Mercedes LG 3000 in die Serienfertigung gingen und ab 1936 an Wehrmacht, Reichspost, Reichsbahn und Wirtschaftsbetriebe geliefert wurden.

Mercedes L 3000[Bearbeiten]

Ab 1938 folgte der 3-t-Lkw Mercedes L 3000 – werksintern als LGF 3000 bezeichnet – als Straßenfahrzeug mit moderner Stahlkabine. Im Gegensatz zu den meist benzinbetriebenen Lkw seiner Zeit verfügte der L 3000 über einen 4850-cm³-Dieselmotor mit einer Motorleistung von 75 PS bei 2250/min.[1]

Bei Kriegsbeginn 1939 wurden zahlreiche LG und L 3000 im Rahmen der materiellen Mobilmachungsergänzung eingezogen und von der Wehrmacht eingesetzt. Die Wehrmacht klassifizierte den LG 3000 in den Kriegsstärkenachweisungen als „mittleren geländegängigen Lastkraftwagens, offen (o)“, der je nach Verwendungszweck verschiedene Aufbauten und Rüstsätze erhielt.

Aus Rationalisierungsgründen wurden die deutschen Lkw-Hersteller am 1. Januar 1940 angewiesen, sich anstelle der bisherigen großen Typenvielfalt auf die Fertigstellung von Einheits-Lkw zu konzentrieren. Als „Einheits-LKW“ wurden die Typen L 3000 oder LG 3000 nun unter den Bezeichnungen Mercedes L 3000 S (3000 = 3,0 t; S=Standard), bzw. Mercedes L 3000 A (A=Allrad) geliefert. Analog entstanden die als 4,5-t-Lkw konzipierten Mercedes L 4500 S/A, die zum Teil auch in der Variante als Maultier-Halbkettenfahrzeug unter Verwendung von Fahrgestellen des Panzer II gebaut wurden. Auch leichtere Lkw der Typen Mercedes L 1100, Mercedes L 1500 S/A und Mercedes L 2000 L (=leicht) wurden geliefert.

Die Einheits-Lkw unterschieden sich zunächst von den Vorgängermodellen nur durch die abgerundeten Kotflügel. Ab 1943 wurden zivile Lkw meist mit einer Holzvergaseranlage ausgerüstet, da die knappen Ottokraftstoffe vorzugsweise an der Wehrmacht geliefert wurden. Später wurde die für die Einheits-Lkw übliche Fahrerkabine aus Holz verwendet.

Weitere Lkw-Typen bis 1945[Bearbeiten]

Die Produktion des L 3000 wurde erst 1944 eingestellt, nachdem das Opelwerk Brandenburg durch einen Luftangriff Anfang August 1944 als Produzent ausfiel und Daimler-Benz nun alleiniger Hersteller des kriegswichtigen Opel „Blitz“ 3,6 war. Dessen Lizenzbau im Lkw-Werk Mannheim von Daimler-Benz hatte erst kurz zuvor begonnen. Neben dem L 3000 und dem 3-to-Opel-„Blitz“ stellte Daimler-Benz noch zahlreiche weitere Größenklassen her, die zum großen Teil die Wehrmacht einsetzte.

Produktionszahlen Mercedes Lkw-Typen[2]
Typ Nutzlast Baujahr Stückzahl
G 3 a 1,50 t 1929–1935 10
L 1100 1,10 t 1936–1941 2.168
L 1500 E SanKfz 1,10 t 1937–1938
L 1500/2000L 1,50 t 1937–1938 6.455
L 1500 S 1,50 t 1941–1944 4.101
L 1500 A 1,50 t 1940–1942 2.069
LG 3000 3,00 t 1935–1938 7.440
L 3000 3,00 t 1938–1939 12.840
L 3000 S 3,00 t 1939–1944 18.356
L 3000 A 3,00 t 1940–1942 2.069
L 4500 S 4,95 t 1939–1944 6.402
L 4500 A 4,65 t 1941–1944 2.711
L 4500 R „Maultier“ (Sd.Kfz. 3/5) 4,50 t 1943–1944 1.486
L 701 („Opel-Blitz“-Nachbau) 3,30 t 1944–1945 3.500

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Oswald, Werner: Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1982.

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Motorleistung 18. März 2012
  2. vgl. Produktionszahlen 18. März 2012