Lynx Motors

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Lynx Motors (International) Limited
Rechtsform Public limited company
Gründung 1968
Sitz Chandler’s Ford, Hampshire, Vereinigtes Königreich
Leitung Nigel John Forsyth, Josef Lopata, Johannes Adolf Schilcher
Branche Automobilbranche
Website www.lynxmotors.co.uk
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016
Ein Lynx D-Type, ein Nachbau des Rennsportwagens Jaguar D-Type. Zwischen 1954 und 1957 entstanden von dem Vorbild 71 Exemplare.

Lynx Motors (International) Limited, kurz Lynx Motors, ist ein britisches Unternehmen der Automobilbranche mit Sitz in Chandler’s Ford, Hampshire, dessen Produkte vielfach einen engen Bezug zu Jaguar aufweisen.[Anm. 1][1][2]

Schon seit der Gründung 1968 steht die Restaurierung, Wartung und Rennvorbereitung von Jaguar-Rennsportwagen im Mittelpunkt.[3] Bekannt ist das Unternehmen vor allem als Automobilhersteller mit hochwertigen Nachbauten von verschiedenen Jaguar-Rennsportwagen. Unter dem Markennamen Lynx entstehen im Stil einer Manufaktur seit 1972[4] technisch modernisierte, zumeist für den öffentlichen Straßenverkehr zulassungsfähige Nachbauten des Jaguar D-Type, seit den 1990er-Jahren auch der Modelle XK-SS, C-Type und E-Type Lightweight.

Im Laufe von fast fünf Jahrzehnten änderten sich mehrfach die Eigentumsverhältnisse an dem Unternehmen und dessen Sitz sowie in unterschiedlichem Umfang auch der Firmenname, Lynx blieb jedoch stets im englischen Süden ansässig.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge unter Black und Ludgate ab 1968[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Lynx XKSS, ein Nachbau des Jaguar XK-SS. Im Jahr 1957 entstanden von dem Vorbild 16 Exemplare aus übrig gebliebenen Teilen des D-Type.

Das Unternehmen wurde 1968 von Guy Black und Roger Ludgate gegründet. In den ersten Jahren spezialisierte sich Lynx auf Reparatur, Wartung und Tuning von Sport- und Rennwagen,[3] vor allem von Jaguar C-Type- und D-Type-Modellen. Im Jahr 1972 begann das Unternehmen damit, einen ersten D-Type unter Verwendung von Rahmen- und Fahrwerkskompenten des E-Type vollständig neu aufzubauen; das gegen 1974 fertiggestellte Fahrzeug debütierte 1975 auf einer englischen Fachmesse als Lynx D-Type.[4] Parallel war Lynx im Auftrag von Jaguar an der Weiterentwicklung des E-Type beteiligt, sowohl mit Ingenieurleistungen,[3] als auch dem Aufbau von Vorserienfahrzeugen. Hinzu kamen Umbauten von Jaguar-Serienfahrzeugen im Auftrag privater Kunden. Ab 1980 bildeten Umbauten auf Basis des Jaguar XJ-S das wirtschaftliche Hauptstandbein des Unternehmens, zunächst als Spyder genanntes Vollcabriolet, ab 1983 als Eventer genannter Shooting Break. Ab 1982 kam verstärkt optisches Tuning hinzu, ab 1986 Cabriolet-Umbauten auch von Modellen anderer Hersteller. Ab 1990 bot das Unternehmen den Lynx XKSS als hochwertigen Nachbau des Straßensportwagens Jaguar XK-SS an.

Anfang der 1980er-Jahre durchlief das Unternehmen einige strukturelle Veränderungen. So firmierte es 1980 noch unter Lynx Motor Co. mit Sitz in Northiam nahe Rye in East Sussex.[5] Im Folgejahr trat die rechtlich eigenständige Lynx Replica Sales Ltd. mit Sitz im vornehmen Londoner Stadtteil Kensington in Erscheinung.[6] Für 1982 übernahm die Lynx Sales Ltd. mit neuen Büro- und Ausstellungsflächen – erneut in Kensington – Organisation und Verkauf, während sich die Lynx Engineering Ltd. um die Produktion kümmerte.[7] Für 1983 wurden beide Unternehmen in St Leonards-on-Sea bei Hastings in East Sussex als Lynx Motor Co. Ltd. zusammengelegt;[8] dort sollte das Unternehmen für die folgenden 27 Jahre ansässig bleiben. Seit 1988 firmierte das Unternehmen schließlich als Lynx Cars Limited und bezog neue Räume in derselben Straße.[9]

Von 1981 bis einschließlich 1985 waren Lynx-Fahrzeuge auch auf dem bundesdeutschen Markt erhältlich; ein freier Importeur in Merzalben vertrieb sie zusammen mit Fahrzeugen der britischen Marken MG und Triumph sowie zeitweilig auch TVR, Kougar und dem argentinischen Crespi.[10][11]

Die Fortführung unter Mayston-Taylor ab 1992[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein neu aufgebauter Jaguar E-Type Lightweight mit Fließheck, wie ihn insbesondere Peter Lindner 1964 fuhr. Nachfertigungen dieses Modells nahm Lynx 1994 in das reguläre Angebot auf.

Im März 1992 wurde der Betrieb von John Mayston-Taylor übernommen. Der Automobilenthusiast, der selbst hochwertige klassische Automobile sammelt und restauriert, führte Lynx Cars Limited zunächst als Teil eines anderen Unternehmens weiter, dem erfolgreichen, im Familienbesitz befindlichen und seit 1949 bestehenden Holzhandel C.H.Davis & Co. Limited. Ab 1995 nutzte er für die Automobilsparte die Firmierung Lynx Motors International Limited. Die volle rechtliche Verselbständigung erfolgte unter diesem Namen jedoch erst Ende März 2000, als die Sparte aus dem alteingesessenen Handelsunternehmen wieder ausgegliedert wurde.[12]

Unter der Führung von Mayston-Taylor konzentrierte sich das Unternehmen wieder stärker auf die früheren Standbeine mit Jaguar-Bezug. So entstanden bei Lynx auf Bestellung weitere Neuwagen als Einzelstücke im klassischen Stil; neben dem Lynx D-Type und dem XKSS rückten ab 1994 hochwertige Nachfertigungen des E-Type Lightweight in das Lieferprogramm, wahlweise als Fließheck-Coupé, wie es der 1964 tödlich verunglückte deutsche Jaguar-Rennfahrer Peter Lindner einsetzte, oder als Roadster mit Hardtop. Ferner wurden im Modelljahr 1995 erstmals vollständige Nachbauten des Jaguar C-Type erwähnt.[13] Weitere Unternehmensschwerpunkte blieben der Eventer-Umbau sowie die Restaurierung hochwertiger Automobile, vor allem älterer Jaguar. Daneben wurden Ersatzteile nachgefertigt sowie einzelne Fahrzeuge im Kundenauftrag technisch und optisch individualisiert. Im Jahr 2009 endete die Lynx-Produktion unter Mayston-Taylor.[14] Es bestehen Anhaltspunkte dafür, dass die Fertigung von kompletten Neuwagen bereits seit Ende 2005 ruhte; Ursachen waren die hohen Kosten für die detailgetreuen Nachbauten und die dadurch vorübergehend fehlende Nachfrage.

Die Fortführung unter Forsyth ab 2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab April 2009 existierte die Lynx Motors International Limited unter maßgeblicher Führung von Nigel John Forsyth;[15] er hatte die Marken- und Namensrechte an Lynx Motors sowie die Fertigungsgerätschaften und Materialien übernommen. Die detailgetreuen Nachbauten der älteren Jaguar-Modelle waren wieder als Neuwagen erhältlich und auch Restaurierungen von Originalfahrzeugen sowie die Nachfertigung von Ersatzteilen wurde zunächst fortgeführt. Parallel leitete Forsyth das Unternehmen Proteus Sports & Racing Cars Limited,[16] das bis heute Nachbauten anderer Renn- und Sportwagen anbietet. Als die Nachfrage nach den Lynx-Nachbauten Anfang der 2010er-Jahre erneut zurückging, brachte Lynx die Neuwagenferigung erneut zum Ruhen und verkaufte um 2013 Teile des Inventars, teils an Jaguar, teils an Sammler und Automobilliebhaber.

Die Fortführung in britisch-tschechisch-deutscher Kooperation ab 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lynx C-Type von 2015

Seit Oktober 2014 besteht eine neue Gesellschaft namens Lynx Motors (International) Limited.[17] Forsyth brachte die Marken- und Namensrechte in das neue Unternehmen ein, das die Produktion der früheren Modelle weiterführt. Die weiteren Direktoren sind der Tscheche Josef Lopata sowie der bislang vornehmlich in Deutschland und Tschechien aktive Johannes Adolf Schilcher.[17] Ab 2014 bietet Lynx Motors wieder weitgehend originalgetreue Nachbauten des Jaguar C-Type, D-Type, XKSS und E-Type Lightweight als Neuwagen an. Hinzu kommen Fahrzeugrestaurierungen, vor allem für originale Jaguar, ältere Lynx, aber auch Porsche und Maserati.

Die Karosserien der Neuwagenmodelle werden weiterhin in England in aufwendiger Handarbeit aus Leichtmetallblechen geformt und analog den Originalen vernietet. Zeitintensive Arbeiten zum Innenausbau erfolgen seit 2014 in Tschechien, die Zulassung für den europäischen Markt hingegen über den deutschen TÜV.[2] Für den britischen Markt läuft der Vertrieb exklusiv über das Handelsunternehmen Hofmann’s of Henley, ansonsten unmittelbar über den Hersteller.[2] Eines der ersten Neufahrzeuge nach der Umstrukturierung 2014 war ein Lynx XKSS; der Vorführwagen war Gegenstand eines Fahrberichts in der britischen Fachzeitschrift Classic & Sports Car, Ausgabe Mai 2015.[2]

Fahrzeuge von Lynx[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Replicas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1974 – mit zeitweiligen Unterbrechungen – stellt Lynx lizenzierte Replicas unterschiedlicher Renn- und Sportwagen von Jaguar her. Die Lynx-Fahrzeuge entsprechen äußerlich bis ins Detail den Originalen. Der kleinste Niet sitzt genau am gleichen Platz wie beim Original. Wegen ihrer Authentizität waren und sind die Lynx-Modelle im Kreis der Jaguar-Enthusiasten sehr begehrt. Eine Lynx-Replica kostete in etwa 140.000 bis 180.000 Euro.

  • Der Lynx D-Type ist ein Nachbau des Jaguar D-Type. Das Modell wurde 1974 auf der Racing Car Show in London erstmals vorgestellt. Insgesamt entstanden über 50 dieser Fahrzeuge, fünf davon entsprechen dem vom D-Typ abgeleiteten Jaguar XK-SS.
  • Der Lynx C-Type ist ein Nachbau des Jaguar C-Type.
  • Ferner ergänzte der auch aktuell wieder angebotene E-Type Lightweight das Lieferprogramm, ein Nachbau des gleichnamigen Rennsportwagens von Jaguar.

Der Antrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allen Modellen gemeinsam sind die traditionellen Sechszylinder-Reihenmotoren von Jaguar, die von Lynx je nach Einsatzzweck überarbeitet werden. Zur Wahl stehen Versionen mit 3,4, mit 3,8 und 4,2 Liter Hubraum und jeweils drei Weber-Vergasern. Die Motoren des C-Type erhalten spezielle, dem historischen Original nachempfundene Zylinderköpfe und Abgaskrümmer, bei den übrigen Modellen besteht die Wahl zwischen einer herkömmlichen Druckumlauf- und einer besonders für den Motorsport geeigneten Trockensumpfschmierung. Bei der Kraftübertragung besteht die Wahl zwischen einem traditionellen 4-Gang- und einem modernen 5-Gang-Schaltgetriebe sowie drei unterschiedlich langen Endübersetzungen.[2]

Nach dem Stand von 2016 wird üblicherweise, wie schon zuvor, der 4,2-Liter-Motor eingesetzt, der in der Serienversion 274 PS/201 kW bei 4500 Umdrehungen pro Minute leistet und ein Drehmoment von 410 Nm bei 4000 Umdrehungen pro Minute erbringt.[2]

Karosserien und Fahrwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karosserien aller Modelle bestehen aus handbearbeitetem Leichtmetallblech. Beim C-Type ruht sie auf einem Gitterrohrrahmen, der ebenso wie die Radaufhängungen dem historischen Original entsprechend nachgefertigt wird. Die übrigen Modelle haben eine zentrale, selbsttragende Struktur aus Leichtmetallblechen, die mit den Längsträgern sowie dem vorderen und hinteren Hilfsrahmen eines Jaguar E-Type versehen werden. Bei den Modellen Lynx-D-Type und XKSS verlängert sich der Radstand dadurch gegenüber den historischen Vorbildern um 20 auf 2440 Millimeter. Die vorderen und hinteren Radaufhängungen stammen auch für diese beiden Modelle vom E-Type; diese Lynx-Nachbauten haben daher, abweichend vom historischen Vorbild mit hinterer Starrachse, eine hintere Einzelradaufhängung mit besserem Fahrverhalten und höherem Komfort.

Bei der Karosserie des D-Type bestehen verschiedene Wahlmöglichkeiten. Sie ist entsprechend den Originalen als short-nose- und long-nose-Variante mit einer unterschiedlich langen Frontpartie erhältlich, ferner mit oder ohne die markante Heckfinne hinter dem Fahrersitz sowie mit durchgehender Windschutzscheibe oder einer kleinen Rennscheibe nur für den Fahrer.[2]

Umbauten zeitgenössischer Jaguar-Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Mitte der 1970er-Jahre beschäftigte sich Lynx zudem mit der Herstellung von Sonderaufbauten für zeitgenössische Jaguar-Modelle.

Jaguar XJ-C Cabriolet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1977 wandelte Lynx auf Kundenwunsch ein Jaguar XJ-C Coupé in ein viersitziges Cabriolet um. Das Fahrzeug sollte ursprünglich ein Einzelstück bleiben; angesichts der Kundenreaktionen konnte Lynx allerdings die Auflage einer Kleinserie realisieren. Später konzentrierte sich das Unternehmen auf den Jaguar XJS. Cabriolet-Umbauten des XJ-C wurden daraufhin bis in die 1980er-Jahre hinein von dem Konkurrenzunternehmen Ladbroke Avon durchgeführt.

Lynx XJS Spyder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits kurz nach der Markteinführung des Jaguar XJS entwickelte Lynx eine Vollcabriolet-Version dieses Modells, die unter dem Namen Lynx XJS Spyder in größeren Stückzahlen verwirklicht wurde. Die Einführung des Sicherheitscabriolets Jaguar XJ-SC, das einen fest stehenden Überrollbügel und ein festes Dachteil über den Vordersitzen hatte, beeinträchtigte die Produktion des Lynx Spyder nicht. Erst als Jaguar 1988 werksseitig eine Ausführung des XJS als Vollcabriolet auf den Markt brachte, reduzierte Lynx die Produktion des eigenen Modells. In den folgenden Jahren wurden nur noch einzelne ältere Coupés auf Kundenwunsch nachträglich in Cabriolets umgewandelt.

Lynx Eventer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lynx Eventer
Heckansicht des Lynx Eventer mit der Heckscheibe des Citroën Ami 8.

Der Lynx Eventer war das erfolgreichste eigenständige Modell von Lynx Motors. Es war der Umbau des Jaguar XJS in ein Kombicoupé mit langem Laderaum und großer Heckklappe; das Modell stand auf dem britischen Markt in der Tradition der Shooting Brakes. Das Auto entsprach bis zur B-Säule dem serienmäßigen XJS-Coupé. Dahinter fügte Lynx eine eigenständige, hoch auslaufende Dachkonstruktion an. Die langen Seitenfenster zwischen B- und C-Säule wurden eigens für Lynx angefertigt. Die Heckscheibe stammte dagegen vom Citroën Ami 8.[18] Lynx änderte außerdem die Lage und die Form des Tanks und installierte im Fond zwei Einzelsitze, deren Lehnen geteilt umklappbar sind. Die Rücksitze wurden im Vergleich zum Basisfahrzeug um 10 Zentimeter nach hinten versetzt, woraus eine größere hintere Beinfreiheit resultiert.[19] Der Kofferraum ist mit aufrecht stehenden Rücksitzen 1188 mm, mit heruntergeklappten Rücksitzen 1880 mm lang. Das Ladevolumen beträgt 681 Liter bzw. 1103 Liter.[20] Die Umbaukosten beliefen sich im Jahr 1994 auf 19.500 £[19], drei Jahre später wurden bereits 29.500 £ berechnet.[21]

Bis zur Einstellung des XJS produzierte Lynx insgesamt 67 Eventer. Dabei griff das Unternehmen in erster Linie auf fabrikneue Ausgangsfahrzeuge zurück; daneben wurden aber auch ältere gebrauchte Fahrzeuge auf Kundenwunsch nachträglich umgebaut. In einzelnen Fällen erhielten dabei Coupés, die in den 1980er-Jahren hergestellt worden waren, zeitgleich mit dem Umbau ein sogenanntes Upgrade, d. h., ihnen wurden nachträglich die Stoßstangen und die breiten verdunkelten Rücklichter der letzten XJS-Serie angepasst. Auch nach 1997 wurden noch einzelne XJS-Coupés in Eventer-Modelle umgebaut. Der letzte Umbau erfolgte 2002.[22]

Der deutsche Jaguar-Tuner Arden Automobilbau bot mit dem AJ3 kurzzeitig einen als Station Car bezeichneten leistungsgesteigerten Nachbau des Lynx Eventer an. Nach Urheberrechtsstreitigkeiten wurde das Angebot zurückgezogen, vermutlich wurden nur 2 Wagen produziert.

Ein weiterer Betrieb, der den Lynx Eventer kopierte, waren die Ateliers Réunis in Frankreich. Aus ihrer Werkstatt stammen fünf bis zehn weitere Nachbauten, alle linksgelenkt.

Die Düsseldorfer Royal Motors boten den originalen Lynx Eventer unter eigenem Label als Royal Motors – Las Vegas an. Die Fahrzeuge wurden schon als Linkslenker bei Lynx bestellt und zusätzlich besonders luxuriös ausgestattet. Zwei oder drei Wagen wurden in Deutschland verkauft.

Lynx Eventer Meeting in St. Leonards on the Sea im Oktober 2012

Im Jahr 2012 fand zum 30. Geburtstag der Baureihe ein erstes Eventer-Treffen an der alten Produktionsstätte in St. Leonards on the Sea statt. 16 Fahrzeuge aus ganz Europa nahmen teil.

Weitere von Lynx hergestellte, umgebaute und restaurierte Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Markennamen Lynx entstanden weitere Automobile: Der Lynx Turbo Aston Martin Virage erhielt einen mittels Turbolader leistungsgesteigerten Motor mit 730 PS/537 kW. Der Lynx Performer war ein Jaguar XJ-S mit Turboaufladung und 456 PS/336 kW. Der Lynx Twin Turbo Jaguar S-Type hat einen doppelt aufgeladenen Motor in einer optisch weitgehend unveränderten Karosserie von Mitte der 1960er-Jahre. Der Lynx Porsche 928 Convertible war ein Cabrioletumbau auf Basis des Porsche 928.[2]

Im Laufe der Jahrzehnte wurden bei Lynx Motors zahlreiche Automobile umfangreich restauriert. Wegen ihrer automobilhistorischen Bedeutung und Seltenheit beziehungsweise ihrem wirtschaftlichen Wert oder dem ungewöhnlichen Umfang der Restaurierung erhielten viele einen gesonderten Artikel in diversen Fachzeitschriften, darunter ein von Lynx restaurierter Aston Martin DB4 GT, ein Ford GT40, ein Jensen, der in Fachkreisen bekannte Rennwagentransporter der Ecurie Ecosse, ein Tojero-Jaguar, ein Jaguar S.S.100, ein Ferrari 250 GT Lusso sowie ein Ferrari 275 GTB/4. Das aktuelle Angebot umfasst darüber hinaus die Restaurierung von Fahrzeugen der Marken Porsche, Maserati und Lamborghini.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Steve Hole: A–Z of Kit Cars. The definitive encyclopaedia of the UK’s kit-car industry since 1949. Haynes Publishing, Sparkford 2012, ISBN 978-1-84425-677-8, S. 153 (englisch).
  • Coming Through – Future Classics: The Lynx Eventer. In: Classic and Sports Cars, Heft 10/1994, S. 226.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lynx Motors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eintrag zu dem Unternehmen Lynx Motors (International) Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).
  2. a b c d e f g h i Webseite des Unternehmens Lynx Motors (International) Limited, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).
  3. a b c Bernd Ostmann (Chefredakteur): Auto motor und sportAuto Katalog 2011. 54. Jahresausgabe 2010/2011. Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 273.
  4. a b Rudolf Heitz (Geschäftsführender Redakteur): Auto Katalog 1984. 27. Ausgabe Jahrgang 83/84, Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 88.
  5. Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1980. 23. Ausgabe Jahrgang 1979/80. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 81.
  6. Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1981. 24. Ausgabe Jahrgang 80/81. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 85.
  7. Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1982. 25 Ausgabe Jahrgang 81/82. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 90.
  8. Rudolf Heitz (Geschäftsführender Redakteur): Auto Katalog 1983. 26. Ausgabe Jahrgang 82/83. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 89.
  9. Ferdinand Simoneit (Redaktionsdirektor): Auto Katalog 1988. 31. Ausgabe Jahrgang 1987/88. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 108.
  10. Klaus Freund (Chefredakteur): Auto Katalog 1981. 24. Ausgabe Jahrgang 80/81. Vereinigte Motor-Verlage GmbH Co. KG, Stuttgart, S. 262.
  11. Rudolf Heitz (Geschäftsführender Redakteur): Auto Katalog 1985. 28. Ausgabe Jahrgang 1984/85. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S. 279.
  12. Eintrag zum Unternehmen Mayston-Taylor & Company Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).
  13. Helmut Luckner (Herausgeber): Auto Katalog 1995. 38. Jahresausgabe 1994/1995. Vereinigte Motor-Verlage GmbH & Co. KG, Stuttgart, S.268.
  14. Steve Hole: A–Z of Kit Cars. The definitive encyclopaedia of the UK’s kit-car industry since 1949. Haynes Publishing, Sparkford 2012, ISBN 978-1-84425-677-8, S. 153 (englisch).
  15. Eintrag zu dem Unternehmen Orthosie Limited, vormals Lynx Motors International Limited, im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).
  16. Eintrag zu dem Unternehmen Proteus Sports and Racing Cars Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2016 (englisch).
  17. a b Eintrag zu dem Unternehmen Lynx Motors (International) Limited im britischen Handelsregister, abgerufen am 7. März 2017 (englisch).
  18. XJS Eventer. In: Classic & Sports Car. Juli 2010, S. 266 (Im Bericht wird behauptet, die Heckscheibe stamme von dem „Citroën Ami 6 Super Deluxe“. Das dürfte unzutreffend sein. Ein solches Fahrzeug gab es nicht. Richtig dürfte sein, dass es ein Ami 8 war. Der Neigungswinkel seiner C-Säule entspricht annähernd der des Lynx Eventer, während die Heckscheibe des Ami 6 nach innen geneigt war und stark abgerundete Ecken aufwies, die beim Eventer nicht zu erkennen sind.).
  19. a b XJS Eventer. In: Classic & Sports Car. Oktober 1994, S. 226.
  20. Werksangaben im Verkaufsprospekt
  21. Preisliste des Werks vom April 1997.
  22. Beschreibung des Lynx Eventer im Kapitel „Jaguar XJS“ bei www.austin-rover.co.uk

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bereits der Name des Unternehmens stellt eine Parallele zu Jaguar dar: Hier wie dort wurde eine Katze als Namensgeber herangezogen. Lynx ist das englische (und lateinische) Wort für Luchs.