Bayern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bayern (Begriffsklärung) aufgeführt.
Freistaat Bayern
Staatsflagge Bayerns
Berlin Bremen Bremen Hamburg Niedersachsen Bayern Saarland Schleswig-Holstein Brandenburg Sachsen Thüringen Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Baden-Württemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Schweiz Bodensee Österreich Luxemburg Frankreich Belgien Tschechien Polen Niederlande Dänemark Bornholm (zu Dänemark) Stettiner Haff Helgoland (zu Schleswig Holstein) Nordsee OstseeKarte
Über dieses Bild
Staatsflagge Bayerns
Flagge
Bayerisches Staatswappen
Wappen
Landeshymne: Bayernhymne
Sprache: Deutsch
Landeshauptstadt: München
Fläche: 70.551,57 km²
Einwohnerzahl: 12,604 Mio. (30. November 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 179 Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote: 3,5 % (Juni 2014)[2]
Gründung: 8. Dezember 1946
Staatsform: parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland
Schulden: (inkl. Gemeinden) 41,649 Mrd. EUR [3](31. Dezember 2012; exkl. Gemeinden) 27,731 Mrd. EUR (31. Dezember 2012) [4]
ISO 3166-2: DE-BY
Website: www.bayern.de
Politik
Regierungschef: Horst Seehofer (CSU)
Regierende Parteien: CSU
Sitzverteilung im Landesparlament: CSU 101
SPD 42
FW 19
Grüne 18
Letzte Wahl: 15. September 2013
Nächste Wahl: Herbst 2018
Bundesratsstimmgewicht: 6
Topografische Karte Bayern.tif
Bavaria relief location map.jpg
Grenzbeschilderung: Bundesrepublik Deutschland innerhalb der Europäischen Union („Schengen-Grenze“) und Freistaat Bayern innerhalb der Bundesrepublik Deutschland

Der Freistaat Bayern (Abkürzung BY) ist ein Land im Südosten der Bundesrepublik Deutschland. Bayern ist das flächengrößte deutsche Land und steht nach der Einwohnerzahl hinter Nordrhein-Westfalen an zweiter Stelle. Im Süden und Südosten grenzt Bayern an Österreich, im Osten an Tschechien, im Westen an Baden-Württemberg, im Nordwesten an Hessen, im Norden an Thüringen und im Nordosten an Sachsen. Die Landeshauptstadt Bayerns ist München in Oberbayern. Die Bezeichnung Freistaat trägt Bayern seit seiner Ausrufung im November 1918 als ein monarchiefreier Staat.

Bayern liegt im oberdeutschen Sprachraum. Traditionell gliedert es sich in die drei Landesteile Franken (heute die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken), Schwaben (gleichnamiger Regierungsbezirk) und Altbayern (Regierungsbezirke Oberpfalz, Ober- sowie Niederbayern).

Geografie

Landschaft in den Bayerischen Alpen: Ramsau bei Berchtesgaden, im Hintergrund die Reiteralpe

Gebiet

Das Staatsgebiet Bayerns erstreckt sich von 47° 16′ bis zu 50° 34′ nördlicher Breite und von 8° 58′ bis 13° 50′ östlicher Länge. Der südlichst gelegene Ort in Bayern ist Einödsbach, der westlichste Großwelzheim[5], der nördlichste Weimarschmieden und der östlichste Ort ist Breitenberg. Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ist der Ortszeit an der äußersten Westgrenze des Landes um 24 Minuten und 8 Sekunden, an der äußersten Ostgrenze um 4 Minuten und 40 Sekunden voraus.[6]

Landschaften

Bayern liegt in Süddeutschland und umfasst:

Die niedrigste Stelle von Bayern ist mit 100 m der Wasserspiegel des Mains in Kahl am Main (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der Zugspitze (2962 m), des höchsten deutschen Berges im Wettersteingebirge (Landkreis Garmisch-Partenkirchen).

Flächennutzung

Der überwiegende Teil der Fläche, 84,2 %, wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. 11,5 % sind Siedlungs- und Verkehrsflächen.[6]

Flächennutzung
31. Dezember 2012
Fläche
(km²)
 %
Landwirtschaftsfläche 34.703 49,2 %
Waldfläche 24.732 35,1 %
Gebäude und Freifläche
(einschl. Friedhöfe)
4.207 6,0 %
Verkehrsfläche 3.400 4,8 %
Wasserfläche 1.446 2,0 %
Flächen anderer Nutzung
(ohne Friedhöfe)
1.394 2,0 %
Erholungsfläche 391 0,6 %
Abbauland 153 0,2 %
Betriebsfläche ohne Abbauland 124 0,2 %

Gewässer

Hauptfluss ist die Donau, die bei Passau nach Österreich übertritt. Ihre größeren Nebenflüsse sind (von Westen):

Die vier ersteren entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Der Inn führt (wegen des langen Oberlaufs) bei seiner Mündung in Passau meist etwas mehr Wasser als die Donau. Auch der Lech übertrifft zeitweise die Donau.

Der größte Teil Frankens wird durch den Main und seine Nebenflüsse (Regnitz und Tauber von links, die Fränkische Saale von rechts) nach Westen in den Rhein entwässert. Im Nordosten Oberfrankens entspringen die linken Nebenflüsse der Elbe Sächsische Saale und Eger.

Siehe auch: Liste der Flüsse in Bayern und Liste der Seen in Bayern

Klima

Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten ins Kontinentalklima über. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter null Grad Celsius, die Westwinde bringen durchschnittlich 700 mm Niederschlag, im Nordstau der Alpen lokal bis 1800 mm pro Jahr. Die mittlere Sonnenscheindauer beträgt etwa jährlich 1600 bis 1900 Stunden.[7]

 Commons: Klimadiagramme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Grenzen

Heute problemlos überschreitbare Grenze Bayerns nach Sachsen (links) und in die Tschechische Republik (hinten) am ehemaligen Dreiländereck Bundesrepublik Deutschland – DDRČSSR

Die Landesgrenze Bayerns ist insgesamt 2705 km lang. Bayern grenzt, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn an:

Angrenzende Bundesländer und Staaten Grenzlänge
Baden-Württemberg 829 km
Hessen 262 km
Thüringen 381 km
Sachsen 41 km
Tschechien (Regionen Karlsbad, Pilsen und Südböhmen) 357 km
Österreich (Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg*) 816 km
Schweiz (Kanton St. Gallen*) 19 km
* Der Grenzverlauf im Bodensee ist nicht festgelegt

Bis 1990 bildete die Grenze zu Thüringen, Sachsen und Tschechien einen Abschnitt des Eisernen Vorhangs, die durch Grenzsicherungsanlagen praktisch physisch unüberwindbare Grenze zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt.

Nicht zum bayerischen Staatsgebiet und daher auch nicht zum deutschen Bundesgebiet gehören die in Österreich gelegenen Saalforsten, die im privatrechtlichen Eigentum des Freistaates Bayern stehen. Andererseits gehört der Egerer Stadtwald, der historisch zur böhmischen Stadt Cheb/Eger gehört, zum bayerischen Staatsgebiet und wird von einer Stiftung verwaltet.

Geschichte

Wappen des Königreichs Bayern
Das bairische Stammesherzogtum
im 8. Jahrhundert

Siehe auch: gesonderte Geschichte des Landesteils Franken

Die heute allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit „y“ geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern, vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die vorher geltende Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Diese Anordnung des Königs und seine Vorschrift des „griechischen“ Ypsilons steht im Zusammenhang mit dem Philhellenismus. Bis dahin wurde der Landesname üblicherweise mit „i“ geschrieben, wenngleich es auch ältere Belege mit einem „y“ gibt.

Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns südlich der Donau Teil des Römischen Reiches. Nach Zusammenbruch der römischen Herrschaft bildete sich das Volk der Bajuwaren. Vermutlich haben sich die Bajuwaren aus verschiedenen Volksgruppen gebildet:

  • aus Resten der keltischen Bevölkerung
  • aus einheimischen Römern
  • aus alemannischen, fränkischen bzw. thüringischen, ostgotischen und langobardischen Volkssplittern
  • aus germanischen Söldnern der römischen Grenztruppen

Es wird von einer Stammesbildung der Bajuwaren im eigenen Land, also dem Land zwischen Donau und Alpen ausgegangen.[8]

Hauptartikel: Bajuwaren

Seit 555 n. Chr. ist die Existenz eines bairischen Stammesherzogtums mit Sitz in Freising und Regensburg unter den Agilolfingern belegt, das unter den Merowingern Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs Austrasien wurde. Der Sieg Karls des Großen über den Bayernherzog Tassilo III. 788 markiert das Ende des sogenannten Älteren Stammesherzogtums. Seit 788 bis zum Beginn des 10. Jahrhunderts gab es keinen baierischen Herzog. Die Karolinger regierten als bayerische Könige oder Unterkönige und setzten zur Herrschaftsausübung bisweilen Statthalter (Präfekten) ein.

Hauptartikel: Liste der Herrscher Bayerns

Der Niedergang der Karolinger ermöglichte ein Wiederaufleben der Eigenständigkeit der bayerischen Herzöge im sogenannten Jüngeren Stammesherzogtum. Nach Ende der Herrschaftsperiode der Karolinger kam es erneut dazu, dass die Eigenständigkeit der einzelnen Gebiete allmählich erstarkte. Unterstützt wurde dies durch die Bedrohung von außen durch die Ungarneinfälle ab etwa 862. Markgraf Luitpold von Bayern fiel 907 in der Schlacht von Pressburg in einer Niederlage gegen die Ungarn, jedoch wird das Datum durch den Antritt seines Sohns Arnulf I. als Herzog von Bayern gleichzeitig als Beginn des jüngeren baierischen Stammesherzogtums gesehen. Nach dem Sieg in der Schlacht auf dem Lechfeld erfolgte eine zweite Welle baierischer Ostsiedlung mit Gewinn von Gebieten im heutigen Niederösterreich, Istrien und der Krain. Der Streit mit den Ottonen führte jedoch wieder zu einer starken Abhängigkeit vom deutschen Königtum. 976 wurde der Südosten Bayerns als Teil eines neu geschaffenen Herzogtums Kärnten abgetrennt. Zusätzlich regierte das Geschlecht der Babenberger in der Marcha Orientalis (Ostarrichi) zunehmend unabhängiger vom bayerischen Herzog. Ab 1070 kam es unter den Welfen zu einem Wiedererstarken der Macht der bayerischen Herzöge. 1180 stürzte Friedrich I. Barbarossa auf Betreiben der Fürsten Herzog Heinrich der Löwe, den Herzog von Bayern und Sachsen. Das Herzogtum Bayern wurde durch die Abtrennung der Steiermark und der andechsischen Markgrafschaft Istrien weiter verkleinert.

Von 1180 bis 1918 wurde Bayern als Territorialherzogtum von den Wittelsbachern regiert. Es erlebte von 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in Einzelherzogtümer. In einer kurzen Zeit der Wiedervereinigung erlangte Ludwig IV. 1328 als erster Wittelsbacher die Kaiserwürde, was für Bayern einen neuen Höhepunkt der Macht bedeutete. Im Hausvertrag von Pavia von 1329 teilte er den Besitz in eine pfälzische Linie mit der Rheinpfalz und der später so genannten Oberpfalz und in eine altbayerische Linie auf. Die von ihm neu hinzugewonnenen Gebiete Brandenburg, Tirol, die niederländischen Provinzen Holland, Seeland und Friesland sowie der Hennegau gingen jedoch unter seinen Nachfolgern sehr bald wieder verloren. Tirol fiel 1363 an die Habsburger, Brandenburg 1373 an die Luxemburger. Mit der Goldenen Bulle 1356 ging die Kurfürstenwürde für die altbayerische Linie an die Pfalz verloren.

1429 wurde nach dem Aussterben der Linie Straubing-Holland das Herzogtum Bayern-Straubing unter die Linien München, Ingolstadt und Landshut aufgeteilt. 1447 fiel Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut, das seinerseits 1503 im Landshuter Erbfolgekrieg von Bayern-München gewonnen wurde. Durch das Primogeniturgesetz von 1506 fanden die Landesteilungen ein Ende.

In der Gegenreformation nahm Bayern eine führende Stellung ein und ging aus dem Dreißigjährigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum Kurfürstentum hervor: 1620 besiegten die Truppen der Katholischen Liga unter Führung des bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag die Protestanten. Anschließend ließ Tilly die Pfalz besetzen. Zum Dank erhielt Maximilian I. 1623 die Kurfürstenwürde und 1628 die von ihm besetzte Oberpfalz als Kriegsentschädigung. Während des Spanischen und Österreichischen Erbfolgekrieges und im Zuge der Großmachtpolitik Maximilians II. und seines Sohnes Karl Albrecht wurde das absolutistische Bayern vorübergehend von Österreich besetzt. 1705 erhob sich das bayerische Volk gegen die kaiserliche Besatzung. Die bayerische Volkserhebung umfasste weite Gebiete Niederbayerns, das Innviertel und das östliche Oberbayern. Ein Landesdefensionskongress tagte im Dezember 1705 im damals noch bayerischen Braunau am Inn. Erst die Schlacht von Aidenbach am 8. Januar 1706 endete mit der völligen Niederlage der Volkserhebung. Nach dem Aussterben der altbayerischen Linie der Wittelsbacher entstand 1777 das Doppel-Kurfürstentum Kurpfalz-Bayern unter der Regentschaft des Kurfürsten Karl Theodor aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher.

Königreich Bayern 1815

Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch Säkularisation und Mediatisierung große Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen Salzburg, Tirol, Vorarlberg sowie das Innviertel vorübergehend an Bayern. Im Frieden von Pressburg, der am 26. Dezember 1805 zwischen Frankreich und dem deutschen Kaiser Franz II. abgeschlossen wurde, wurde das mit Napoleon verbündete Bayern zum Königreich proklamiert. König Maximilians Minister Maximilian Graf von Montgelas gilt dabei als Schöpfer des modernen bayerischen Staates. Das neue Königreich beseitigte alle Relikte der Leibeigenschaft, die das alte Reich hinterlassen hatte. Durch das Religionsedikt von 1803 wurden alle drei christlichen Bekenntnisse gleichberechtigt – Katholiken, Reformierte und Lutheraner. 1807 wurden die ständischen Steuerprivilegien abgeschafft. 1805 wurden alle erblichen und käuflichen Ämter durch die große Dienstespragmatik abgeschafft. Das Münchner Regulativ von 1805 und das Juden-Edikt von 1813 gewährte den Israeliten im neuen Bayern erste Freiheiten. Am 27. August 1807 führte Bayern als erstes Land der Welt eine Pockenimpfung ein. 1812 wurde die bayerische Gendarmerie gegründet. Durch ein neues Strafgesetzbuch, das Anselm von Feuerbach entworfen hatte, wurde 1813 die Folter abgeschafft.

Das Fürstentum Ansbach fiel 1806 durch einen von Napoleon erzwungenen Gebietstausch an das Königreich Bayern, das protestantische Fürstentum Bayreuth wurde 1810 von Napoleon an Bayern verkauft. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons konnte Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen Teil der Gebietsgewinne behalten. Für den Verlust Tirols und der rechtsrheinischen Pfalz wurde es durch wirtschaftlich weiter entwickelte Gebiete um Würzburg und Aschaffenburg entschädigt. Die linksrheinische Pfalz blieb bei Bayern. König Ludwig I. baute die bayerische Hauptstadt München zur Kunst- und Universitätsstadt aus. Wegen einer Affäre mit der Tänzerin Lola Montez musste er 1848 im Zuge der Märzunruhen abdanken. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Maximilian II, der 18 Jahre regierte, bevor er am 10. März 1864 starb. Noch am selben Tage wurde sein Sohn Ludwig II. zum König von Bayern proklamiert. Er ging wegen des Baues von Neuschwanstein und anderer Schlösser als Märchenkönig in die Geschichte ein. Im Deutschen Krieg 1866 erlitt Bayern an der Seite Österreichs eine Niederlage gegen Preußen. 1871 wurde es Teil des neu gegründeten Deutschen Reiches, erhielt dabei aber sogenannte Reservatrechte (eigenes Post-, Eisenbahn- und Heereswesen).

1918, im Rahmen der Novemberunruhen, wurde die Wittelsbacher Monarchie abgesetzt. In Folge rief am 8. November 1918 Kurt Eisner, Schriftsteller und Journalist, Gründungsmitglied der USPD, Bayern zum Freistaat aus. 1919 konnten sozialistische Gruppen für kurze Zeit eine Räterepublik installieren.[9]

Durch eine Volksabstimmung kam 1920 Coburg zu Bayern. Seit Niederschlagung der Räterepublik war Bayern eine Hochburg konservativer und nationalistischer Kräfte und wurde als „Ordnungszelle des Reiches“ bezeichnet. 1923, zur Zeit der Weimarer Republik, wurde Bayern Schauplatz des Hitlerputsches. Unter den Nationalsozialisten war Bayern als Verwaltungseinheit zwischen 1933 und 1945 weitgehend bedeutungslos. Im Zweiten Weltkrieg erlitten bayerische Städte wie Würzburg, München, Nürnberg oder Augsburg starke Zerstörungen.

Die Besatzungsmächte leiteten Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland gezielt in das dünn besiedelte Bayern. Dadurch wuchs die Bevölkerung bis 1949 um ein Viertel.

General Eisenhower stellte mit der Proklamation Nummer 2 vom 28. September 1945 Bayern offiziell als Staat wieder her. Mit der Besetzung durch amerikanische Truppen wurde Bayern Bestandteil der amerikanischen Besatzungszone, während die in der französischen Besatzungszone gelegene Rheinpfalz dem neugebildeten Land Rheinland-Pfalz eingegliedert wurde. Ab dem 30. Juni 1946 tagte in München eine Verfassungsgebende Versammlung. Die neue Verfassung des Freistaates Bayern wurde 1946 mit großer Mehrheit durch das Volk angenommen. 1949 wurde Bayern als Land Teil der Bundesrepublik Deutschland. Es setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein und Bayern entwickelte sich vom Agrar- zum modernen Industriestaat.

Politik

Bayerischer Landtag
Hauptartikel: Politisches System Bayerns

Im Bayerischen Landtag sind vier Parteien vertreten. Nach der Wahl vom 15. September 2013 ergab sich folgende Sitzverteilung (insgesamt 180 Sitze):

Die Ergebnisse der Landtagswahl 2013 sahen wie folgt aus:

Staatsaufbau

Grundlage der Politik in Bayern ist die durch Volksabstimmung (Referendum) angenommene Verfassung des Freistaates Bayern. Die Verfassung des Freistaates Bayern trat am 2. Dezember 1946 in Kraft. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fünf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gewählt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverbände ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Bis dahin war Bayern das einzige deutsche Land, welches eine zweite Kammer hatte, welche jedoch nur bedingten Einfluss besaß und keine Gesetze entwerfen durfte, sondern nur mitwirken konnte. Die Staatsregierung wird vom Bayerischen Ministerpräsidenten geführt, der die Geschäfte leitet, die Richtlinien der Politik bestimmt, Bayern nach außen vertritt, sowie die Staatsminister und -sekretäre ernennt. Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des Weiteren gibt es noch diverse obere Landesgerichte (drei Oberlandesgerichte in München, Nürnberg und Bamberg, Bayer. Verwaltungsgerichtshof, zwei Landesarbeitsgerichte (München und Nürnberg), Bayer. Landessozialgericht) sowie die restliche Judikative. Das Bayerische Oberste Landesgericht als bisher oberstes bayerisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2006 aufgelöst. Außer vom Landtag können in Bayern Gesetze und Verfassungsänderungen durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Ein Volksentscheid ist außerdem zu jeder Änderung der Bayerischen Verfassung notwendig.

Siehe auch: Bayerischer Ministerpräsident, Gesetzgebungsverfahren in Bayern

Bayerische Staatsregierung

Hauptartikel: Bayerische Staatsregierung

Von 1962 bis 2008 hatte die CSU die absolute Mehrheit in Bayern inne. Mit der Landtagswahl am 28. September 2008 verlor die CSU die absolute Mehrheit sowohl nach dem prozentualen Ergebnis als auch nach der Fraktionsstärke im Landtag und war für die folgende Legislaturperiode auf einen Koalitionspartner angewiesen. Die FDP (Freie Demokratische Partei) stellte zwei Minister und eine Staatssekretärin in der gemeinsamen Regierung.

Amtierender Ministerpräsident ist seit dem 27. Oktober 2008 Horst Seehofer (CSU).

Die neue Bayerische Staatsregierung wurde am 8. Oktober 2013 vereidigt. Seitdem wird Bayern wie vor der Landtagswahl 2008 von der CSU alleinregiert.

Wahlrecht

Das bayerische Landtagsgebäude (Maximilianeum) in München

Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk (Stimmkreis) die Wahl gewonnen haben, können nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die Hürde von fünf Prozent erreicht hat.

Darüber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesländern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme über die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was üblicherweise dazu führt, dass Erststimmen häufiger den großen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer bei einer bayerischen Landtagswahl eine kleinere Partei mit beiden Stimmen wählt, verschenkt seine Erststimme also nicht, da beide Stimmen dieser Partei zugutekommen, selbst wenn der entsprechende Stimmkreiskandidat den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte. Zudem besteht bei der Zweitstimme die Möglichkeit diese einem bestimmten Kandidaten einer Partei zu geben, sodass sich die Reihung der Bewerber gegenüber den von den Parteien aufgestellten Listen ändern kann.

Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Es besteht die Möglichkeit des Kumulierens („Häufeln“, bis zu drei Stimmen können für einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden).

Bürgerentscheid

In Bayern gibt es zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben Volksbegehren und Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1. Oktober 1995 durch einen Volksentscheid die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingeführt. Das bayerische Verfassungsgericht hat die Regelungen 1997 zwar verschärft (unter anderem durch Einführung eines Abstimmungsquorums), aber dennoch initiieren die Bayern jährlich rund 100 Bürgerentscheide.

Partnerschaften

Partnerregion des Freistaates Bayern[10]
Karte von Shandong Shandong China VolksrepublikChina Volksrepublik China 1987
Wappen von Québec Québec KanadaKanada Kanada 1989
Westkap SudafrikaSüdafrika Südafrika 1995
Gauteng SudafrikaSüdafrika Südafrika 1995
Wappen von São Paulo (Bundesstaat) São Paulo BrasilienBrasilien Brasilien 1997
Wappen von Kalifornien Kalifornien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1998
Karte von Guangdong Guangdong China VolksrepublikChina Volksrepublik China 2004
Wappen von Karnataka Karnataka IndienIndien Indien 2007

Patenschaft

Am 5. Juni 1954 übernahmen der Freistaat Bayern und die Bayerische Staatsregierung die Patenschaft für die sudetendeutsche Volksgruppe.

Staatsverschuldung

Schuldenentwicklung in Bayern

Die Staatsverschuldung des Freistaates Bayern entwickelt sich wie auf Bundesebene und in anderen Bundesländern langfristig nach oben und hat sich in den letzten 20 Jahren ungefähr verdoppelt.

Jahr Schuldenstand
(in Millionen €)[11]
± zum letzten Jahr
1992 15.374
1993 15.767 +393
1994 14.788 −979
1995 14.296 −492
1996 16.280 +1.984
1997 17.761 +1.481
1998 18.537 +776
Jahr Schuldenstand
(in Millionen €)[11]
± zum letzten Jahr
1999 18.278 −314
2000 17.964 +200
2001 18.164 +1.019
2002 19.183 +934
2003 20.306 +1.123
2004 21.240 +934
2005 23.077 +1.837
Jahr Schuldenstand
(in Millionen €)[11]
± zum letzten Jahr
2006 23.072 −5
2007 22.766 −306
2008 22.117 −659
2009 27.567 +5.450
2010 29.300 +1.733
2011 [12] 28.713 -587
2012 [13] 27.737 −976

Innere Sicherheit

Die bayerische Polizei ist der zweitgrößte Polizeiverband der Bundesrepublik. Im Jahr 2007 wurden in Bayern 666.807 Straftaten statistisch erfasst. 428.766 Fälle, also 64,3 %, konnten aufgeklärt, 305.711 Tatverdächtige ermittelt werden. Dies stellt die höchste Aufklärungsquote im Bundesgebiet dar. Die bayerische Polizei unterhält mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern außerdem die größte Polizeihubschrauberstaffel einer Landespolizei.

Staatswappen, Flagge und Hymne

Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprünglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute für die Oberpfalz, der „fränkische Rechen“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die drei schwarzen Löwen für Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität.

Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen, die weiß-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiße Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten.

Die gleichen weiß-blauen Rauten sind auch in vielen Städte- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen Kurpfalz zu finden (auch in den rechtsrheinischen, heute badischen Gebieten, die nie zu Bayern gehörten (Beispiel: Wappen des Neckar-Odenwald-Kreises)). Denn auch wenn heute Bayern die weiß-blauen Rauten praktisch für sich beansprucht, so sind es doch die Farben der Familie Wittelsbach (ursprünglich die des Sturmbanners der Grafen von Bogen in Niederbayern, die von dem wittelsbachischen Bayernherzog Ludwig I. (dem Kelheimer) mit übernommen wurden, als Bogen nicht mehr als Lehen hinausgegeben wurde); sie herrschte neben Bayern auch in der Kurpfalz, nachdem im Jahr 1214 Herzog Ludwig I. die Pfalzgrafschaft „bei Rhein“ als Lehen erhalten hatte für seinen Sohn Otto, dessen Verlobte die pfälzische Erbtochter Agnes war.

Großes Staatswappen Kleines Staatswappen Rautenflagge Streifenflagge
Großes Staatswappen Kleines Staatswappen Staatsflagge (Rautenflagge) Staatsflagge (Streifenflagge)
Siehe auch: Bayernhymne

Verwaltungsgliederung

Regierungsbezirke

Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist für den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungssprengel eingeteilt, welche die Bezeichnung Regierungsbezirke (Kreise) führen. Die Regierungsbezirke werden durch die Regierungen geleitet, denen je ein Regierungspräsident vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die Mittelbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren. Nachstehend sind die Regierungsbezirke sortiert nach dem Amtlichen Gemeindeschlüssel (AGS) und mit den Abkürzungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern:

Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen Thüringen Unterfranken Oberfranken Oberpfalz Mittelfranken Schwaben (Bayern) Niederbayern Oberbayern
Die bayerischen Regierungsbezirke
Regierungsbezirk Regierung Hauptstadt AGS Abk. Fläche
km²
Einwohner
(31.12.2011) [14]
Einwohner
pro km²
Oberbayern Regierung von Oberbayern München 091 OB 17.529,63 4.382.325 250
Niederbayern Regierung von Niederbayern Landshut 092 NB 10.329,91 1.189.384 115
Oberpfalz Regierung der Oberpfalz Regensburg 093 OPf. 9.691,03 1.081.120 112
Oberfranken Regierung von Oberfranken Bayreuth 094 Ofr. 7.231,00 1.071.306 148
Mittelfranken Regierung von Mittelfranken Ansbach 095 Mfr. 7.244,85 1.711.566 236
Unterfranken Regierung von Unterfranken Würzburg 096 Ufr. 8.530,99 1.318.076 155
Schwaben Regierung von Schwaben Augsburg 097 Schw. 9.992,03 1.784.919 179
Bayern Bayerische Staatsregierung München 09 BY 70.549,44 12.538.696 178

Bezirke

Geographisch deckungsgleich mit den Regierungsbezirken sind in Bayern die Bezirke gleichen Namens. Anders als die Regierungsbezirke, welche die örtliche Zuständigkeit der Regierungen festlegen, sind die Bezirke kommunale Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Der Bezirk ist in Bayern die dritte kommunale Ebene über den Gemeinden (1. Ebene) und Landkreisen (2. Ebene). Sie sind Selbstverwaltungskörperschaften und haben daher demokratisch gewählte Verwaltungsorgane, den Bezirkstag, der alle fünf Jahre von den Wahlberechtigten des Bezirks direkt gewählt wird und einen Bezirkstagspräsidenten, der aus der Mitte des Bezirkstags gewählt wird. Sie können anders als die Regierungsbezirke Wappen und Flaggen wie eine Gemeinde oder ein Landkreis führen.

Planungsregionen

Hauptartikel: Planungsregionen in Bayern

In Bayern gibt es 18 Planungsregionen, darunter eine bundesländerübergreifende und zwei bezirksübergreifende:

Unterfranken:

Oberfranken:

Oberpfalz:

Mittelfranken:

Schwaben:

Oberbayern:

Niederbayern:

Die Planungsregionen (von Region 15 ist nur der bayerische Teil dargestellt)

Landkreise und kreisfreie Städte

Die sieben Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte sowie 29 Große Kreisstädte (23 von ihnen waren bis 1972 auch kreisfreie Städte). Die Landkreise und die kreisfreien Städte sind kommunale Gebietskörperschaften mit Selbstverwaltungsrecht. Die Landkreise haben als Verwaltungsorgane den Kreistag und den Landrat. Die kreisfreie Stadt handelt durch den Stadtrat und den Oberbürgermeister. Sowohl der Landrat beziehungsweise der Oberbürgermeister als auch der Kreistag beziehungsweise der Stadtrat werden von den Wahlberechtigten auf die Dauer von sechs Jahren gewählt (süddeutsche Ratsverfassung).

Die Landkreise bilden gleichzeitig Sprengel, welche die örtliche Zuständigkeit der Unterbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung festlegen. Anders als auf der Ebene der Regierungsbezirke hat der Staat hier jedoch keine eigenen inneren Behörden errichtet, sondern bedient sich durch Organleihe des Landrates zur Erfüllung der Aufgaben der staatlichen Verwaltung; der Landrat ist insoweit Kreisverwaltungsbehörde. Bei den kreisfreien Städten ist im Gegensatz dazu eine Vollkommunalisierung gegeben, da ihnen die Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde zur selbstständigen Erledigung übertragen werden.

Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen Thüringen
Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern
Die 71 Landkreise des Freistaates Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Aichach-Friedberg (AIC, FDB)
  2. Altötting (AÖ)
  3. Amberg-Sulzbach (AS, BUL, ESB, NAB, SUL)
  4. Ansbach (AN, DKB, FEU, ROT)
  5. Aschaffenburg (AB, ALZ)
  6. Augsburg (A)
  7. Bad Kissingen (KG, BRK, HAB)
  8. Bad Tölz-Wolfratshausen (TÖL, WOR)
  9. Bamberg (BA)
  10. Bayreuth (BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG)
  11. Berchtesgadener Land (BGL)
  12. Cham (CHA, KÖZ, ROD, WÜM)
  13. Coburg (CO, NEC)
  14. Dachau (DAH)
  15. Deggendorf (DEG)
  16. Dillingen an der Donau (DLG, WER)
  17. Dingolfing-Landau (DGF)
  18. Donau-Ries (DON, NÖ)
  19. Ebersberg (EBE)
  20. Eichstätt (EI)
  21. Erding (ED)
  22. Erlangen-Höchstadt (ERH)
  23. Forchheim (FO, EBS, PEG)
  24. Freising (FS)
  1. Freyung-Grafenau (FRG, GRA, WOS)
  2. Fürstenfeldbruck (FFB)
  3. Fürth (FÜ)
  4. Garmisch-Partenkirchen (GAP)
  5. Günzburg (GZ, KRU)
  6. Haßberge (HAS, EBN, GEO, HOH)
  7. Hof (HO)
  8. Kelheim (KEH, MAI, PAR, RID, ROL)
  9. Kitzingen (KT)
  10. Kronach (KC, SAN)
  11. Kulmbach (KU, EBS, SAN)
  12. Landsberg am Lech (LL)
  13. Landshut (LA)
  14. Lichtenfels (LIF, STE)
  15. Lindau (Bodensee) (LI)
  16. Main-Spessart (MSP)
  17. Miesbach (MB)
  18. Miltenberg (MIL)
  19. Mühldorf am Inn (MÜ)
  20. München (M, AIB, WOR)
  21. Neuburg-Schrobenhausen (ND, SOB)
  22. Neumarkt in der Oberpfalz (NM, PAR)
  23. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (NEA, SEF, UFF)
  24. Neustadt an der Waldnaab (NEW, ESB, VOH)
  1. Neu-Ulm (NU, ILL)
  2. Nürnberger Land (LAU, ESB, HEB, N, PEG)
  3. Oberallgäu (OA)
  4. Ostallgäu (OAL, FÜS, MOD)
  5. Passau (PA)
  6. Pfaffenhofen an der Ilm (PAF)
  7. Regen (REG)
  8. Regensburg (R)
  9. Rhön-Grabfeld (NES, KÖN, MET)
  10. Rosenheim (RO, AIB, WS)
  11. Roth (RH, HIP)
  12. Rottal-Inn (PAN, EG, GRI, VIB)
  13. Schwandorf (SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD)
  14. Schweinfurt (SW, GEO)
  15. Starnberg (STA, WOR)
  16. Straubing-Bogen (SR)
  17. Tirschenreuth (TIR, KEM)
  18. Traunstein (TS)
  19. Unterallgäu (MN)
  20. Weilheim-Schongau (WM, SOG)
  21. Weißenburg-Gunzenhausen (WUG, GUN)
  22. Wunsiedel im Fichtelgebirge (WUN, MAK, REH, SEL)
  23. Würzburg (WÜ, OCH)
Die 25 kreisfreien Städte in Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Amberg (AM)
  2. Ansbach (AN)
  3. Aschaffenburg (AB)
  4. Augsburg (A)
  5. Bamberg (BA)
  6. Bayreuth (BT)
  7. Coburg (CO)
  8. Erlangen (ER)
  9. Fürth (FÜ)
  1. Hof (HO)
  2. Ingolstadt (IN)
  3. Kaufbeuren (KF)
  4. Kempten (Allgäu) (KE)
  5. Landshut (LA)
  6. Memmingen (MM)
  7. München (M)
  8. Nürnberg (N)
  1. Passau (PA)
  2. Regensburg (R)
  3. Rosenheim (RO)
  4. Schwabach (SC)
  5. Schweinfurt (SW)
  6. Straubing (SR)
  7. Weiden in der Oberpfalz (WEN)
  8. Würzburg (WÜ)

Gemeinden

Der Freistaat Bayern besteht aus 2056 politisch selbständigen Gemeinden sowie 201 gemeindefreien Gebieten (ausmärkischen Gebieten) (Stand 1. Januar 2009).

Die Gemeinden verteilen sich wie folgt (Stand 1. Januar 2009):

Von den 2031 kreisangehörigen Gemeinden sind 987 Mitgliedsgemeinden in 313 Verwaltungsgemeinschaften, 1044 sind Einheitsgemeinden (Stand 1. Januar 2009).

Änderungen seit dem 1. Januar 2005:

Größte Städte

Einwohnerentwicklung von bayerischen Großstädten
Stadt Einwohner am
31. Dez. 2000
Einwohner am
31. Dez. 2005
Einwohner am
31. Dez. 2010
Einwohner am
31. Dez. 2012
Veränderung
2000–2010 in %
München 1.210.223 1.259.677 1.353.186 1.388.308 +11,81
Nürnberg 488.400 499.237 505.664 495.121 +3,53
Augsburg 254.982 262.676 264.708 272.699 +3,81
Regensburg 125.676 129.859 135.520 138.296 +7,83
Ingolstadt 115.722 121.314 125.088 127.886 +8,09
Würzburg 127.966 133.906 133.799 124.577 +4,56
Fürth 110.477 113.422 114.628 118.358 +3,76
Erlangen 100.778 103.197 105.629 105.412 +4,81
Bayreuth 74.153 73.997 72.683 71.482 −1,98
Bamberg 69.036 70.081 70.004 70.863 +1,40
Aschaffenburg 67.592 68.642 68.678 67.681 +1,61
Landshut 58.746 61.368 63.258 65.322 +7,68
Kempten (Allgäu) 61.389 61.360 62.060 64.625 +1,09
Rosenheim 58.908 60.226 61.299 59.935 +4,06
Neu-Ulm 50.188 51.410 53.504 53.888 +6,61
Schweinfurt 54.325 54.273 53.415 52.098 −1,68
Passau 50.536 50.651 50.594 49.038 +0,11
Freising 40.890 42.854 45.223 45.227 +10,60
Straubing 44.014 44.633 44.450 45.099 +0,99
Dachau 38.398 39.922 42.954 44.822 +11,87

Anmerkung: Alle aufgeführten Städte außer Neu-Ulm, Freising und Dachau sind kreisfrei. Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung[15]

Regionen

Bedeutende historisch gewachsene Regionen in Bayern sind

Daneben wurde Bayern von der Regionalplanung in 18 Regionen aufgeteilt, den Planungsregionen in Bayern.

Wirtschaft

Das Uptown München ist eines der höchsten Gebäude im Freistaat Bayern

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarker und reicher Staat, er hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologiestandort entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2011 35.545 Euro, der Anteil Bayerns an der deutschen Wirtschaftsleistung betrug 17,4 Prozent.[16] Die wirtschaftlich stärkste Region ist der Großraum München mit Automobilindustrie (BMW, Audi, MAN, Knorr-Bremse), IT-Sektor (Siemens, Nokia Solutions and Networks, Infineon, Microsoft), Medien und Verlagen (ProSiebenSat.1 Media, Kabel Deutschland, Burda Verlag), Rüstungsindustrie (EADS, Krauss-Maffei), Touristik (historische Sehenswürdigkeiten, Museen, Biergärten, Oktoberfest, Kongressen und Messen). Weitere bedeutende Wirtschaftsstandorte in Südbayern sind Augsburg (EADS, Fujitsu Technology Solutions, MAN, KUKA, UPM-Kymmene, Verlagsgruppe Weltbild), Ingolstadt (Audi, Media-Saturn-Holding) und das Bayerische Chemiedreieck zwischen Chiemsee, Inn und Salzach.

In Nordbayern ist die Metropolregion NürnbergFürthErlangen der wichtigste Standort. Daneben kann der Raum zwischen Aschaffenburg und Würzburg/Schweinfurt sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen, etwa eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich unter sechs Prozent und eine florierende Wirtschaft. Gleiches gilt für Regensburg (Continental Automotive, Maschinenfabrik Reinhausen, BMW, Siemens, Infineon, Osram Opto Semiconductors), das seit Jahren an Wirtschaftskraft zunimmt.

Manche Grenzregionen sind durch Wettbewerbsvorteile in den Nachbarstaaten einesteils und mangelnde Infrastruktur andernteils von Subventionen abhängig. Speziell der Bayerische Wald hatte zu Zeiten des Kalten Krieges durch seine abseitige Lage im Zonenrandgebiet wenig Standortattraktivität besessen. Zwar fiel nach 1990 dort der Eiserne Vorhang zur CSFR, gleichzeitig wurde aber im wiedervereinigten Deutschland die Zonenrandförderung aufgehoben, und zugleich bot das angrenzende Tschechien – ab 2004 auch EU-Mitglied – oft bessere Investitionsanreize.

Bayern konnte im Jahr 2006 ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent verbuchen.[17] Dieser Wert entsprach 2006 etwa auch dem Bundesdurchschnitt.[18] Nach zwischenzeitlichem Rückgang des Wachstums 2008 (+1,6 Prozent[19]) und dem Fall in die Rezession im Jahr 2009 (−5 Prozent)[20] infolge der weltweiten Finanzkrise erholte sich die Bayerische Wirtschaft wieder und konnte bereits 2010 wieder ein Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent verzeichnen.[21] Im Jahr 2011 erreichte es 2,9 Prozent.[22]

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte Bayern 2008 einen Index von 135 (EU-27: 100; Deutschland: 116; Hamburg: 188).[23] Im Jahr 2009 sank der Index leicht auf 134,7 (EU-27: 100; Deutschland: 115,8; Hamburg: 187,1).[24] Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 % (Juni 2014)[25]; damit hat Bayern die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland.[26]

An drei Standorten in Bayern befinden sich Kernkraftwerke (KKW Isar, KKW Grafenrheinfeld sowie KKW Gundremmingen), außerdem wird in Garching bei München ein Forschungsreaktor betrieben (FRM II).

Die zehn wichtigsten Standorte sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung sind (Arbeitsortangaben)[27]:

Stadt sozialvers.
Beschäftigte
30.06.2012
Veränderung
seit
30.06.2007
Pendlersaldo
30.06.2012
Arbeitsplatzdichte1
München 733.967 + 8,99 % + 197.245 806
Nürnberg 275.210 + 4,77 % + 88.404 879
Augsburg 130.900 + 5,97 % + 32.004 760
Regensburg 105.142 + 8,25 % + 53.702 1150
Ingolstadt 87.945 + 15,25 % + 36.550 1097
Erlangen 87.262 + 14,39 % + 44.898 1271
Würzburg 80.178 + 8,68 % + 36.570 946
Schweinfurt 52.123 + 4,35 % + 34.054 1646
Bamberg 48.755 + 3,76 % + 24.766 1062
Aschaffenburg 45.956 + 8,27 % + 20.740 1062
1 Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 64; Zahlen zum 9. Mai 2011 gemäß Zensus 2011.[28]

Tourismus

Der Tourismus gilt aufgrund seines hohen Beitrags zur bayerischen Wirtschaft als „Leitökonomie“. So betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft 2005 fast 24 Milliarden Euro, die Tagesreisen stellten mit 63 Prozent den größten Anteil davon. Auch die Beherbergungsindustrie spielt in Bayern mit 13.400 Beherbergungsbetrieben mit mindestens neun Betten und 548.000 Gästebetten eine große Rolle. Das bedeutet, dass sich etwa jeder vierte deutsche Beherbergungsbetrieb in Bayern befindet.[29] Insgesamt entfallen 18,5 Prozent der touristischen Wertschöpfung in Deutschland auf Bayern, das damit vor Nordrhein-Westfalen (17,9 Prozent) und Baden-Württemberg (11,9 Prozent) liegt.[30] Touristisch sind neben München besonders die Regionen um die bayerischen Seen und in den Alpen, die kulturhistorisch bedeutende Stadt Augsburg mit der (Fuggerei) Stadtmauern, Renaissancebauten, sowie Regensburg mit der Historischen Altstadt als UNESCO-Welterbe seit 2007 stark.

Energie

In Bayern sind im Jahr 2013 ungefähr 420 Energieversorger angesiedelt, die in einem oder mehreren Bereichen tätig sind: Circa 350 dieser Versorger engagieren sich in der Stromversorgung, ungefähr 100 wirtschaften im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung, etwa 140 befassen sich mit der Erdgas-Sparte.[31]

Die Kernenergie bildet mit 48,7 % den größten Anteil an der Nettostromerzeugung. Auf dem zweiten Platz folgen erneuerbare Energien mit 29,2 %. Beide Anteile sind damit im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (18 % bzw. 21 %) überdurchschnittlich groß. Konventionelle Gase tragen mit 15,5 % zur Nettostromerzeugung bei – dieser Anteil liegt nahezu im Bundesdurchschnitt (14%). Die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken ist relativ unbedeutend, ihr Anteil beträgt 4,1 % (Bundesweiter Durchschnitt von Braun- und Steinkohle insgesamt 42 %). Einen noch geringeren Anteil besitzen mineralische Öle mit 2,6 %, die jedoch auch bundesweit im Schnitt seltener genutzt werden (Heizöl, Pumpspeicher und andere hier insgesamt 5 %) (Stand jeweils von 2011).[32][33]

Der hohe Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung fußt vor allem auf einem bedeutenden Anteil der Wasserkraft: Ihr Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt bei 42,1 %. Zweitwichtigster regenerativer Energielieferant ist die Photovoltaik mit 28,4 % am Gesamtanteil der erneuerbaren Energien – dieser Anteil konnte in den letzten Jahren stark wachsen.[34] Ähnlich wichtig ist die Stromerzeugung aus Biomasse mit 26,4 %. Unbedeutend ist die Nutzung der Windenergie – der Beitrag beläuft sich auf 3,1 % (Stand jeweils von 2011).[35]

Im Bundesländervergleich „Erneuerbare Energien“ belegte Bayern im Jahr 2012 den zweiten Platz nach Brandenburg. Bis 2021 sollen erneuerbare Energien dem Bayerischen Energiekonzept (2011) zufolge einen Anteil von 20 % am Endenergieverbrauch und 50 % am Stromverbrauch erreichen.[36] Die bayerische Staatsregierung verhindert jedoch mit zuletzt im April 2014 verschärften restriktiven Abstandsregelungen den Ausbau von Windkraft.[37]

Der Primärenergieverbrauch im Land ist recht konstant und lag im Jahr 2010 bei 578,2 Mrd. kWh, nach 556,8 Mrd. kWh im Jahr 2009 und 566,6 Mrd. kWh im Jahr 2008.[38] Dies kann einer steigenden Energieproduktivität zugeschrieben werden, also einer verbesserten wirtschaftlichen Produktivität im Verhältnis zur eingesetzten Energie. Diese ist seit 1995, das als Basisjahr angelegt wird, fast durchgehend gestiegen. Die Jahre 2008 und 2009 fallen jedoch hinter den Bestwert im Jahr 2007 zurück.[39]

Die größten Energieverbraucher im Jahr 2010 waren die Privathaushalte, die 29 % des Endenergieverbrauches ausmachten. Die Bereiche Industrie und Verkehr benötigten gleichermaßen 28 % der Endenergie und damit jeweils nur geringfügig weniger als die Haushalte. Etwas abgeschlagen war der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen mit insgesamt 15 % am Endenergieverbrauch.[40]

Medien

Bayern ist Sitz mehrerer bedeutender Medienunternehmen, insbesondere in der Landeshauptstadt München. Dort, beziehungsweise im Umland von München, befinden sich etwa öffentlich-rechtliche Medien wie der Bayerische Rundfunk und die Programmdirektion des ARD-Gemeinschaftsprogramms Das Erste und des ZDF-Landesstudios Bayern sowie private Fernseh- und Hörfunkanbieter wie ProSiebenSat.1 Media, Sport1 oder Sky Deutschland. Des Weiteren sind in München etwa 250 ansässige Verlage und große Zeitungen wie etwa die Süddeutsche Zeitung (SZ) angesiedelt. In Nürnberg, der zweitgrößten Stadt Bayerns, werden beispielsweise das bundesweit erscheinende Sportmagazin Kicker des Nürnberger Olympia-Verlags und die Nürnberger Nachrichten, eine der größten deutschen Regionalzeitungen mit einer Auflage von rund 300.000 Exemplaren, herausgegeben. Im Jahr 2012 bewarb sich Bayern im Rahmen des Bewerbungsverfahrens für neue generische Top Level Domains (gTLD) um die eigene Internetdomain .bayern.[41] Verantwortlich dafür ist die Bayern Connect GmbH.[42]

Verkehr

Karte der Flughäfen und Landeplätze in Bayern

Internationaler Verkehr

Im internationalen Straßen- und Bahnverkehr sind die Verbindungen von Deutschland nach Österreich und darüber hinaus nach Italien und Südosteuropa von überragender Bedeutung. Hingegen sind die Verkehrsverbindungen ins benachbarte Tschechien bei weitem nicht von vergleichbarer Relevanz, lediglich die Bundesautobahn 6 wurde nach der politischen Wende in der Tschechischen Republik verwirklicht. Insbesondere die Bahnverbindungen in die Tschechische Republik sind bis heute nicht sehr leistungsfähig. Eine Elektrifizierung wurde bisher auf keiner nach Tschechien führenden Verbindung umgesetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich in der tschechoslowakischen Stadt Cheb (Eger) ein Bahnknotenpunkt, der mittels Korridorverbindungen auch im deutschen Binnenverkehr genutzt wurde. Seit seinem Bestehen unterstand er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bayerischen beziehungsweise deutschen Bahnverwaltungen. Auch zu Zeiten des Kalten Krieges besaß die Verbindung von Nürnberg über Cheb (Eger) nach Prag eine vergleichsweise wichtige Bedeutung. Heute besteht von Nürnberg aus nur noch eine Umsteigeverbindung mit Regionalzügen nach Cheb und nach Furth im Wald, während von München aus mit dem Alex eine Direktverbindung über Regensburg (Richtungswechsel), Schwandorf (erneuter Richtungswechsel) und Furth im Wald nach Prag besteht. Für die Zukunft wird im Rahmen des Projektes Donau-Moldau-Bahn eine Umgehungskurve um Schwandorf und eine Elektrifizierung der Verbindung geplant. Hierdurch soll ein Richtungswechsel wegfallen und die Reisezeit verkürzt werden. Für den Fernverkehr von Nürnberg nach Prag bietet die Deutsche Bahn Fernbusse an.

Straßen

Bayern ist verkehrsmäßig gut erschlossen. Durch Bayern führen unter anderem die Autobahnen A 3, 6, 7, 8, 9 und 70 sowie die seit dem Herbst 2005 fertiggestellte A 71 und die im August 2008 fertiggestellte A 73, die beide Bayern mit Thüringen verbinden. Sternförmig von München aus führen die A 95 nach Garmisch-Partenkirchen, die A 96 über Memmingen nach Lindau, die A 93 über Regensburg nach Hof, die A 92 über Landshut nach Deggendorf und die A 94 in Abschnitten nach Passau. Südlich verbindet ein Stück der A 93 die A 8 mit der Brenner Autobahn. Seit den 1970er Jahren geplant, bisher aber wegen Streitigkeiten um die Trassenführung nur in Abschnitten fertiggestellt ist die A 94 von München über Altötting nach Passau. Im Süden wird Bayern überdies gerne als Abkürzung im innerösterreichischen Verkehr benutzt, da aufgrund der geographischen Gegebenheiten der Weg durch die Alpen bei weitem länger ist als von Innsbruck über die A 8 oder von Lofer über die B 21 oder B 305 nach Salzburg („Großes“ bzw. „Kleines Deutsches Eck“).

Schienenverkehr

Bayern verfügt über ein dichtes Streckennetz im Eisenbahnverkehr mit zahlreichen Bahnhöfen. Der Münchener Hauptbahnhof – einer der größten in Deutschland – stellt dabei einen wichtigen Knotenpunkt im transeuropäischen Verkehr dar. Die Städte München und Nürnberg verfügen über U-Bahnen sowie S-Bahnen mit einem weiten Einzugsgebiet.

Flugverkehr

Eines der größten europäischen Drehkreuze für den Flugverkehr ist der Flughafen München Franz Josef Strauß. Zwei weitere internationale Verkehrsflughäfen befinden sich in Nürnberg und Memmingen, überdies gibt es zahlreiche Verkehrslandeplätze.

Schifffahrt

Die meisten Binnenschifffahrten finden auf der Donau, dem Main sowie auf dem Main-Donau-Kanal statt. Hierfür gibt es zahlreiche Güterhäfen.

Sehenswürdigkeiten

Bayern kann auf eine über 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurückblicken. Laut Artikel 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat Bayern fördert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit jährlich über 500 Millionen Euro, zusätzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Träger hinzu.

Museen

Bayern ist mit über 1150 Museen das museumsreichste Land der Bundesrepublik, wozu auch Sammlungen, Schlösser, Gärten und private Sammlungen zählen. Zu den größten und bekanntesten gehören:

Siehe auch: Museen in Bayern

Zoologische Gärten, Tierparks, Parkanlagen und Gärten

Tierpark Hellabrunn

Geotope

In Bayern sind über 2.500 Geotope vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesenen. Siehe hierzu Geotope in Bayern. Einhundert besonders sehenswerte sind als Bayerns schönste Geotope ausgewiesen [43]

Kultur

Theater, Schauspiel und Oper

Bayern verfügt über vier Staatstheater. Die Bayerische Staatsoper im Nationaltheater München gilt als das national und international renommierteste Haus in Bayern. Des Weiteren spielen in München das Bayerische Staatsschauspiel, das Residenztheater München, das Bayerische Staatsballett und das Staatstheater am Gärtnerplatz. Als letzte große Neugründung eines Staatstheaters ging 2005 aus den Städtischen Bühnen Nürnberg das Staatstheater Nürnberg hervor.

17 Theater werden von bayerischen Kommunen getragen. Mehrspartenhäuser sind hierbei die Theater in Augsburg, Regensburg, Würzburg und Coburg. Vorwiegend oder ausschließlich Sprechtheater bieten das E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg, Das Theater Erlangen, das Stadttheater Fürth und das Stadttheater Ingolstadt sowie in der bayerischen Landeshauptstadt die Münchner Kammerspiele und das Münchner Volkstheater. Die vier Landesbühnen sind in Memmingen, Landshut/Passau/Straubing, Coburg und Dinkelsbühl beheimatet.[44]

Theater für Kinder und Jugendliche bieten neben den Kinder- und Jugendsparten der kommunal geförderten Häuser unter anderem die Schauburg in München oder das Theater Pfütze und das Theater Mummpitz in Nürnberg an. Internationale Bekanntheit erlangte die Augsburger Puppenkiste durch ihre Fernsehproduktionen, das Figurentheater bietet jedoch auch ein Programm für Erwachsene an.

Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an freien und privaten Theatern sowie Volks- und Bauerntheatergruppen.[45]

Das international bedeutendste Festival sind die von Richard Wagner gegründeten Bayreuther Festspiele. Jährlich finden in wechselnden Städten die Bayerischen Theatertage statt.

Musik

Bayern ist nicht nur das Land der traditionellen Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler, sondern auch die Heimat bekannter Komponisten wie

Die Regensburger Domspatzen, die Augsburger Domsingknaben, der Tölzer Knabenchor und der Windsbacher Knabenchor sind ebenfalls Repräsentanten des Freistaates Bayern in der ganzen Welt.

Zu den besten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen

Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Bayreuther Festspiele und die Münchner Opernfestspiele. Ein weiteres Highlight in der Musikszene sind die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele, die in Regensburg seit mehreren Jahren unter dem Protektorat von Gloria von Thurn und Taxis gegeben werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig an. Ebenfalls beachtenswert ist der Münchner Kaiserball sowie der Nürnberger Opernball.

Literatur

Folgende Literaturpreise werden unter anderem in Bayern verliehen

Universitäten und Hochschulen

In Bayern existieren aktuell neun staatliche Universitäten des Freistaates, sowie die Universität der Bundeswehr München. Bis 1962 existierten lediglich vier Universitäten in München (LMU, TU), Würzburg und Erlangen (ab 1966 Erlangen-Nürnberg). Zwischen 1962 und 1975 wurden in Regensburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth und Passau fünf weitere durch den Freistaat gegründet. Hinzu kam 1973 noch die neu gegründete Bundeswehruniversität.

Daneben gibt es 18 staatliche Fachhochschulen in Bayern, die zwischen 1971 und 1996 gegründet wurden.

Darüber hinaus existiert mit der 1980 gegründeten Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine kirchliche Universität, sowie vier weitere private bzw. kirchliche Hochschulen und 10 Kunsthochschulen.

Küche

Durch das Nebeneinander der zwei bayerischen Stämme Altbaiern und Franken, dazu kulturelle Teile von Schwaben, ist die bayerische Küche sehr vielfältig. Auch wenn die bayerische Küche deutlich mehr bietet als deftige und rustikale Spezialitäten, so sind es dennoch besonders diese Gerichte, die weit über die bayerischen Landesgrenzen hinweg bekannt geworden sind:

Volksfeste

Die größten Volksfeste nach Besuchern sind:

Kartenspieltradition

Siehe: Schafkopf, Watten

Kleidung

Siehe: Bayerische Tracht

Industriekultur

Mit der Maxhütte (Sulzbach-Rosenberg) verfügt Bayern zurzeit noch über eines der bedeutendsten Industriedenkmale Europas. Die technik- und architekturhistorisch einmalige Anlage wird derzeit trotz bestehenden Denkmalschutzes teilweise demontiert. Aktuell wird versucht, das Industriedenkmal vor einem endgültigen Abriss zu bewahren.[46]

Sport

Ballsportarten

Fußball
Die Allianz Arena, Heimstadion des FC Bayern München

International bekannt ist der FC Bayern München, er spielt seit 1965 in der Fußball-Bundesliga. Ebenso wie der 1. FC Nürnberg seit der ersten Saison 1963/64 (zeitweise abgestiegen) und seit 2011 der FC Augsburg. Zudem stieg in der Saison 2011/2012 die SpVgg Greuther Fürth auf und somit spielen nun zum ersten Mal vier bayerische Vereine gleichzeitig in der Bundesliga. Der TSV 1860 München spielt als ehemaliger Erstligist momentan ebenso in der 2. Bundesliga, wie der FC Ingolstadt 04, der in der Saison 2009/10 über den Relegationsplatz aus der 3. Liga aufgestiegen war und der SSV Jahn Regensburg, der in der Saison 2011/2012 durch Relegationsspiele aufstieg. Ebenso kurzzeitig in der Bundesliga und längere Zeit in der 2. Bundesliga war die SpVgg Unterhaching, die nun in der 3. Liga spielt. Dort ist aus Bayern ebenfalls Wacker Burghausen vertreten.

Der Bayerische Fußball-Verband zählt rund 1,4 Millionen Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Verband des Deutschen Fußball-Bunds.

Volleyball

Die Roten Raben Vilsbiburg (Deutscher Meister 2008 und 2010, Damen) und Generali Haching (Herren) spielen in der 1. Liga.

Basketball

Die Mannschaft der Brose Baskets aus Bamberg ist die beste bayerische Herren-Basketballmannschaft. Neben mehreren Vizemeistertiteln wurden sie 2005, 2007, 2010, 2011 und 2012 Deutscher Meister und Pokalsieger 2010, 2011 und 2012.

Im Damen-Basketball konnte die in der 1. Bundesliga spielende Mannschaft des TSV Wasserburg in den Jahren 2004 bis 2007 den Deutschen Meistertitel erringen und wurde zudem 2005–2007 Deutscher Pokalsieger.

Handball

Der TV Großwallstadt aus dem Landkreis Miltenberg spielt in der 1. Handball-Bundesliga. Bekannt, wenn auch nicht mehr erstklassig, sind die Münchener Vereine TSV Milbertshofen und MTSV Schwabing. In der Saison 2011/2012 spielt der HC Erlangen in der 2. Handball-Bundesliga.

Im Damenhandball ist der 1. FC Nürnberg das erfolgreichste bayerische Team. In der jüngeren Vergangenheit wurden sie 2005, 2007 und 2008 Deutscher Meister und stießen 2007/2008 bis in die Hauptrunde der EHF Champions League vor.

Tennis

Jedes Jahr findet in München ein großes Tennisturnier statt, das von BMW gesponsert wird: Die BMW Open. Sie gelten als Eingangstor für spätere Karrieren. Namhafte Tennisspieler der ganzen Welt reisen dorthin, um wichtige ATP-Punkte mitzunehmen. Weibliche Tennisspielerinnen nehmen an den WTA-Wettkämpfen teil. Bekannte Repräsentanten des bayrischen Tennis sind Philipp Kohlschreiber aus Augsburg und David Prinosil aus Amberg.

Golf

Bayern steht mit 163 Golfplätzen deutschlandweit an der Spitze, Oberbayern hat gemeinsam mit der Metropolregion Hamburg die größte Golfplatzdichte. Es sind 110.000 aktive Golfer registriert.[47]

Baseball

Im Baseball haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Mannschaften hervorgebracht, die erfolgreich in der 1. und 2. Baseball-Bundesliga spielen. Dazu zählt unter anderem der Deutsche Meister der Saison 2008, 2010 und 2011 aus Regensburg, die Regensburg Legionäre. Zu den weiteren erfolgreichen bayerischen Teams gehören die Gauting Indians, die Ingolstadt Schanzer und die Haar Disciples. Auf Landesverbandsebene gehören unter anderem die Augsburg Gators, die Erlangen White Sox, die Fürth Pirates, die Deggendorf Dragons und die Garching Atomics zu den bayerischen Vereinen. Mit derzeit circa 63 angemeldeten Vereinen ist der BBSV, der Bayerische Baseball und Softball Verband, einer der größten in Deutschland.

Korbball

Korbball wird vor allem im nördlichen Bayern gespielt. Wichtige Zentren sind Schweinfurt, Aschaffenburg und Coburg.

Wintersport

Speziell im alpinen Raum hat der Wintersport eine traditionell große Bedeutung:

Alpiner Skisport

Günstige Bedingungen für Ski-Rennlauf finden sich in den Bayerischen Alpen. Die herausragenden Vertreter dieser Sportart sind Mirl Buchner, Heidi Biebl, Rosi Mittermaier, Marina Kiehl, Christa Kinshofer, Martina Ertl-Renz, Hilde Gerg, Maria Höfl-Riesch, Franz Pfnür und Markus Wasmeier.

Nordischer Skisport

Aus dem Biathlon-Bundesleistungszentrum in Ruhpolding gingen zahlreiche Gewinner internationaler Wettbewerbe hervor, die bekanntesten unter ihnen sind Fritz Fischer, Michael Greis, Uschi Disl, Martina Glagow und Magdalena Neuner. Im Langlauf erreichten Tobias Angerer und Evi Sachenbacher-Stehle bedeutende Resultate.

Eishockey

In Bayern gibt es fünf Eishockey-Vereine in der Deutschen Eishockey Liga; die Augsburger Panther, der ERC Ingolstadt, die Nürnberg Ice Tigers, der EHC Red Bull München und die Straubing Tigers. In der 2. Bundesliga spielen der EV Landshut, die Starbulls Rosenheim sowie der ESV Kaufbeuren und der SC Riessersee.

Weitere, besonders durch ihre Nachwuchsarbeit bekannte Vereine sind die Tölzer Löwen, der TEV Miesbach sowie der EV Füssen.

Weitere Sportarten

Bergsteigen

Nicht zuletzt durch den Dokumentarfilm Am Limit wurden die Sportkletterer Thomas und Alexander Huber einem größeren Publikum ein Begriff. Auch früher waren Bayern unter den weltbesten Gipfelstürmern, unter anderen Johann Grill, Josef Enzensperger, Otto Herzog, Anderl Heckmair oder Toni Schmid.

Brauchtumssportarten

In Bayern haben sich auch einige Brauchtumssportarten wie Fingerhakeln und Eisstockschießen erhalten, die in organisierten Ligen betrieben werden. Auch das Sautrogrennen gehört zu den bayerischen Brauchtumssportarten. Besondere Beliebtheit erfreut sich diese Sportart im Süden Bayerns an den Flüssen Donau, Iller, Isar und Lech. Aber auch im Norden Bayerns wird anlässlich von Volksfesten in den meist noch vorhandenen örtlichen Dorf- bzw. Löschwasserteichen diesem Sport gehuldigt. Unter größter Belustigung der Zuschauer werden sogar ernste regionale Meisterschaften bestritten.

Motorsport

Es gibt alljährliche Tourenwagenrennen zur DTM auf dem Norisring in Nürnberg-Dutzendteich.

Im Bereich Motorradrennen gibt es Speedwayrennen in Landshut, Pocking und Olching, sowie Sandbahnrennen in Mühldorf am Inn, Pfarrkirchen, Vilshofen, Dingolfing und Plattling.

Sportschießen

Sportschießen wird in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Bogen, Wurfscheibe, Laufende Scheibe und Armbrust im gesamten Land ausgeübt. Die Sportschützen stellen mit dem Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) den viertgrößten Sportfachverband im Land. Viele bayerische Teilnehmer bei Olympischen Spielen konnten bereits Erfolge erzielen.

Tanzsport

Die Latein- und die Standardformation des RGC Nürnberg tanzen in der zweiten Bundesliga. Auch im Einzeltanzbereich gibt es sehr viele erfolgreiche Tänzer und Tänzerinnen.

Turnen

Viele Turnvereine haben in Bayern eine lange Tradition. Das Landesleistungszentrum war in Nürnberg, wurde aber mit dem Bundesleistungszentrum in Frankfurt am Main zusammengelegt. Zentren sind Augsburg, Würzburg, Schweinfurt, Nürnberg, aber auch Landshut, Passau und Rosenheim. Bayerische Turnerinnen belegten in den 1920er Jahren oftmals weltweit Spitzenplätze.[48]

Seit 2000 gibt es für Kinder eine „Bayerische Kinderturnolympiade“. Austragungsort war vier Mal Neumarkt in der Oberpfalz, im Jahre 2000, 2004, 2008 und 2012.[49] 2012 fand in Neumarkt zudem auch die 31. Turnerjugend-Festspiele im Rahmen der Kinderturnolympiade statt. Im Jahre 2016 wird die nächste Kinderturnolympiade ausgetragen.

Bevölkerung

Ursprünglich ansässige Bevölkerung

Die ursprüngliche Bevölkerung Bayerns wird traditionell in „Stämme“ (siehe auch Deutsche Stämme für die Wortherkunft) untergliedert und setzt sich zusammen aus Altbayern (Baiern), Franken und Schwaben. Bekannt ist vor allem der lange Streit zwischen den Franken und den Altbayern um die angebliche Ungleichbehandlung der Franken durch die Baiern. So liegen viele fränkische Kulturgüter in München und nicht in ihren Ursprungsorten. Eine Rückführung ist angeblich teilweise aus Gründen des Erhalts der Kulturgüter nicht mehr möglich. Der Streit gipfelt regelmäßig in der Forderung, dass Franken ein eigenes Bundesland werden solle.[50] Auch Sinti und Jenische haben eine, staatlich bisher nicht anerkannte, lange Tradition in Bayern.

Flüchtlinge und Vertriebene

Nach 1945 gelangten über zwei Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem als Sudetendeutsche bezeichnete Deutschböhmen und Deutschmährer, nach Bayern. Hier wurden sie von Franz Josef Strauß als „vierter Stamm“ bezeichnet.[51]

Zuwanderung aus dem Ausland

Wie in ganz (West-)Deutschland kam es ab den 1950er Jahren vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders zu Zuwanderung insbesondere aus der Türkei und Italien und verstärkt um 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges aus ostmitteleuropäischen und osteuropäischen Ländern.

Religion und Weltanschauung

Christentum

Wieskirche in Oberbayern

Bayern ist mit 53,7 % (Stand 2011) nach dem Saarland das Bundesland mit dem höchsten römisch-katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.[52] Daneben sind 20,0 % der Bevölkerung evangelisch-lutherisch.[53] Diese beiden Konfessionen verteilen sich ungleich über die Bezirke. So sind Altbayern und Unterfranken überwiegend katholisch, Mittelfranken und Teile Oberfrankens protestantisch geprägt. Sowohl die Markgraftümer Ansbach und Bayreuth als auch die Mehrzahl der freien Reichsstädte (wie etwa Nürnberg oder Rothenburg ob der Tauber) sind lutherisches Kernland und waren Hochburgen der Reformation.

Der Anteil der Katholiken und Protestanten hat sich in den letzten Jahren verringert. Dieser Trend ist auch in anderen Bundesländern zu beobachten. Der bayerische Staat zahlt der römisch-katholischen Kirche jährlich 65 Millionen Euro und der evangelischen Kirche 21 Millionen Euro Staatsdotationen aus dem allgemeinen Haushalt.[54]

Judentum

Jüdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in ländlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsstädten wie etwa in Nürnberg (Ansiedlungsverbot 1499 bis 1850) und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden, seit der Judenemanzipation aber zunehmend in bayerischen Städten. Von fast 200 jüdischen Gemeinden vor dem Holocaust existieren heute in Bayern noch beziehungsweise wieder 13 Gemeinden.[55][56]

Islam

Von wachsender Bedeutung ist insbesondere in Großstädten der Islam. Viele Moscheegemeinden versuchen, ihre bisherigen Hinterhofmoscheen durch repräsentative Neubauten zu ersetzen. Eine Studie des Bundesinnenministeriums beziffert den Anteil der Muslime an der bayerischen Gesamtbevölkerung im Jahr 2008 auf ungefähr 4 % (etwa 13 % der in Deutschland wohnhaften Muslime).[57]

Konfessionslose, Humanisten

Wie in vielen Gegenden in Deutschland wächst der Anteil konfessionell ungebundener Einwohner auch in Bayern. So gibt es einen Humanistischen Verband Bayern, Landesverband im Humanistischen Verbands Deutschlands. Dieser versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft und Interessenvertretung nichtreligiöser Menschen.[58] Der Verband, der im März 2007 eine Zahl von 1.800 Mitgliedern ausgewiesen hatte[59], ist in Bayern unter anderem Träger des Humanistischen Lebenskundeunterrichts, er betreibt seit 2008 eine Grundschule in freier Trägerschaft[60] sowie über ein Dutzend Kindertagesstätten.[61] Er unterhält ferner ein eigenes Sozialwerk und den Turm der Sinne in Nürnberg.

Verteilung der Religionszugehörigkeit

1840[62] * 1900[62] * 1933[62] * 1950[62] 1970[63] 2006 2007 2010 2011 2012
Römisch-katholisch 71,1 % 70,5 % 70,0 % 71,9 % 70,4 % 57,2 %[64] 56,3 %[64] 54,4 %[65] 53,7 %[52]
Evangelisch 27,4 % 28,3 % 28,7 % 26,5 % 25,2 % 21,3 %[66] 21,0 %[66] 20,4 %[65] 20,0 %[53]
Muslimisch 0,9 % 2,2 %
Jüdisch 1,4 % 0,9 % 0,5 % 0,1 % 0,1 % 0,1 %
andere Konfessionen
und Konfessionslose
0,1 % 0,3 % 0,8 % 1,5 % 3,4 % 19,2 %

* Inklusive der Region Pfalz

Siehe auch: Liste bayerischer Klöster und Stifte

Sprache

Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw. den entsprechenden Migrationshintergrund haben.

Dialekt

Hauptartikel: Dialekte in Bayern

Die angestammten Dialekte lassen sich drei großen Dialektfamilien zuordnen:

Zwischen diesen drei Mundarträumen bestehen nicht zu unterschätzende Übergangsgebiete, die sich nicht widerspruchslos einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren bairisch-fränkische (u. a. Nürnberg und Umgebung), bairisch-schwäbische (u. a. Lechrain) und schwäbisch-fränkische (Gebiet um Dinkelsbühl und Hesselberggebiet) Übergangsgebiete, in manchen Orten sogar bairisch-schwäbisch-fränkische Mischdialekte (z. B. Treuchtlingen, Eichstätt).

Die Dialekte sind bei den Einheimischen, besonders außerhalb der großen Städte, sehr verbreitet. In Ballungsgebieten wie München ist allerdings ein Aussterben der Dialekte zu beobachten. Eine Verschriftlichung der Mundart wie in Luxemburg steht aber nicht zur Debatte.

Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.

Sonstiges

Als weibliche Symbolgestalt Bayerns gilt die Bavaria.

Viele bairische Vornamen haben sich bis heute erhalten.

Bayern ist zusammen mit seiner Landeshauptstadt München, dem Bayerischen Rundfunk, sowie der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft Gesellschafter der Internationalen Münchner Filmwochen GmbH, die sowohl das alljährliche Filmfest München, als auch das Internationale Festival der Filmhochschulen München organisieren.

Siehe auch

 Portal: Bayern – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bayern

Literatur

Weblinks

 Commons: Bayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Bayern – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikinews: Bayern – in den Nachrichten
 Wikisource: Topographia Bavariae – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Bayern – Reiseführer

Quellenangaben

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  2. Arbeitslosenquoten im Juni 2014 – Länder und Kreise. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 1. Juli 2014.
  3. Quelle: destatis, Schuldenstand 31. Dezember 2012
  4. Quelle: destatis, Schuldenstand 31. Dezember 2012
  5. Zeitschrift der Bayerischen Vermessungsverwaltung (PDF; 753 kB)
  6. a b Gebiet, Flächennutzung. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 20. Juni 2012.
  7. Wetter in Bayern. BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH, abgerufen am 20. Juni 2012.
  8. http://www.die-bajuwaren.de/
  9. Dr. Daniel Schlögl - Stationen des Parlamentarismus in Bayern. Ein Überblick, in: Der Bayerische Landtag vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Probleme und Desiderate historischer Forschung, hg. von Walter Ziegler, München 1995
  10. Beziehungen Bayerns zu außereuropäischen Staaten und Regionen
  11. a b c Schulden der öffentlichen Gesamthaushalte: Bundesländer
  12. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/OeffentlicheFinanzen/Schulden/Tabellen/SchuldenLaender_311211.html
  13. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/OeffentlicheFinanzenSteuern/OeffentlicheFinanzen/Schulden/Tabellen/SchuldenLaender_311212.html
  14. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Meine Gemeinde/Stadt in Statistik kommunal. Abgerufen am 20. Mai 2012.
  15. https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online/
  16. Bruttoinlandsprodukt – In jeweiligen Preisen – 1991 bis 2011. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Februar 2012, abgerufen am 17. September 2012.
  17. Bayern boomt. In: netzwelt. 2. April 2007, abgerufen am 19. Juni 2012.
  18. Deutsche Wirtschaft wuchs 2006 rasant. In: Spiegel Online. 1. November 2007, abgerufen am 19. Juni 2012.
  19. Auch Bayerns Wirtschaft spürt die Krise. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 6. Februar 2009, abgerufen am 19. Juni 2012.
  20. Bayern 2009 in der Rezession. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 30. März 2010, abgerufen am 19. Juni 2012.
  21. Im Eilschritt aus der Rezession. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 30. März 2011, abgerufen am 19. Juni 2012.
  22. Bayerische Wirtschaft wächst 2011 um 2,9 Prozent. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 29. März 2012, abgerufen am 19. Juni 2012.
  23. Eurostat News: Regional GDP per inhabitant in the EU 27 (PDF; 374 kB)
  24. Regionales BIP pro Kopf im Jahr 2009. Europa.eu, abgerufen am 19. Juni 2012.
  25. Arbeitslosenquoten im Juni 2014 – Länder und Kreise. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 1. Juli 2014.
  26. Niedrigste Arbeitslosenquote im Ländervergleich (PDF). Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern, 31. Mai 2012, abgerufen am 19. Juni 2012 (PDF; 375 kB).
  27. Statistik der Bundesagentur für Arbeit
  28. Zensusdatenbank
  29. Tourismus in Bayern (Juni 2005). Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Juni 2005, abgerufen am 20. Juni 2012 (PDF; 632 kB).
  30. Tourismus in Bayern (Juni 2007). Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Juni 2007, abgerufen am 20. Juni 2012 (PDF; 646 kB).
  31. Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft: Energieversorger in Bayern (PDF; 109 kB), abgerufen am 1. August 2013
  32. Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren, abgerufen am 1. August 2013.
  33. Statista – Verteilung der Nettostromerzeugung in Deutschland nach Energieträger im Jahresvergleich 2001 und 2011, abgerufen am 1. August 2013
  34. Bundesländervergleich Erneuerbare Energien - Ergebnisse
  35. Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren, abgerufen am 1. August 2013.
  36. Bundesländervergleich Erneuerbare Energien - Ergebnisse
  37. Bayerisches Landesportal: Bericht aus der Kabinettssitzung. 8.4.2014
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  48. Hans Fischer: Die Geschichte des Turnens in Bayern. Eine historische Begegnung. 3. Auflage, Berlin 1958.
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  60. Humanistische Grundschulen in Fürth und München
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  62. a b c d Konfessionsstruktur (19./20. Jahrhundert). historisches-lexikon-bayerns.de. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  63. Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid)
  64. a b Deutsche Bischofskonferenz Statistik (PDF)
  65. a b Kirchenmitgliederzahlen am 31. Dezember 2010 (PDF; 454 kB) ekd.de. Abgerufen am 10. März 2012.
  66. a b Die Bayerische Landeskirche in Zahlen. www.bayern-evangelisch.de. Archiviert vom Original am 9. März 2008. Abgerufen am 21. Juni 2011.

48.94944444444411.395Koordinaten: 48° 57′ N, 11° 24′ O