Olympische Geschichte Kirgisistans

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Olympische Ringe

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Goldmedaillen Silbermedaillen Bronzemedaillen
1 3

Kirgisistan, dessen NOK, das Kyrgys Respublikassynyn uluttuk olimpiada komiteti, 1991 gegründet und 1993 vom IOC anerkannt wurde, nimmt seit 1994 an allen Olympischen Spielen, Winter- und Sommerspiele, teil. Damit ist Kirgisistan eines der wenigen Länder, deren Olympiadebüt bei Winterspielen stattfand. Sportler aus Kirgisistan traten in der Zeit der Sowjetunion von 1952 bis 1988 für die sowjetische Olympiamannschaft an. 1992 waren kirgisische Sportler in die Mannschaft der GUS integriert. Jugendliche Sportler nahmen an allen bislang ausgetragenen Jugendspielen im Sommer und im Winter teil.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirgisistan trat als unabhängiger Staat erstmals 1996 bei Olympischen Sommerspielen an. Der erste Olympionike war am 19. Juli 1996 der Ringer Raatbek Sanatbajew, der zugleich der erste Mann aus Kirgisistan überhaupt bei Olympischen Spielen war. Die erste Frau bei Sommerspielen war am 20. Juli 1996 die Schwimmerin Victoria Poljajewa. Neben den Ringern und den Schwimmern traten in der ersten Mannschaft auch Leichtathleten, Boxer, Judoka, Sportschützen, Kanuten, Radrennfahrer und moderne Fünfkämpfer an. Bei folgenden Sommerspielen traten kirgisische Athleten in den Sportarten Fechten und Gewichtheben (ab 2000), Taekwondo (ab 2008) und Segeln (ab 2012) an.

In Sydney 2000 gelang der erste kirgisische Medaillengewinn. Der Judoka Aidyn Smaghulow gewann Bronze im Extraleichtgewicht. Drei weitere Medaillen folgten 2008 in Peking. Im griechisch-römischen Ringen gewann Kanatbek Begalijew Silber im Weltergewicht. Im Leichtgewicht gewann Ruslan Tümönbajew Bronze. Im Freistilringen wurde dem Leichtgewichtler Basar Basargurujew nachträglich die Bronzemedaille übergeben, nachdem der ursprüngliche Silbermedaillengewinner Wassil Fedoryschyn des Dopings überführt und disqualifiziert wurde.[1]

Bei den folgenden Sommerspielen in London und Rio de Janeiro blieben kirgisische Athleten erfolglos.

Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirgisistans erster Auftritt bei Olympischen Spielen überhaupt geschah bei den Winterspielen 1994 in Lillehammer. Die Biathletin Jewgenija Roppel, einzige Athletin der Mannschaft in Lillehammer, war am 18. Februar 1994 die erste Teilnehmerin aus Kirgisistan überhaupt bei Olympischen Spielen. Bei den folgenden Winterspielen traten kirgisische Athleten in den Sportarten Skispringen (ab 2002), Ski Alpin (ab 2006) und Skilanglauf (ab 2010) an. Der erste männliche Wintersportler des Landes war am 11. Februar 1998 der Biathlet Alexander Tropnikow.

Jugendspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend-Sommerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den ersten Jugend-Sommerspielen 2010 in Singapur nahmen acht jugendliche Athleten, sieben Jungen und ein Mädchen, teil. Sie traten in den Sportarten Boxen, Kanusport, Ringen, Schwimmen, moderner Fünfkampf und Judo an. Der Ringer Urmatbek Amatow wurde Jugend-Olympiasieger im Mittelgewicht des griechisch-römischen Stils. Sein Teamkamerad Schadybek Sulaimanow gewann Bronze im Leichtgewicht. Der Judoka Bolot Toktogonow gewann Bronze im Schwergewicht.

Bei den zweiten Jugend-Sommerspielen, die 2014 in Nanjing durchgeführt wurden, nahmen sieben Jugendliche teil, sechs Jungen und ein Mädchen. Sie traten im Judo, Gewichtheben, Kanusport, Reiten, moderner Fünfkampf und Schießen an. Der Judoka Rostislaw Daschkow gewann Silber im Schwergewicht.

Jugend-Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Jugend-Winterspielen 2012 in Innsbruck nahm ein kirgisischer Skilangläufer teil, 2016 in Lillehammer eine Biathletin.

Übersicht der Teilnehmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sommerspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Athleten Flaggenträger Sportarten Medaillen
Gesamt m w Leichtathletik Boxen Ringen Judo Schießen Kanusport Radsport Moderner Fünfkampf Fechten Schwimmen Gewichtheben Taekwondo Segeln Gold medal.svg Silver medal.svg Bronze medal.svg Gesamt Rang
1896–1948 nicht teilgenommen
1952–1988 Teilnahme in den Olympiamannschaften der ehemaligen Sowjetunion
1992 Teilnahme in der Olympiamannschaft des Vereinten Teams
1996 33 26 7 Sergei Aschitschmin 6 3 4 2 2 2 1 1
2000 48 35 13 Raatbek Sanatbajew 8 5 6 5 2 1 1 18 2 1 1 71
2004 29 22 7 Mital Scharipow 7 2 8 1 1 1 2 6 1
2008 20 16 4 Talant Dschanagulow 5 1 5 2 1 1 3 1 1 1 2 3 64
2012 14 11 3 Dschingis Mamedow 2 4 2 1 2 1 1 1
2016 19 12 7 Erkin Adylbek Uulu 5 1 7 2 2 2
Gesamt 0 1 3 4 109

Winterspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Athleten Flaggenträger Sportarten Medaillen
Gesamt m w Biathlon Skispringen Ski Alpin Skilanglauf Gold medal.svg Silver medal.svg Bronze medal.svg Gesamt Rang
1924–1948 nicht teilgenommen
1952–1988 Teilnahme in den Olympiamannschaften der ehemaligen Sowjetunion
1992 nicht teilgenommen
1994 1 0 1 Jewgenija Roppel 1
1998 1 1 0 Alexander Tropnikow 1
2002 2 2 0 Dmitri Tschwikow 1 1
2006 1 1 0 Iwan Borisow 1
2010 2 1 1 Dmitri Trelewski 1 1
2014 1 1 0 Dmitri Trelewski 1
2018 2 2 0 Tariel Dscharkymbajew 1 1
Gesamt 0 0 0 0 -

Liste der Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldmedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bislang (Stand 2018) keine Goldmedaillen

Silbermedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin Anmerkung
Kanatbek Begalijew 2008 Peking Ringen Leichtgewicht griechisch-römisch

Bronzemedaillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Spiele Sportart Disziplin Anmerkung
Aidyn Smaghulow 2000 Sydney Judo Extraleichtgewicht
Ruslan Tümönbajew 2008 Peking Ringen Federgewicht griechisch-römisch
Basar Basargurujew 2008 Peking Ringen Leichtgewicht Freistil

Medaillen nach Sportart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportart Gold Silber Bronze Gesamt
Ringen 0 1 2 3
Judo 0 0 1 1
Gesamt 0 1 3 4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirgisistan in der Datenbank von Sports-Reference (englisch)
  • Kirgisistan auf Olympic.org - The Official website of the Olympic movement (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DW Sport News am 5. April 2017