Bayern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bayern (Begriffsklärung) aufgeführt.
Freistaat Bayern
Staatsflagge Bayerns
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Über dieses Bild
Staatsflagge Bayerns
Flagge
Bayerisches Staatswappen
Wappen
Landeshymne: Bayernhymne
Sprache: Deutsch
Landeshauptstadt: München
Fläche: 70.550,19 km²
Einwohnerzahl: 12.744.475 (30. Juni 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner pro km²
BIP (nominal): 522 Mrd. Euro (2014)[2]
Arbeitslosenquote: 3,4 % (Dezember 2015)[3]
Gründung: 8. Dezember 1946
Staatsform: parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland
Schulden: (inkl. Gemeinden) 39,117 Mrd. EUR[4] (31. Dezember 2014);
(exkl. Gemeinden) 26,139 Mrd. EUR[5]
(31. Dezember 2013)
ISO 3166-2: DE-BY
Website: www.bayern.de
Politik
Regierungschef: Ministerpräsident
Horst Seehofer (CSU)
Regierende Parteien: CSU
Sitzverteilung im Landesparlament:
    
Von 180 Sitzen entfallen auf:
Letzte Wahl: 15. September 2013
Nächste Wahl: Herbst 2018
Bundesratsstimmgewicht: 6
Topografische Karte Bayern.tif
Bavaria relief location map.jpg

Der Freistaat Bayern (Zum Anhören bitte klicken! [ˈbaɪ̯ɐn]a a, Abkürzung BY) ist eines der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland und liegt im Südosten Deutschlands. Mit rund 70.500 Quadratkilometern ist es das flächenmäßig größte und mit rund 12,7 Millionen Einwohnern nach Nordrhein-Westfalen das zweitbevölkerungsreichste deutsche Bundesland.

Als Binnenland grenzt Bayern an folgende Staaten: im Osten an Tschechien, im Südosten und Süden an Österreich und im Südwesten über den Bodensee an die Schweiz sowie an weitere deutsche Bundesländer. Im einzeln sind dies im Westen Baden-Württemberg, im Nordwesten Hessen, im Norden Thüringen und im Nordosten Sachsen. Die größte Stadt Bayerns ist die Landeshauptstadt München, gefolgt von Nürnberg und Augsburg. Der Freistaat hat im Süden Anteil am Hochgebirge der Ostalpen und dem bis zur Donau reichenden flachen Alpenvorland einschließlich der Schotterebene. Nördlich der Donau bestimmen Mittelgebirge wie etwa das Fichtelgebirge oder die Schichtstufen der Fränkischen und Schwäbischen Alb das Landschaftsbild.

Bayern ist eine parlamentarische Republik mit dem Bayerischen Landtag als Legislative und der Bayerischen Staatsregierung, an deren Spitze der Ministerpräsident als Regierungschef steht, als Exekutive. Grundlage der Politik ist die Verfassung des Freistaates Bayern, gemäß der Bayern ein Volks-, Rechts-, Kultur- und Sozialstaat ist. Die Bezeichnung Freier Volksstaat bzw. Freistaat als monarchiefreie Republiken trugen in Bayern erstmals 1918 zwei Staaten, mit der Ausrufung durch Kurt Eisner am 8. November 1918 der Freie Volksstaat Bayern und der Freistaat Coburg, der sich 1920 mit Bayern vereinigt hat.

Bereits im Jahre 555 n. Chr. soll ein bayerisches Stammesherzogtum existiert haben, das unter den Merowingern Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs wurde. Zwischen 1180 und 1805 wurde Bayern als Territorialherzogtum sowie im Zeitraum 1806 und 1808 als absolute Monarchie von den Wittelsbachern regiert. Durch die Gewährung der Verfassungen von 1808, 1818 und 1848 wurde Bayern konstitutionelle Monarchie. Napoleon Bonaparte erhob 1805 Bayern zum Königreich, die Proklamation des ersten Königs erfolgte am 1. Januar 1806. Damit war die vollkommene Souveränität verbunden.[6] Bayern konnte auf dem Wiener Kongress 1814 als eine der Siegermächte einen großen Teil der Gebietsgewinne behalten; unter anderem kamen das heutige Nordbayern, Teile Schwabens und die neugeschaffene linksrheinische Pfalz zu Bayern. 1918 brach die Wittelsbachermonarchie in der Novemberrevolution zusammen. Nach der Besetzung durch US-amerikanische Truppen wurde Bayern 1949 Teil der neu gegründeten Bundesrepublik. Es begann ein wirtschaftlicher Aufschwung und eine Entwicklung vom Agrarstaat zum modernen Industriestaat.

Bayern liegt fast vollständig im oberdeutschen Sprachraum. Traditionell gliedert es sich in die drei Landesteile Franken (heute die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken), Schwaben (gleichnamiger Regierungsbezirk) und Altbayern (Regierungsbezirke Oberpfalz, Ober- sowie Niederbayern).

Inhaltsverzeichnis

Etymologie und Schreibweise[Bearbeiten]

Die allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit „y“ geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern, vom 20. Oktober 1825 zurück, mit der die vorher geltende Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Diese Anordnung des Königs und seine Vorschrift des „griechischen“ Ypsilons steht im Zusammenhang mit dem Philhellenismus. Bis dahin wurde der Landesname üblicherweise mit „i“ geschrieben, wenngleich es ältere Belege mit einem „y“ gibt.

Der Stamm der einheimischen Bevölkerung Altbayerns (also ohne Franken und bayerisches Schwaben) wird aber weiterhin als die Baiern (in anderen Abschnitten auch Altbayern genannt) bezeichnet.[7] Vgl. auch: Bairisch bzw. Bajuwaren.

Der Begriff Bayern bzw. Baiern ist auf das Volk der Bajuwaren zurückzuführen. Der volle Name der Bajuwaren wird hergeleitet aus einem mutmaßlichen germanischen Kompositum *Bajowarjōz (Plural). Überliefert ist dieser Name als althochdeutsch Beiara, Peigira, latinisiert Baiovarii.[8] Es wird angenommen, dass es sich dabei um ein Endonym handelt. Hinter dem Erstglied Baio steckt das Ethnikon des zuvorbewohnenden keltischen Stammes der Boier, der im althochdeutschen Landschaftsnamen Bēheima ‚Böhmen‘ (germanisch *Bajohaimaz ‚Heim der Boier‘, spätlateinisch dann Boiohaemum) und im onomastischen Anknüpfungspunkte (Baias, Bainaib usw.)[9] erhalten ist. Das Zweitglied -ware bzw. -varii der Bewohnerbezeichnung Bajuwaren stammt aus *warjaz ‚Bewohner‘ (vgl. altnordisch Rómverjar ‚Römer‘, altenglisch burhware ‚Stadtbewohner‘),[10] die noch aus indogermanischer Zeit stammt (vgl. walisisch gwerin ‚Menschenmenge‘). Der Baiernname wird deshalb als ‚Männer aus Böhmen‘ gedeutet. Die Namensdeutung ist allerdings weiterhin umstritten.

Geographie[Bearbeiten]

Landschaft in den Bayerischen Alpen: Ramsau bei Berchtesgaden, im Hintergrund die Reiteralpe
Typische Allgäuer Voralpenlandschaft: Siggenhauser Weiher bei Amtzell (Baden-Württemberg)
Wörth an der Donau: Übergang der Donauebene (Gäuboden, Dungau), rechts – zum Bayerischen Wald, links

Gebiet und Landschaft[Bearbeiten]

Bayern liegt in Süddeutschland und umfasst:

Die Bayerischen Alpen im äußersten Süden Bayerns gehören den Nördlichen Kalkalpen an. Bayern ist das einzige deutsche Bundesland, das Anteil an den Alpen hat. Meist werden unter den Bayerischen Alpen nur die zwischen den Flüssen Lech und Saalach gelegenen Gebirgsteile verstanden. In diesem engeren Sinn zählen daher die Allgäuer Alpen, auf die sich das bayerische Staatsgebiet erst seit jüngerer Zeit erstreckt, und die Berchtesgadener Alpen nicht zu den Bayerischen Alpen. Er ist nicht mit dem Begriff der Bayerischen Voralpen, die nördlich an das Gebirge angrenzen, zu verwechseln. Letztere umfassen nur den bayerischen Anteil der Voralpen zwischen der Loisach im Westen und dem Inn im Osten. Während die Voralpen nur vereinzelt ausgeprägte Kalkfelswände zeigen, sind die Alpen durch die im Jungpleistozän entstandenen Kare, Seen und die typischen U-Täler durch Gletscher geprägt. Ablagerungen der eiszeitlichen Flüsse sowie vor allem die Gletscher ließen insbesondere im Alpenvorland eine hügelige Landschaft mit Seen und Mooren entstehen. Hier liegen etwa der Chiemgau, das Fünfseenland und das Allgäu.

Während zwischen den Alpen und südlich der Donau das Gelände flach bis hügelig ist, liegen nördlich davon mehrere Gebirge, die eine Höhe von über Tausend Metern erreichen, darunter beispielsweise der Bayerische Wald mit dem Großen Arber als höchsten Berg Ostbayerns und das Fichtelgebirge mit dem Schneeberg als höchsten Berg Frankens. Die Fränkische Alb als geologische Fortsetzung des Schweizer Juras und der Schwäbischen Alb zieht sich um einen Bogen durch den Norden Bayerns und schirmt Teile Frankens von Altbayern ab. Nördlich davon liegen zahlreiche Zeugenberge wie etwa der Hesselberg. Der äußerste Südwesten der Alb grenzt ans Nördlinger Ries, Rest eines während des Ries-Ereignisses vor etwa 14,6 Millionen Jahren entstandenen Einschlagkraters. Das Fränkische Keuper-Lias-Land, in dem etwa Aischgrund, Steigerwald und Frankenhöhe liegen, geht in die Mainfränkische Platten über. Südwestlich davon liegen die Mittelgebirge Odenwald, Spessart und Rhön. Die östliche Hälfte Bayerns wird hingegen von Mittelgebirgen wie dem Bayerischen Wald oder dem Frankenwald geprägt. Hier befindet sich das größte nicht zerschnittene Waldgebiet Mitteleuropas. Teile des Vogtlands liegen in Bayern. Der westliche Teil Unterfrankens als Bestandteil der Tiefebene des Rheins gehört zum Bayerischen Untermain.

Die niedrigste Stelle Bayerns ist mit 100 m der Wasserspiegel des Mains in Kahl am Main (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der Zugspitze (2962 m), des höchsten deutschen Berges im Wettersteingebirge. Alle 30 höchsten Berggipfel Deutschlands liegen in den Bayerischen Alpen, konzentriert in den Berchtesgadener Alpen, den Allgäuer Alpen und dem Wettersteingebirge.

Der geographische Mittelpunkt Bayerns liegt etwa 500 Meter östlich des Marktes Kipfenberg im Landkreis Eichstätt Lage48.94660711.404567. Historisch betrachteten sich mehrere Orte in Bayern als Mittelpunkt Europas. Seit dem EU-Beitritt Kroatiens am 1. Juli 2013 lag der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union im Landkreis Aschaffenburg, im Ortsteil Oberwestern der bayerischen Gemeinde Westerngrund (Lage50.1172869.247768).[11] Durch den Beitritt des französischen Übersee-Départements Mayotte, einer Inselgruppe in Nordwesten Madagaskars, hat er sich nochmals um 500 Meter verschoben (Lage50.680049.151501).

Gewässer[Bearbeiten]

Luftaufnahme des Brombachsees vom Westen aus in Richtung Staudamm. Auf der rechten Bildseite sind Ramsberg und der Bergrücken Schwarzleite zu sehen.

Bayerns großer Strom ist die Donau. Sie fließt in der Südhälfte des Landes von West nach Ost, gelangt bei Ulm auf das Landesgebiet und tritt bei Passau nach Österreich über. Ihre größten Nebenflüsse sind (stromabwärts):

Die vier südlichen Nebenflüsse entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Inn und Lech führen (wegen des langen Oberlaufs) bei ihrer Mündung meist etwas mehr Wasser als die Donau.

Im Heimatkundeunterricht wird zur Donau vielerorts folgender Merkspruch aufgesagt: „Brigach und Breg bringen die Donau zu weg. Iller, Lech, Isar, Inn, fließen rechts zur Donau hin. Wörnitz, Altmühl, Naab und Regen fließen links dagegen.“

Der größte Teil Frankens wird durch den Main von Ost nach West in den Rhein entwässert. In seinem markant geschwungenen Lauf bildet er das sog. Maindreieck und Mainviereck. Seine größten Nebenflüsse sind die Regnitz und Tauber von links und die Fränkische Saale von rechts. Im Nordosten Oberfrankens entspringen die linken Nebenflüsse der Elbe, die Sächsische Saale und die Eger.

In den Endmoränenlandschaften im südlichen Teil des nördlichen Alpenvorlandes gibt es viele Seen, die teilweise ins Gebirge hineinragen, etwa der Tegernsee, der Starnberger See und der Traunsee. Bayern hat Anteil am Bodensee, dem größten See Mitteleuropas. Der größte See innerhalb Bayerns ist der Chiemsee. Nördlich der Fränkischen Alb wurden die Stauseen des Fränkischen Seenlands gebildet. Sie dienen zur Wasserregulierung Nordbayerns, insbesondere der Wasserversorgung des Main-Donau-Kanals, einer wichtigen Wasserstraße in Nordbayern. In den Alpen wurde 1924 das Walchenseekraftwerk in Betrieb genommen, das das natürliche Gefälle zwischen dem als „Oberbecken“ fungierenden Walchensee und dem „Unterbecken“ Kochelsee zur Stromerzeugung nutzt.

Durch Teile Bayerns führt die Europäische Hauptwasserscheide. Sie trennt die Flusssysteme von Rhein im nördlichen und Donau im südlichen Teil Bayerns.

Entlang dem Nordrand der Alb gibt es etliche Steinerne Rinnen. Die etwa 150 Meter lange und 0,2 Meter hohe Käsrinne bei Heidenheim und die Steinerne Rinne bei Wolfsbronn mit 128 Metern Länge und 1,5 Metern Höhe sind die längsten dieser „wachsenden Bäche“ in Bayern. Siehe auch Liste der Steinernen Rinnen in Bayern.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Bayerns schönste Geotope: Gipskarstquelle Bodenloses Loch

In Bayern liegen der Nationalpark Bayerischer Wald und der Nationalpark Berchtesgaden. Von der UNESCO anerkannte Biosphärenreservate sind das Biosphärenreservat Berchtesgadener Land und das Biosphärenreservat Rhön. Es gibt 18 Naturparke in Bayern, das älteste ist das 1969 gegründete Naturpark Altmühltal.

In Bayern sind 587 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 158.694,03 Hektar ausgewiesen (Stand: 17. März 2009). Das entspricht einem Anteil von 2,25 Prozent an der Fläche des Bundeslands. Größtes Naturschutzgebiet sind die Allgäuer Hochalpen, kleinstes ist der Drabafelsen. In Bayern sind 698 Landschaftsschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 2.121.991,82 Hektar ausgewiesen (Stand: Mai 2015). Das entspricht einem Anteil von 30,07 Prozent an der Fläche des Bundeslands. In Bayern sind über 2.500 Geotope vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesen. Siehe dazu Geotope in Bayern. Einhundert besonders sehenswerte sind als Bayerns schönste Geotope ausgewiesen.[12] Zusätzlich sind viele Gebiete als Fauna-Flora-Habitate und Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen.

Ausdehnung und Flächennutzung[Bearbeiten]

Flächennutzung im Freistaat Bayern
Flächennutzung
am 31. Dezember 2012
Fläche
(km²)
Anteil
in Prozent
Landwirtschaft 34.703 49,2
Waldgebiete 24.732 35,1
Gebäude und Freiraum
(einschl. Friedhöfe)
4.207 6,0
Verkehr 3.400 4,8
Wasser 1.446 2,0
Flächen anderer Nutzung
(ohne Friedhöfe)
1.394 2,0
Erholung 391 0,6
Abbauland 153 0,2
Betriebsfläche ohne Abbauland 124 0,2

Mít 70.550,19 Quadratkilometern ist Bayern das flächenmäßig größte deutsche Bundesland und hat damit knapp 22.000 Quadratkilometer mehr Fläche als Niedersachsen. Der Freistaat entspricht etwa 19 Prozent der deutschen Staatsfläche. Bayern ist größer als die meisten Staaten Europas, etwa die Niederlande oder Irland.

Das Staatsgebiet Bayerns erstreckt sich von 47° 16′ bis zu 50° 34′ nördlicher Breite und von 8° 58′ bis 13° 50′ östlicher Länge. Bayern erstreckt sich in west-östlicher Richtung über maximal 384, in nord-südlicher über 362 Kilometer. Der südlichst gelegene Ort in Bayern ist Einödsbach, der westlichste Großwelzheim,[13] der nördlichste Weimarschmieden und der östlichste Breitenberg. Die südlichste Stelle Bayerns und ganz Deutschlands ist der Haldenwanger Eck. Die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) ist der Ortszeit an der äußersten Westgrenze des Landes um 24 Minuten und 8 Sekunden, an der äußersten Ostgrenze um 4 Minuten und 40 Sekunden voraus.[14]

Die Landesgrenze Bayerns ist insgesamt 2705 Kilometer lang. Bayern grenzt, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn an Baden-Württemberg (829 Kilometer Grenzlänge), Hessen (262 Kilometer), Thüringen (381 Kilometer), Sachsen (41 Kilometer), an die tschechischen Regionen Karlsbad, Pilsen und Südböhmen (357 Kilometer), an die österreichischen Länder Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg (816 Kilometer) sowie an den Schweizer Kanton St. Gallen (19 Kilometer), wobei der Grenzverlauf im Bodensee nicht festgelegt ist.

Bis 1990 bildete die Grenze zu Thüringen, Sachsen und der damaligen Tschechoslowakei einen Abschnitt des Eisernen Vorhangs. Sie stellte durch die Grenzsicherungsanlagen eine physisch nahezu unüberwindbare Trennung zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt dar. Bei Prex gab es ein Dreiländereck. Nicht zum bayerischen Staatsgebiet und daher nicht zum deutschen Bundesgebiet gehören die in Österreich gelegenen Saalforsten, die im privatrechtlichen Eigentum des Freistaates Bayern stehen. Andererseits gehört der Egerer Stadtwald, der historisch zur böhmischen Stadt Eger (tschechisch. Cheb) gehört, zum bayerischen Staatsgebiet und wird von einer Stiftung verwaltet.

Etwa fünf Sechstel (84,2 Prozent) der Fläche werden land- und forstwirtschaftlich genutzt. 11,5 Prozent sind Siedlungs- und Verkehrsflächen.[14]

Klima[Bearbeiten]

Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten ins Kontinentalklima über. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter null Grad Celsius, die Westwinde bringen durchschnittlich 700 mm Niederschlag, im Nordstau der Alpen lokal bis 1800 mm pro Jahr. Die mittlere jährliche Sonnenscheindauer beträgt 1600 bis 1900 Stunden.[15] Der wärmste Monat ist meist der Juli, kältester der Januar. Der Föhn beeinflusst das Wetter im gesamten Alpenvorland und kann stellenweise bis an die Fränkische Alb reichen. Der Norden Bayerns ist trockener und wärmer als der Süden;[16] die Region um Würzburg weist die meisten Sonnentage Süddeutschlands auf. Der Klimawandel zeigt sich auch verstärkt in Bayern: Gletscher schmelzen und extreme Wetterlagen, wie etwa das Hochwasser in Mitteleuropa 2013, nehmen zu.

Flora[Bearbeiten]

Bayern wäre von Natur aus hauptsächlich von Wäldern bedeckt. Im Flach- und Hügelland würden buchendominierte Mischwälder vorherrschen, die in den Gebirgen in Bergmischwälder übergehen würden. In den höheren Gebirgslagen würden Fichtenwälder vorkommen und die Flüsse würden von ausgedehnten Auwäldern begleitet. Nur die Gewässer und die Gebirgslagen oberhalb der Waldgrenze sowie Sonderstandorte wie Hochmoore wären natürlicherweise nicht bewaldet. Durch umfangreiche Rodungen für landwirtschaftliche Flächen und Siedlungen hat der Mensch bereits aber im Mittelalter die Waldfläche in Bayern zurückgedrängt. Aktuell sind mit 2,6 Millionen Hektar 36,9 Prozent der bayerischen Landesfläche bewaldet. Damit befindet sich rund ein Viertel der deutschen Wälder in Bayern. Die Baumartenzusammensetzung der Wälder in Bayern ist stark von der forstwirtschaftlichen Nutzung geprägt. Die häufigste Baumart in Bayerns Wälder ist die Gemeine Fichte mit 41,8 Prozent Flächenanteil, gefolgt von der Waldkiefer mit 17,9 Prozent, der Rotbuche mit 13,9 Prozent und den Eichen mit 6,8 Prozent Anteilen.[17] Besonders große Waldgebiete finden sich noch in den Mittelgebirgen in Nord- und Ostbayern, wie zum Beispiel im Spessart, im Fichtelgebirge, im Steigerwald und im Bayerischen Wald, sowie in den Bayerischen Alpen.

Dagegen sind insbesondere die Gegenden mit fruchtbaren Böden im Voralpenland, im Hügelland und in den Flussniederungen von überwiegend landwirtschaftlich genutzten Offenlandschaften mit Wiesen, Äckern und nur wenigen Einzelbäumen und kleineren Wäldern geprägt. Franken weist gebietsweise für Süddeutschland einzigartige Sandlebensräume auf, die als Sandachse Franken geschützt sind.[18] In den Flusstälern entlang von Main und Tauber wurde die Landschaft für den Weinanbau umgestaltet. Weit verbreitet sind Magerrasen, ein extensiv genutztes Grünland an besonders nährstoffarmen, „mageren“ Standorten. Besonders die Südliche Frankenalb mit dem Altmühltal ist gekennzeichnet von solchen Magerrasen. Viele dieser Gebiete sind als Schutzgebiet ausgewiesen.

Fauna[Bearbeiten]

Biberdamm am in diesem Teil des Flusses als Buxbach bezeichneten Banzerbach bei Veitserlbach

In den Wäldern Bayerns leben, wie in anderen Teilen Deutschlands, nur noch relativ wenige Großtierarten. Es gibt hier unter anderem verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe sowie Wildschweine und Füchse. In naturnahen Gebieten wie dem Fichtelgebirge leben Luchse und Auerhähne, aber auch Biber und Otter verbreiten sich wieder. Vereinzelt gibt es Sichtungen von seit längerem in Mitteleuropa ausgerotteten Tieren in Bayern, beispielsweise vom Wolf.[19] In hochalpinen Regionen leben der wieder eingebürgerte Alpensteinbock und das Murmeltier. Seltener ist die Gämse in einigen Mittelgebirgen, wie der der Fränkischen Alb, beheimatet. Der Steinadler kommt in den Bayerischen Alpen vor.

Geschichte[Bearbeiten]

Wappen des Königreichs Bayern
Das bairische Stammesherzogtum
im 8. Jahrhundert

Teil des Römischen Reiches[Bearbeiten]

Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns südlich der Donau Teil des Römischen Reiches. Nach Zusammenbruch der römischen Herrschaft bildete sich das Volk der Bajuwaren. Vermutlich haben sich die Bajuwaren aus verschiedenen Volksgruppen gebildet:

  • aus elbgermanischen Stämmen, insbesondere Markomannen, Narisker und Quaden, sowie ostgermanischen Rugiern
  • aus Resten der einheimischen keltischen Bevölkerung
  • aus im Land verbliebenen Römern
  • aus alemannischen, fränkischen bzw. thüringischen, ostgotischen und langobardischen Volkssplittern
  • aus Söldnern der römischen Grenztruppen

Es wird von einer Stammesbildung der Bajuwaren im eigenen Land, also dem Land zwischen Donau und Alpen ausgegangen.[20]

Hauptartikel: Bajuwaren

Stammesherzogtum[Bearbeiten]

Wie bereits oben erwähnt ist für das Jahr 555 n. Chr. die Existenz eines bairischen Stammesherzogtumes mit Sitz in Freising und Regensburg unter den Agilolfingern belegt, das unter den Merowingern Teil des fränkischen Herrschaftsbereichs Austrasien wurde. Der Sieg Karls des Großen über den Bayernherzog Tassilo III. 788 markiert das Ende des sogenannten Älteren Stammesherzogtums. Seit 788 bis zum Beginn des 10. Jahrhunderts gab es keinen baierischen Herzog. Die Karolinger regierten als bayerische Könige oder Unterkönige und setzten zur Herrschaftsausübung bisweilen Statthalter (Präfekten) ein.

Das jüngere Herzogtum Bayern in seiner maximalen Ausdehnung im 10. Jahrhundert

Der Niedergang der Karolinger ermöglichte ein Wiederaufleben der Eigenständigkeit der bayerischen Herzöge im sogenannten Jüngeren Stammesherzogtum. Nach Ende der Herrschaftsperiode der Karolinger kam es erneut dazu, dass die Eigenständigkeit der einzelnen Gebiete allmählich erstarkte. Unterstützt wurde dies durch die Bedrohung von außen durch die Ungarneinfälle ab etwa 862. Markgraf Luitpold von Bayern fiel 907 in der Schlacht von Pressburg in einer Niederlage gegen die Ungarn, jedoch wird das Datum durch den Antritt seines Sohns Arnulf I. als Herzog von Bayern gleichzeitig als Beginn des jüngeren baierischen Stammesherzogtums gesehen. Nach dem endgültigen Sieg von Otto I. in der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Ungarn erfolgte eine zweite Welle baierischer Ostsiedlung mit Gewinn von Gebieten im heutigen Niederösterreich, Istrien und der Krain. Der Streit mit den Ottonen führte wieder zu einer starken Abhängigkeit vom deutschen Königtum. 976 wurde der Südosten Bayerns als Teil eines neu geschaffenen Herzogtums Kärnten abgetrennt. Zusätzlich regierte das Geschlecht der Babenberger in der Marcha Orientalis (Ostarrichi) zunehmend unabhängiger vom bayerischen Herzog.

Als am 23. Januar 1002 Otto III. verstarb, erkannte Heinrich II., ein naher Verwandter des verstorbenen Kaisers und Herzog von Bayern, seine Chance, selbst König des Heiligen Römischen Reiches zu werden. Der Trauerzug wollte Otto III. in Aachen, der ehemaligen Königspfalz Karls des Großen, beisetzen. Dabei kam der Zug auch durch Bayern. Heinrich II. ließ in Polling den Leichnam unter seine Kontrolle bringen und erzwang die Herausgabe aller Königsinsignien. Durch diese List und Versprechen an andere Fürsten setzte sich Heinrich II. durch. Am 1. November 1007 erreichte Heinrich II. auf der Reichssynode in Frankfurt am Main die Gründung des Bistums Bamberg. Es lag an der Grenze zu den heidnischen Slawen und sollte der Region Schutz vor slawischen Überfällen bieten. Zugleich hoffte Heinrich II. darauf, mit Bamberg den christlichen Glauben zu festigen. Nach mittelalterlichem Verständnis sicherte er sich so sein Seelenheil. Heinrich II. stellte beim Papstbesuch Benedikts VIII. sein Bistum unter den Schutz des Papstes und machte es damit für die Bischöfe von Würzburg und Eichstätt, denen Heinrich mit dem Bamberger Bistum Teile ihres Herrschaftsbereiches nahm, unangreifbar. Tatsächlich sollte das Bistum Bamberg noch bis 1802 Bestand haben. Darüber hinaus hatte seit 120 Jahren kein Papst mehr sich nördlich der Alpen aufgehalten. Die Thomaskapelle in der heutigen Alten Hofhaltung wurde von Benedikt VIII. geweiht. Ein deutlicher Gunsterweis, der Heinrichs Herrschaft von Gottes Gnaden betonte. Auch der Heinrichsdom wurde in Bamberg am 6. Mai 1012 in Anwesenheit von 45 Bischöfen eingeweiht. 50 000 mit Stein beladene Ochsenfuhren waren für den Dom notwendig. Doch im Jahr 1080 brannte der Dom auf. Nur wenige Teile blieben erhalten. Der jetzige Bamberger Dom ist der dritte. Die beiden Vorgängerbauten gingen durch Brände verloren. Heinrich II. beschenkte Bamberg mit zahlreichen Ländereien und stiftete zusätzlich Klöster. Nachdem Heinrich II. am 13. Juli 1024 verstarb, verlagerte sich das Zentrum des Heiligen Römischen Reiches mit den Salier-Königen in die Region um Speyer.

Ab 1070 kam es unter den Welfen zu einem Wiedererstarken der Macht der bayerischen Herzöge. Heinrich der Löwe besaß eine fast königliche Machtfülle. Da er den Staufer Friedrich I. militärisch in Italien unterstützt hatte, belehnte Friedrich den Welfen auch mit Bayern. Die Herzogtümer Sachsen und Bayern befanden sich damit in der Hand Heinrichs. Um seine eigenen Kassen durch Zoll aufzufüllen, gründete Heinrich der Löwe auch München. Durch die dort angelegte Brücke wollte er an dem Salzhandel teilhaben. Ob er allerdings in Freising die konkurrierende Brücke tatsächlich in Brand setzte, ist unter Historikern umstritten. Nicht einmal die Jahreszahl für diesen Vorfall gab der Bischof von Freising an. Es ist also gut möglich, dass er lediglich den rechtfertigenden Versuch unternahm, die Macht Heinrichs zurückzudrängen. Am Ende des 12. Jahrhunderts war München nicht größer als der Raum zwischen dem heutigen Rathaus und dem Dom. Zum Schutz vor Angriffen ließ Heinrich der Löwe die erste Stadtmauer erbauen.

Am 11. November 1180 stürzte Friedrich I. Barbarossa in Erfurt auf Betreiben der Fürsten Herzog Heinrich den Löwen, den Herzog von Bayern und Sachsen. Das Herzogtum Bayern wurde durch die Abtrennung der Steiermark und der andechsischen Markgrafschaft Istrien weiter verkleinert. Friedrich I. belehnte nun den Wittelsbacher Otto I. als Herzog von Bayern. Bis 1918 werden sie sich halten können.

Territorialherzogtum[Bearbeiten]

Von 1180 bis 1918 wurde Bayern als Territorialherzogtum von den Wittelsbachern regiert. Es erlebte von 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in verschiedene nebeneinander bestehende Herzogtümer.

In einer kurzen Zeit der Wiedervereinigung erlangte Ludwig IV. 1328 als erster Wittelsbacher die Kaiserwürde, was für Bayern einen neuen Höhepunkt der Macht bedeutete. Ludwig erhielt 1314 nach dem Tod des Luxemburgers Heinrich VII. jedoch nur die Hälfte der Reichsfürstenstimmen. Die Herrschaft Ludwigs IV. als König war damit keineswegs gefestigt. Er brauchte mächtige Verbündete, um sich gegen seinen Rivalen Friedrich von Habsburg durchsetzen zu können. Diese entscheidende Hilfe erlangte er durch die Förderung der ökonomisch starken Städte. Regensburg war zum Beispiel in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts die wichtigste Stadt Bayerns und die zweitgrößte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. 40 Mal hat Ludwig die wohlhabende Handelsstadt aufgesucht. Denn Regensburg lag für den Handel besonders günstig. Die Donau stellte eine natürliche Ost-Westverbindung dar. Die Steinerne Brücke verband Norden und Süden miteinander. Darüber hinaus war sie die einzige Brücke an der Donau zwischen Ulm und Wien. Die Geschlechtertürme zeugen noch heute vom Selbstbewusstsein der aufstrebenden Patrizier. Tatsächlich beinhalteten sie nur eine Etage und waren damit hauptsächlich ein Statussymbol. Im Mittelalter wurden die Dächer der Geschlechtertürme nicht vollständig abgeschlossen, um sie jederzeit weiter aufstocken zu können. 1322 trug Regensburger Geld zum Sieg Ludwigs in der Schlacht von Mühldorf bei. Ludwigs Rivale Friedrich von Habsburg wurde zweieinhalb Jahre bei Landshut gefangen gehalten. Kurz darauf ließ Ludwig jedoch Friedrich zum Mitkönig erheben und erreichte so kurzzeitig eine Aussöhnung mit den ihm feindlich gegenüber stehenden Fürsten. Eine Hauptstadt kannte das Herzogtum Bayern noch nicht. 80 000 km legte Ludwig im Sattel zurück. Nur durch sein persönliches Erscheinen konnte er sich vor Ort gegenüber den dortigen Fürsten durchsetzen. Wegen seiner Bemühungen, die kaiserliche Autorität auch in Italien zu stärken, geriet er in Konflikt mit Papst Johannes XXII. Um Ludwig nicht als König des Heiligen Römischen Reiches zu bezeichnen, verwendete der Papst die Bezeichnung "Bavarius" (aus Bayern). Ludwig konnte die Hausmacht der Wittelsbacher ganz erheblich erweitern. Doch es sollte sich zeigen, dass die für das Mittelalter doch sehr großen Entfernungen der zerstreuten wittelsbachischen Gebiete eine effektive Verwaltung erschwerten. Im Hausvertrag von Pavia von 1329 teilte Ludwig daher den Besitz in eine pfälzische Linie mit der Rheinpfalz und der später so genannten Oberpfalz und in eine altbayerische Linie.

Nach seinem Tod am 11. Oktober 1347 versuchten seine Söhne zunächst gemeinsam zu regieren. Jedoch gaben sie mit dem Regensburger Vertrag von 1353 diesen Plan auf. Es kam zu einer weiteren Landesteilung. Das kleinste dieser so genannten Teilherzogtümer war Straubing-Holland. Es umfasste die Gebiete Hennegau, Seeland, Holland, Friesland und Straubing. Da die westlichen Gebiete wesentlich größer und wohlhabender waren als die niederbayerischen, regierten die Herzöge von Straubing-Holland meist in Den Haag. Um jedoch nicht das über 800 km von Den Haag entfernte Straubing an illoyale Fürsten zu verlieren, richteten die Herzöge einen Kurierdienst zwischen Straubing und Den Haag ein. Die Herzogsburg in Straubing war meist nur Verwaltungssitz des sogenannten Vitztumamtes, d. h. der Stellvertreter der abwesenden Herzöge. Der Schriftverkehr der Straubinger Kanzlei nahm in dieser Zeit beträchtlich zu. Durch Urbarbücher gelang es, akkurat die Besitzverhältnisse im Land zu protokollieren und damit die Einnahmequellen zu erweitern. Auch durch die Ausbreitung schriftlicher Gesetze (Rechtssicherheit) konnte der Herzog der Selbstjustiz und den Fehden der Adligen in seinem Territorium vorbeugen. Das trug ganz erheblich zu einer Stärkung der monarchischen Gewalt gegenüber den Fürsten bei. Durch Privilegien, etwa die Erlaubnis, eine Stadtmauer bauen zu dürfen, und den militärischen Schutz der Stadt durch die Herzöge wurden auch die Patrizier, die Händlerfamilien, in Straubing gestärkt. Denn der Boden ist hier besonders fruchtbar. Der Überschuss an Getreide und Vieh wurden von den Bauern auf dem 600 m langen und sogar bereits gepflasterten Marktplatz verkauft. Was an Getreide nicht beim ersten Mal verkauft wurde, wurde in einem Lagerhaus für den späteren Verkauf gelagert, maximal eine Woche. Auch niederländische Händler brachten etwa Hering in die Stammlande der Herzöge. Gaststätten und Unterkünfte schossen für durchreisende Händler und Pilger aus dem Boden. Der Erfolg der Stadt führte dazu, dass der um 1393 fertiggestellte und 68 Meter hohe Stadtturm nicht mehr ausreichte, um die Stadt gänzlich im Überblick zu behalten. Der Türmer hatte die Pflicht, Feuer frühzeitig zu entdecken oder feindliche Soldaten zu melden. Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Herzöge von Straubing-Holland erbte der eng mit ihnen verwandte Herzog von Burgund im Jahr 1433 die Provinzen Holland, Seeland, Friesland und die Grafschaft Hennegau. Schon 1429 wurde der niederbayerische Besitz von den Herzögen von Bayern-Landshut, Bayern-Ingolstadt und Bayern-München aufgeteilt. Viele andere von Ludwig IV. hinzugewonnenen Gebiete wie Brandenburg und Tirol, gingen unter seinen Nachfolgern sehr bald wieder verloren. Tirol fiel 1363 an die Habsburger und Brandenburg 1373 an die Luxemburger. Mit der Goldenen Bulle 1356, die teilweise auch in Nürnberg entstand, ging die Kurfürstenwürde für die altbayerische Linie an die Pfalz verloren. Zum ersten Mal in der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches wurde in diesem Dokument festgelegt, dass sieben Kurfürsten den König wählen sollten. Damit war ein Gegenkönigtum, wie es noch Ludwig IV. erlebt hatte, ausgeschlossen. Der aus dem mächtigen Luxemburger Geschlecht stammende Kaiser Karl IV. erhielt so zwei Wahlstimmen (Brandenburg und Böhmen). Er verhinderte damit die Wahl eines Wittelsbachers bis in das 18. Jahrhundert hinein. Zudem musste der gewählte König seinen ersten Hoftag in Nürnberg halten. Daran erinnert an der Frauenkirche am Hauptmarkt noch heute der im 16. Jahrhundert angefertigte Männleinslauf. Die Figuren der sieben Kurfürsten umkreisen Karl IV. in der Mitte. 52 Mal hielt sich Karl IV. in Nürnberg auf und genehmigte den Abriss des Judenviertels für einen vom Stadtrat angestrebten großen Platz: dem heutigen Hauptmarkt. Eigentlich zahlten die Juden seit dem Stauferkaiser Friedrich II. Schutzgelder an den König, damit dieser ihnen militärischen Schutz gewährte. Doch Karl IV. versagte in dieser Funktion. Vom 5. bis 7. Dezember 1349 fiel die Bevölkerung über die Juden her. Viele von ihnen wurden gewaltsam erschlagen oder verbrannt. 562 Menschen starben. An Stelle der Synagoge stiftete Karl IV. die Frauenkirche. Ein eingravierter Davidstern am Boden der Frauenkirche erinnert heute noch an dieses Verbrechen. Während der Pest kam es in vielen Städten zu grausamen Judenpogromen. Hauptgrund war dabei, dass Juden im Unterschied zu der christlichen Bevölkerung nach päpstlichen Recht Zinsen für das Ausleihen von Geld nehmen durften. Das war auch notwendig. Denn auf den nur schlecht gepflasterten Wegen war man mit seiner Handelsware oft wochenlang unterwegs und Raubüberfällen ausgeliefert. Aufgrund dieses Risikos mussten die Regensburger Juden durchschnittlich 180 % des Wertes ihrer Auszahlung an die Patrizier zurückfordern. Die christlichen Händler häuften dadurch Schulden bei den Juden an. Die Pest wurde zur Gelegenheit, sich durch Mord an "den" Juden seiner Schulden (und Schuldbriefe) bei ihnen zu entledigen.

1447 fiel Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut. Durch Silberminen in Tirol, Salz- und Getreidehandel begünstigt, begann in Landshut die Herrschaft der drei sogenannten "Reichen Herzöge": Heinrich XVI. (1393-1450), Ludwig IX. (1450-1479) und Georg der Reiche (1479-1503). Den Höhepunkt der höfischen Festlichkeiten stellte die Landshuter Hochzeit dar. Da erst 1453 das christliche Konstantinopel an die Osmanen gefallen war, schlossen der polnische König und Ludwig IX. von Bayern-Landshut ein Heiratsabkommen, was ein gegenseitiges politisches Bündnis bedeutete. 1475 organisierten zur Hochzeit 146 Köche des Herzogs 20000 Hühnereier, 320 Ochsen, 11500 Gänse usw. Da der Herzog den Wirten der Stadt verbot Essen und Trinken auszugeben und damit selbst alle Kosten des Festes und der Stadtversorgung trug, demonstrierte Ludwig seine wirtschaftliche Macht. 1503 fiel Bayern-Landshut im Landshuter Erbfolgekrieg an Bayern-München.

Durch das Primogeniturgesetz vom 8. Juli 1506 sollten die Landesteilungen ein Ende finden. Nur dem ältesten Sohn des regierenden Herzogs solle nun die Nachfolge offen stehen. Weitere Söhne durften nur noch den Titel eines Grafen tragen und erhielten zur Abfindung jährlich 4000 Gulden. Doch diese Regelung Albrechts IV. war für ihre Zeit sehr ungewöhnlich und sollte nicht ohne Anfechtung bleiben. Nach dem Tod Albrechts IV. 1508 und dem Ende der Vormundschaft 1511 seines ältesten Sohnes Wilhelm IV. wurde dieser zunächst ganz im Sinne des Primogeniturgesetzes Herzog von Bayern. Traditionell hatte nahezu jeder Herzog zu Beginn seiner Regentschaft den Landtag einberufen, d. h. von den Ständen Steuern bewilligt. Die Stände waren also ein wichtiger Machtfaktor im Land und konkurrierten mit den Herzögen um den politischen Vorrang. Wilhelm IV. musste wegen seiner Geldnot jedoch 1514 einen Landtag in München einberufen. Das war für den zweitgeborenen Sohn Albrechts IV. die Gelegenheit, durch ein Bündnis mit den Landständen seinen eigenen Herrschaftsanspruch durchzusetzen. Der 1495 geborene Ludwig wurde bis dahin nur auf ein geistliches Amt in Freising vorbereitet. Allerdings wendete er bei seiner jetzt eingetretenen Volljährigkeit ein, dass das Primogeniturgesetz nach seiner Geburt in Kraft getreten war und damit für ihn ungültig sei. Außerdem gewann er einen mächtigen Verbündeten: Kaiser Maximilian I. von Habsburg. Dieser hatte das Primogeniturgesetz aus machtpolitischen Gründen noch nicht formal unterschrieben und erkannte es nicht an. Am 3. März 1515 gab Wilhelm IV. unter dem Druck der Landstände nach und stimmte einer Mitregierung zu. Jedoch hätte dies unter den gegebenen Umständen seine Autorität herausgefordert und die monarchische Gewalt stark geschwächt. Daher zog er sich nach Burghausen zurück. Die Lage schien doch noch in einen Krieg zu eskalieren. Im Oktober 1514 söhnten sich Wilhelm und Ludwig jedoch wieder aus. Mit diesem Schachzug wollten sie die Landstände wieder in die Schranken weisen. 1516 erhielt Ludwig X. ein Drittel des Herzogtums Bayerns. Während seiner Beteiligung an diplomatischen und militärischen Züge Kaiser Karl V. in Italien bekam er 1536 in Mantua einen Eindruck von der Palastarchitektur der Renaissance. Dies bewog ihn, den Deutschen Bau seiner Landshuter Residenz mit einem italienischen Bau zu ergänzen. Die dortige Residenz war der erste Renaissancepalast nördlich der Alpen und wurde ein wichtiges Zentrum für Gelehrte und Künstler.

Eine weitere Herausforderung für Bayern waren die im Zuge der Reformation aufgeworfenen religiösen Fragen. Martin Luther stellte infrage, dass die Kirche Vermittler zwischen Mensch und Gott sein könne, prangerte den Ablasshandel an usw. Spätestens nach der Bannung Martin Luthers durch den Papst im Jahr 1521 entschlossen sich die frommen Herzogsbrüder für die katholische Konfession in ganz Bayerns. In der Grünwalder Konferenz am 5. März 1522 wurde dies festgeschrieben.

Doch durch die gedruckten Flugblätter verbreitete sich die Lehre Luthers im ganzen Heiligen Römischen Reich. Augsburg wurde zu einem wichtigen Druckerei-Zentrum. Mit dem Status als Reichsstadt unterstand Augsburg nur dem Kaiser und nicht den bayerischen Herzögen. Doch der katholische Kaiser Karl V. war im Kampf um die Vorherrschaft in Norditalien gegen den französischen König Franz I. gebunden und konnte so zunächst nicht eingreifen. Am 8. Mai 1524 weihte ein Pfarrer in der Barfüßerkirche (Augsburg) Weihwasser und las seine Predigt in lateinischer Sprache. Dies waren katholische Bräuche, was in der Stadt für Protest sorgte. Der Mönch Johannes Schilling wetterte gegen die Handelsgesellschaften und den Rat. Er verband sozialkritische Ideen mit reformatorischen. Gerade bei den ärmeren Augsburgern gewann er großen Zuspruch. So forderte er zum Beispiel die Abschaffung des Zehnten d. h. der Abgaben an die Kirchenherren. Schließlich verbannte der Rat Schilling aus Augsburg. Als Reaktion darauf versammelten sich vor dem Rathaus 2000 Aufständische. Der Stadtschreiber des Rates Konrad Peutinger versprach der Masse die Rückkehr des Mönchs. Doch dieser wurde vom Rat ständig eingeschüchtert und verließ im November 1524 endgültig die Stadt. 600 Söldner wurden zum Schutz des Rates in die Stadt geholt. Der Rat hatte so den Schillingaufstand gewonnen. Um die religiöse Frage im Reich zu lösen, lud Kaiser Karl V. 1530 nach Augsburg. Die Wahl von Augsburg war kein Zufall. Die Stadt lag zum einen günstig auf der Reiseroute des gerade in Bologna gekrönten Kaisers. Zum anderen lebten in der Stadt die Geldgeber Karls V. Ohne die Geldverleiher Fugger wäre Karl V. wohl nicht Oberhaupt des Heiligen Römischen Reiches geworden. Als Obrigkeit einer Reichsstadt musste der Rat nun seine Untertänigkeit beweisen und dem Herrscher huldigen. Auf der Oberen Lechbrücke überreichte der Rat Karl einen goldenen Pokal mit 3000 Dukaten. Anschließend zogen der Kaiser und andere wichtige Fürsten des Reiches mit ihrem Gefolge zum Rathaus.

Am 25. Juli 1530 trug der kursächsische Rat die Confessio Augustana vor (Augsburger Bekenntnis). Dieser Kompromiss zur Aussöhnung zwischen Katholizismus und Protestantismus scheiterte. 1535 beschloss der Augsburger Rat die protestantische Konfession der Stadt. 1537 wurde dort die Abhaltung jedes katholischen Gottesdienstes verboten. Mönche und Nonnen mussten die Stadt verlassen. Die prunkvolle Ausstattung der Kirchen wurde geplündert. Damit machte sich die Stadt ihren Schutzherren Karl V. zum Feind. Die Stadt brauchte einen neuen Verbündeten und schloss sich dem Schmalkaldischen Bund, einem militärischen Zusammenschluss protestantischer Fürsten und Städte, an. Die Augsburger Fugger sahen ihren Wohlstand darin gefährdet. Denn die Habsburger hatten ihnen den lukrativen Bergbau in Tirol verliehen. Sie brauchten also den Kaiser und finanzierten Karl V. im Gegenzug ein großes Heer. Am 24. April 1547 besiegte eine Übermacht von 27 000 kaiserlichen Soldaten die 7000 des Schmalkaldischen Bundes in der Schlacht von Mühlberg. Im nächsten Reichstag in Augsburg von 1547/1548 diktierte Karl V. den besiegten Fürsten seine Bedingungen. Auch der Augsburger Stadtrat wurde entmachtet und durch einen katholischen ersetzt. Außerdem erhielt Augsburg einen kaiserlichen Statthalter. Den Stadtrat bildeten nun hauptsächlich die Patrizier. In Augsburg fertigte der berühmte Maler Tizian auch das Gemälde „Kaiser Karl V. in der Schlacht von Mühlenberg“. Doch trotz dieser Erfolge ließ sich die religiöse Einheit des Reiches nicht mehr herstellen. So wurde 1555 der Augsburger Religionsfrieden unter Ferdinand I. als Vertreter des Kaisers unterzeichnet. Beide Konfessionen wurden vorübergehend gleichberechtigt. Dies galt jedoch nur auf der Ebene zwischen den Fürsten des Reiches. Jeder Landesherr konnte nun durch den Augsburger Religionsfrieden die Konfession seiner Untertanen auf rechtlicher Grundlage bestimmen. Der Jurist Joachim Stephani kommentierte dies im Jahr 1609 mit dem lateinischen Satz: "Cuius regio, eius religio" (zu deutsch: "Wessen Land, dessen Religion"). Damit war auch die Grundlage für die so genannte Gegenreformation in Bayern geschaffen.

Vor allem der katholische Herzog Maximilian I. von Bayern war wegen seiner Erziehung durch Jesuiten von dem Gedanken durchdrungen, sein Land nach göttlicher Ordnung zu strukturieren. Nach seinem Verständnis musste er als eine von Gott in sein Amt eingesetzte Person Gott Rechenschaft für sich und seine Untertanen ablegen. Daher war er an der finanziellen Sanierung des Staates sowie des Aufbaus eines effektiven Rechts- und Verwaltungssystems interessiert. Von Juristen ließ er den Codex Maximilianeus ausarbeiten. Es galt als erstes Gesetzbuch in Ober- und Niederbayern. Maximilian I. erreichte also eine erstmalige Rechtseinheit des Herzogtums Bayern. Mit Visitationen, d. h. Aufsichtsbesuchen, ließ der Herzog Beamte, Juristen und Ratsherren kontrollieren. Monatlich mussten Beamte Berichte über die Amtsführung verfassen. Dabei ging es immer auch um die staatliche Kontrolle einer frommen Lebensführung. Mithilfe eines Polizeiapparates strebte Maximilian sogar danach, dem Volk religiöse Bräuche aufzuzwingen. Es stand teilweise unter harten Strafen, wenn man nicht regelmäßig die Messe der Kirche besuchte. Auch sollte jeden Donnerstag eine Sakramentsprozession abgehalten werden und dabei sollten Beamte mit einer Kerze in die Kirche einziehen. Maximilian I. befahl überall zur neuen Verehrung von Maria als bayerischer Schutzpatronin den Bau von Hausmadonnen, Mariakapellen und Mariasäulen. Sie sollten das Volk zum Gebet ermahnen und wurden im 1618 ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieg zum Propaganda-Symbol Bayerns.

In der Schlacht am Weißen Berge bei Prag schlugen seine in der Katholischen Liga, einem militärischen Zusammenschluss von katholischen Herrschern, organisierten Truppen die Armee seines protestantischen Vetters Friedrich V. von der Pfalz. Die hauptsächlich von Maximilian gestützte und gestellte Katholische Liga war ein bedeutendes Machtwerkzeug für den bayerischen Herzog, auf das auch der katholische Habsburger-Kaiser Ferdinand II. nicht verzichten konnte. Trotzdem brauchte es weitere jahrelange Verhandlungen, ehe Ferdinand II. Maximilian I. die Kurwürde der besiegten Pfalz zugestand. Erst 1623 kleidete der Kaiser den bayerischen Herzog mit dem Hut und Mantel eines Kurfürsten. Mit diesem symbolischen Akt in Regensburg war nun der achte kurfürstliche Rang verliehen worden. Die von den bayerischen Feldherrn Tilly besetzte Pfalz ging als Kriegsentschädigung erst 1628 in bayerischen Besitz über. In der protestantischen Pfalz führte Maximilian I. die Rekatholisierung mit besonderer Härte durch. Nicht-Katholiken, darunter auch viele gebildete und finanzstarke Personen, verließen das Land. Die Pfalz verarmte in dieser Folge. Bayern wurde im Dreißigjährigen Krieg besonders stark verheert. Ursache war der Vorstoß katholisch-kaiserlicher Truppen bis an die norddeutsche Küste. Dadurch fühlte sich der protestantische Schwedenkönig Gustav Adolf herausgefordert und sah die Vorherrschaft Schwedens im Ostseeraum als bedroht an. Am 6. Juli 1630 landete er auf Usedom und schlug am 17. September 1631 in der Schlacht bei Breitenfeld die Katholische Liga vernichtend. Nach dem Winter rückte der König von Schweden auch in Bayern ein. Da ein Tross zur Versorgung zu kostspielig für die Heere des Dreißigjährigen Krieges gewesen wäre, musste die Zivilbevölkerung des gerade eroberten Gebietes dafür aufkommen. Getreu dem Leitsatz der Zeit: Der Krieg ernährt den Krieg. Auch die Reichsstadt Dinkelsbühl musste fürchten, von den Schweden eingenommen zu werden. Zwar hatten habsburgisch-kaiserliche Regimenter die Verteidigungsanlagen geprüft, Palisaden errichten lassen, einen Ausbau der Wachen angeordnet und einen Eid der Bürger verlangt, sich mit Blut und Gut zu verteidigen, doch militärische Unterstützung erhielt die Stadt letztlich nicht.

Im März 1632 erreichten schwedische Truppen die Region und blockierten Ende April 1632 die Straßen zur Stadt. Mit der Methode, die Versorgungswege zu unterbrechen und die Stadt auszuhungern, zwangen die Schweden den Rat zu Verhandlungen. Die Stadt wurde am 11. Mai 1632 am Wörnitztor kampflos übergeben. Die Bürgern wurden entwaffnet, die Tore von schwedischen Soldaten besetzt. Ende September 1632 kam König Gustav Adolf selbst für drei Tage nach Dinkelsbühl und quartierte sich in den Gasträumen der Ratstrinkstube am Marktplatz ein. Seine Soldaten bezogen die Wohnungen der Bürger und konnten von diesen freie Kost und Bedienung einfordern. Auf Kosten der Stadt wurden dem König und seinem Gefolge unter anderem Gänse, Hühner, Flusskrebse, Bier und Wein serviert. Die Kosten der sich in diesem Krieg noch mehrfach wiederholende Einquartierungen zerrütteten die Finanzen und sorgten für eine Verarmung der Stadtbevölkerung. Sogar Handelsrouten verschoben sich durch den Dreißigjährigen Krieg zu ungunsten von Dinkelsbühl. Da die Bauern vor den heranrückenden Schweden in befestigte Städte oder den Wald flüchteten, blieb die Ernte auf der Strecke. Es kam zu fürchterlichen Hungersnöten, die noch zusätzlich das Immunsystem anfällig für Seuchen wie die wiederaufflammende Pest machten. 1634 starben zum Beispiel ein Drittel der Münchener an der Pest. Erst mit der von ihnen verlorenen Schlacht bei Nördlingen am 5. und 6. September 1634 brach die Machtstellung der Schweden in Bayern zusammen. Doch auch die kaiserlichen Truppen ließen das Land ausplündern und zerstören. Der menschliche und wirtschaftliche Schaden sollte noch lange nach dem Dreißigjährigen Krieg anhalten. Das Gewerbe in München erreichte erst gut eineinhalb Jahrhunderte später wieder den Stand von 1618. Maximilian I. musste Getreide aus Ungarn ankaufen lassen. Auch der Eintritt Frankreichs auf die Seite Schwedens fachte den Krieg weiter an. Erst 1648 endete der Dreißigjährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück. Maximilian I. entließ seine Armee und schaffte es binnen drei Jahren, die Staatsfinanzen zu sanieren. Er starb am 27. September 1651.

Im Jahr 1679 bestieg mit Max II. Emanuel ein typischer Vertreter des Absolutismus den Thron. Prägend im Zuge seiner Großmachtpolitik waren zwei Ziele: Erstens der Aufbau einer schlagkräftigen Armee. So erhöhte er bereits bei seinem Regierungsantritt die Militärausgaben um das Vierfache. Zweitens eine Ranghöhung zum König. Jedoch waren diese Ziele für Bayern als Mittelmacht und wegen seiner geografischen Lage zwischen den Großmächten Österreich und Frankreich nicht realisierbar, was letztlich in die Katastrophe des Spanischen Erbfolgekrieges münden sollte. Am Anfang seiner Herrschaft unterstützte Max II. Emanuel den Habsburger-Kaiser Leopold I. erfolgreich gegen die Osmanen. So waren 10 500 bayerische Soldaten bei der Schlacht des Kahlenberges beteiligt, durch welche die zweite Türkenbelagerung von Wien beendet werden konnte. Im Gegenzug dafür wurde die Heirat zwischen dem bayerischen Kurfürsten und Maria Antonia, der Tochter Leopolds I. und Nichte des spanischen Königs Karl II., arrangiert. Damit machte sich Max Emanuel Hoffnungen auf den spanischen Thron mitsamt den reichen Kolonien. Doch die Ansprüche banden sich nicht direkt an Max Emanuel. Der spanische König Karl II. erkannte nur Maria Antonia und nach deren Tod am 24. Dezember 1692 ihren Sohn Joseph Ferdinand als seinen Nachfolger an. Von Joseph Ferdinand hing also die bayerische Thronfolge in Spanien ab. Bei einer Vereinigung Bayerns mit dem Königreich Spanien wäre aus Sicht der großen Fürstenhöfe keine bedrohliche Hegemonie, d.h. Vormacht Europas zu fürchten gewesen. Ganz anders würde es sich jedoch bei Frankreich und Österreich verhalten. Mit dem Tod Joseph Ferdinands am 6. Februar 1699 erkannte König Karl nun jedoch den Enkel Ludwigs XIV. als seinen einzigen Erben an. Im schließlich 1702 ausgebrochenen Spanischen Erbfolgekrieg zwischen Frankreich und Österreich versuchte Max Emanuel, durch die Unterstützung einer der beiden Seiten doch noch eine Rangerhöhung zum König und Gebietserweiterungen zu erreichen. Eine mit seinem bayerischen Territorium geschlossene Gebietserweiterung konnte er nur auf Kosten des Heiligen Römischen Reiches machen. Somit kam nur ein Bündnis mit dem Frankreich Ludwigs XIV. gegen Großbritannien und Österreich zustande. Die Entscheidungsschlacht fand bei Höchstadt etwa 40 km nordwestlich von Augsburg auf bayerischem Territorium am 13. April 1704 statt. Die Armeen waren etwa gleich stark. Zwar verfügten die Franzosen und Bayern über mehr Kanonen, dafür aber weniger Kavallerie. Außerdem setzte der Herzog von Marlborough, ein Militärgenie seiner Zeit, vor allem auf die Beweglichkeit seiner Truppen. Zur Ablenkung vom Zentrum, seinem eigentlichen Ziel, lenkte er zunächst Angriffe auf die Flügel der Gegner. Dann gelang es ihm mit einem konzentrierten Geschützfeuer und seiner Kavallerie durch das geschwächte Zentrum durchzubrechen. Durch diese Schlacht verloren Franzosen und Bayern an nur einem Tag 55 % ihrer militärischen Gesamtstärke. Die 25 000 Gefallenen der Schlacht wurden meist in Massengräbern eilig verscharrt. Die sofortige Versorgung der Verletzten und Verstümmelten war in keinster Weise gegeben und dauerte noch tagelang an . Im November 1704 schied das Kurfürstentum Bayern endgültig aus dem Krieg aus und wurde gänzlich von den österreichisch-kaiserlichen Truppen besetzt. Das Land war für die österreichischen Offiziere eine Nachschubquelle für Soldaten. 12000 wurden zwangsrekrutiert, meist Bauern von ihren Feldern. Außerdem drückte man der Bevölkerung die vierfache Steuer auf wie unter dem bayerischen Herrscher. Ende 1705 kam es unter der Bauernbevölkerung zu vermehrten Aufständen gegen die Besatzer. Die bayerische Volkserhebung umfasste weite Gebiete Niederbayerns, das Innviertel und das östliche Oberbayern. Ein Landesdefensionskongress tagte im Dezember 1705 im damals noch bayerischen Braunau am Inn. Sie forderten die Rückkehr des bayerischen Kurfürsten und das Ende der Besetzung. Im November 1705 wurde die Stadt Burghausen von den Aufständischen besetzt. Ihr Hauptziel war jedoch München, wo die Stadtbürger ihnen die Tore öffnen und gemeinsam mit ihnen gegen das Stadtkommando kämpfen sollten. Am 21. Dezember 1705 standen die 3000 Bauern mit Dreschflegeln, Heugabeln, Spießen und nur wenigen Handfeuerwaffen bewaffnet südlich von München. Weiteren Nachschub aus Niederbayern blockierten jedoch die Österreicher. Auch in München waren die Österreicher von der Gefahr längst alarmiert und gut bewaffnet. Trotz der kurzzeitigen bäuerlichen Einnahme des Roten Turms, einem Vorwerk des Isartors in München, konnte das besser zu verteidigende Isartor dahinter gehalten werden. Kurz darauf erreichten 4000 österreichische Truppen den Kampfort. Die Bauern flüchteten in das Dorf Sendling, heute ein Stadtteil von München. Dort kam es am 25. Dezember 1705 zur berühmten Mordweihnacht von Sendling. Obwohl die kaiserlichen Offiziere zuvor bei der Waffenabgabe Begnadigung versprachen und die Bauern sich auf einem Kirchenfriedhof aufhielten, ließen sie die 2000 Bauern regelrecht abschlachten und Sendling ausplündern. Die 500 Verwundeten wurden zur Abschreckung vor die Michaeliskirche in München gebracht, wo ihnen drei Tage lang niemand helfen durfte. Alle sollten sehen, dass die Sache der Bauern ausweglos sei. So wurden auch die Anführer des Aufstandes öffentlich auf dem heutigen Marienplatz enthauptet. Die Schlacht von Aidenbach am 8. Januar 1706 beendete mit der völligen Niederlage die Volkserhebung Erst 1715, nach Kriegsende, kehrte Max Emanuel zurück nach München. Auf die katastrophale finanzielle Lage nahm er auch jetzt keine Rücksicht. Schon für die Hochzeit seines Sohnes hatte er 400 000 Gulden ausgegeben. Das allein entsprach der Hälfte der jährlichen Steuern. Der von Max Emanuel angehäufte Schuldenberg entsprach 700 % der jährlichen Einnahmen und konnte erst im 19. Jahrhundert vollständig abgezahlt werden. Der Hofstaat wurde auf 1028 Personen aufgestockt. Hinzu kam der Bau mehrerer Schlösser in Schleißheim. Mit dem dortigen Neuen Schloss wollte er eine gewaltige Vierflügelanlage nach Versailler Vorbild schaffen und das Bauwerk mit dem Alten Schloss verbinden. Diese Konzeption sollte seinen Anspruch auf eine königliche Stellung unterstreichen, wurden jedoch in dieser Dimension nie realisiert. Die symmetrischen Anlagen und Sichtachsen der Schlösser und des Gartens standen ganz im absolutistischen Ordnungsprinzip. Der Souverän im Zentrum galt genauso als Garant der gesellschaftlichen Ordnung wie auch als Herrscher über die Natur. Insofern war Schleißheim eine wichtige Kulisse höfischer Repräsentation. Als erstes durchschritt ein Diplomat oder adliger Gast in jedem barocken Schloss das Vestibül, eine Art Eingangshalle. Dann folgte das Treppenhaus, der Zugang zu den Repräsentationräumen. Je weiter der bayerische Kurfürst hier dem Gast auf der Treppe entgegen kam, desto höher war der Rang des Besuchers. Dann folgten mehrere Vorräume, darunter auch der Audienz- oder Thronsaal. Das zeremonielle Zentrum des Schleißheimer Neuen Schlosses war aber das Paradeschlafzimmer des Souveräns. Nur die ranghöchsten Personen wurden bis hier hin vorgelassen. Es galt als besondere Ehre und gesellschaftliche Aufwertung, selbst unterste Dienste beim allmorgendlichen Aufstehzeremoniell zu erfüllen. Auf diese Weise band der Kurfürst den Adel an seine Person und hielt ihn so von einem möglichen Aufstand gegen ihn ab. Nur über ihn konnte man in hohe Staatsämter oder zum General aufsteigen. Die Deckengemälde verknüpfen dabei überhöhend die militärischen Erfolge Max Emanuels gegen die Osmanen mit berühmten Szenen der mythologischen Antike. Im Treppenhaus erscheint der Monarch zum Beispiel als Aeneas, der von seiner göttlichen Mutter Venus aus einem Vulkan geschmiedete Waffen erhält. Es ist eine Anspielung auf den Trojanischen Krieg und soll seine Berufung zum Krieger als Gottes Wille hervorheben. Von den völligen Niederlagen im Spanischen Erbfolgekrieges dagegen fehlt in seinen Schlössern jede Spur. Max Emanuel starb am 26. Februar 1726.

Sein Sohn Karl führte die gegen Österreich ausgerichtete Großmachtpolitik fort. Denn der österreichische Erzherzog und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Karl VI., hatte trotz einer mehrjährigen Beziehung 1713 noch keinen Sohn. Damit drohte seinen Stammlanden die gleiche Gefahr wie noch kurz zuvor Spanien: Eine Aufteilung zwischen europäischen Großmächten. Im Interesse seiner Dynastie war also eine neue Erbregelung zu schaffen: Die Pragmatische Sanktion. Damit sollte das Erbrecht entgegen dem bisher geltenden salischen Recht (das nur die männliche Erbfolge vorsah) beim Nichtvorhandensein eines männlichen Thronfolgers auf die älteste Tochter des vorherigen Herrschers übergehen. Daher sollte Maria Theresia den Habsburgerthron erben. Nach dem Tod Karls VI. am 20. Oktober 1740 erkannte der bayerische Kurfürst und spätere Karl VII. Maria Theresia jedoch wegen ihres Geschlechts unter Berufung auf salisches Recht nicht an. Er erhob Anspruch auf den Kaisertitel und die Stammlande der Habsburger. Diese Forderung hätte er alleine nicht durchsetzen können. Jedoch erkannten die Königreiche Frankreich und Preußen die Chance, die Habsburger empfindlich zu schwächen, und gewährten Karl militärische Unterstützung. Der Österreichische Erbfolgekrieg brach aus. Jedoch zeigte sich, dass die Großmächte Frankreich und Preußen nicht daran interessiert waren, die Wittelsbacher anstelle der Habsburger einzusetzen. Bayern sollte nicht zu einer Großmacht wie Österreich werden.

Während des Österreichischen Erbfolgekrieges im Zuge der Großmachtpolitik Karl wurde das absolutistische Bayern vorübergehend von Österreich besetzt. Nach dem Aussterben der altbayerischen Linie der Wittelsbacher entstand 1777 das Doppel-Kurfürstentum Kurpfalz-Bayern unter der Regentschaft des Kurfürsten Carl Theodor aus der pfälzischen Linie der Wittelsbacher.

Königreich[Bearbeiten]

Königreich Bayern 1815

Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch Säkularisation und Mediatisierung große Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen Salzburg, Tirol, Vorarlberg sowie das Innviertel vorübergehend an Bayern. Im Frieden von Pressburg, der am 26. Dezember 1805 zwischen Frankreich und dem deutschen Kaiser Franz II. abgeschlossen wurde, wurde das mit Napoleon verbündete Bayern zum Königreich proklamiert. König Maximilians Minister Maximilian Graf von Montgelas gilt dabei als Schöpfer des modernen bayerischen Staates. Das neue Königreich beseitigte alle Relikte der Leibeigenschaft, die das alte Reich hinterlassen hatte. Durch das Religionsedikt von 1803 wurden alle drei christlichen Bekenntnisse gleichberechtigt – Katholiken, Reformierte und Lutheraner. 1807 wurden die ständischen Steuerprivilegien abgeschafft. 1805 wurden alle erblichen und käuflichen Ämter durch die große Dienstespragmatik abgeschafft. Das Münchner Regulativ von 1805 und das Juden-Edikt von 1813 gewährte den Israeliten im neuen Bayern erste Freiheiten. Am 27. August 1807 führte Bayern als erstes Land der Welt eine Pockenimpfung ein. 1812 wurde die bayerische Gendarmerie gegründet. Durch ein neues Strafgesetzbuch, das Anselm von Feuerbach entworfen hatte, wurde 1813 die Folter abgeschafft.

Das Fürstentum Ansbach fiel 1806 durch einen von Napoleon erzwungenen Gebietstausch an das Königreich Bayern, das protestantische Fürstentum Bayreuth wurde 1810 von Napoleon an Bayern verkauft. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons konnte Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen Teil der Gebietsgewinne behalten. Für den Verlust Tirols und der rechtsrheinischen Pfalz wurde es durch wirtschaftlich weiter entwickelte Gebiete um Würzburg und Aschaffenburg entschädigt. Die neugeschaffene linksrheinische Pfalz blieb bei Bayern. König Ludwig I. baute die bayerische Hauptstadt München zur Kunst- und Universitätsstadt aus. Wegen einer Affäre mit der Tänzerin Lola Montez musste er 1848 im Zuge der Märzunruhen abdanken. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Maximilian II, der 16 Jahre regierte, bevor er am 10. März 1864 starb. Noch am selben Tage wurde Maximilians Sohn Ludwig II. zum König von Bayern proklamiert. Er ging wegen des Baues von Neuschwanstein und anderer Schlösser als Märchenkönig in die Geschichte ein. Im Deutschen Krieg 1866 erlitt Bayern an der Seite Österreichs eine Niederlage gegen Preußen. 1871 wurde es Teil des neu gegründeten Deutschen Reiches, erhielt dabei sogenannte Reservatrechte (eigenes Post-, Eisenbahn- und Heereswesen).

Frei- bzw. Freier Volksstaat und Räterepublik[Bearbeiten]

Im Verlauf der Novemberrevolution wurde die Monarchie der Wittelsbacher beendet und König Ludwig III., der nicht eingriff, sondern „die Regierungsgewalt völlig seinen Ministern überlassen hat“,[21] abgesetzt. In der Folge rief am 8. November 1918 Kurt Eisner, ein Schriftsteller und Journalist, Gründungsmitglied der USPD, Bayern als Volks- und Freistaat aus, den Freien Volksstaat Bayern. 1919 konnten sozialistische Gruppen für kurze Zeit eine Räterepublik installieren.[22]

Durch eine Volksabstimmung kam 1920 der Freistaat Coburg zu Bayern (Siehe auch → Landkreis Coburg).

Nach der militärischen Niederschlagung der Münchner Räterepublik durch die Berliner Regierung geriet Bayern zur Hochburg konservativer und nationalistischer Kräfte; es wurde als „Ordnungszelle des Reiches“ bezeichnet. Am 8. und 9. November 1923, zur Zeit der Weimarer Republik, wurde Bayern Schauplatz des Ludendorff-Hitlerputsches.

Teil des Großdeutschen Reiches[Bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus (1933 bis 1945) war Bayern als Verwaltungseinheit weitgehend bedeutungslos. Im Zweiten Weltkrieg erlitten bayerische Städte wie Würzburg, München, Nürnberg oder Augsburg starke Zerstörungen (siehe Luftangriffe auf Nürnberg und Augsburg).

Die Besatzungsmächte leiteten Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland gezielt in das dünn besiedelte Bayern. Dadurch wuchs die Bevölkerung bis 1949 um ein Viertel.

Freistaat[Bearbeiten]

General Eisenhower stellte mit der Proklamation Nummer 2 vom 28. September 1945 Bayern offiziell als Staat wieder her; die Exekutive lag zwischen 1945 und 1952 in den Händen von US-amerikanischen Militärgouverneuren. Nach der Besetzung durch US-Truppen wurde Bayern Bestandteil der amerikanischen Besatzungszone, während die in der französischen Besatzungszone gelegene Rheinpfalz dem neugebildeten Land Rheinland-Pfalz eingegliedert wurde. Ab dem 30. Juni 1946 tagte in München eine Verfassungsgebende Versammlung. Die neue Verfassung des Freistaates Bayern[23] wurde 1946 mit großer Mehrheit durch das Volk angenommen (Näheres im Artikel Bayerische Verfassungsgeschichte).

1949 wurde Bayern als Land Teil der Bundesrepublik Deutschland. Ein langanhaltender Wirtschaftsaufschwung („Wirtschaftswunder“) trug dazu bei, dass Bayern nicht nur Agrarland blieb, sondern Heimat vieler Industriebetriebe wurde. Von 1962 bis 2008 sowie ab 2013 hatte die CSU die absolute Mehrheit in Bayern inne.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Rund 16 Prozent der deutschen Bevölkerung lebt in Bayern. Mit rund 12,6 Millionen Menschen leben im Freistaat 5 Millionen weniger Menschen als im bevölkerungsreicheren Nordrhein-Westfalen und rund 2 Millionen Menschen mehr als im bevölkerungsärmeren Baden-Württemberg. Nach England und Nordrhein-Westfalen ist Bayern die drittbevölkerungsreichste subnationale Entität der Europäischen Union und einer der bevölkerungsreicheren Gliedstaaten in der Westlichen Welt. Bayern hat mehr Einwohner als die meisten mittelgroßen Staaten: Wäre Bayern ein eigenes Land, wäre es bevölkerungsmäßig der 10-bevölkerungsreichste Staat Europas.

Bayerns Bevölkerung wächst kontinuierlich. Seit 1840 hat sich die Einwohnerzahl Bayerns mehr als verdreifacht. Zur Volkszählung 1970 wurden erstmals mehr als 10 Millionen Einwohner gezählt.[24] Rund 50,92 Prozent der Bevölkerung ist weiblich. Von der Gesamtbevölkerung war etwas unter einem Fünftel zwischen 0 und 18 Jahre alt und etwas unter einem Fünftel älter als 65. 2012 gab es im Gebiet des Freistaates Bayern 107.039 Geburten, 125.448 Todesfälle, 845.228 Zuzüge und 753.642 Wegzüge; dies entspricht eines Bevölkerungszunahme von 73.177 Menschen.[24] 2013 entsprach der Ausländeranteil 9,6 Prozent.[25]

Wie in ganz (West-)Deutschland kam es ab den 1950er Jahren vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders zu Zuwanderung insbesondere aus der Türkei, dem damaligen Jugoslawien und Italien und verstärkt um 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges aus ostmitteleuropäischen und osteuropäischen Ländern.

„Vier Stämme Bayerns“[Bearbeiten]

Die ursprünglich ansässige und die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg zugewanderte deutschböhmische Bevölkerung Bayerns werden traditionell in „Vier Stämme“ (siehe Deutsche Stämme für die Wortherkunft) untergliedert und setzt sich zusammen aus den drei traditionell ansässigen Franken, den Schwaben und den für den Freistaat namensgebenden Altbayern sowie als viertem Stamm den Sudetendeutschen, für die Bayern die Schirmherrschaft übernahm. Unterscheidungsmerkmale der drei ursprünglich ansässigen Stämme sind etwa eigene Dialekte (bairisch, ostfränkisch, alemannisch), eigene Küchen (bayerisch, fränkisch, schwäbisch), eigene Traditionen, Trachten und teilweise Architekturstile. Es werden den einzelnen Stämmen auch unterschiedliche Mentalitäten zugeschrieben, etwa sind laut Bayerischer Staatsregierung die Altbayern weltoffen, beharrlich und musisch begabt, Franken hingegen zeichnen ein ausgeprägter „Gemeinschaftssinn, Organisationstalent, Heiterkeit und ein schnelles Auffassungsvermögen“ aus, während man Schwaben als sparsame Menschen sieht, die einen „Hang zur Untertreibung“ haben.[26] Bei Kabinettsbildungen werden aus Proporzgründen die Ämter nach den Stämmen verteilt. Auch die drei CSU-Ministerposten des Bundeskabinetts Merkel III sind auf die drei Stämme Franken, Baiern und Schwaben verteilt.

Nach 1945 gelangten über zwei Millionen Flüchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem als Sudetendeutsche bezeichnete Deutschböhmen, Deutschmährer und Sudetenschlesier, nach Bayern. Die Sudetendeutschen wurden von Franz Josef Strauß als „vierter Stamm“ bezeichnet, wobei die deutschböhmische, -mährische und sudetenschlesische Bevölkerung aus unterschiedlichen Dialekt- und Kulturräumen des deutschen Sprachraumes innerhalb der damaligen Tschechoslowakei stammte und somit heterogen ist.[27] Sinti und Jenische haben ebenfalls eine, staatlich bisher nicht anerkannte, lange Tradition in Bayern.

Bekannt ist vor allem der lange Streit zwischen den Franken und den Altbayern um die angebliche Ungleichbehandlung der Franken durch die Baiern. Franken sei gemäß einer Organisationen in den Parteistrukturen unterrepräsentiert und bekomme weniger Steuermittel. Auch werde sich generell weniger um Belange und Probleme der fränkischen Regierungsbezirke gekümmert.[28][29] Gelegentlich wird auch die Rückgabe von sogenannter Beutekunst, Kunstwerke aus fränkischen Städten und Schatzkammern, die vom Königreich Bayern im 19. Jahrhundert konfisziert und nach München gebracht wurden, gefordert.[30] Viele derartige Kritikpunkte gelten allerdings als gegenstandslos. So sind beispielsweise fränkische Politiker in den Strukturen großer Parteien nicht unterrepräsentiert.[31] Auch ist die Forderung der Rückgabe von Kunstschätzen problematisch, da etwa der Hofer Altar in München und einige Dürer-Gemälde in der Alten Pinakothek nicht geraubt, sondern freiwillig abgegeben wurden.[32]

Religion und Weltanschauung[Bearbeiten]

Konfessionszugehörigkeiten der bayerischen Bevölkerung (in Prozent)
1840[33] * 1900[33] * 1933[33] * 1950[33] 1970[34] 2006 2014[35]
römisch-katholisch 71,1 70,5 70,0 71,9 70,4 57,2[36] 52,1
evangelisch 27,4 28,3 28,7 26,5 25,2 21,3[37] 19,4
muslimisch 0,9 2,2
jüdisch 1,4 0,9 0,5 0,1 0,1 0,1
andere Konfessionen
und Konfessionslose
0,1 0,3 0,8 1,5 3,4 19,2
* einschließlich der Region Pfalz
Wieskirche in Oberbayern
Eingang zur Augsburger Synagoge

Bayern ist mit 52,1 % (Stand: 2014) nach dem Saarland das Bundesland mit dem höchsten römisch-katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.[35] Weiter sind 19,4 % der Bevölkerung evangelisch-lutherisch.[35] Diese beiden Konfessionen verteilen sich ungleich über die Bezirke. So sind Altbayern und Unterfranken überwiegend katholisch, Mittelfranken und Teile Oberfrankens protestantisch geprägt. Sowohl die Markgraftümer Ansbach und Bayreuth als auch die Mehrzahl der freien Reichsstädte (wie etwa Nürnberg oder Rothenburg ob der Tauber) sind lutherisches Kernland und waren Hochburgen der Reformation. Der Anteil der Katholiken und Protestanten hat sich seit 1970 deutlich verringert.

Der bayerische Staat zahlt der römisch-katholischen Kirche jährlich 65 Millionen Euro und der evangelischen Kirche 21 Millionen Euro Staatsdotationen aus dem allgemeinen Haushalt.[38] Die katholischen Pfarreien gehören dem Bistum Würzburg und dem Bistum Eichstätt im Erzbistum Bamberg sowie dem Bistum Regensburg, dem Bistum Passau und dem Bistum Augsburg im Erzbistum München und Freising an. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist eine Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland und gliedert sich in sechs Kirchenkreise Ansbach-Würzburg, Augsburg, Bayreuth, München, Nürnberg und Regensburg.

Jüdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in ländlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsstädten wie etwa in Nürnberg (Ansiedlungsverbot 1499 bis 1850) und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden, seit der Judenemanzipation aber zunehmend in bayerischen Städten. Von fast 200 jüdischen Gemeinden vor dem Holocaust existieren in Bayern noch oder wieder 13 Gemeinden.[39][40]

Von wachsender Bedeutung ist insbesondere in Großstädten der Islam. Viele Moscheegemeinden versuchen, ihre bisherigen Hinterhofmoscheen durch repräsentative Neubauten zu ersetzen. Eine Studie des Bundesministeriums des Innern (BMI) beziffert den Anteil der Muslime an der bayerischen Gesamtbevölkerung im Jahr 2008 auf ungefähr 4 Prozent (etwa 13 Prozent der in Deutschland wohnhaften Muslime).[41]

Wie in vielen Gegenden in Deutschland wächst der Anteil konfessionell ungebundener Einwohner in Bayern. So gibt es einen Humanistischen Verband Bayern, Landesverband im Humanistischen Verbands Deutschlands. Dieser versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft und Interessenvertretung nichtreligiöser Menschen.[42] Der Verband, der im März 2007 eine Zahl von 1.800 Mitgliedern ausgewiesen hatte,[43] ist in Bayern unter anderem Träger des Humanistischen Lebenskundeunterrichts, er betreibt seit 2008 eine Grundschule in freier Trägerschaft[44] sowie über ein Dutzend Kindertagesstätten.[45] Er unterhält ferner ein eigenes Sozialwerk und den Turm der Sinne in Nürnberg.

Besonders in Ballungszentren gibt es kleinere buddhistische, alevitische, bahaiistische und hinduistische Gemeinden, Königreichssäle der Zeugen Jehovas und Kirchen kleinerer christlicher Kirchen wie den Siebenten-Tags-Adventisten. Zuflucht gefunden etwa in München hat die fast ausgestorbene Religionsgemeinschaft der mandäischen Gemeinde. Aufgrund des Konflikts mit dem deutschen Staat wegen der Schulpflicht gerieten die Zwölf Stämme bei Nördlingen negativ in die Schlagzeilen.

Bevölkerungsreichste Städte[Bearbeiten]

Bevölkerungsreichste Städte des Freistaates Bayern[46]
Stadt Einwohner am
31. Dez. 2000
Einwohner am
31. Dez. 2014
Veränderung
2000–2014 in Prozent
München, Landeshauptstadt 1.210.223 1.429.584 +18,13
Nürnberg 488.400 501.072 +2,59
Augsburg 254.982 281.111 +10,25
Regensburg 125.676 142.292 +13,22
Ingolstadt 115.722 131.002 +13,20
Würzburg 127.966 124.219 −2,93
Fürth 110.477 121.519 +9,99
Erlangen 100.778 106.423 +5,60
Bamberg 69.036 71.952 +4,22
Bayreuth 74.153 71.601 −3,44
Aschaffenburg 67.592 68.167 +0,85
Landshut 58.746 67.509 +14,92
Kempten (Allgäu) 61.389 65.624 +6,90
Rosenheim 58.908 60.889 +3,36
Neu-Ulm 50.188 55.689 +10,96
Schweinfurt 54.325 51.610 −5,00
Passau 50.536 49.952 −1,16
Straubing 44.014 46.027 +4,57
Dachau 38.398 45.985 +19,76
Freising 40.890 45.857 +12,15
Anmerkung: Alle aufgeführten Städte – außer Neu-Ulm, Freising und Dachau – sind kreisfrei.

Größte Stadt und einzige Millionenstadt sowie einzige Weltstadt des Freistaates Bayern ist die Landeshauptstadt München mit rund 1,4 Millionen Einwohnern. Sie ist deutschlandweit die drittgrößte Stadt und die zwölftgrößte Stadt der Europäischen Union. Sie ist die größte Stadt Deutschlands, die kein Stadtstaat ist. Zudem ist München mit rund 4600 Einwohnern je Quadratkilometer (Dezember 2014) die am dichtesten bevölkerte Gemeinde Deutschlands sowie mit 519 m ü. NN dessen höchstgelegene Großstadt. Nürnberg ist mit seinen rund 500.000 Einwohnern die bayernweit zweitgrößte Stadt und belegt deutschlandweit den 14. Platz. Augsburg belegt den deutschlandweit 23. Platz. In Bayern gibt es insgesamt acht Großstädte. Jüngste Großstadt (mindestens 100.000 Einwohner) Bayerns ist Fürth (seit 1990), nachdem sie bereits von 1951 bis 1956 und von 1972 bis 1976 eine Großstadt war. Nürnberg bildet zusammen mit Erlangen, Fürth und Schwabach ein ausgeprägtes Städteband. Metropolregionen in Bayern stellen die Metropolregion München, die Metropolregion Nürnberg und das Rhein-Main-Gebiet dar.

Sprache und Dialekt[Bearbeiten]

Hauptartikel: Dialekte in Bayern

Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw. den entsprechenden Migrationshintergrund haben.

In Bayern dominieren Dialekte der oberdeutschen Dialektfamilie. Daneben werden räumlich eng begrenzt mitteldeutsche Mundarten gesprochen.

Die Dialekte in Bayern lassen sich folgenden Dialektgruppen zuordnen (von Nord nach Süd):

Mitteldeutsche Dialekte:

Oberdeutsche Dialekte:

Zwischen diesen Mundarträumen bestehen nicht zu unterschätzende Übergangsgebiete, die sich nicht ohne Bruch einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren bairisch-fränkische (etwa Nürnberg und Umgebung), bairisch-schwäbische (unter anderem Lechrain) und schwäbisch-fränkische (Gebiet um Dinkelsbühl und Hesselberggebiet) Übergangsgebiete, in manchen Orten sogar bairisch-schwäbisch-fränkische Mischdialekte (zum Beispiel Treuchtlingen, Eichstätt).

Die Dialekte sind bei den Einheimischen, besonders außerhalb der großen Städte, sehr verbreitet, wobei in Ballungsgebieten wie München ein Aussterben der Dialekte zu beobachten ist.

Lexikographisch erfasst werden die bairischen Dialekte durch das Bayerische Wörterbuch, die schwäbischen durch das Schwäbische Wörterbuch und die ostfränkischen durch das Ostfränkische Wörterbuch, wozu noch zahlreiche Wörterbücher über Orts- und Regionalmundarten kommen. Areallinguistisch werden die Dialekte Bayerns vom Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben, dem Sprachatlas von Mittelfranken, dem Sprachatlas von Niederbayern, dem Sprachatlas von Nordostbayern, dem Sprachatlas von Oberbayern und dem Sprachatlas von Unterfranken aufgearbeitet.

Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.

Politik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Politisches System Bayerns

Staatsaufbau[Bearbeiten]

Grundlage der Politik in Bayern ist die durch Volksabstimmung am 1. Dezember 1946 angenommene Verfassung des Freistaates Bayern. Die Verfassung trat am 2. Dezember 1946 in Kraft. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem.

Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fünf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gewählt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverbände ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Bis dahin war Bayern das einzige deutsche Land mit einer zweiten Kammer. Sie hatte jedoch nur bedingten Einfluss, weil sie keine Gesetze einbringen durfte, sondern nur das Recht der Mitwirkung besaß.

Die Staatsregierung wird vom Bayerischen Ministerpräsidenten geführt. Er leitet die Geschäfte, bestimmt die Richtlinien der Politik, vertritt Bayern nach außen und ernennt die Staatsminister und -sekretäre.

Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des Weiteren gibt es diverse obere Landesgerichte, darunter drei Oberlandesgerichte in München, Nürnberg und Bamberg, den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, zwei Landesarbeitsgerichte (München und Nürnberg), das Bayerische Landessozialgericht sowie die restliche Judikative. Das Bayerische Oberste Landesgericht als oberstes bayerisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2006 aufgelöst.

Außer vom Landtag können in Bayern Gesetze und Verfassungsänderungen durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Zwingend notwendig ist ein Volksentscheid bei jeder Änderung der Bayerischen Verfassung.

Legislative – Bayerischer Landtag[Bearbeiten]

Bayerischer Landtag
18
42
19
101
18 42 19 101 
Sitzverteilung der 17. Wahlperiode des Bayerischen Landtages seit 2013

Der Bayerische Landtag ist das Landesparlament des Freistaates Bayern. Sie sitzt im Maximilianeum in München. Eine Legislaturperiode dauert fünf Jahre. Im Bayerischen Landtag sind vier Parteien vertreten. Nach der Wahl vom 15. September 2013 ergaben sich folgende Sitzverteilung und Stimmenanteile (insgesamt 180 Sitze):[47]

Wahl zum Bayerischen Landtag am 15. September 2013
Partei Stimmenanteil
in Prozent
Sitze Veränderung gegenüber
2008 in Prozent
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 47,7 101 +4,3
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 20,6 42 +2,0
Freie Wähler (FW) 9,0 19 −1,2
Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) 8,6 18 −0,8
Freie Demokratische Partei Deutschlands (FDP) 3,3 −4,7
Die Linke (Linke) 2,1 −2,2
Bayernpartei (BP) 2,1 +1,0
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) 2,0 ±0,0
Andere 2,6 −0,4

Exekutive – Bayerische Staatsregierung[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bayerische Staatsregierung

Die Staatsregierung ist die oberste Behörde des Freistaates Bayern. Der vom Landtag gewählte Ministerpräsident beruft und entlässt die Staatsminister und die Staatssekretäre mit Zustimmung des Landtags. Er weist den Staatsministern einen Geschäftsbereich oder eine Sonderaufgabe zu, den diese nach dem Ressortprinzip und den vom Ministerpräsidenten bestimmten Richtlinien der Politik (Richtlinienkompetenz) eigenverantwortlich verwalten. Die Staatssekretäre sind gegenüber ihren Staatsministern weisungsgebunden. Die Bayerische Staatskanzlei unterstützt den Ministerpräsidenten und die Staatsregierung in ihren verfassungsmäßigen Aufgaben. Die verfassungsrechtliche Höchstgrenze der 18 Mitglieder im Kabinett der Staatsregierung wird meist voll ausgeschöpft.

Wahlrecht[Bearbeiten]

Das bayerische Landtagsgebäude (Maximilianeum) in München

Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk (Stimmkreis) die Wahl gewonnen haben, können nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die Hürde von fünf Prozent erreicht hat.

Darüber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesländern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme über die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was üblicherweise dazu führt, dass Erststimmen häufiger den großen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer bei einer bayerischen Landtagswahl eine kleinere Partei mit beiden Stimmen wählt, verschenkt seine Erststimme also nicht, da beide Stimmen dieser Partei zugutekommen, selbst wenn der entsprechende Stimmkreiskandidat den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte. Zudem besteht bei der Zweitstimme die Möglichkeit diese einem bestimmten Kandidaten einer Partei zu geben, sodass sich die Reihung der Bewerber gegenüber den von den Parteien aufgestellten Listen ändern kann.

Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Es besteht die Möglichkeit des Kumulierens („Häufeln“, bis zu drei Stimmen können für einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden).

Direkte Demokratie[Bearbeiten]

In Bayern gibt es zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben Volksbegehren und Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1. Oktober 1995 durch einen Volksentscheid die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingeführt. Das bayerische Verfassungsgericht hat die Regelungen 1997 zwar verschärft (unter anderem durch Einführung eines Abstimmungsquorums), dennoch initiieren die Bayern jährlich rund 100 Bürgerentscheide.

Parteienlandschaft[Bearbeiten]

Die Parteienlandschaft des Freistaat Bayerns als Teil Deutschlands hebt sich von der des Bundes oder der der anderen Bundesländer ab. Bayern ist das einzige Bundesland, in der die CDU mit keinem eigenen Landesverband vertreten ist und nicht bei Wahlen teilnimmt. Stattdessen überlässt sie der CSU als Schwesterpartei den Vortritt. Ungewöhnlich für ein deutsches Flächenland ist, dass die CSU seit 1957 ununterbrochen den Ministerpräsidenten, meist in Verbindung mit der absoluten Mehrheit im Landtag, stellt.

Die SPD weist in Bayern den geringsten Zulauf aller SPD-Landesverbände auf. Sie bildet die größte Oppositionspartei mit zwischen einem Fünftel und einem Drittel der Stimmen bei Landtagswahlen. Die bayerischen Grünen ziehen mit etwas unter zehn Prozent der Stimmen ins Parlament ein. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern oder zur Bundesebene ziehen in Bayern die Freien Wähler regelmäßig ins Parlament ein, während Die Linke, die Piratenpartei und die FDP politisch kaum eine Rolle spielen und nur selten bzw. noch nie in den Landtag einzogen.

In Bayern sind mehrere Regionalparteien aktiv. Die Bayernpartei setzt sich für die Möglichkeit einer Volksabstimmung über den Austritt Bayerns aus dem deutschen Staatsverband ein. Während sie in der 1950er und 1960er Jahren in den Landtag und Bundestag einzogen und sie sich von 1962 bis 1966 an der Staatsregierung beteiligten, verlor die Partei nach ihrem Ausscheiden aus dem Landtag an Bedeutung. 2009 gründete sich in Bamberg die Partei für Franken, eine regionale Kleinpartei, die sich unter anderem für eine bessere wirtschaftliche Gleichstellung Frankens innerhalb des Freistaats Bayerns einsetzt.[48]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Mit folgenden Partnerregion pflegt der Freistaat Bayern Kontakte:[49]

Patenschaft[Bearbeiten]

Am 5. Juni 1954 übernahmen der Freistaat Bayern und die Bayerische Staatsregierung unter Hans Ehard die Patenschaft für die sudetendeutsche Volksgruppe, die nach der Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik zogen.

Staatsverschuldung[Bearbeiten]

Schuldenentwicklung in Bayern

Die Staatsverschuldung des Freistaates Bayern entwickelte sich wie auf Bundesebene und in anderen Bundesländern langfristig nach oben. Seit 2011 werden jährlich Schulden getilgt. 1992 lagen die Schulden noch bei rund 15 Milliarden, 2010 wurde ein Höchststand von 29 Milliarden erreicht. 2013 waren es 26 Milliarden Euro Schulden.[50] Die Staatsregierung möchte mittelfristig bis 2030 alle Schulden tilgen.

Innere Sicherheit[Bearbeiten]

Hauptartikel: Polizei Bayern

Die bayerische Polizei ist der zweitgrößte Polizeiverband der Bundesrepublik. Im Jahr 2007 wurden in Bayern 666.807 Straftaten statistisch erfasst. 428.766 Fälle (64,3 Prozent) konnten aufgeklärt, 305.711 Tatverdächtige ermittelt werden. Dies stellt die höchste Aufklärungsquote im Bundesgebiet dar. Die bayerische Polizei unterhält mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern außerdem die größte Polizeihubschrauberstaffel einer Landespolizei.

Hoheitliche Symbole[Bearbeiten]

Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprünglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht für die Oberpfalz, der „fränkische Rechen“ für die drei fränkischen Bezirke, der blaue Panther für die Altbayern und die drei schwarzen Löwen für Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die Volkssouveränität. Das kleine Staatswappen zeigt die bayerischen Rauten und die Volkskrone. Als Wappenzeichen fungieren die bayerischen Rauten und der fränkische Rechen.

Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen, die weiß-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiße Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten. Die gleichen weiß-blauen Rauten sind in vielen Städte- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen Kurpfalz zu finden, da die Wittelsbacher auch in der Pfalz begütet waren. Ein Flaggenstreit besteht um die Frankenfahne.

Landeshymne ist das Bayernlied. Die Melodie stammt von Konrad Max Kunz aus dem Jahr 1860. Der Text der ursprünglichen drei Strophen stammt von Michael Öchsner. Seit 1964 wird das Bayernlied offiziell bei feierlich gestalteten staatlichen Veranstaltungen gespielt und seit 1966 offiziell „Hymne“ genannt. Als inoffizielle Hymne Frankens zählt das Frankenlied, das bei offiziellen Anlässen nach dem Deutschlandlied und der Bayernhymne gesungen wird.

Die Bavaria (der latinisierte Ausdruck für Bayern) ist die weibliche Symbolgestalt und weltliche Patronin Bayerns und tritt als personifizierte Allegorie für das Staatsgebilde Bayern in verschiedenen Formen und Ausprägungen auf. Sie stellt damit das säkulare Gegenstück zu Maria als religiöser Patrona Bavariae dar. Der Bayerische Löwe ist Symbolfigur des Freistaats Bayern, unter anderem auf Denkmälern und Auszeichnungen.

Großes Staatswappen Kleines Staatswappen Rautenflagge Streifenflagge Landessymbol „Freistaat Bayern“ Landessymbol „Freistaat Bayern“ – Franken
Großes Staatswappen Kleines Staatswappen Staatsflagge (Rautenflagge) Staatsflagge (Streifenflagge) Landessymbol „Freistaat Bayern“ Landessymbol „Freistaat Bayern“ – Franken

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen Thüringen Unterfranken Oberfranken Oberpfalz Mittelfranken Schwaben (Bayern) Niederbayern Oberbayern
Die bayerischen Regierungsbezirke, deckungsgleich mit den Bezirken

Regierungsbezirke und Bezirke[Bearbeiten]

Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist für den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungssprengel eingeteilt, die Regierungsbezirke (laut Verfassung Kreise) genannt werden. Die Regierungsbezirke werden durch die Regierungen geleitet, denen je ein Regierungspräsident vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die Mittelbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren. Nachstehend sind die Regierungsbezirke sortiert nach dem Amtlichen Gemeindeschlüssel (AGS) und mit den Abkürzungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern.

Geographisch deckungsgleich mit den Regierungsbezirken sind in Bayern die Bezirke gleichen Namens. Anders als die Regierungsbezirke, welche die örtliche Zuständigkeit der Regierungen festlegen, sind die Bezirke kommunale Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Der Bezirk ist in Bayern die dritte kommunale Ebene über den Gemeinden (erste Ebene) und Landkreisen (zweite Ebene). Sie sind Selbstverwaltungskörperschaften und haben daher demokratisch gewählte Verwaltungsorgane, den Bezirkstag, der alle fünf Jahre von den Wahlberechtigten des Bezirks direkt gewählt wird und einen Bezirkstagspräsidenten, der aus der Mitte des Bezirkstags gewählt wird. Sie können anders als die Regierungsbezirke Wappen und Flaggen wie eine Gemeinde oder ein Landkreis führen.

Regierungsbezirk Regierung Hauptstadt AGS Abk. Fläche
in km²
Einwohner
(31. Dez. 2013)[51]
Einwohner
pro km²
Oberbayern Regierung von Oberbayern München 091 OB 17.530,21 4.519.979 258
Niederbayern Regierung von Niederbayern Landshut 092 NB 10.328,65 1.197.558 116
Oberpfalz Regierung der Oberpfalz Regensburg 093 OPf. 9.690,19 1.082.761 112
Oberfranken Regierung von Oberfranken Bayreuth 094 Ofr. 7.231,49 1.055.955 146
Mittelfranken Regierung von Mittelfranken Ansbach 095 Mfr. 7.244,89 1.715.195 237
Unterfranken Regierung von Unterfranken Würzburg 096 Ufr. 8.531,40 1.298.849 152
Schwaben Regierung von Schwaben Augsburg 097 Schw. 9.993,38 1.821.271 182
Freistaat Bayern Bayerische Staatsregierung München 09 BY 70.550,19 12.691.568 180

Planungsregionen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Planungsregionen in Bayern

In Bayern gibt es 18 Planungsregionen. Sie sind regionale Planungsräume, in denen nach dem Bayerischen Landesentwicklungsprogramm ausgewogene Lebens- und Wirtschaftsbeziehungen erhalten oder entwickelt werden sollen. Hierzu wird für jede Region ein Regionalplan aufgestellt. Die Region Donau-Iller ist die erste länderübergreifende Planungsregion Deutschlands.

Unterfranken:

Mittelfranken:

Oberfranken:

Oberpfalz:

Niederbayern:

Schwaben:

Oberbayern:

Die Planungsregionen (von Region 15 ist nur der bayerische Teil dargestellt)

Landkreise und kreisfreie Städte[Bearbeiten]

Weiden in der Oberpfalz Straubing Würzburg Schwabach Schweinfurt Regensburg Rosenheim Nürnberg Passau Landshut Memmingen Kaufbeuren Kempten Ingolstadt Fürth Hof Erlangen Coburg Bayreuth Bamberg Augsburg München Aschaffenburg Amberg Ansbach Landkreis Würzburg Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Unterallgäu Landkreis Traunstein Landkreis Tirschenreuth Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Starnberg Landkreis Schweinfurt Landkreis Schwandorf Landkreis Rottal-Inn Landkreis Roth Landkreis Rosenheim Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Regensburg Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Regen Landkreis Passau Landkreis Ostallgäu Landkreis Oberallgäu Landkreis Nürnberger Land Landkreis Neu-Ulm Landkreis Neustadt an der Waldnaab Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Miltenberg Landkreis Miesbach Landkreis Main-Spessart Landkreis Lindau (Bodensee) Landkreis Lichtenfels Landkreis Landshut Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Kulmbach Landkreis Kronach Landkreis Kitzingen Landkreis Kelheim Landkreis Hof Landkreis Haßberge Landkreis Günzburg Landkreis Garmisch-Partenkirchen Landkreis Fürth Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Freising Landkreis Forchheim Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Erding Landkreis Eichstätt Landkreis Ebersberg Landkreis Donau-Ries Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Dillingen an der Donau Landkreis Deggendorf Landkreis Dachau Landkreis Coburg Landkreis Cham Landkreis Berchtesgadener Land Landkreis Bayreuth Landkreis Bamberg Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Bad Kissingen Landkreis Augsburg Landkreis Aschaffenburg Landkreis Ansbach Landkreis Amberg-Sulzbach Landkreis Altötting Landkreis Aichach-Friedberg Schweiz Österreich Baden-Württemberg Hessen Tschechien Sachsen Thüringen
Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern

Die sieben Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie Städte. Die Landkreise und die kreisfreien Städte sind kommunale Gebietskörperschaften mit Selbstverwaltungsrecht. Die Landkreise haben als Verwaltungsorgane den Kreistag und den Landrat. Die kreisfreie Stadt handelt durch den Stadtrat und den Oberbürgermeister. Sowohl der Landrat beziehungsweise der Oberbürgermeister als auch der Kreistag beziehungsweise der Stadtrat werden von den Wahlberechtigten auf die Dauer von sechs Jahren gewählt (süddeutsche Ratsverfassung).

Die Landkreise bilden gleichzeitig Sprengel, welche die örtliche Zuständigkeit der Unterbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung festlegen. Anders als auf der Ebene der Regierungsbezirke hat der Staat hier jedoch keine eigenen inneren Behörden errichtet, sondern bedient sich durch Organleihe des Landrates zur Erfüllung der Aufgaben der staatlichen Verwaltung; der Landrat ist insoweit Kreisverwaltungsbehörde. Bei den kreisfreien Städten ist im Gegensatz dazu eine Vollkommunalisierung gegeben, da ihnen die Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde zur selbstständigen Erledigung übertragen werden.

Flächengrößter Landkreis Bayerns ist der Landkreis Ansbach (Mittelfranken). Der Landkreis München (Oberbayern) ist mit rund 330.000 Einwohnern der einwohnerstärkste Landkreis des Freistaates. Schwabach (Mittelfranken) ist Bayerns kleinste kreisfreie Stadt.

Die 71 Landkreise des Freistaates Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Aichach-Friedberg (AIC, FDB)
  2. Altötting (AÖ)
  3. Amberg-Sulzbach (AS, BUL, ESB, NAB, SUL)
  4. Ansbach (AN, DKB, FEU, ROT)
  5. Aschaffenburg (AB, ALZ)
  6. Augsburg (A)
  7. Bad Kissingen (KG, BRK, HAB)
  8. Bad Tölz-Wolfratshausen (TÖL, WOR)
  9. Bamberg (BA)
  10. Bayreuth (BT, EBS, ESB, KEM, MÜB, PEG)
  11. Berchtesgadener Land (BGL)
  12. Cham (CHA, KÖZ, ROD, WÜM)
  13. Coburg (CO, NEC)
  14. Dachau (DAH)
  15. Deggendorf (DEG)
  16. Dillingen an der Donau (DLG, WER)
  17. Dingolfing-Landau (DGF)
  18. Donau-Ries (DON, NÖ)
  19. Ebersberg (EBE)
  20. Eichstätt (EI)
  21. Erding (ED)
  22. Erlangen-Höchstadt (ERH, HÖS)
  23. Forchheim (FO, EBS, PEG)
  24. Freising (FS)
  1. Freyung-Grafenau (FRG, GRA, WOS)
  2. Fürstenfeldbruck (FFB)
  3. Fürth (FÜ)
  4. Garmisch-Partenkirchen (GAP)
  5. Günzburg (GZ, KRU)
  6. Haßberge (HAS, EBN, GEO, HOH)
  7. Hof (HO, MÜB, NAI, REH, SAN)
  8. Kelheim (KEH, MAI, PAR, RID, ROL)
  9. Kitzingen (KT)
  10. Kronach (KC, SAN)
  11. Kulmbach (KU, EBS, SAN)
  12. Landsberg am Lech (LL)
  13. Landshut (LA, MAI, MAL, ROL, VIB)
  14. Lichtenfels (LIF, STE)
  15. Lindau (Bodensee) (LI)
  16. Main-Spessart (MSP)
  17. Miesbach (MB)
  18. Miltenberg (MIL)
  19. Mühldorf am Inn (MÜ)
  20. München (M, AIB, WOR)
  21. Neuburg-Schrobenhausen (ND, SOB)
  22. Neumarkt in der Oberpfalz (NM, PAR)
  23. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (NEA, SEF, UFF)
  24. Neustadt an der Waldnaab (NEW, ESB, VOH)
  1. Neu-Ulm (NU, ILL)
  2. Nürnberger Land (LAU, ESB, HEB, N, PEG)
  3. Oberallgäu (OA)
  4. Ostallgäu (OAL, FÜS, MOD)
  5. Passau (PA)
  6. Pfaffenhofen an der Ilm (PAF)
  7. Regen (REG)
  8. Regensburg (R)
  9. Rhön-Grabfeld (NES, KÖN, MET)
  10. Rosenheim (RO, AIB, WS)
  11. Roth (RH, HIP)
  12. Rottal-Inn (PAN, EG, GRI, VIB)
  13. Schwandorf (SAD, BUL, NAB, NEN, OVI, ROD)
  14. Schweinfurt (SW, GEO)
  15. Starnberg (STA, WOR)
  16. Straubing-Bogen (SR)
  17. Tirschenreuth (TIR, KEM)
  18. Traunstein (TS)
  19. Unterallgäu (MN)
  20. Weilheim-Schongau (WM, SOG)
  21. Weißenburg-Gunzenhausen (WUG, GUN)
  22. Wunsiedel im Fichtelgebirge (WUN, MAK, REH, SEL)
  23. Würzburg (WÜ, OCH)
Die 25 kreisfreien Städte in Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Amberg (AM)
  2. Ansbach (AN)
  3. Aschaffenburg (AB)
  4. Augsburg (A)
  5. Bamberg (BA)
  6. Bayreuth (BT)
  7. Coburg (CO)
  8. Erlangen (ER)
  9. Fürth (FÜ)
  1. Hof (HO)
  2. Ingolstadt (IN)
  3. Kaufbeuren (KF)
  4. Kempten (Allgäu) (KE)
  5. Landshut (LA)
  6. Memmingen (MM)
  7. München (M)
  8. Nürnberg (N)
  1. Passau (PA)
  2. Regensburg (R)
  3. Rosenheim (RO)
  4. Schwabach (SC)
  5. Schweinfurt (SW)
  6. Straubing (SR)
  7. Weiden in der Oberpfalz (WEN)
  8. Würzburg (WÜ)

Gemeinden[Bearbeiten]

Die bayerischen Kommunen und Landkreise. Dunkelgrau sind die gemeindefreien Gebiete markiert. Hinweis: Die wenigen dargestellten Seen (aber nicht der Bodensee) sind ebenfalls gemeindefreie Gebiete

Der Freistaat Bayern besteht aus 2056 politisch selbständigen Gemeinden sowie 201 gemeindefreien Gebieten, meist Seen und Forste (Stand: 1. Januar 2009). Von den 2031 kreisangehörigen Gemeinden sind 987 Mitgliedsgemeinden in 313 Verwaltungsgemeinschaften, 1044 sind Einheitsgemeinden (Stand: 1. Januar 2009).

Die Gemeinden verteilen sich (Stand: 1. Januar 2009) auf 25 kreisfreie Städte, 28 Große Kreisstädte, 262 sonstige Städte, 386 Märkte und 1355 sonstige Gemeinden. Zusätzlich sind 13 Orte zu leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden ernannt worden, die bestimmte Aufgaben der Bauaufsicht übernehmen. Während kreisfreie Städte die gleichen Aufgaben wie Landkreise übernehmen, haben Große Kreisstädte nur einige Aufgaben, die über die einer „normalen“ kreisangehörigen Gemeinde hinausgehen. Obwohl das Marktrecht heute keine rechtliche Bedeutung hat, können größere kreisangehörige Gemeinden auf deren Antrag auch heute noch von der Bayerischen Staatsregierung offiziell zum „Markt“ erklärt werden. Der Begriff „Marktgemeinde“ ist in Bayern keine offizielle Bezeichnung für eine Kommune. Es kommt dort aber vor, dass der Begriff „Markt“ offizieller Bestandteil des Gemeindenamens ist, zum Beispiel Markt Berolzheim oder Markt Einersheim.

Flächengrößte und einwohnerstärkste Kommune Bayerns ist München, flächenkleinste Kommune ist Buckenhof im Landkreis Erlangen-Höchstadt, einwohnerärmste Kommune ist Chiemsee im Landkreis Rosenheim. Unterhaching ist die einwohnerstärkste Gemeinde Bayerns ohne eigenes Markt- oder Stadtrecht.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Das Uptown München ist eines der höchsten Gebäude im Freistaat Bayern
Die Gunvorraffinerie (ehem. Petroplus, Esso) in Ingolstadt
Continental Automotive, Regensburg

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarker und reicher Staat, er hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologiestandort entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 2014 522 Milliarden Euro; das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2014 39.691 Euro, der Anteil Bayerns an der deutschen Wirtschaftsleistung betrug 18,0 Prozent.[52] Die wirtschaftlich stärkste Region ist der Großraum München mit Automobilindustrie (BMW, Audi, MAN, Knorr-Bremse), IT-Sektor (Siemens, Nokia Solutions and Networks, Infineon, Microsoft), Medien und Verlagen (ProSiebenSat.1 Media, Kabel Deutschland, Burda Verlag), Rüstungsindustrie (EADS, Krauss-Maffei), Touristik (Museen, Oktoberfest, Kongressen, Messen). Weitere bedeutende Wirtschaftsstandorte in Südbayern sind Augsburg (EADS, Fujitsu Technology Solutions, MAN, KUKA, UPM-Kymmene, Verlagsgruppe Weltbild), Ingolstadt (Audi, Media-Saturn-Holding) und das Bayerische Chemiedreieck zwischen Chiemsee, Inn und Salzach.

In Nordbayern ist die Metropolregion NürnbergFürthErlangen (Siemens, Uvex, Ergo Direkt, Solar Millennium, Playmobil) ein wichtiger Standort. Daneben kann der Raum zwischen Aschaffenburg und Würzburg/Schweinfurt sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen, etwa eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich unter sechs Prozent und eine florierende Wirtschaft. Gleiches gilt für Regensburg (Continental Automotive, Maschinenfabrik Reinhausen, BMW, Siemens, Infineon, Osram Opto Semiconductors), das seit Jahren an Wirtschaftskraft zunimmt.

Manche Grenzregionen sind durch Wettbewerbsvorteile in den Nachbarstaaten einesteils und mangelnde Infrastruktur andernteils von Subventionen abhängig. Speziell der Bayerische Wald hatte zu Zeiten des Kalten Krieges durch seine abseitige Lage im Zonenrandgebiet wenig Standortattraktivität besessen. Zwar fiel nach 1990 dort der Eiserne Vorhang zur CSFR, gleichzeitig wurde im wiedervereinigten Deutschland die Zonenrandförderung aufgehoben, und zugleich bot das angrenzende Tschechien – ab 2004 EU-Mitglied – oft bessere Investitionsanreize.

Bayern konnte im Jahr 2006 ein Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent verbuchen. Dieser Wert entsprach 2006 etwa dem Bundesdurchschnitt. Nach zwischenzeitlichem Rückgang des Wachstums 2008 (+0,8 Prozent) und dem Fall in die Rezession im Jahr 2009 (−2,4 Prozent) infolge der weltweiten Finanzkrise erholte sich die Bayerische Wirtschaft wieder und konnte bereits 2010 wieder ein Wirtschaftswachstum von 5,5 Prozent verzeichnen. Im Jahr 2011 erreichte es 6,6 Prozent, 2012: 2,6 Prozent, 2013: 2,7 Prozent und 2014 stieg das Wachstum auf 3,5 Prozent.[53]

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichte Bayern 2011 einen Index von 141 (Oberbayern: 168; EU-28: 100; Deutschland: 123; Hamburg: 202).[54] Die Arbeitslosenquote betrug 3,4 % (Dezember 2015)[55]; damit hat Bayern die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland.[56] Die höchste Arbeitslosenquote Bayerns hat Nürnberg.[57]

Bayern musste immer wieder Werkschließungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen hinnehmen. Mitte der 1980er Jahre begann der Niedergang des Büromaschinenherstellers Triumph-Adler; 2003 löste sich die Grundig-AG auf. Der ehemals weltgrößte Versandhaus-Konzern Quelle GmbH ging im Juni 2009 in Insolvenz und wurde ab Oktober des Jahres aufgelöst. Wichtige Messen befinden sich in Augsburg, München und Nürnberg.

Wichtigste Standorte sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung[58]
Stadt (Arbeitsort) sozialvers.
Beschäftigte
30. Juni 2012
Veränderung in Prozent
seit 30. Juni 2007
Pendlersaldo
30. Juni 2012
Arbeitsplatz-
dichte
1
München, Landeshauptstadt 733.967 +8,99 +197.245 806
Nürnberg 275.210 +4,77 +88.404 879
Augsburg 130.900 +5,97 +32.004 760
Regensburg 105.142 +8,25 +53.702 1150
Ingolstadt 87.945 +15,25 +36.550 1097
Erlangen 87.262 +14,39 +44.898 1271
Würzburg 80.178 +8,68 +36.570 946
Schweinfurt 52.123 +4,35 +34.054 1646
Bamberg 48.755 +3,76 +24.766 1062
Aschaffenburg 45.956 +8,27 +20.740 1062
1 Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze pro 1000 Einwohner im Alter zwischen 18 und 64; Zahlen zum 9. Mai 2011 gemäß Zensus 2011.[59]

Tourismus[Bearbeiten]

Eine der bekanntesten Touristenattraktionen Bayerns ist Rothenburg ob der Tauber.

Der Tourismus gilt aufgrund seines hohen Beitrags zur bayerischen Wirtschaft als „Leitökonomie“. So betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft 2005 fast 24 Milliarden Euro, die Tagesreisen stellten mit 63 Prozent den größten Anteil davon. Die Beherbergungsindustrie spielt in Bayern mit 13.400 Beherbergungsbetrieben mit mindestens neun Betten und 548.000 Gästebetten eine große Rolle. Das bedeutet, dass sich etwa jeder vierte deutsche Beherbergungsbetrieb in Bayern befindet.[60] Nach Mecklenburg-Vorpommern war Bayern im Jahre 2014 das zweitbeliebteste innerdeutsche Urlaubsziel (gemessen an Reisen ab fünf Tagen Dauer).[61] Touristisch sind neben München besonders die Regionen um die bayerischen Seen und in den Alpen, die kulturhistorisch bedeutende Stadt Augsburg mit der Fuggerei, Stadtmauer, Renaissancebauten, sowie Regensburg mit der Historischen Altstadt als UNESCO-Welterbe seit 2007 stark.

Energie[Bearbeiten]

Die 380 kV-Leitung Etzenricht-Hradec überquert die Staatsgrenze zwischen Deutschland und Tschechien. Der Mast im Vordergrund steht in Bayern, der im Hintergrund in Tschechien.

In Bayern sind im Jahr 2013 ungefähr 420 Energieversorger angesiedelt, die in einem oder mehreren Bereichen tätig sind: Circa 350 dieser Versorger engagieren sich in der Stromversorgung, ungefähr 100 wirtschaften im Bereich der Wärme- und Kälteversorgung, etwa 140 befassen sich mit der Erdgas-Sparte.[62]

Die Kernenergie bildet mit 48,7 Prozent den größten Anteil an der Nettostromerzeugung. Auf dem zweiten Platz folgen erneuerbare Energien mit 29,2 Prozent. Beide Anteile sind damit im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (18 bzw. 21 Prozent) überdurchschnittlich groß. Konventionelle Gase tragen mit 15,5 Prozent zur Nettostromerzeugung bei – dieser Anteil liegt nahezu im Bundesdurchschnitt (14 Prozent). Die Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken ist relativ unbedeutend, ihr Anteil beträgt 4,1 Prozent (Bundesweiter Durchschnitt von Braun- und Steinkohle insgesamt 42 Prozent). Einen noch geringeren Anteil besitzen mineralische Öle mit 2,6 Prozent, die bundesweit im Schnitt seltener genutzt werden (Heizöl, Pumpspeicher und andere hier insgesamt 5 Prozent) (Stand: jeweils 2011).[63][64]

An drei Standorten in Bayern befinden sich Kernkraftwerke (KKW Isar, KKW Grafenrheinfeld sowie KKW Gundremmingen), außerdem wird in Garching bei München ein Forschungsreaktor betrieben (FRM II). Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stellte 2015 fest, dass der Atomausstieg die Versorgungssicherheit in Bayern und Deutschland nicht gefährdet.[65]

Der hohe Anteil erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung fußt vor allem auf einem bedeutenden Anteil der Wasserkraft: Ihr Anteil an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt bei 42,1 Prozent. Zweitwichtigster regenerativer Energielieferant ist die Photovoltaik mit 28,4 Prozent am Gesamtanteil der erneuerbaren Energien – dieser Anteil konnte stark wachsen.[66] Ähnlich wichtig ist die Stromerzeugung aus Biomasse mit 26,4 Prozent. Unbedeutend ist die Nutzung der Windenergie – der Beitrag beläuft sich auf 3,1 Prozent (Stand: jeweils 2011).[67]

Im Bundesländervergleich „Erneuerbare Energien“ belegte Bayern im Jahr 2012 den zweiten Platz nach Brandenburg. Bis 2021 sollen erneuerbare Energien dem Bayerischen Energiekonzept (2011) zufolge einen Anteil von 20 Prozent am Endenergieverbrauch und 50 Prozent am Stromverbrauch erreichen.[68] Die bayerische Staatsregierung verhindert mit zuletzt im April 2014 verschärften restriktiven Abstandsregelungen den Ausbau von Windkraft.[69]

Der Primärenergieverbrauch im Land ist recht konstant und lag im Jahr 2010 bei 578,2 Mrd. kWh, nach 556,8 Mrd. kWh im Jahr 2009 und 566,6 Mrd. kWh im Jahr 2008.[70] Dies kann einer steigenden Energieproduktivität zugeschrieben werden, also einer verbesserten wirtschaftlichen Produktivität im Verhältnis zur eingesetzten Energie. Diese ist seit 1995, das als Basisjahr angelegt wird, fast durchgehend gestiegen. Die Jahre 2008 und 2009 fallen hinter den Bestwert im Jahr 2007 zurück.[71]

Die größten Energieverbraucher im Jahr 2010 waren die Privathaushalte, die 29 Prozent des Endenergieverbrauches ausmachten. Die Bereiche Industrie und Verkehr benötigten gleichermaßen 28 Prozent der Endenergie und damit nur geringfügig weniger als die Haushalte. Etwas abgeschlagen war der Bereich Gewerbe, Handel, Dienstleistungen mit insgesamt 15 Prozent am Endenergieverbrauch.[72]

Medien[Bearbeiten]

Bayern ist Sitz mehrerer bedeutender Medienunternehmen, insbesondere in der Landeshauptstadt München. Dort, beziehungsweise im Umland von München, befinden sich etwa öffentlich-rechtliche Medien wie der Bayerische Rundfunk und die Programmdirektion des ARD-Gemeinschaftsprogramms Das Erste und des ZDF-Landesstudios Bayern sowie private Fernseh- und Hörfunkanbieter wie ProSiebenSat.1 Media, Sport1 oder Sky Deutschland. Des Weiteren sind in München etwa 250 ansässige Verlage und große Zeitungen wie etwa die Süddeutsche Zeitung (SZ) angesiedelt Nürnberg bildet einen der größten Verlagsstandorte Deutschland; dort werden beispielsweise das bundesweit erscheinende Sportmagazin Kicker des Nürnberger Olympia-Verlags und die Nürnberger Nachrichten, eine der größten deutschen Regionalzeitungen mit einer Auflage von rund 300.000 Exemplaren, herausgegeben. Im Jahr 2012 bewarb sich Bayern im Rahmen des Bewerbungsverfahrens für neue generische Top Level Domains (gTLD) um die eigene Top Level Domain .bayern.[73] Verantwortlich dafür ist die Bayern Connect GmbH.[74] Am 29. September 2014 erhielt das Unternehmen die gTLD .bayern zugesprochen.[75]

Verkehr[Bearbeiten]

Karte der Flughäfen und Landeplätze in Bayern

Internationaler Verkehr[Bearbeiten]

Im internationalen Straßen- und Bahnverkehr sind die Verbindungen von Deutschland nach Österreich und darüber hinaus nach Italien und Südosteuropa von überragender Bedeutung. Hingegen sind die Verkehrsverbindungen ins benachbarte Tschechien bei weitem nicht von vergleichbarer Relevanz, lediglich die Bundesautobahn 6 wurde nach der politischen Wende in der Tschechischen Republik verwirklicht. Insbesondere die Bahnverbindungen in die Tschechische Republik sind bis heute nicht sehr leistungsfähig. Eine Elektrifizierung wurde bisher auf keiner nach Tschechien führenden Verbindung umgesetzt. Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich in der tschechoslowakischen Stadt Cheb (Eger) ein Bahnknotenpunkt, der mittels Korridorverbindungen im deutschen Binnenverkehr genutzt wurde. Seit seinem Bestehen unterstand er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges bayerischen beziehungsweise deutschen Bahnverwaltungen. Zu Zeiten des Kalten Krieges besaß die Verbindung von Nürnberg über Cheb nach Prag eine vergleichsweise wichtige Bedeutung. Heute besteht von Nürnberg aus nur noch eine Umsteigeverbindung mit Regionalzügen nach Cheb und nach Furth im Wald, während von München aus mit dem Alex eine Direktverbindung über Regensburg (Richtungswechsel), Schwandorf (erneuter Richtungswechsel) und Furth im Wald nach Prag besteht. Für die Zukunft wird im Rahmen des Projektes Donau-Moldau-Bahn eine Umgehungskurve um Schwandorf und eine Elektrifizierung der Verbindung geplant. Hierdurch soll ein Richtungswechsel wegfallen und die Reisezeit verkürzt werden. Für den Fernverkehr von Nürnberg nach Prag bietet die Deutsche Bahn Fernbusse an.

Straßen[Bearbeiten]

Bayern ist straßenverkehrsmäßig gut erschlossen. Durch Bayern führen unter anderem die Autobahnen A 3, 6, 7, 8, 9 und 70 sowie die seit dem Herbst 2005 fertiggestellte A 71 und die im August 2008 fertiggestellte A 73, die beide Bayern mit Thüringen verbinden. Sternförmig von München aus führen die A 95 nach Garmisch-Partenkirchen, die A 96 über Memmingen nach Lindau, die A 93 über Regensburg nach Hof, die A 92 über Landshut nach Deggendorf und die A 94 in Abschnitten nach Passau. Südlich verbindet ein Stück der A 93 die A 8 mit der Brenner Autobahn. Seit den 1970er Jahren geplant, bisher wegen Streitigkeiten um die Trassenführung nur in Abschnitten fertiggestellt ist die A 94 von München über Altötting nach Passau.

Im Süden wird Bayern überdies gerne als Abkürzung im innerösterreichischen Verkehr benutzt, da aufgrund der geographischen Gegebenheiten der Weg durch die Alpen bei weitem länger ist als von Innsbruck über die A 8 oder von Lofer über die B 21 oder B 305 nach Salzburg („Großes“ bzw. „Kleines Deutsches Eck“).

Schienen-, Flug- und Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Flughafen München mit Terminal 1, Terminal 2 und München Airport Center

Bayern verfügt über ein dichtes Streckennetz im Eisenbahnverkehr mit zahlreichen Bahnhöfen. Der Münchener Hauptbahnhof – einer der größten in Deutschland – stellt dabei einen wichtigen Knotenpunkt im transeuropäischen Verkehr dar. Die Städte München und Nürnberg verfügen über U- und S-Bahnen mit einem weiten Einzugsgebiet.

Eines der größten europäischen Drehkreuze für den Flugverkehr ist der Flughafen München „Franz Josef Strauß“. Zwei weitere internationale Verkehrsflughäfen befinden sich in Nürnberg und Memmingen, überdies gibt es zahlreiche Verkehrslandeplätze.

Die meisten Binnenschifffahrten finden auf der Donau, dem Main sowie auf dem Main-Donau-Kanal statt. Hierfür gibt es zahlreiche Güterhäfen.

Kultur[Bearbeiten]

Theater, Schauspiel und Oper[Bearbeiten]

Bayern verfügt über vier Staatstheater. Die Bayerische Staatsoper im Nationaltheater München gilt als das national und international renommierteste Haus in Bayern. Des Weiteren spielen in München das Bayerische Staatsschauspiel, das Residenztheater München, das Bayerische Staatsballett und das Staatstheater am Gärtnerplatz. Als letzte große Neugründung eines Staatstheaters ging 2005 aus den Städtischen Bühnen Nürnberg das Staatstheater Nürnberg hervor.

17 Theater werden von bayerischen Kommunen getragen. Mehrspartenhäuser sind hierbei die Theater in Augsburg, Regensburg, Würzburg und Coburg. Vorwiegend oder ausschließlich Sprechtheater bieten das E.T.A.-Hoffmann-Theater in Bamberg, Das Theater Erlangen, das Stadttheater Fürth und das Stadttheater Ingolstadt sowie in der bayerischen Landeshauptstadt die Münchner Kammerspiele und das Münchner Volkstheater. Die vier Landesbühnen sind in Memmingen, Landshut/Passau/Straubing, Coburg und Dinkelsbühl beheimatet.[76]

Theater für Kinder und Jugendliche bieten neben den Kinder- und Jugendsparten der kommunal geförderten Häuser unter anderem die Schauburg in München oder das Theater Pfütze und das Theater Mummpitz in Nürnberg an. Internationale Bekanntheit erlangte die Augsburger Puppenkiste durch ihre Fernsehproduktionen, das Figurentheater bietet jedoch auch ein Programm für Erwachsene an.

Des Weiteren gibt es eine Vielzahl an freien und privaten Theatern sowie Volks- und Bauerntheatergruppen.[77]

Die von Richard Wagner gegründeten Bayreuther Festspiele sind ein international bedeutendes Festival. Jährlich finden in wechselnden Städten die Bayerischen Theatertage statt.

Musik[Bearbeiten]

Bayern wird traditionell als die Heimat der Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler angesehen. Aus Bayern stammen bekannte Komponisten wie Max Reger, Carl Orff, Wilfried Hiller, Richard Strauss und Christoph Willibald Gluck. Die Regensburger Domspatzen, die Augsburger Domsingknaben, der Tölzer Knabenchor und der Windsbacher Knabenchor sind weltweit bekannte Chöre. Zu den bekanntesten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen die Münchner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Bamberger Symphoniker, das Bayerische Staatsorchester am Nationaltheater, die Bayerische Kammerphilharmonie in Augsburg, die Münchner Symphoniker, das Münchener Kammerorchester, das Georgische Kammerorchester in Ingolstadt, die Nürnberger Philharmoniker am Staatstheater Nürnberg, die Nürnberger Symphoniker und die Hofer Symphoniker.

Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Bayreuther Festspiele und die Münchner Opernfestspiele. Ein weiteres Highlight in der Musikszene sind die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele, die in Regensburg seit mehreren Jahren unter dem Protektorat von Gloria von Thurn und Taxis gegeben werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig an. Ebenfalls beachtenswert ist der Münchner Kaiserball sowie der Nürnberger Opernball.

Film[Bearbeiten]

Bayern ist zusammen mit seiner Landeshauptstadt München, dem Bayerischen Rundfunk sowie der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft Gesellschafter der Internationalen Münchner Filmwochen GmbH, die sowohl das alljährliche Filmfest München als auch das Internationale Festival der Filmhochschulen München organisieren.

Universitäten und Hochschulen[Bearbeiten]

Erlanger Schloss: Das 1702 als markgräfliche Residenz fertiggestellte Schloss ging 1817 an die Universität von Erlangen über. In ihm sind heute neben der Aula die Hochschulleitung und ein Teil der Universitätsverwaltung untergebracht.

In Bayern existieren neun staatliche Universitäten des Freistaates, sowie die Universität der Bundeswehr München. Bis 1962 existierten lediglich vier Universitäten in München (LMU, TU), Würzburg und Erlangen (ab 1966 Erlangen-Nürnberg). Zwischen 1962 und 1975 wurden in Regensburg, Augsburg, Bamberg, Bayreuth und Passau fünf weitere durch den Freistaat gegründet. Hinzu kam 1973 noch die neu gegründete Bundeswehruniversität.

Daneben gibt es 18 staatliche Fachhochschulen in Bayern, die zwischen 1971 und 1996 gegründet wurden. Darüber hinaus existiert mit der 1980 gegründeten Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt eine kirchliche Universität, sowie vier weitere private bzw. kirchliche Hochschulen und 10 Kunsthochschulen.

Küche[Bearbeiten]

Durch das Nebeneinander der zwei bayerischen Stämme Altbayern und Franken, dazu kulturelle Teile von Schwaben, ist die bayerische Küche sehr vielfältig:

Volksfeste[Bearbeiten]

Oktoberfest 2007

Volksfeste und Kirchweihen sind in Bayern weit verbreitet. Anfänglich gedachte man damit der Kirchenweihe. Vielerorts gibt es viele Kirchweih-Traditionen, wie etwa das Aufstellen eines Kirchweihbaumes.[78] In größeren Städten wird meist anstatt einer Kirchweih ein Volksfest begangen. Das größte Volksfest der Welt ist das Münchner Oktoberfest (Wiesn) mit 6,3 Millionen Besuchern im Jahr 2014.[79] Weitere große Volksfeste in Bayern sind das Gäubodenvolksfest in Straubing, das Nürnberger Volksfest, die Regensburger Dult, die Fürther Michaeliskirchweih, Fürth und die Erlanger Bergkirchweih.

Kartenspieltradition[Bearbeiten]

Siehe: Schafkopf, Watten

Kleidung[Bearbeiten]

Siehe: Bayerische Tracht

Industriekultur[Bearbeiten]

Mit der Maxhütte (Sulzbach-Rosenberg) verfügt Bayern über eines der bedeutendsten Industriedenkmale Europas. Die technik- und architekturhistorisch einmalige Anlage wird trotz bestehenden Denkmalschutzes teilweise demontiert. Aktuell wird versucht, das Industriedenkmal vor einem endgültigen Abriss zu bewahren.[80]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bayern kann auf eine über 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurückblicken. Laut Artikel 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat Bayern fördert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit jährlich über 500 Millionen Euro, zusätzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Träger hinzu.

Die ersten Steinbauten in Bayern entstanden in der Römerzeit. Beispielsweise wurde in Weißenburg eine römische Therme ausgegraben. Zeugnisse aus dem Frühmittelalter gibt es nur wenige. Ein Beispiel ist jedoch die Krypta des Bamberger Doms aus der Zeit Heinrichs II. Im Hochmittelalter wurden Würzburg und Regensburg zu wohlhabenden Handelsstädten. In Regensburg entstanden wie in Italien mächtige Geschlechtertürme. Der Regensburger Dom ist ein Hauptwerk der gotischen Architektur in Süddeutschland. Da die Steinerne Brücke lange Zeit die einzige Brücke zwischen Ulm und Wien an der Donau war, führte sie den Handel hierher. Zu den historischen Stadtkernen gehören neben den großen Städten auch Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl, Straubing und Nördlingen. Die Stadt Landshut ist für die Martinskirche, den größten Backsteinturm der Welt sowie für die Stadtresidenz mit ihren Renaissancemalereien bekannt. In Augsburg errichteten die Fugger die Fuggerei, die älteste Sozialsiedlung der Welt. Das Rathaus der Stadt gilt als das Paradestück dieser Zeit. Zu den Sehenswürdigkeiten in München gehören das Siegestor und die Antikensammlungen. Unter Ludwig II. entstanden Schloss Neuschwanstein, Schloss Linderhof und Herrenchiemsee. Das Reichsparteitagsgelände aus der Zeit der Nationalsozialisten kann noch heute besichtigt werden.

UNESCO-Welterbe[Bearbeiten]

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth, seit dem 30. Juni 2012 eine UNESCO-Weltkulturerbestätte

Zum Welterbe der UNESCO[81] innerhalb Bayerns gehört unter anderem seit 1981 die Würzburger Residenz, ein Schlossbau des süddeutschen Barocks, samt Hofgarten und angrenzendem Residenzplatz. Die bemerkenswert prächtig ausgestattete Wieskirche bei Steingaden wurde 1983 zum Welterbe erklärt. 1993 wurde die Altstadt von Bamberg zum Weltkulturerbe erklärt. Seit dem 15. Juli 2005 gehört der Obergermanisch-Raetische Limes, mit insgesamt 550 Kilometern Länge das längste Bodendenkmal Europas, zum Welterbe. Teil des Welterbes sind mehrere zum Limes gehörende Bauten wie die Thermen in Weißenburg. 2006 wurde die Altstadt von Regensburg mit Altem Rathaus, Dom und Steinerner Brücke aufgenommen, 2012 folgte das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth. Zu den Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen (Welterbe seit 2011) gehören mehrere in Bayern gelegene urgeschichtlichen Siedlungen.

Zum Weltdokumentenerbe der UNESCO gehören seit 2003 die Bamberger Apokalypse, einer Handschrift des Klosters Reichenau, sowie seit 2013 das Lorscher Arzneibuch. Beide Schriften werden in der Staatsbibliothek Bamberg aufbewahrt. In der Bayerischen Staatsbibliothek in München liegen das 2003 aufgenommene Perikopenbuch Heinrichs II., das 2009 aufgenommene Hohenems-Münchener Handschrift A, das 2003 aufgenommene Evangeliar aus dem Bamberger Dom, das 2003 aufgenommene Evangeliar Ottos III. und das 2005 aufgenommene Bibliotheca Corviniana. Eine Goldene Bulle (aufgenommen 2013) lagert im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, eine weitere im Staatsarchiv Nürnberg.

Museen[Bearbeiten]

Der Schriftzug „Eigenthum der deutschen Nation“ über dem Haupteingang des Germanischen Nationalmuseums

Bayern ist mit rund 1150 Museen das museumsreichste Bundesland Deutschlands und einem der museumsreichsten Regionen des Kontinents.[82] Zur vielfältigen Museumslandschaft zählen Sammlungen, Schlösser, Gärten und private Sammlungen. Zu den größten und bekanntesten gehören das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg und das Bayerische Nationalmuseum in München. Größtes naturwissenschaftlich-technisches Museum der Welt ist das Deutsche Museum. Zu den größten und bedeutendsten ihrer Art gehören das seit 1976 bestehende Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim und das seit 1990 bestehende Fränkische Freilandmuseum in Fladungen. Einen wesentlichen Teil des Gemälde- und Kunstbesitzes des Freistaates Bayern betreuen die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen.

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten]

Größte Bibliothek des Freistaates ist die Bayerische Staatsbibliothek in München. Sie ist die zentrale Landesbibliothek Bayerns und eine der bedeutendsten europäischen Forschungs- und Universalbibliotheken mit internationalem Rang. Mit 10,22 Millionen Medieneinheiten ist sie die drittgrößte Bibliothek Deutschlands und besitzt eine der größten Sammlungen im deutschsprachigen Raum. Größte Universitätsbibliothek ist die Münchner Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität. Größte öffentliche Bibliothek ist die Münchner Stadtbibliothek. Größte Bibliothek Bayerns außerhalb Münchens ist die Bibliothek der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Um die Versorgung mit wissenschaftlicher Literatur in allen Regionen zu gewährleisten, existieren zehn staatliche Regionalbibliotheken, die größte ist die Staatsbibliothek Bamberg.

Das Bayerische Hauptstaatsarchiv in München ist das größte bayerische Staatsarchiv und aufgrund der langen staatlichen Existenz Bayerns auch eines der bedeutendsten Archive in Europa. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Staatsarchive.

Zoologische Gärten, Tierparks, Parkanlagen und Gärten[Bearbeiten]

Tierpark Hellabrunn

Sport[Bearbeiten]

Ballsportarten[Bearbeiten]

Die Allianz Arena, Heimstadion des FC Bayern München

Zu den beliebtesten Sportarten gehört der Fußball. Der Bayerische Fußball-Verband zählt rund 1,5 Millionen Mitglieder[83] und ist damit der mitgliederstärkste Verband des Deutschen Fußball-Bunds. International bekannt ist der FC Bayern München, er ist Rekordmeister der Fußball-Bundesliga, der er seit 1965 angehört, und darüber hinaus mehrfacher Gewinner von internationalen Fußballwettbewerben wie der UEFA Champions League. Ebenfalls in der höchsten deutschen Spielklasse spielt seit 2011 der FC Augsburg und seit dem Aufstieg 2015 der FC Ingolstadt 04. Zwei langjährige Erstligisten aus Bayern sind in der 2. Fußball-Bundesliga aktiv: Die SpVgg Greuther Fürth, der TSV 1860 München und der 1. FC Nürnberg. In der 3. Fußball-Liga ist nach dem Abstieg der SpVgg Unterhaching und dem SSV Jahn Regensburg im Jahr 2015 und dem Aufstieg der Würzburger Kickers nur noch ein Verein in der Saison 2015/2016 vertreten.

Im Volleyball sind der mehrmalige deutsche Meister des Frauen-Vereins Roten Raben Vilsbiburg und die Herren-Abteilung von Generali Haching spielen in der obersten Volleyball-Bundesliga aktiv. Die Basketballmannschaft der Brose Baskets aus Bamberg ist die beste bayerische Herrenmannschaft. Neben mehreren Vizemeistertiteln wurden sie 2005, 2007, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2015 Deutscher Meister und Pokalsieger 2010, 2011 und 2012. Im Damen-Basketball konnte die in der 1. Bundesliga spielende Mannschaft des TSV Wasserburg in den Jahren 2004 bis 2007 den Deutschen Meistertitel erringen und wurde zudem 2005–2007 Deutscher Pokalsieger.

Leo Löwenherz ist das Maskottchen des TV Großwallstadt

Die Handballabteilung des TV Großwallstadt aus dem Landkreis Miltenberg spielte lange Jahre in der 1. Handball-Bundesliga. Bekannt, wenn auch ebenso nicht mehr erstklassig, sind die Münchener Vereine TSV Milbertshofen und MTSV Schwabing. In der Saison 2011/2012 spielt der HC Erlangen in der 2. Handball-Bundesliga. Im Damenhandball ist der 1. FC Nürnberg das erfolgreichste bayerische Team. In der jüngeren Vergangenheit wurden sie 2005, 2007 und 2008 Deutscher Meister und stießen 2007/2008 bis in die Hauptrunde der EHF Champions League vor.

Jedes Jahr findet in München ein großes Tennisturnier statt, das von BMW gesponsert wird: Die BMW Open. Sie gelten als Eingangstor für spätere Karrieren. Namhafte Tennisspieler der ganzen Welt reisen dorthin, um wichtige ATP-Punkte mitzunehmen. Weibliche Tennisspielerinnen nehmen an den WTA-Wettkämpfen teil. Bekannte Repräsentanten des bayrischen Tennis sind Philipp Kohlschreiber aus Augsburg und David Prinosil aus Amberg. Bayern steht mit 163 Golfplätzen deutschlandweit an der Spitze, Oberbayern hat gemeinsam mit der Metropolregion Hamburg die größte Golfplatzdichte. Es sind 110.000 aktive Golfer registriert.[84]

Im Baseball haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Mannschaften hervorgebracht, die erfolgreich in der 1. und 2. Baseball-Bundesliga spielen. Dazu zählt unter anderem der Deutsche Meister der Saison 2008, 2010 und 2011 aus Regensburg, die Regensburg Legionäre. Zu den weiteren erfolgreichen bayerischen Teams gehören die Gauting Indians, die Ingolstadt Schanzer und die Haar Disciples. Auf Landesverbandsebene gehören unter anderem die Augsburg Gators, die Erlangen White Sox, die Fürth Pirates, die Deggendorf Dragons und die Garching Atomics zu den bayerischen Vereinen. Mit rund 60 angemeldeten Vereinen ist der BBSV, der Bayerische Baseball und Softball Verband, einer der größten in Deutschland. Korbball wird vor allem in Franken gespielt. Wichtige Zentren sind Schweinfurt, Aschaffenburg und Coburg.

Wintersport[Bearbeiten]

Schattenbergschanze in Oberstdorf beim Auftaktspringen zur Vierschanzentournee am 30. Dezember 2006

Speziell im alpinen Raum hat der Wintersport eine traditionell große Bedeutung. Günstige Bedingungen für Ski-Rennlauf finden sich in den Bayerischen Alpen. Die herausragenden Vertreter dieser Sportart sind Mirl Buchner, Heidi Biebl, Rosi Mittermaier, Marina Kiehl, Christa Kinshofer, Martina Ertl-Renz, Hilde Gerg, Maria Höfl-Riesch, Franz Pfnür und Markus Wasmeier. Aus dem Biathlon-Bundesleistungszentrum in Ruhpolding gingen zahlreiche Gewinner internationaler Wettbewerbe hervor, die bekanntesten unter ihnen sind Fritz Fischer, Michael Greis, Uschi Disl, Martina Glagow und Magdalena Neuner. Im Langlauf erreichten Tobias Angerer und Evi Sachenbacher-Stehle bedeutende Resultate.

In Bayern gibt es fünf Eishockey-Vereine in der Deutschen Eishockey Liga; die Augsburger Panther, der ERC Ingolstadt, die Nürnberg Ice Tigers, der EHC Red Bull München und die Straubing Tigers. In der 2. Bundesliga spielen die Starbulls Rosenheim sowie der ESV Kaufbeuren und der SC Riessersee. Weitere, besonders durch ihre Nachwuchsarbeit bekannte Vereine sind die Tölzer Löwen, der TEV Miesbach sowie der EV Füssen.

Vor allem im Gebiet des Oberallgäuer Orts Oberstdorf und in Garmisch-Partenkirchen finden zahlreiche Sportveranstaltungen statt, etwa der Auftakt der Vierschanzentournee oder der Zugspitz-Extremberglauf. In Garmisch fanden die Olympischen Winterspiele 1936 statt. Auch zahlreiche Welt- und Europameisterschaften, etwa im Bereich Rennrodeln, Eiskunstlauf, Curling oder Skiflug, fanden dort statt.

Weitere Sportarten[Bearbeiten]

Nicht zuletzt durch den Dokumentarfilm Am Limit wurden im Bereich des Bergklettern die Sportkletterer Thomas und Alexander Huber einem größeren Publikum ein Begriff. Auch früher waren Bayern unter den weltbesten Gipfelstürmern, unter anderen Johann Grill, Josef Enzensperger, Otto Herzog, Anderl Heckmair oder Toni Schmid.

In Bayern haben sich einige Brauchtumssportarten wie Fingerhakeln und Eisstockschießen erhalten, die in organisierten Ligen betrieben werden. Das Sautrogrennen gehört zu den bayerischen Brauchtumssportarten. Besondere Beliebtheit erfreut sich diese Sportart im Süden Bayerns an den Flüssen Donau, Iller, Isar und Lech. In Franken wird anlässlich von Volksfesten in den meist noch vorhandenen örtlichen Dorf- bzw. Löschwasserteichen diesem Sport gehuldigt. Unter größter Belustigung der Zuschauer werden ernste regionale Meisterschaften bestritten.

Der Nürnberger Norisring

Im Bereich des Motorsports gibt es die alljährliche Tourenwagenrennen zur DTM auf dem Norisring in Nürnberg-Dutzendteich. Speedwayrennen gibt es in Landshut, Pocking, Abensberg und Olching, sowie Sandbahnrennen in Mühldorf am Inn, Pfarrkirchen, Vilshofen, Dingolfing und Plattling. In Inzell gibt es internationale Eisspeedwayrennen. Sportschießen wird in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Bogen, Wurfscheibe, Laufende Scheibe und Armbrust im gesamten Land ausgeübt. Die Sportschützen stellen mit dem Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) den viertgrößten Sportfachverband im Land. Viele bayerische Teilnehmer bei Olympischen Spielen konnten bereits Erfolge erzielen.

Im Tanzsport spielen die Latein- und die Standardformation des RGC Nürnberg tanzen in der zweiten Bundesliga. Im Einzeltanzbereich gibt es sehr viele erfolgreiche Tänzer und Tänzerinnen. Viele Turnvereine haben in Bayern eine lange Tradition. Das Landesleistungszentrum war in Nürnberg, wurde aber mit dem Bundesleistungszentrum in Frankfurt am Main zusammengelegt. Zentren sind Augsburg, Würzburg, Schweinfurt, Nürnberg, Landshut, Passau und Rosenheim. Bayerische Turnerinnen belegten in den 1920er Jahren oftmals weltweit Spitzenplätze.[85]

Seit 2000 gibt es für Kinder eine „Bayerische Kinderturnolympiade“. Austragungsort war vier Mal Neumarkt in der Oberpfalz, im Jahre 2000, 2004, 2008 und 2012.[86] 2012 fand in Neumarkt zudem die 31. Turnerjugend-Festspiele im Rahmen der Kinderturnolympiade statt. Im Jahre 2016 wird die nächste Kinderturnolympiade ausgetragen.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Bayern – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bayern

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, abgerufen am 20. Januar 2016.
  2. Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Berechnungsstand: November 2014/Februar 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  3. Arbeitslosenquoten im Dezember 2015 – Länder und Kreise. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 12. Januar 2016.
  4. Quelle: destatis, Schuldenstand 31. Dezember 2014
  5. Quelle: destatis, Schuldenstand 31. Dezember 2013
  6. Kroninsignien und Krönung. Abgerufen am 13. Oktober 2015.
  7. Wiesbadener Kurier, 20. Oktober 2015, Chronik, Seite 19.
  8. Ludwig Rübekeil: Der Name „Baiovarii“ und seine typologische Nachbarschaft. In: Die Anfänge Bayerns. Von Raetien und Noricum zur frühmittelalterlichen Baiovaria. St. Ottilien, Universität Zurich 2012, S. 152. online
  9. Ludwig Rübekeil: Diachrone Studien, 337 f.
  10. Vladimir Orel: A Handbook of Germanic Etymology. Leiden, Brill 2003, S. 449.
  11. Frank Müller:Westerngrund (Lkr. AB): Der Nabel Europas in Franken. Radioreportage, Bayern 2, regionalZeit – Franken
  12. Bayerns schönste Geotope (Abgerufen am 5. Oktober 2013)
  13. Zeitschrift der Bayerischen Vermessungsverwaltung (PDF; 753 kB)
  14. a b Gebiet, Flächennutzung. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 20. Juni 2012.
  15. Wetter in Bayern. BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH, abgerufen am 20. Juni 2012.
  16. Lufttemperatur, Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 6. Juni 2015
  17. Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) (Hrsg.): Nachhaltig und naturnah – Wald und Forstwirtschaft in Bayern – Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur.
  18. Sandwege, Sandachse Franken, abgerufen am 16. April 2015
  19. Wildtiere in Bayern: Der Wolf – ein Ureinwohner Bayerns, www.br.de, bayerischer Rundfunk, abgerufen am 6. Juni 2015
  20. www.die-bajuwaren.de
  21. Andreas Kraus, Geschichte Bayerns. München (Beck) 1983. S. 626.
  22. Dr. Daniel Schlögl – Stationen des Parlamentarismus in Bayern. Ein Überblick, in: Der Bayerische Landtag vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Probleme und Desiderate historischer Forschung, hg. von Walter Ziegler, München 1995.
  23. Verfassung des Freistaates Bayern vom 2. Dezember 1946
  24. a b Bayern: Amtliche Statistik des LStDV
  25. Gebiet und Bevölkerung – Ausländische Bevölkerung. Statistische Ämter des Bundes und der Länder. Abgerufen am 5. Juni 2015.
  26. Menschen in Bayern, Bayerische Staatsregierung, abgerufen am 9. September 2015
  27. "Der vierte Stamm Bayerns". In: Kreisbote. 29. Juni 2011, abgerufen am 20. Juni 2012.
  28. Fränkischer Bund kritisiert Staatsregierung: „Franken massiv benachteiligt“, Mainpost, abgerufen am 19. Juli 2014.
  29. Benachteiligung, Partei für Franken, abgerufen am 19. Juli 2014.
  30. "Beutekunst": Das Gezerre um fränkische Kunstgüter, www.br.de, Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 19. Juli 2014.
  31. “Franken. Frei statt Bayern!?”, abgerufen am 19. Juli 2014.
  32. "Hofer Altar" bleibt in München, Frankenpost, erschienen am 11. März 2010, abgerufen am 19. Juli 2014.
  33. a b c d Konfessionsstruktur (19./20. Jahrhundert). historisches-lexikon-bayerns.de. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  34. Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid).
  35. a b c BR-Bericht vom 17. Juli 2015
  36. Deutsche Bischofskonferenz Statistik 2006 (PDF)
  37. Die Bayerische Landeskirche in Zahlen. www.bayern-evangelisch.de. Archiviert vom Original am 9. März 2008. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  38. Staat zahlt 442 Millionen Euro für Kirchengehälter. In: Spiegel Online, 8. Juni 2010. Abgerufen am 21. Juni 2011. 
  39. Jüdische Gemeinden in Bayern. Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, abgerufen am 20. Juni 2012.
  40. Interaktive Karte "Jüdische Gemeinden in Bayern". Peter Athmann/Israel Schwierz, abgerufen am 20. Juni 2012.
  41. Etwa vier Millionen Muslime in Deutschland DIK-Studie.
  42. Selbstdarstellung des HVD Bayern (Memento vom 9. November 2013 im Internet Archive).
  43. Webseite des HVD Bayern.
  44. Humanistische Grundschulen in Fürth und München.
  45. Humanistische Kindertagesstätten in Bayern.
  46. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  47. Wahl zum 17. Bayerischen Landtag am 15. September 2013 – Erst- und Gesamtstimmen (absolut und in Prozent) sowie deren Veränderung gegenüber 2008. Der Landeswahlleiter des Freistaates Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung. Abgerufen am 9. November 2014.
  48. Partei für Franken: Grundsatzprogramm (abgerufen am 23. Mai 2014).
  49. Beziehungen Bayerns zu außereuropäischen Staaten und Regionen
  50. Schulden der öffentlichen Gesamthaushalte: Bundesländer
  51. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Bevölkerung: Kreise, Geschlecht, Nationalität, Stichtag. Abgerufen am 24. September 2014.
  52. Bruttoinlandsprodukt – In jeweiligen Preisen – 1991 bis 2014. Bayerisches Landesamt für Statistik, Februar 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  53. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBruttoinlandsprodukt – Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, November 2014/Februar 2015, abgerufen am 17. Juni 2015.
  54. Eurostat News: Regional GDP per inhabitant in the EU 28 [1]
  55. Arbeitslosenquoten im Dezember 2015 – Länder und Kreise. In: statistik.arbeitsagentur.de. Statistik der Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 12. Januar 2016.
  56. Niedrigste Arbeitslosenquote im Ländervergleich (PDF). Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern, 31. Mai 2012, abgerufen am 19. Juni 2012 (PDF; 375 kB).
  57. Nürnberg in Zahlen 2010 (PDF; 9,8 MB).
  58. Statistik der Bundesagentur für Arbeit.
  59. Zensusdatenbank
  60. Tourismus in Bayern (Juni 2005). Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Juni 2005, abgerufen am 20. Juni 2012 (PDF; 632 kB).
  61. Maximilian Weingartner: Rügen statt Toskana. Mecklenburg-Vorpommern hat sich zum Touristenmagnet entwickelt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. September 2015, S. 20.
  62. Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft: Energieversorger in Bayern (PDF; 109 kB), abgerufen am 1. August 2013.
  63. Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren, abgerufen am 1. August 2013.
  64. Statista – Verteilung der Nettostromerzeugung in Deutschland nach Energieträger im Jahresvergleich 2001 und 2011, abgerufen am 1. August 2013.
  65. DIW: Perspektiven für eine sichere, preiswerte und umweltverträgliche Energieversorgung in Bayern. Berlin, 2015 (PDF)
  66. Bundesländervergleich Erneuerbare Energien – Ergebnisse
  67. Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren, abgerufen am 1. August 2013.
  68. Bundesländervergleich Erneuerbare Energien – Ergebnisse
  69. Bayerisches Landesportal: Bericht aus der Kabinettssitzung. 8. April 2014
  70. Föderal Erneuerbar: Primärenergieverbrauch in Bayern, abgerufen am 1. August 2013.
  71. Energie-Atlas Bayern – Zahlen, Daten und Indikatoren, abgerufen am 1. August 2013.
  72. Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft: Endenergieverbrauch nach Verbrauchergruppen (PDF; 66 kB), abgerufen am 1. August 2013.
  73. gTLD der Woche: .bayern, united-domains, abgerufen am 15. Juni 2012.
  74. Application Results. ICANN, 13. Juni 2012, abgerufen am 29. August 2012.
  75. Bayerischer Rundfunk, Online-Meldung vom 29. September 2014, abgerufen am 1. Oktober 2014.
  76. Theater: „Die ganze Welt ist Bühne“, Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, abgerufen am 9. Februar 2013.
  77. Kulturportal Bayern, abgerufen am 9. Februar 2013.
  78. Kirchweih in Franken, Verein zur Förderung der fränkischen Braukultur, abgerufen am 7. Juni 2015.
  79. Millionengeschäft Oktoberfest – Wie das Münchner Volksfest die Wirtschaft ankurbelt Abgerufen am 7. Juni 2015.
  80. Verfall der Maxhütte – Schichtende. In: sueddeutsche.de. 21. Juli 2012, abgerufen am 10. Dezember 2014.
  81. Welterbestätten in Deutschland, Deutsche UNESCO-Kommission e. V., abgerufen am 7. Juni 2015.
  82. Die Bayerische Museumsakademie, Bayerische Museumsakademie, abgerufen am 7. Juni 2015.
  83. DFB-Mitgliederstatistik 2014, siehe http://www.dfb.de/verbandsstruktur/mitglieder/
  84. Bericht 2008 des Deutschen Golfverbandes (PDF; 367 kB).
  85. Hans Fischer: Die Geschichte des Turnens in Bayern. Eine historische Begegnung. 3. Auflage, Berlin 1958.
  86. Offizielle Seite der Kinderturnolympiade Neumarkt 2012 (abgerufen am 18. Mai 2012).

48.94944444444411.395Koordinaten: 48° 57′ N, 11° 24′ O