Bundesstraße 56

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Dieser Artikel beschreibt die Bundesstraße 56 in Deutschland. Zur gleichnamigen Straße in Österreich siehe Geschriebenstein Straße.
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Bundesstraße 56 in Deutschland
Bundesstraße 56
Karte
Verlauf der B 56
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Selfkant
(51° 2′ N, 5° 53′ O)
Straßenende:: Gummersbach
(51° 0′ N, 7° 33′ O)
Gesamtlänge: ca. 150 km [1]

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Ausbauzustand: zweistreifig[2]
Bundesstraße 56 in Bonn (Kennedybrücke)
Bundesstraße 56 in Bonn (Kennedybrücke)

Die Bundesstraße 56 (Abkürzung: B 56) ist eine deutsche Bundesstraße und führt von der niederländischen Grenze bei Selfkant-Wehr über Jülich (kreuzt dort die A 44), Düren (kreuzt dort die A 4), Euskirchen (kreuzt dort die A 1) und Swisttal-Miel (kreuzt dort die A 61) nach Bonn. Dort überquert sie den Rhein (Kennedybrücke) und führt dann weiter über Sankt Augustin und Siegburg (kreuzt dort die A 3) nach Wiehl zur A 4.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brückenbauwerk bei Euskirchen

Der Ursprung der heutigen B 56 liegt in der Einführung von sogenannten „Fernverkehrsstraßen“ (FVS) durch die Weimarer Republik am 17. Januar 1932. Dabei wurde in Deutschland zum ersten Mal eine fortlaufende Nummerierung eingeführt. 1934 wurde die Straße in Reichsstraße 56 umbenannt. Ursprünglich führte sie von Aachen über Düren nach Bonn und von dort aus weiter nach Siegburg. Der Streckenabschnitt zwischen Düren und Euskirchen wurde 1835 zur Chaussee ausgebaut, der anschließende Streckenabschnitt zwischen Euskirchen und Bonn wurde zwischen 1833 und 1838 als Teilstück der Straßenverbindung von Bonn nach Schleiden (siehe auch B 269) zur befestigten Landstraße ausgebaut.

Allgemeines zum Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1970er Jahren war geplant, die Bundesstraße durch eine Autobahnverbindung zur südlichen Umfahrung des Großraumes Köln und einer direkten Verbindung des Großraumes Bonn in die Niederlande (A 56) zu ersetzen. Doch entsprechende Planungen wurden nie umgesetzt. Stattdessen blieb es bei der hauptsächlich zweistreifigen Bundesstraße.

Zwischen der B 265 bei Zülpich und der in den 1990er Jahren umgebauten Doppelanschlussstelle Euskirchen (Autobahnkreuz Euskirchen) der A 1 wurde bereits die Trasse für die A 56 gebaut, auf der heute parallel zur B 56 zusätzlich die B 56n verläuft. Im Bereich Vettweiß und Zülpich sind heute noch Brückenbauwerke in der Feldgemarkung oder Unterführungen unter vorhandenen Straßen zu sehen. Die Trassen sind nach wie vor landwirtschaftlich nicht bewirtschaftet und lassen sich auch auf Satellitenaufnahmen anhand des Verlaufs von Gemeindegrenzen nachvollziehen.

Nördlich und westlich von Siegburg wird die B 56 heute über eine autobahnähnliche Ortsumgehung (B 56n) geführt. In Alfter wurde eine Unterführung der Kreuzung mit der Bahnstrecke Bonn–Euskirchen (Voreifelbahn) gebaut, da es dort regelmäßig zu langen Rückstauungen kam. Dieser Ausbau unterstreicht die Zukunft der B 56 auf dieser Trasse.

Die B 56 ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Bonn und der Eifel. Sie erlebt durch die Berufspendler, insbesondere zwischen Bonn und Euskirchen, eine sehr hohe Verkehrsbelastung, da der ÖPNV in der Eifel unzureichend ausgebaut ist.

Zwischen Düren und Aldenhoven wurde die B 56 im Zuge des Braunkohlentagebaus Inden nach Osten verlegt. Sie verläuft nun von Düren über die Anschlussstelle Düren der A 4 bis zur Anschlussstelle Jülich-West der A 44. Diese Anschlussstelle weist bereits erhebliche Vorleistungen für den Ausbau zum Autobahnkreuz der Autobahnen A 44 und A 56 auf. Der Abschnitt von Jülich West (50° 54′ 51″ N, 6° 19′ 26″ O, hier ist deutlich das damalige geplante Autobahnkreuz zu erkennen) parallel zur A 44 bis zur Anschlussstelle Aldenhoven ist zur Landesstraße herabgestuft worden. Ursprünglich war dies ein Teilstück der B 1.

Zwischen Aldenhoven und Geilenkirchen sind inzwischen alle Ortsdurchfahrten durch Ortsumgehungen ersetzt. Die Umgehungsstraße für Geilenkirchen teilt sich die B 56 mit der B 221. Westlich von Geilenkirchen erhält die B 56 eine neue Trasse, die an die A 46 anschließt und bis zur niederländischen Grenze bei Sittard führt. Der Bau wurde am 3. Mai 2007 symbolisch durch den parlamentarischen Staatssekretär Achim Großmann und den nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Oliver Wittke begonnen. Die rund 18 Kilometer lange Trasse soll circa 68 Millionen Euro kosten. Ein erster Teilabschnitt von der niederländischen Grenze bis zur Landesstraße 410 (6 km) (ehemalige niederländische Durchgangsstraße) wurde Ende 2008 für den Verkehr freigegeben, ein weiterer Teilabschnitt bis zum Ort Vinteln (4,2 km) wurde am 22. Juli 2011 freigegeben.[3] Die Freigabe des dritten und letzten Teilabschnittes erfolgte im Mai 2017.[4] Die Strecke hat eine wechselnde 2+1-Verkehrsführung. Sie setzt die in den Niederlanden neu gebaute N 297 fort. Die alte Streckenführung über Süsterseel, Gangelt und Gillrath wird herabgestuft.

Bundesstraße 56n[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Bundesstraße 56n in Deutschland
Bundesstraße 56
Basisdaten
Betreiber: DeutschlandDeutschland Bundesrepublik Deutschland
Straßenbeginn: Grenzübergang Selfkant
(51° 2′ N, 5° 53′ O)
Straßenende:: Euskirchen
(50° 41′ N, 6° 45′ O)
Gesamtlänge: 26 km

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Ausbauzustand: dreistreifig

Die zur Ergänzung der B 56 eingerichtete Bundesstraße 56n (B 56n) führt in zwei Streckenabschnitten durch Nordrhein-Westfalen:

  • von der niederländisch-deutschen Grenze bei Sittard im Anschluss an die niederländische N 297 Richtung Osten und übergehend an der Anschlussstelle Heinsberg in die A 46.[4]
  • von Zülpich bis zum Autobahnkreuz Euskirchen an der A 1 über eine Distanz von etwa sieben Kilometern.

Planungen und Neubauvorhaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsumgehung Düren-Ost[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsumgehung Düren-Ost sieht vor, die B 56 um Düren herumzuführen, da innerhalb von Düren eine Verbreiterung der Straße von vier auf sechs Fahrstreifen nicht möglich ist. Dazu wird zwischen der Überführung des Heerwegs und der Kreuzung B 56/Eisenbahnstraße eine neue Kreuzung entstehen, die den Verkehr (von der A 4 kommend) zweistreifig zur alten B 56 führt, dreistreifig auf die B 56n Richtung Euskirchen führt und einen Linksabbiegerstreifen beinhaltet, der zum Heerweg hinunter führt. An derselben Kreuzung sind in entgegengesetzter Richtung zwei Fahrstreifen Richtung A 4, zwei Fahrstreifen Richtung ehemaliger B 56 und ein Rechtsabbiegerstreifen in Richtung Heerweg geplant.

Von dieser Kreuzung aus sieht der geplante Verlauf in Richtung Euskirchen so aus: Die B 56n wird die Bahnstrecken Düren–Linnich (inkl. des Arnoldsweilerweges), Aachen–Köln und Düren–Köln überqueren. Es wird ein Knotenpunkt mit Anschluss an die Brückenstraße folgen, worauf dann die Merzenicher Straße kreuzungsfrei überquert wird. Darauf erfolgt eine Kreuzung mit der B 264 (Kölner Landstraße). Bis hier hin wird die Strecke vierstreifig geführt; der weitere Verlauf ist zweistreifig geplant. Hier wird dann noch die Bahnstrecke Düren–Euskirchen mit Hilfe einer Brücke überquert. Es folgt eine Kreuzung mit der L 271 (Binsfelderstraße) und die Unterführung eines Wirtschaftsweges. Darauf schließt sich die B 56n südlich der Firma „Neapco“ (vormals Visteon/Ford Werke) wieder an die B 56 an, wobei eine Einmündung zur jetzigen B 56 Richtung Düren-Zentrum entstehen wird.

Die Planfeststellung ist bereits abgeschlossen, darüber hinaus ist die Ortsumgehung ins Beschleunigungsprogramm für Verkehrsprojekte der Bundesregierung aufgenommen worden. Die Kosten werden auf ca. 30 Millionen Euro veranschlagt, der Baubeginn war am 10. Dezember 2013.[5][6][7]

Nach dem symbolischen Spatenstich im Jahr 2013 soll mit den eigentlichen Bauarbeiten im Jahr 2017 begonnen werden. Ursprünglich war den Bürgern allerdings bereits im Jahr 2013 eine Fertigstellung der aus ihrer Sicht dringend notwendigen Umgehungsstraße versprochen worden.[8] Die Ostumgehung soll bis Ende des Jahres 2020 (Stand 2016) fertiggestellt werden. Das Bauvorhaben soll dabei in zwei größeren Bauabschnitten umgesetzt werden. Bis Anfang Juni des Jahres 2018 soll der erste Abschnitt bis zur Kölner Landstraße in Düren fertiggestellt und bereits für den Verkehr freigegeben werden.[9]

Ortsumgehung Soller und Frangenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 25. November 2015 begann offiziell mit einem symbolischen Spatenstich der Neubau der Ortsumgehung der östlich von Düren liegenden kleineren Ortschaften Soller und Frangenheim. Die insgesamt etwa 3,75 lange Strecke soll bis zum Ende des Jahres 2018 fertiggestellt werden. Damit sollen die bisherigen Ortsdurchfahrten auf der alten Bundesstraße 56 in Soller und Frangenheim entlastet werden. Über Kreisverkehre soll die Ortsumgehung mit der Kreisstraße 28 und der Landesstraße 33 verbunden werden. Zudem sollen landwirtschaftlich genutzte Wege und zwei kleinere Flüsse durch insgesamt fünf Brücken überquert werden.[10] Durch die Maßnahme wird die B 56n zudem westlich um den Ort Froitzheim geradlinig in Richtung Düren verlaufen, so dass die bisherige Abbiegesituation aufgrund des versetzten Verlaufs der alten B 56 nordwestlich von Froitzheim ab dem Jahr 2019 entfallen wird.

Ortsumgehung Euenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Umgehung Euenheim südlich von Euskirchen mit einem dort vorgesehenen direkten Anschluss der B 56 an die L 178 mit einer Kreuzung der B 266 ist bisher über eine Änderung des städtischen Bebauungsplans aus dem Jahr 1984 und einer damit verbundenen unverbindlichen Absichtserklärung hinaus, noch nicht konkreter weiterentwickelt worden.[11]

Ortsumgehung Euskirchen und Kuchenheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz einer bereits seit dem Jahr 2013 vollständig fertiggestellten Planung für die Ortsumgehung der B 56 nördlich von Euskirchen bis zu dem an Euskirchen angrenzenden Ort Kuchenheim wurde die neue Trasse im Jahr 2016 im Bundesverkehrswegeplan 2030 in die Kategorie weiterer Bedarf herabgestuft. Ein Baubeginn vor 2030 ist damit unwahrscheinlich.[12]

Ortsumgehung Miel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsumgehung der B 56 für den östlich von Euskirchen gelegenen Ort Swisttal-Miel ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 als vordringlicher Bedarf eingestuft worden.[13] Ein konkreter Termin für die Realisierung des Bauvorhabens ist bisher nicht absehbar.[14]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesstraße 56 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weitere zehn Kilometer wurden durch Bundesautobahnen ersetzt.
  2. St. Augustin-Menden – Siegburg-Stallberg und Wiehl – Gummersbach vierstreifig autobahnähnlich; im Stadtgebiet Düren und Bonn teilweise vierstreifig
  3. Karl-Heinz Hamacher: Ein wenig geht es nun schneller. In: Aachener Nachrichten. 22. Juli 2011, abgerufen am 31. Oktober 2011.
  4. a b B56n jetzt komplett: Östliches Teilstück für den Verkehr freigegeben. Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, 3. Mai 2017, abgerufen am 3. Mai 2017.
  5. Investitionsrahmenplan 2011–2015 (IRP). BMVI, 15. März 2012, abgerufen am 21. Januar 2016 (PDF; 5 MB).
  6. B56n: Berlin gibt grünes Licht für den Ausbau. In: Aachener Zeitung. 12. Dezember 2012, abgerufen am 8. Juni 2017.
  7. Spatenstich für Dürener Ortsumgehung B56n. In: Aachener Zeitung. 10. Dezember 2013, abgerufen am 8. Juni 2017.
  8. Jörg Abels: Bürgerinitiative fordert schnelleren Bau der B 56 n. In: Aachener Zeitung. 27. Januar 2017, abgerufen am 8. Juni 2017.
  9. Burkhard Giesen: Bauarbeiten für die Ostumgehung B 56n starten. 25. November 2016, abgerufen am 8. Juni 2017.
  10. B 56: Neubau der Ortsumgehung Soller–Frangenheim. Straßen.NRW, 25. November 2015, abgerufen am 8. Juni 2017 (Pressemitteilung).
  11. Bebauungsplan Nr. 3 „Umgehung Euenheim“. Stadt Euskirchen, 3. Mai 1984, abgerufen am 8. Juni 2017 (PDF; 205 kB).
  12. Michael Schwarz und Tom Steinicke: Bundesverkehrswegeplan Kampf um die Ortsumgehungen im Kreis Euskirchen geht weiter. In: Kölnische Rundschau. 15. April 2016, abgerufen am 8. Juni 2017.
  13. Dominik Pieper: Verkehr in Bonn und der Region – Verkehrswegeplan: Schlechte Karten für Neubauten. In: General-Anzeiger (Bonn). 16. März 2016, abgerufen am 8. Juni 2017.
  14. Umgehung für Miel – Baubeginn für Ortsumgehung unklar. In: General-Anzeiger (Bonn). 24. Juli 2014, abgerufen am 8. Juni 2017.