Duryea (Automarke)

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Duryea von 1894
Duryea beim Times-Herald Contest 1895
Duryea von 1895
Duryea Trap von 1899
Duryea als Surrey von 1903

Duryea war eine US-amerikanische Automarke.[1][2] Sie gilt als die älteste des Landes.

Markengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Charles E. Duryea und James Frank Duryea waren Brüder. Sie begannen in den 1890er Jahren in Springfield in Massachusetts mit der Entwicklung eines Automobiles. Das erste Fahrzeug war am 21. September 1893 fahrbereit.[2] Im Januar 1894 bewältigte es erfolgreich eine Strecke von fast 10 Kilometern. Einige Prototypen folgten, die auch erfolgreich bei Veranstaltungen eingesetzt wurden.

Im September 1895 gründeten die Brüder gemeinsam die Duryea Motor Wagon Company in der gleichen Stadt. Charles hielt sich allerdings überwiegend in Peoria in Illinois auf. Frank stellte ab Frühjahr 1896 Fahrzeuge her, die als Duryea vermarktet wurden. 1898 wurde das Unternehmen aufgelöst. Die Brüder trennten sich. Frank gründete daraufhin die Hampden Automobile & Launch Company, um Fahrzeuge der Marke Hampden herzustellen.[2]

Charles gründete im Februar 1898 die Duryea Manufacturing Company in Peoria. Er stellte bis etwa 1899 rund 20 Fahrzeuge her.[2]

Daraufhin zog Charles nach Reading in Pennsylvania und gründete 1899 die Duryea Power Company.[2] Eine andere Quelle gibt März 1900 als Gründungsmonat an.[1] Im Herbst 1907 folgte die Insolvenz. Dieses Unternehmen fertigte je nach Quelle etwa 300[1] oder rund 370 Fahrzeuge[2]. Lizenznehmer waren die Waterloo Gas Engine Company aus Waterloo, Construction Liégeoise Automobile aus Belgien und Sturmey Motors aus Coventry.[2]

Charles gründete 1908 in der gleichen Stadt die Duryea Motor Company. Er entwickelte ein neues Modell. Die Produktion lief bis 1913.[2]

Bereits 1911 hatte Charles zusätzlich die Duryea Automobile Company in Saginaw in Michigan gegründet. Später erfolgte vermutlich die Umfirmierung in Duryea Motor Company. 1912 wurde die Brooks Manufacturing Company übernommen. Im Januar 1914 endete die Produktion.

Zwischen 1914 und 1915 fertigte die Cresson-Morris Company aus Philadelphia in Pennsylvania noch ein paar Fahrzeuge als Duryea, die Charles entworfen hatte. Daraus wurde anschließend die Crowther Motor Company.

1915 kam das Ende für den alleinigen Markennamen Duryea.[2] Die Duryea Tricycle Company mit dem Markennamen Duryea Gem ist separat zu betrachten.

Insgesamt entstanden laut einer Quelle 716 Fahrzeuge der Marke Duryea.[1]

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fahrzeug von 1893 hatte einen Einzylindermotor, der liegend montiert war. Er entwickelte 4 PS aus 1302 cm³ Hubraum und trieb über Riemen die Hinterachse an. Der Rahmen und der Aufbau stammten von einer Kutsche, die gebraucht gekauft worden war.[2]

1894 folgte ein Fahrzeug mit einem Zweitaktmotor, später umgebaut auf Viertaktmotor. Der Riemenantrieb wurde aufgegeben. Das Getriebe hatte drei Vorwärts- und einen Rückwärtsgang. Als großer Vorteil gegenüber dem ersten Fahrzeug werden die Luftreifen genannt. Dieses Fahrzeug gewann 1895 den Times-Herald Contest in Chicago und erhielt den Spitznamen Chicago car.[2]

1895 oder Anfang 1896 folgte ein weiteres Fahrzeug, das Cosmopolitan car genannt wurde. Denn es nahm am Rennen des Magazins Cosmopolitan von New York City nach Irvington teil und erreichte als einziges Fahrzeug das Ziel. Der Motor war kleiner, aber leistungsfähiger. Die Kraftübertragung erfolgte erneut über Riemen. Dieses Fahrzeug bildete die Basis für die ersten Serienfahrzeuge.[2]

Die ersten 13 Serienfahrzeuge aus Springfield hatten weiterhin Riemenantrieb, die folgenden nicht mehr. Noch wurde viel experimentiert. Drahtspeichenräder wurden eingeführt. Aufbauten als Dos-à-dos mit Platz für vier Personen, die Rücken an Rücken sitzen konnten, kamen dazu.[2] Zwei Fahrzeuge nahmen 1896 am Emancipation Run in England teil,[1] woraus sich später der London to Brighton Veteran Car Run entwickelte.

Aus Peoria kamen Dreiräder mit vorderen Einzelrad, Trap genannt. Ein Dreizylindermotor vom E. B. Hazen Machine Shop trieb über eine Kette die Hinterachse an. Die offene Karosserie war zweisitzig. Ein einachsiger Anhänger bot Platz für zwei weitere Personen.[2]

In Reading wurde der Bau der Dreiräder fortgesetzt. Das Fahrgestell hatte 168 cm Radstand. 1902 folgten vierrädrige Modelle. Motoren mit 3516 cm³ Hubraum und 15 PS Leistung sind überliefert. 1906 kam ein 25/30-PS-Modell dazu. Gelenkt wurde mit einem Lenkhebel. Es gibt einen Hinweis darauf, dass die Motoren im Heck montiert waren und über ein Zweiganggetriebe und eine Kette die Hinterachse antrieben. Neben offenen Zwei- und Viersitzern ist auch eine geschlossene Karosserie angeboten worden.[2]

1908 folgte der Buggyaut als neues Modell. Dies war ein Highwheeler mit Vollgummireifen. Ein Zweizylinder-Zweitaktmotor mit 15 PS Leistung trieb die Fahrzeuge an. Der Lenkhebel wurde beibehalten.[2]

Ab 1911 kam der Electa aus Saginaw. Er basierte auf dem Buggyaut, hatte den gleichen Motor, war aber etwas luxuriöser ausgestattet.[2]

Die Fahrzeuge von 1914 bis 1815 wurden als Cyclecar bezeichnet, obwohl sie die Kriterien nicht erfüllten. Sie hatten einen Zweizylindermotor mit 95,25 mm Bohrung, 95,25 mm Hub, 1357 cm³ Hubraum und je nach Quelle 11 oder 19 PS Leistung. Der Radstand betrug 254 cm. Der Roadster bot Platz für zwei Personen nebeneinander. Das Leergewicht war mit 272 kg angegeben.[2]

Modellübersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachstehend eine Übersicht über die Modelle ab 1900.[1] Da die Angaben aus einer anderen Quelle stammen, sind geringe Abweichungen zum vorstehenden Text möglich.

Jahr Modell Zylinder Leistung (PS) Radstand (cm) Aufbau
1900–1901 Dreirad 3 6 168 Dos-à-dos Trap, Surrey, Phaeton
1902 Dreirad 3 6/10 168 Dos-à-dos Trap, Surrey, Phaeton
1903 Dreirad 3 10 168 Phaeton
1903 Vierrad 3 10 168 Phaeton
1903 3 10 168 Rumble Phaeton, Folding Front Phaeton, Enclosed Phaeton
1903 3 10 244 Tonneau 7-sitzig, Surrey
1904 Dreirad 3 15 183 Phaeton 2-sitzig
1904 3 15 183 Folding Rear Phaeton 4-sitzig, Enclosed Doctor’s Phaeton, Surrey 5-sitzig, Folding Front Phaeton 4-sitzig, Straight-Line Phaeton 4-sitzig, Park Wagon, Tonneau 4-sitzig, kleiner und großer Lieferwagen
1905 Dreirad 3 12/15 191 Phaeton 2-sitzig
1905 Vierrad 3 12/15 191 Phaeton 2-sitzig
1905 3 12/15 198 Folding Seat Phaeton
1906 Dreirad 3 12/15 206 Phaeton
1906 3 12/15 198 Folding Rear Phaeton, Doctor’s Phaeton, Light Stage Coach
1906 3 12/15 244 Lieferwagen, Tourenwagen 5-sitzig
1906 25/30 HP 3 25/30 269 Double Victoria 5-sitzig
1907 3 15/18 191 Doctor’s Phaeton
1907 3 15/18 203 Folding Rear Seat Phaeton
1907 25/30 HP 3 25/30 259 Tourenwagen 4-sitzig
1908 3 15 203 Folding Rear Phaeton, Doctor’s Phaeton
1908 Buggyaut 2 10/12 213
1909 Buggyaut 2 15 213 Einsitzer, Folding Rear Seat
1910 Buggyaut 2 12/15 213 Einsitzer, Folding Rear Seat
1910 Electa 2 12/15 213 Victoria
1911 Buggyaut 2 12/15 213 Einsitzer, Surrey
1911 Buggyaut 2 12/15 254 Runabout
1911 Electa 2 12/15 213 Surrey
1912 Buggyaut 2 12/15 213 Einsitzer, Surrey
1912 Buggyaut 2 12/15 254 Runabout
1912 Electa 2 12/15 203 Surrey
1913 Buggyaut 2 12/15 234 Einsitzer, Surrey
1913 Buggyaut 2 12/15 254 Runabout
1913 Electa 2 12/15 203 Victoria
1914 Buggyaut 2 19 218 Einsitzer
1914 Buggyaut 2 19 244 Surrey
1914–1915 Cyclecar 2 19 254 Roadster

Produktionszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Produktionszahl
1893 1
1894 2
1895 2
1896 13
1897 6
1898 12
1899 12
1900 28
1901 33
1902 37
1903 47
1904 53
1905 50
1906 41
1907 83
1908 71
1909 62
1910 51
1911 29
1912 23
1913 31
1914 16
1915 13
Summe 716

Quelle:[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3. Auflage. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 506–509 (englisch).
  • George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Volume 1: A–F. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 471–472 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Duryea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Beverly Rae Kimes, Henry Austin Clark Jr.: Standard catalog of American Cars. 1805–1942. Digital Edition. 3. Auflage. Krause Publications, Iola 2013, ISBN 978-1-4402-3778-2, S. 506–509 (englisch).
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r George Nick Georgano (Chefredakteur): The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. Fitzroy Dearborn Publishers, Chicago 2001, ISBN 1-57958-293-1, S. 471–472 (englisch).