Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft

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Die Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft ist eine Ehrung für Kölner Bürger. Entstanden ist sie im Jahr 2002 in Opposition gegen die damalige Verleihung der Kölner Ehrenbürgerschaft an den Verleger Alfred Neven DuMont und den Schokoladenfabrikanten Hans Imhoff.

Dreißig Kölner Persönlichkeiten, darunter Martin Stankowski und der Kabarettist Heinrich Pachl, gründeten den Initiativkreis alternative Ehrenbürgerschaft. Beisitzer des Komitees sind unter anderem der Schriftsteller Günter Wallraff, die Schauspielerin Marie-Luise Marjan, die Musiker Tommy Engel und Wolfgang Niedecken, der Kabarettist Jürgen Becker sowie die Schriftstellerin Elke Heidenreich.

Das Bürgerkomitee möchte mit der Auszeichnung die Aufmerksamkeit auf Bürger und Netzwerke lenken, die sich ohne finanzielle Ressourcen und oft abseits des Mainstreams der öffentlichen Meinung in Köln engagieren. Die jüngsten Ehrenbürgerschaften Kölns hätten gezeigt, dass Sinn, Ziel und Form dieser Einrichtung heute strittig seien. Die Ehrenbürgerschaft als Belohnung für wirtschaftlichen Erfolg zu verleihen, scheine das Verdienen mit den Verdiensten zu verwechseln.

Die Auszeichnung wird alle vier Jahre vergeben.

Preisträger[Bearbeiten]

Gunter Demnig
  • 2006 Gunter Demnig, der mittlerweile rund 22.000 Stolpersteine in über 530 Ortschaften in Deutschland, den Niederlanden, Polen, Österreich, Tschechien, der Ukraine und Ungarn zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt hat.
  • 2011 Hedwig Neven DuMont, Ehefrau des Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont, als Vorsitzende des Vereins Wir helfen sowie Kurt Holl. Er engagierte sich in Köln für die Einrichtung der NS-Dokumentationsstelle in der ehemaligen Gestapo-Zentrale im EL-DE-Haus. Sein zentraler ehrenamtlicher Arbeitsschwerpunkt ist seit 1980 der Einsatz für Sinti und Roma in Köln. 1990 initiierte er die erste Ausstellung zu deren Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Holl gehört zu den Gründern des „Rom e.V.“, 2004 konnte er „Amaro Kher“ eröffnen, ein Projekt für schulische Integration von Roma-Flüchtlingskindern.

Weblinks[Bearbeiten]